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Der gruuna-Blog

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Spritze
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25.10.2014, 10.46 Uhr

Impfungen: Tierarzt oder selbst Hand anlegen?

Es taucht immer wieder die Frage auf, was man an den Tieren selbst machen darf und für welche Behandlungen man den Tierarzt hinzuziehen muss. Eines vorweg: In Deutschland darf man mehr als anderswo. „In Österreich beispielsweise ist es Pflicht, für jede Behandlung einen Tierarzt hinzuzuziehen, das schreibt dort das Arzneimittelgesetz vor“, so Dr. Ute Tietjen von der deutschen Bundestierärztekammer. Das gilt auch für Impfungen. „Ja, das stimmt“, bestätigt Mag. Kurt Frühwirth, Präsident der Österreichischen Tierärztekammer auf gruuna.com-Anfrage. „Lediglich im Rahmen des ,Tiergesundheitsdienstes‘ ist einzig die Verabreichung der Mykoplasmenimpfung bei Schweinen durch den Landwirt möglich.“

Da haben deutsche Landwirte freiere Hand, es gilt allerdings einiges zu beachten. Schutzimpfungen unterliegen in Deutschland nicht dem Arzneimittelgesetz, sondern dem Tierseuchenrecht und der Tierimpfstoffverordnung, da sie der Vorbeugung dienen. Dieses lässt für die Verabreichung von Impfstoffen „Ausnahmeregelungen“ zu, wie es der Gesetzgeber nennt, nach denen ein Tierhalter Impfungen durchaus selbst vornehmen darf. Beziehen darf er die Medikamente allerdings nur von seinem bestandsbetreuenden Tierarzt. Dieser muss die Abgabe dem Veterinäramt melden, egal ob er die Impfung selbst vornimmt oder die Stoffe an den Landwirt weitergibt. Der Tierhalter darf die Impfstoffe nicht an Dritte weitergeben, sondern nur für seinen Bestand verwenden. Die Regelung gilt allerdings nur für berufs- und gewerbsmäßige Halter. Bei Tieren von Hobbyhaltern muss in jedem Fall der Veterinär die Impfung vornehmen.

Auch wenn sich der Tierhalter dazu entschließt, die regelmäßigen Impfungen selbst vorzunehmen, ist der Tierarzt verpflichtet, die Tiere regelmäßig, unter anderem im Rahmen einer vierteljährlichen Bestandsuntersuchung, zu kontrollieren. Bevor der Tierhalter die Spritze ansetzt, muss ihn auch der Veterinär unterweisen.

Die Ausnahmeregelung gilt nicht für Impfungen gegen anzeigepflichtige Tierseuchen, wie etwa die Buchstabenkrankheit (BHV-1, Bovines Herpesvirus Typ 1), oder amtlich angeordnete Impfungen, zum Beispiel gegen die Blauzungenkrankheit. Auch tierseuchenrechtlich vorgeschriebene Impfungen muss der Tierarzt vornehmen. Hier gibt es allerdings wieder eine Ausnahme. Bei Geflügel und Fischen kann man auch die Impfung selbst vornehmen.

Foto: PhotoLizM/pixabay.com (Symbolbild)

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