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dlzUNTERWEGS

Vier Länder und ihre Milchviehhaltung (9 Einträge)

Videointerview in Leeuwarden Melken im mobilen Melkstand Einfach näher dran!
137 mal angesehen
04.05.2015, 22.43 Uhr

Tag 1: Ohne Zahnpasta mit ganz viel Neugierde!


Der zweite Roadtrip des dlz primus Rind-Teams startete wie gewohnt am Verlag in Hannover. Die vollstopften Koffer, die am Vortag noch angebettelt wurden, sie mögen ihre Fassungsvermögen noch um etliche Liter erweitern, 20 Flaschen feinster Obstbrand aus dem Raum Diepholz (natürlich als Gastgeschenk), 30 Ausgaben der aktuellen dlz, Gummitstiefel, das Journalisten-Handwerkszeug wie Stift, Zettel und Kamera sowie unser treuer, aber nicht von jedem so wie von mir geliebter Begleiter, das Elvis- Blechschild, füllen unseren Bulli. Beim Anblick des an Grenzen stoßenden Wagens, was das Ladevolumen angeht, wurde uns klar: eine richtige Routine ist nach unserem letzten Roadtrip durch Polen, Ungarn, Tschechien und die Slowakei und etlicher andere Dienstreisen ist doch noch nicht eingetreten. Wir haben bestimmt wieder zu viel von allem dabei. Wovon vor allem unserer Kollege Markus Pahlke allerdings zu wenig, beziehungsweise nichts eingepackt hatte, fiel ihm während unserer ersten Kilometer Richtung Holland ein: Zahnpasta und Regenjacke.

Unser erstes Ziel der Reise erreichten wir nach rund vier Stunden, den Dairy Campus in Leeuwarden (im Norden Hollands). Der Dairy Campus ist ein Standort der Uni Waageningen und Nationales Forschungszentrum. In einem Videointerview standen uns Kees de Koning (Manger) und Jelle Zijlstra (Dairy Economist) Rede und Antwort.
Dabei wurde noch einmal das deutlich, was schon auf dem Weg hierher klar wurde: die Weidehaltung ist ein wesentlicher Bestandteil der niederländischen Milchviehhaltung. Sie wird gefördert (rund 1 Cent mehr pro Liter Milch) und gefordert. Sie erzählen uns, dass rund 75 Prozent aller Milchviehbetriebe Weidehaltung betreiben. Und das soll, laut Plänen von Molkerei, Landwirten und Regierung im Sinne der Nachhaltigkeit noch erhöht werden. Denn die Nachhaltigkeit, die genau wie bei uns von der Bevölkerung gefordert wird, ist das Verkaufsargument der niederländischen Molkerein und damit der Landwirte auf dem Weltmarkt, im Export vor allem nach China. Die Landwirte sowie die Molkereien haben sich zudem dazu entschlossen dem Gegenwind und den Kritikpunkten der Verbraucher entgegen zu kommen, sie wollen nicht immer nur gegenangehen.
Nach ein Führung durch die Ställe mit verschiedensten Versuchsaufbauten (Fütterungsversuche zu verschiedenen Beweidungssystemen oder Ammoniakgehalten in der Luft bei unterschiedlichen Böden), sind wir mit drei Flaschen Obstbrand weniger und vielen Eindrücken und Informationen mehr in unsere Hotel nahe des nächsten Betriebes gefahren.

Morgen ist hier übrigens ein Feiertag. Am Bevrijdingsdag (Befreiungstag) feiern sie die Kapitulation von Nazi-Deutschland im zweiten Weltkrieg. Die ersten Vorboten des Feiertages und das Gedenken an die Opfer von Krieg und Friedenseinsätzen, erlebten wir auch gleich live mit, als wir auf unser Essen im Restaurant Zur goldenen Möwe ;) warteten. Ein Teil der Bestellung lag schon auf unserem Tablet, als die Mitarbeiter sich sammelten und es ganz leise wurde. Es gab um 19. 00 Uhr eine Schweigeminute. So schnell wie es leise wurde, so schnell hatte das Restaurant wieder ihre Lautstärke erreichte. Unsere, schon auf dem Tablet warteten Burger, wurden gegen frische ausgetauscht und das abendliche Leben ging wie gewohnt weiter. Es hatte etwas Skurriles, aber auch irgendwie etwas Schönes, solch einen Moment in dieser Umgebung mitzubekommen.
Nun ist es ruhig geworden im Hotel – und beim Anblick der 13 Motorräder mit englischem Kennzeichen, hoffe ich dass das vielleicht auch so bleibt.
Morgen geht es weiter nach Zevenaar und Heesch. Wir freuen uns schon sehr auf die nächsten Milchviehhalter, die uns ihre Stalltore öffnen.

P.S. Den kompletten Beitrag über die Betriebe und die niederländische Milchviehhaltung lest Ihr in einer der kommenden dlz primus Rind-Ausgaben.
P.P.S. Alle, die um die Zahnpflege unseres Kollegen bedacht sind, wir konnte noch Zahnpasta auftreiben.

Liebe Grüße
Anneke Struck
offline

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