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Der gruuna-Blog

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Kuh
135 mal angesehen
20.09.2014, 09.05 Uhr

Falsche Alpenmilch und zu südliche Äpfel

Bereits vor einigen Jahren stellten Verbaucherschutzzentralen die Bezeichnung „Alpenmilch“ der Produkte aus der bayerischen Staatsmolkerei Weihenstephan an den Pranger. Den Konsumentenberatern sind der Meinung, dass es nicht stimme, dass in den Tetra Paks Milch aus den Alpen sei. Sie glauben, herausgefunden zu haben, dass die Kühe nicht in den Alpen stünden, sondern in Ställen im Großraum München. Da stellt sich schnell die Frage, ob nun München in den Alpen liegt oder unmittelbar davor. Darf Milch nur unter „Alpenmilch“ verkauft werden, wenn die Kühe auf mindestens 3.000 Metern stehen?

Ähnlich geht es auch dem naturtrüben Bio-Apfelsaft der Coop-Eigenmarke „Unser Norden“. Dem in Kiel ansässigen Unternehmen wird von der Verbraucherorganisation foodwatch „Irreführung der Verbraucher“ vorgeworfen, weil es für das Getränk mit „Aus der Region für die Region“ wirbt. Die Handelsgesellschaft hat nie bestritten, dass die verwendeten Äpfel auch aus anderen Bundesländern, als aus den norddeutschen kommen. Da fragt man sich wieder, ob Äpfel aus etwa Thüringen oder Hessen schlechter sind, als die von der Küste. Regionalität ist relativ, genau wie bei der „Alpenmilch“, deren milchgebende Kühe den Alpenhauptkamm von den Ställen aus quasi sehen.

Der Verkauf des Saftes unter „Unser Norden“ hat das Unternehmen mit der Tatsache gerechtfertigt, dass er in Norddeutschland verarbeitet und veredelt werden würde.
Für die „dreiste Werbelüge“ wurde Coop von foodwatch sogar für den „Goldenen Windbeutel“ nominiert. Im Ranking finden sich Produkte aus allen Branchen, denen ähnliche „Lügen“ vorgeworfen werden. Coop hat sich gebeugt und will nun die „Regionalität regionaler machen“.
In diesem Zusammenhang ist aber auch die Frage erlaubt, wie mündig Konsumenten sind. Hat je jemand geglaubt, dass ein Waschmittel weißer als weiß waschen kann?

Für echte Herkunftsbezeichnungen gibt es die entsprechenden Logos, alles andere ist Sache der Werbetexter. Was dem Verbraucher wirklich helfen würde, wäre ein einheitliches Herkunftssiegel, ähnlich dem österreichischen AMA-Gütesiegel.

Bild – Blick auf die Berge: Den bayerischen Kühen wird „vorgeworfen“, dass sie sich nicht in den Alpen aufhalten, sondern im „Großraum München“. Foto: Christian B./pixabay.com

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Kommentare

20.09.2014 10:44 dairymin
Natürlich ist "Regionalität" relativierbar! Selbstverständlich definieren Verbraucher "regional" anders als Unternehmer oder Vermarkter - das aber nicht zuletzt, gerade wegen der Emotion, die die Werbung mit "Regionalität" erzeugen will!
23.09.2014 19:30 oimarin
Diese Fotos sind doch so gut wie alle gelogen, welche Kuh ist den noch auf der Alm? So gut wie keine mehr, die meisten sind im Stall und nicht mal auf der Weide...
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