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Der gruuna-Blog

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Milchregal
128 mal angesehen
03.02.2015, 14.10 Uhr

So soll die Milch grüner werden

In einer Studie wurde die Umweltverträglichkeit der Milchproduktion untersucht und aufgezeigt, wie diese von Landwirten, Molkereien und Verbrauchern verbessert werden kann.

Die deutschen Landwirte sind sich der Verantwortung der Umwelt gegenüber bewusst. Dennoch lassen sich in der Milcherzeugung gewisse Abstriche nicht vermeiden, gerade was Treibhausemissionen betrifft. Eine Studie des Instituts für Energie- und Umweltforschung Heidelberg, des Verbandes der Deutschen Milchwirtschaft und dem Milchindustrie-Verbandes soll dazu beitragen, die Milchproduktion „grüner“ zu machen, wie der aid Infodienst meldet.

Der Verbrauch von Milchprodukten trage den Wissenschaftlern zufolge etwa 3 Prozent zu den in Deutschland anfallenden Treibhausgasemissionen bei und sei zu 8,5 Prozent an der Anreicherung von Nährstoffen in Böden beteiligt. Das größte Problem sei die zunehmende Verlagerung der Futterherstellung vom Grünland auf den Acker heraus. Laut dem Bericht habe sich die pro Liter Milch genutzte Grünlandfläche von 1990 bis 2010 fast halbiert, während der Ackerflächenbedarf im gleichen Zeitraum um ein Drittel angestiegen sei. Die Menge an Importfuttermitteln sei im gleichen Zeitraum um 120 Prozent gestiegen. Gerade der Verlust an Grünland sei nach Ansicht der Forscher mit negativen ökologischen Folgen verbunden, etwa mit einer verringerten Artenvielfalt und höheren Nährstoffeinträgen. Die Autoren der Studie raten zum Umdenken, auch deshalb, weil durch diese Entwicklung wertvolle Ackerflächen für den Anbau von Lebensmitteln verloren gingen. Grünland könne dagegen ausschließlich von Wiederkäuern zur Lebensmittelherstellung genutzt werden.

Ansätze beim Handel suchen
Positiv wirke sich dagegen auf der Erzeugerseite die deutlich gestiegene Milchleistung pro Kuh aus. Durch die höhere Leistung reduzierten sich die Treibhausgasemissionen pro erzeugter Tonne Milch im untersuchten Zeitraum um ein Fünftel.

Auch auf Ebene der Verarbeitung wurde eine positive Entwicklung festgestellt. So konnten die deutschen Molkereien ihren durchschnittlichen Energiebedarf je Tonne verarbeiteter Milch in 20 Jahren um 16 Prozent senken. Dennoch sehen die Wissenschaftler auch in diesem Bereich noch großes Potenzial für weitere Einsparungen. Durch mit Holzhackschnitzeln betriebene Kraftwärmekopplungsanlagen könnten gegenüber Anlagen mit fossilen Brennstoffen 95 Prozent an Treibhausgasemission eingespart werden.

Weniger Relevanz hingegen schreiben die Wissenschaftler der Anlieferentfernung vom Erzeuger zur Molkerei zu. Der Unterschied zwischen lokaler und überregionaler Transportwege verändere die Treibhausgasbilanz nur um wenige Prozent. Genauer hinschauen müsse man bei der Auslieferung der Milchprodukte an den Handel. Da müsse man Lösungen bei großen Transportentfernungen, verbrauchsgünstigen Fahrzeugen und in der oft ungünstigen Lagerungsdichte finden. Für den Handel selbst empfehlen die Forscher geschlossene Kühlregale und energieeffiziente Kühlanlagen. Und die Verbraucher könnten etwas zu einer umweltschonenden Kette beitragen, indem sie unnötige Autofahrten vermeiden. Eine PKW-Fahrt für einen Liter Milch erhöhe die Treibhausgasbilanz um 50 Prozent, heißt es abschließend in der Studie.

Foto: Rewe Group
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Kommentare

03.02.2015 18:58 The_Fox
Jetzt muss man das Ganze nur noch dem Verbraucher verständlich machen, der glaubt, dass Milchleistungen über 4000 kg widernatürlich und Tierquälerei sind.....
04.02.2015 04:39 Nataschka
Was mich immer wieder rätselt ist, dass vor Jahrhunderten MILLIONEN von Weidetieren wie Bisons,m Wisente, Wldpferd die Erde bevölkerten und kein Einfluss auf das Klima bekannt war.
Was wollen unsere Spezialisten gutreden?
Dass durch moderne Fütterung weniger Schadstoffe entstehen?
Welch Märchen.
Diese Millionen Tonnen von Heriziden und Pestiziden die man benötigt, u Futtermittel zu erzeugen, Die Millionen Liter Diesel, die dazu von Traktoren in die Luft geblasen werden,
für das könnte manch Kuh mehr in der Ökobilanz auf der Weide stehen und Methanrülpser tätigen.
Wie immer, man braucht ein paar Fachleute, die dem Verbraucher klarmachen, dass Hochleistungstiere umwelteffektiver arbeiten.
Aber in der Gesamtökobilanz , da sieht es anders aus.
Das wird nur verschwiegen.
07.02.2015 09:52 rocknrolldirk
Was müssen wir also tun? Wir müssen die Leistungen steigern, die Aufzuchtdauer verringern und uns mehr auf die intensive Nutzung des Grünlandes konzentrieren. Auf Seiten des Handels hat die Aufdröselung des Milchsortiments in immer mehr verschiedene Sorten (faire, Bio, Bio-spezial, fettarm, laktosefrei, dazu sämtliche Kombinationen der vorgenannten Labels) zu einem erhöhten Transportaufkommen geführt, das die Energiebilanz der Milch auf den letzten Metern deutlich verschlechtert. Bio ist also das, was was sicher nicht zu einer Verbesserung der Gesamtbilanz der Milcherzeugung führt. Wir Erzeuger sollten dazu übergehen, sämtliche mit der Milchviehhaltung verbundenen Energieerzeugungsmöglichkeiten intensiv zu nutzen, sofern das noch nicht passiert. Pro 300 Kühe kann ein 75-KW-Biogasmotor ganzjährig Strom erzeugen, ohne dass dafür zusätzliche Energiezufuhr in den Betrieb erfolgen muss. Auch alle Möglichkeiten der Stromerzeugung für den Eigenverbrauch sollten genutzt werden.
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