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Niedersachsen unterwegs

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03.09.2014, 10.55 Uhr

Allein unter Kühen

Bei über 40 °C verbringen die Landwirte im australischen Sommer schon mal lieber die Zeit am Badesee anstatt zu melken. „Die Kühe müssen dann halt zwei Stunden warten“, erzählt Lena Sohnrey. Die 19-jährige Abiturientin hat sich dazu entschlossen, vor dem Studium ein Jahr lang Australiens Landwirtschaft kennen zulernen.

Australien Lena ist auf einem Milchvieh- und Ackerbaubetrieb in Esebeck bei Göttingen aufgewachsen. Schon früh stand für sie fest, dass es nach dem Abitur ein Jahr nach Australien gehen soll. „Einmal mit Pferden Kühe treiben und abends am Lagerfeuer sitzen, das wollte ich immer mal machen“, sagt die junge Frau. Aber auch Reiselust, der Wunsch neue Leute kennenzulernen und ihre Englischkenntnisse aufzufrischen, haben dazu beigetragen, dass die junge Niedersächsin seit Oktober 2013 auf der Südhalbkugel lebt und arbeitet. Gleichzeitig nimmt sie auch Ideen für den eigenen Betrieb mit nach Hause. „Die ein oder andere Sache werde ich bei uns sicher umsetzen.“

Lenas erste Station: 4,5 Monate auf dem Milchviehbetrieb von Familie Leslie in Gippsland, Victoria. Der Betrieb zählt 700 melkende Tiere mit Nachzucht. Die Rinder stehen 365 Tage auf Gras und erhalten als einziges Zusatzfutter Pellets während des Melkens. In der Kalbezeit, die sich auf Herbst- und Frühjahrskalbung aufteilt, wird noch mit Heu zugefüttert. Das Grünland wird durch Wassergräben zwischen den Weiden kontrolliert bewässert. Gemolken wird zweimal täglich in einem Doppel-20er-Swing Over-Melkstand bei einer Melkzeit von 2,5 Stunden. Die durchschnittliche Milchleistung bei Familie Jason liegt bei 6.000 l pro Kuh und Jahr.

Ganz anders wirtschaftet die Leppington Pastoral Company in Sydney, New South Wales. Dort ist Lena jetzt zwei weitere Monate. Die 2.000 melkenden Kühe mit Nachzucht liefern rund 12.500 l pro Kuh und Jahr. Gemolken wird dreimal täglich, wobei drei Melker parallel jeweils zwölf Tiere versorgen. Im Gegensatz zu den melkenden Tieren, die in Freistallhaltung mit Sandeinstreu untergebracht sind, leben Nachzucht und Trockensteher auf der Weide. „Bei 10.000 Hektar Betriebsfläche ist man dann den ganzen Tag auf dem Quad unterwegs“, sagt Lena, die sich auf dem Betrieb hauptsächlich mit der Tiergesundheit und Geburtenkontrolle beschäftigt.

Computerprogramme helfen ihr dabei und auch die regelmäßigen Besuche des Tierarztes. Eine weitere Besonderheit: der Stall. Dieser ist mit einem Gefälle von fünf Prozent Steigung gebaut worden. Hierdurch wird mit mehrmaligen Wasserspülungen die Gülle täglich weggespült. Später werden Wasser und Mist getrennt. Während das Wasser wieder benutzt wird, werden die festen Bestandteile gepresst, getrocknet und als Düngemittel verwendet.

Mehr als nur Kühe

Neue Freunde, verbesserte Sprachkenntnisse, erweitertes Fachwissen und ein tolles atemberaubendes Land - Lena ist begeistert. „Eine Reise ins Ausland erlaubt einen Blick über den Tellerrand. Ich empfehle jedem, für einige Zeit in die Ferne zu gehen. Es zahlt sich aus.“ Bevor sie im Herbst das Studium der Agrarwissenschaften in Göttingen beginnt, wird sie zunächst noch ein wenig rumreisen. Es soll ja nicht heißen, sie hätte in Australien nur Kühe gesehen.

Marnie Soltmanowski und Christian Mühlhausen
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Ria_Landleben

Ria_Landleben

Alter: 28 Jahre,
aus Hannover
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