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dlzUNTERWEGS

Vier Länder und ihre Milchviehhaltung (9 Einträge)

Färsen in Belgien Der zweite Milchviehhalter für Heute Wir beide!
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09.05.2015, 00.56 Uhr

Tag 5: Grenzen und starke Gemeinsamkeiten

Da hat man sich gerade an ein Land gewöhnt, geht es schon wieder weiter. Das komische ist, dass wir noch im selben Land sind, sich aber so vieles beim Überqueren einer Art innerländischen Grenze ändert. Wir haben uns heute auf den Weg vom flämischen in den deutschsprachigen Raum Belgiens und den Französisch sprechenden Part of Belgium gemacht.
Der Betrieb der Familie Geiben, die zur Deutschen Minderheit Belgiens und liegt im Drei-Länder- Ecke, 5 km von der deutschen und 10 km von der luxemburgischen Grenze entfernt. Unser Englisch konnten wir also für die nächsten zwei Stunden im Bulli lassen und bei den vielen Dingen, die Vater und Tochter erzählten, dem wunderbaren Dialekt lauschen. Nicht zu verachten ist neben dem schönen Klang, auch der Inhalt der Worte.

In der hügeligen, fast reinen Grünlandregion halten sie rund 200 Kühe. Sie gehören zu etwa 530 Milchviehhaltern im deutschsprachigen Raum und sind mit insgesamt 800 Landwirten größtenteils dem Flämischen Berufsverband angeschlossen. Problematisch ist hierbei die unterschiedlichen Regelungen in Wallonien und Flandern, den beiden Regionen, in die Belgien hauptsächlich eingeteilt ist. Und auch hier fiel wieder der Begriff Natura 2000, das Naturschutzprogramm des Landes. Es wurde immer wieder deutlich wie wiedersinnig manche Regelungen sind. Grünlandflächen, die wahrscheinlich niemals angefasst worden wären, werden nun umgebrochen, damit sie nicht in die Dauergrünlandregelung fällt, damit stärkere Auflagen erhalten und die Regierung über die eigenen Flächen immer mehr Mitbestimmungsrecht hat – man fast von Enteignung der Flächen sprechen kann. Aber auch diese Probleme kennen wir in Deutschland. Diesen grünen Trend sieht Raymond Geiben vor allem aus den Niederlande kommen. Sein Motto ist: Extensiv düngen und intensiv nutzen.

Nach einem Rundgang durch die Ställe und tollen Gespräche währenddessen, schwangen wir uns wieder in den Bulli, um festzustellen, dass wir mit unserem eingerosteten Schulfranzösisch nicht mehr weit kommen. Gott sei Dank fanden Milchviehhalter Steven Devos und wir einen sprachlichen Nenner, so dass wir wieder auf Englisch alle wichtigen Fakten aber auch Probleme besprechen konnten. Was Unmengen an Eisen im Gras zu suchen haben und welche Probleme dadurch in der Herde entstanden, lest ihr in einer der kommenden dlz primus Rind-Ausgaben im Prisma Belgien.
Anschließend reisten wir wirklich in ein anderes Land – Frankreich! Der Weg dorthin war landschaftlich schon wunderschön. Doch trotzdem kam ich, die heute mit dem Fahren dran war, an meine körperlichen Grenzen. Dort wo andere ihre, beim Geruch von Kuhmist haben, scheitert es bei mir an Automaten, die aus dem Auto bedient werden müssen.

Ich sammelte schon oft hämische Lacher für meine Verrenkungen. So auch diesmal beim Mautbezahlen. Auch die Franzosen hatten ihren Spaß bei diesen artistischen Übungen. Aber wie mein Papa schon immer so gut sagt: Länge ist nicht gleich Größe. Und was für mich generell und auch beim Bedienen der Automaten gilt, gilt auch im Alltag für Euch und Euren Betrieb – das jetzt nur mal ganz kurz eingeworfen! Zumindest schlängelten wir uns an Aussichtsparkplätzen Namens Katzenkopf vorbei oder überquerten Brücken, die über Flüsse wie La Zorn führt, bis wir im beschaulichen Ort Mittelhausen, im Elsass ankamen. Wirklich müde und hungrig - nach dem wir uns etwas vom Kuhgeruch getrennt hatten, verbrachten wir unseren kurzen, weil müden Freitagabend im angrenzend Restaurant. Und damit es morgen wieder richtig los gehen kann, ist jetzt auch mal Feierabend!
Schlaft schön!

Liebe Grüße
Anneke Struck

P.S. „Grün ist generell nicht schlecht, nur giftgrün darf es nicht sein“, sagt Raymond Geiben lachend.
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