Zur mobilen Version wechseln »
NachrichtenThemenMediathekCommunityWetterMärkte & PreiseShopBranchenbuchagrarheute.comlandlive.de
Erweiterte Suche »
UploadChatForenFotosFotoalbenVideosBlogsTermineMitgliederGruppenPartnersuche

Der gruuna-Blog

(440 Einträge)

Animal Leaks und die ehemalige Website hochsitzindex.net
204 mal angesehen
21.02.2015, 09.30 Uhr

Animal Leaks: Stecken diese Tierrechtler hinter der anonymen Facebookseite?

Von Michi Jo Standl

Die Facebook-Seite „Animal Leaks“ macht Landwirten Angst. Es werden, offenbar willkürlich, GPS-Daten von Betrieben veröffentlicht. Wer steckt aber hinter der Seite? Wir haben recherchiert, die Ergebnisse sind erstaunlich, aber auch nicht sehr verwunderlich.


Auf „Animal Leaks“ werden neben schrecklichen Bildern von misshandelten Hunden und Katzen, auch GPS-Daten von landwirtschaftlichen Betrieben veröffentlicht, was man durchaus als Aufforderung sehen kann, „da mal hinzufahren“. Sogar Kälberiglus werden als „schreckliche Tierschutzvergehen“ an den Pranger gestellt.

Erweiterung von Jagd auf Landwirtschaft?
Wer eine Webseite wie etwa animalleaks.de oder ähnliches sucht, googelt vergeblich, denn es gibt keine. Die Aktionen, Tipps und der Pranger spielen sich ausschließlich auf der einen Facebook-Seite ab. Für die Videos gibt’s einen Youtube-Kanal. Wer diesen betrachtet, stellt fest, dass als Website auf hochsitzindex.net verwiesen wird. Diese Internetseite erfüllte offensichtlich den gleichen Zweck wie „Animal Leaks“, nur darauf spezialisiert, eben GPS-Daten von Jagdhochsitzen zu veröffentlichen. Unter dem Motto „Alles kann, nichts muss“ sind die Drahtzieher clever genug, nicht unmittelbar zu Straftaten aufzurufen. Der Deutsche Jagdverband (DJV) hat 2012 Anzeige gegen hochsitzindex.net erstattet. Die Ermittlungen sind damals allerdings eingestellt worden. Im Abschlussbericht der Staatsanwaltschaft Berlin, der gruuna.com vorliegt, heißt es, dass man keinen Straftatbestand erkennen könne.

Aus sicherer Quelle haben wir erfahren, dass eine Verbindung von hochsitzindex.net zu einer Internetseite namens biteback.de, einem weiteren Forum der Tierbefreiungsszene, besteht beziehungsweise bestand. Offenbar wurde die Webseite aber durch Behörden aus dem Netz genommen. Betreiberin war die Tierrechtlerin Katja B., die nicht nur Verbindungen zur umstrittenen Animal Liberation Front (ALF) hat, sondern laut Antiveganwiki auch der rechten Szene zugeschrieben wird. Genau so wie Frank H., zu dem Katja B. eine private Verbindung hat. H. geht in seinen Aussagen soweit, dass er die ganze Menschheit ausrotten wolle und die Nutztierhaltung mit dem Holocaust vergleicht. Auf biteback.de findet man inzwischen einen etwas spartanisch gestalteten Shop für Tierbedarf, allerdings ohne offizielles Impressum. Betreiber ist ein Internetunternehmen aus Nordrhein-Westfalen.

Offensichtlich hat man sich von Internetseiten, denen Polizei und Staatsanwaltschaften immer wieder auf der Spur sind, verabschiedet und will sich jetzt nurmehr sozialer Netzwerke bedienen. Das hat für die Aktivisten den Vorteil, dass sie noch anonymer auftreten können. Denn für Kritiker ist es schwer, an die Daten der Betreiber von etwa Facebook-Seiten und Youtube-Kanälen zu kommen, denn es läuft alles über die IP-Adressen der jeweiligen Social-Media-Anbieter. Und die Polizei schreitet wohl erst ein, wenn eine Straftat im Raum steht. Also haben sie mehr Zeit, ihre Ziele zu verfolgen. Die technische Umsetzung des „Versteckspiels“ und das weltweite, für Laien undurchsichtige Verschieben von Domains ist für Katja B. wohl ein Leichtes, denn ihren eigenen Angaben zufolge ist sie freiberufliche Programmiererin. Die Facebook-Seite „Animal Leaks“ kann also scheinbar Katja B. und Frank H. zugeschrieben werden.

Verbindungen zu PETA
hochsitzindex.net ist nicht mehr mit entsprechenden Inhalten gefüllt, die Domain gehört inzwischen der GMO Internetgroup des Japaners Masatoshi Kumagai, der laut Forbes-Magazin mit einem Vermögen von 510 Millionen US-Dollar zu den 50 reichsten Menschen seines Landes zählt. Das Internetunternehmen führt auf seiner Website das dänische Unternehmen Ascio als „Registrier-Partner“ an. Auf dem Server des Providers aus Kopenhagen, der auch eine Zweigstelle in München hat, liegen einige Websites von – siehe da – PETA, wie zum Beispiel peta.org. Bevor die Domain hochsitzindex.net Japan erreicht hat, hatte sie ihren Weg offenbar über einen amtsbekannten Spammer mit Sitz in der Türkei und einen Provider in Hongkong genommen. Diese Verbindungen lassen wir aus rechtlichen Gründen so stehen, es kann sich jeder sein eigenes Bild machen. Wir bleiben dran.

Bild: Die Website hochsitzindex.net gibt es nicht mehr. Welche Verbindung besteht zu Animal Leaks? Screens: Facebook, Webwiki.de
__________________________________________________
Hier geht es zu gruuna:
gruuna Der Landwirtschaftsmarkt im Internet, besuche auch unseren gruuna-Blog, mit weiteren landwirtschaftlichen Themen und unsere Facebook-Seite. Auf Google+ findest du uns hier. Auch in Twitter sind wir vertreten.
Anzeige

Schlagwörter

Bitte gib die Schlagwörter mit Komma getrennt ein.

Kommentare

22.02.2015 15:36 vonfleming
Naja,wenn Putin hier eines Tages im Bundestag sitzt,ists zumindest damit schnell vorbei.
23.02.2015 13:45 HessenFleckvieh
Wenn mann mit "schlappen" 49 Mill. US-Dollar zu den reichsten Japanern gehört, muß man sich ja echt Sorgen um die japanische Ökonomie machen! Oder ist das ein Druckfehler?
23.02.2015 13:50 HessenFleckvieh
Hier könnte noch eine Verbindung zur Facebook-Seite bestehen, mit Namen+Adresse+Gemeinnützigkeit: [www.animalfirst.org]
23.02.2015 17:02 gruuna
@ HessenFleckvieh: 510 Millionen sinds
Tipp für iPhone-Benutzer: Du kannst alle Kommentare durchblättern, indem du zwei Finger zum Scrollen verwendest.
Anzeige
Zum Seitenanfang