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dlzUNTERWEGS

Vier Länder und ihre Milchviehhaltung (9 Einträge)

Zuckerperlen für das Brötchen Weidehaltung und Sommerluft Wind und Wetter
177 mal angesehen
05.05.2015, 21.59 Uhr

Tag 2: Zuckersüß und klitschnass

Den zweiten Tag unserer Tour starteten wir mit noch etwas kleinen Augen. Die motorradfahrenden Engländer haben gestern bis in die späten Abendstunden noch auf der Terrasse in der Nähe von Maren‘s und meinem Zimmer gesessen. Und während wir schon beim Frühstück saßen und den Tag begannen, genossen die Jungs noch ihre Nacht und katerten aus. Gegen die kleinen Augen half nun der erste Kaffee und meine neue Frühstücks-Liebe: Streusel, zuckerbunt und in Schokolade für das Brötchen. Das diese Dinge aus meiner Kindheit ferngehalten werden konnte, ich fasse es nicht!

Mit dem Bulli ging es durch die gefühlte und vor allem gerochene Sommerluft nun zehn Minuten weiter nach Zevenaar zu Familie Alderkamp. Die Augen des Betriebsleiters waren groß, als er uns sah. Er hatte uns vergessen, schmiss sich aber noch schnell in ein sauberes Hemd und Jeans, während seine Frau die Herde von rund 150 Tieren zu Ende melkte.
Am Küchentisch erzählt er uns schließlich vieles über seine Wirtschaftsweise, die politischen Diskussionen, Probleme und seine Zeit nach der Quote sowie seine Pläne. Dabei wurde wieder einmal deutlich, dass die Niederländer eher darauf bedacht sind, einen Konsens mit allen Parteien zu finden. Alderkamp erzählt uns, dass die Landwirte eingesehen hätten, dass sie kein Geld verdienen können, wenn sie sich mit Politik und Bevölkerung streiten und demonstrieren. Wir müssen es selber anpacken, sagt er.

Und was bei uns das Nitrat ist, ist in Holland der Phosphor. Hier wird durch Auflagen und Höchstmengen auch die betriebliche Entwicklung begrenzt. Da so vor allem die Fläche zum begrenzenden Faktor wird, müssen sie hier diese so effizient wie möglich nutzen – Effizienz sei das Konzept der niederländischen Landwirtschaft. Dass der Weidegang, den seine Herde seit gestern wieder bekommt, nicht das effizienteste ist, weiß er.

Zurück im doch so langsam müffelnden Bulli (liebe Kollegen, die den Wagen nach uns nutzen werden, es tut uns leid, aber auch nur ein bisschen, denn diese Nähe zum Landwirt, dem Leser und dem Thema bekommt man Gott sei Dank immer noch so :) )und machten uns auf den Weg zum zweiten Betrieb an diesem Tag. Es ging nach Heesch zur Familie Van den Hurk.
Als wir auf dem Hof ankamen peitschte der Regen fast horizontal über unseren Bulli und die Bäume gingen in die Knie. Vorbei mit Sommerluft und Sonnenschein – wir spurteten durch den Schauer und kamen klitschnass in der Kühe der Van den Hurks an. Eine laute, lachende Familie und der gefühlt 50. Kaffee erwartete uns dort. (Was auf unserem letzten Roadtrip der Schnaps war, wird hier der Kaffee sein – wir sind uns noch nicht einig, was die härteren Folgen für uns haben wird :)).

Und warum dieser Betrieb mit 250 Kühen nun anders aufgestellt ist, als der erste, lest ihr in einer der kommenden Ausgaben des dlz primus Rind.
Müde trudelten wir in unserem nächsten Hotel in Sevenum ein – hm, ob der Schnaps uns wohl wacher gehalten hätte, als der leckere Kaffee? Geduscht, mit einem leckeren Essen im Bauch und ohne Motorrad-Jungs geht unser Tag zu Ende!

P.S. Mein Zitat des Tages: „ Eines unser besten Exportprodukte, sind die Milchviehhalter“, erzählt Alderkamp lachend, „die findet man überall, in jedem Land.“

Liebe Grüße
Anneke Struck
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