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Der gruuna-Blog

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Abruffütterung
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09.09.2014, 11.29 Uhr

Bauernpräsident Tietböhl: „Wir halten keine Kuscheltiere“

Der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern macht sich auf dem diesenjährigen Landesbauerntag am 12. September im Rahmen der MeLa in Mühlengeez Gedanken, welchen Stellenwert die Landwirte heute zwischen ureigener Aufgabe, kritischer Gesellschaft und Politik haben.

Von Landwirtschaft entfremdet
„Die Diskrepanz zwischen gesellschaftlichen Ansprüchen und der wirtschaftlichen Realität sowie der Wahrnehmung des Bemühens der Landwirte um Nachhaltigkeit klafft immer stärker auseinander“, so Martin Piehl, Hauptgeschäftsführer des Verbandes. In den vergangenen Jahren habe sich die Gesellschaft von der Landwirtschaft entfremdet und auch die Werte in der Gesellschaft hätten sich verändert, heißt es weiter aus dem Meck-Pommerschen Verband. Man gibt auch zu bedenken, dass nicht jede landwirtschaftliche Entwicklung von der Gesellschaft mitgetragen werden möchte. Im politischen Alltag seien die Debatten längst angekommen.

„Tierwohl gibt’s nicht gratis“
Der Bauernverband spricht auch die Gesetze an, die wohl ohne Rücksicht auf die Landwirtschaft verabschiedet werden, wie das Tierschutzgesetz oder das Arzneimittelgesetz. Problematisch für die Landwirte sei, dass sich gesellschaftliche Werte schneller änderten als landwirtschaftliche Betriebskonzepte, meint Piehl. „Seit 5 bis 10 Jahren spielen ethische Aspekte in der Tierhaltung eine zunehmende Rolle. Investitionen der Tierhalter sind aber mindestens auf 30 Jahre angelegt.“

Der Verband hat auch den renommierten Betriebswirtschaftsexperten der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Dr. Albert Hortmann-Scholten, dazu eingeladen, auf dem Bauerntag einen Vortrag über die Zukunft der Tierhaltung in Deutschland zu halten. „Mehr Tierwohl, wie von der Gesellschaft gefordert, ist eben nicht zum Nulltarif zu haben.“, so Hortmann-Scholten. Laut dem Wissenschaftler sind die aktuellen Diskussionen ein Luxusproblem der Deutschen. „Wir gehen im weltweiten Vergleich kostenträchtige Sonderwege.“, weiß der Unternehmensberater. Er beobachtet seit Langem die landwirtschaftlichen Märkte. Die Globalisierung habe in Deutschland einen Strukturwandel in Gang gesetzt. Damit ein Familienunternehmen künftig überhaupt bestehen könne, müsse es immer weiter wachsen“, prognostiziert Hortmann-Scholten. „Wir werden diese Entwicklung nicht aufhalten können.“ Die fortschreitende Globalisierung werde den Strukturwandel beschleunigen. Der Experte ist sich auch sicher, dass das transatlantische Freihandelsabkommen kommen wird. Auf die Auflagenfluten angesprochen, gibt er sogar den grünen Landwirtschaftsministern eine Teilschuld, dass viele kleine Betriebe aufgeben müssen.

Die Entwicklung hin zu immer größeren Betrieben sei genau das, was die deutsche Gesellschaft anscheinend nicht möchte: Ein Widerspruch, für den es momentan keine Lösung gebe, so Hortmann-Scholten. Einen Lösungsansatz sieht er aber in der „Initiative Tierwohl“. Sie sei angesichts der Kritik an intensiver Tierhaltung ein Schritt in die richtige Richtung. Allerdings müsse das Mehr an Haltungskomfort, das über gesetzliche Bestimmungen hinausgeht, auch dem Landwirt bezahlt werden. Ansonsten sieht er für gesellschaftliche Wünsche kaum Spielraum. Die Rentabilität vieler tierhaltender Betriebe sei aufgrund sinkender Margen und hohen Futterkosten gefährdet. Auch Bauernpräsident Rainer Tietböhl findet klare Worte: „Wir müssen immer wieder betonen, dass wir Nutz- und keine Kuscheltiere halten und damit auch unser Einkommen verdienen“.

Über die MeLa
Die MeLa ist die traditionsreichste Fachausstellung in Mecklenburg-Vorpommern. Vom 11. bis 14. September gibt es in Mühlengeez die neuesten Techniktrends sowie Präsentationen und züchterische Spitzenleistungen zu sehen. Die erwarteten 70.000 Besucher dürfen sich auch über ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm freuen. Der Bauerntag beginnt am 12. September um 10 Uhr im Festzelt.

Die gvf VersicherungsMakler AG, das Mutterunternehmen von gruuna.com, ist ebenfalls auf der Messe vertreten. Am Stand 361a in Halle 3 dreht sich alles um Sicherheit in und um landwirtschaftliche Betriebe.

Bild: Die deutschen Landwirte wollen, dass es ihren Tieren gut geht, es sind aber immer noch Nutztiere. Foto: Big Dutchman

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