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Der gruuna-Blog

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NRW: Herdenschutz-Set gegen Wolfriss
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12.02.2015, 07.53 Uhr

Nordrhein-Westfalen rüstet sich gegen Wölfe

Seit einigen Jahren erobert der Wolf seine angestammte Heimat Deutschland Stück für Stück zurück. Nordrhein-Westfalen (NRW) setzt nun gezielt Maßnahmen um, um Nutztiere, wie etwa Schafe, vor den Rückkehrern zu schützen.

Durch die Auswertung von DNA-Spuren und Wildkameras ist man sich im äußersten Westen Deutschlands sicher: Der Wolf fühlt sich zwischen Rhein und Westfalen wieder pudelwohl. Innerhalb eines Monats konnten zwei Wölfe nachgewiesen werden und die Experten des Landes NRW sind sich sicher, dass der Wolf dauerhaft zurückkehren wird. Mit extra entwickelten Herdenschutz-Sets will man nun die eigenen Tiere vor den Wölfen schützen, ohne die alteingesessenen Wildtiere wieder zu gefährden. „Die Rückkehr des Wolfes stellt für eine dicht besiedelte Region wie Nordrhein-Westfalen eine Herausforderung dar, denn wir müssen nach mehr als anderthalb Jahrhunderten wieder lernen, mit dem Wolf zu leben.“, so NRW-Umweltminister Johannes Remmel. Anders aber als in einigen Regionen Europas, in denen der Wolf gejagt werde, genieße er in NRW den höchstmöglichen Artenschutz, betont der Minister.

Kostenlose Sofortmaßnahme
Die Herdenschutz-Sets, von denen neben dem neuen Exemplar im Kreis Minden-Lübbecke noch ein weiteres in Schmallenberg für die Region Südwestfalen lagert, sollen während einer Übergangsphase helfen, Schafherden nach einem vermeintlichen Wolfsübergriff zu schützen. Die durch das Land kostenfrei bereit gestellten Elektrozäune mit entsprechendem Zubehör und automatischen Fotofallen helfen Tierhaltern so vorübergehend beim Herdenschutz, bis sie die Einzäunung ihrer Tiere entsprechend optimiert und vervollständigt haben. Die Sets bestehen aus 800 Meter Elektronetzen, Weidezaunpfählen mit Breitbandlitzen, voltstarken Weidezaungeräten mit Spezialakkus und Fotofallen. Desweiteren stehen Luchs- und Wolfsberater des Landesbetriebes Wald und Holz NRW den Tierhaltern kostenlos mit Rat und Tat zur Seite.

Die Rheinländer und Westfalen bauen bei den Maßnahmen auf Erfahrungen aus den neuen Bundesländern auf, wo der Wolf aufgrund der Nähe zu Polen schon länger wieder durch die Wälder streift. „Dass ein Miteinander von Wolf und Schaf durch Herdenschutzmaßnahmen möglich ist, beweisen die Erfahrungen aus Sachsen, wo seit über 15 Jahren Wölfe leben und Haustiere heute weniger als ein Prozent ihrer Beute ausmachen.“, heißt es aus dem Landesbetrieb.

Bild: Förster Norbert Schmelz und Luchs- und Wolfsberater Horst Feldkötter (von links) erklären eines der Herdenschutz-Sets. Foto: Preller/Wald und Holz NRW
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