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dlzUNTERWEGS

Vier Länder und ihre Milchviehhaltung (9 Einträge)

Kraftvoller Juno K.I. Samen-Bulle Die Standuhr im Melkzentrum Good tasting Journalist!
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06.05.2015, 20.40 Uhr

Tag 3: Orangen für die Kühe, Joppie Sauce für uns!

Vom normalen, züchterisch interessierten Milchviehbetrieb zum privaten Zuchtunternehmen mit Milchviehhaltung – solch ein Betrieb stand für uns heute auf dem Programm, der letzte in den Niederlanden. Wieder einmal durchquerten wir also die holländische Landschaft mit ihren wunderschönen, kleinen Häusern und zu unserem Leid, den oft sehr schmalen Straßen. Das Zuchtunternehmen K.I. Samen und den angrenzenden Milchviehbetrieb hatten wir schnell erreicht: links die Verwaltungsgebäude, rechts die Bullenställe und ein Stück hinter diesem Gelände, der Milchviehstall mit seinem wirklich vorzeigbarem Melkzentrum mit Wohnzimmercharakter. Gemütliche Sitzgruppen mit Standuhr, Vasen und einer Vitrine, in der nicht wie sonst Omas bestes Geschirr ausgestellt wurde, sondern die Auszeichnungen, die die hervorragende Herde von Bas Engelen gewann, erwarteten uns.

Doch vorher durften wir noch einen Blick auf einen der derzeit nachgefragtesten Bullen der K.I. Samen werfen: Juno. Unserem Zuchtspezi Maren und auch uns beiden anderen Redakteuren stieg das Grinsen ins Gesicht. So nah einen Zuchtbullen zu sehen, das ist schon etwas besonders. Man könnte auch meinen, man hätte Tränen in unseren Augen gesehen, aber das war definitiv der Wind, der uns schon seit zwei Tagen ganz scharf um die Nase weht.

Zusammen mit Jos Hooijes und Gerbert Engelen, dem Sohn des Geschäftsführers und Nachfolger drehten wir schließlich unsere Stallrunde. 400 Kühe in Boxenlaufställen mit Tiefboxen (Pferdemisteinstreu), die unserer Meinung auf den ersten Blick etwas breiter hätten sein können. Allerdings verriet uns der Blick über die Herde, dass ein Großteil der Herde lag und demnach der Kuhkomfort ganz in Ordnung sein musste. Gefüttert wurden neben den Standardkomponenten auch noch Kartoffeln, Möhren und Orangenschalen. Diese Tutti-Frutti-Rationsbestandteile seien günstig und passen in die Ration, erzählte uns Gerbert mit einem wunderbaren Deutsch-Holländisch-Englisch-Mischmasch.

Nachdem wir den Hof verlassen hatten, steuerten wir einen Supermarkt an. Unser Reiseproviant an Äpfel, Birnen, Wasser sowie Müsliriegeln neigte sich dem Ende zu. Ein Land kennenlernen, das geht auch im Supermarkt. Käse, Sauce, Bortaufstriche jeder Art und Streusel für das Brot in JEDER Form und Farbe!!!! Es kommt einem seine Kindheit hier auf einmal nicht mehr so schön vor, wenn man diese Dinge einfach nicht zum Frühstück hatte. Verdammt.

Wir verlassen nun also Holland ohne Frikandels gegessen, die berühmten Coffee Shops auch nur ansatzweise gesehen zu haben, aber mit tausend Eindrücken und Informationen über die niederländische Milchviehhaltung. Wir haben Landwirte mit starken und weniger starken Ellenbogen, mit unterschiedlichen Systemen und Einstellungen getroffen, doch alle kämpfen mit den gleichen Problemen: Akzeptanz in der Bevölkerung, Auflagen der Regierung und in manchmal Fälle, ähnlich wie bei uns, auch mit der Willkür der Behörden sowie dem neidischen Nachbarbetrieb.

Der nächste Halt ist Belgien. Unser Bed & Breakfast steht kurz hinter der holländischen Grenze in Hamont-Achel. Das liebevoll gestaltete Haus ist mal was anderes, als unsere sauberen aber doch stark nach Trucker-Unterkünften anmutenden Unterkünfte. Wir freuen uns auf morgen und die zwei belgischen Betriebe.

Liebe Grüße
Anneke Struck
P.S. Chips mit Joppie Saucen-Geschmack sollten aufgrund von Suchtpotenzial verboten werden!
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