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Der gruuna-Blog

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Freimarkung Osing, Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windheim, Franken
183 mal angesehen
13.09.2014, 09.40 Uhr

Deutschlands herrenlose Felder

Kinofans ist die beeindruckende Geschichte des Blockbusters „In einem fernen Land“ aus dem Jahr 1992 in guter Erinnerung. In dem Film bemüht sich Tom Cruise als armer irischer Auswanderer in einem Wettlauf um freies Farmland.

Im fränkischen Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Winsheim werden sich am 19. September ähnliche Szenen abspielen, nur nicht so dramatisch, denn dort werden die Felder verlost. Der Landstrich Osing, der am Rand des Steigerwaldes zwischen vier Gemeinden liegt, ist das letzte gemarkungsfreie Land Deutschlands. Der Grund und Boden der Markgenossenschaft, die 1465 das erste mal urkundlich erwähnt wurde, gehört zu keiner Gemeinde und gehört auch niemanden, aber irgendwie doch. Etwa 226 Hektar von dem 274 Hektar großen Landstrich werden landwirtschaftlich genutzt und wollen natürlich auch bewirtschaftet werden. Aber von wem, wenn es keine Grundeigentümer gibt?

Alle 10 Jahre, immer in den Jahren, deren Jahreszahl mit einer Vier endet, werden die 213 Feldanteile unter 162 Landwirten per Los neu verteilt. Jedem Hofbesitzer der umliegenden Orte Herbolzheim, Humprechtsau, Krautostheim und Rüdisbronn sind Nutzungsrechte, sogenannte „Lose“ grundbuchmäßig eingetragen, auch wenn er nicht mehr Landwirt ist. Die Parzellen finden dadurch zufällige neue „Bewirtschafter“. Anschließend an die „Ziehung“ liegt es am Verhandlungsgeschick der Landwirte, Flächen so zusammen zu tauschen, dass sie in den nächsten 10 Jahren ein einziges Stück bewirtschaften können.

Zur Osheim-Verlosung 2014, das mit dem traditionellen Volksfest einhergeht, hat Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) seine Amtskollegen aus Luxemburg, den Niederlanden und Österreich sowie den landwirtschaftlichen Staatssekretär aus der Schweiz eingeladen. Das Treffen nutzen die Politiker, um über das gesamteuropäische Thema „Flächeninanspruchnahme“ zu diskutieren. Dabei geht es um die Konkurrenz der verschiedenen Nutzungsansprüche, von Nahrungsmittelerzeugung über Siedlungs- und Infrastrukturmaßnahmen bis hin zu Naturschutz und Tourismus.

Bild: Die Freimarkung Osing wird durch einen Stein gekennzeichnet. Foto: Mikmaq/wikimedia.com

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