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Vier Länder und ihre Milchviehhaltung (9 Einträge)

Betrien Schipper Betrieb Schipper Betrieb Schipper
113 mal angesehen
12.05.2015, 00.21 Uhr

Tag 8: Ritter der Kokosnuss und Enthusiasmus

Unsere letzte Nacht im wunderbaren Bed & Breakfast und einem liebevollen Frühstück ging schnell vorbei. Noch mit dem Kaffeeduft in der Nase, verstauten wir unser ganzes Hab und Gut wieder im Bulli. Unter anderem fand auch Markus Kühlbox samt französischem Käse den Weg ins Auto – ab diesem Zeitpunkt vermisste man den charismatischen Kuhstallgeruch, der sich über die vergangenen Tage noch intensiviert hat.

So ging es auf unseren zweiten und gleichzeitig letzten Milchviehbetrieb in Frankreich. Unser Navi hatte bei den letzten Touren zu unseren Betrieben immer wieder Probleme, die Straße im gewünschten Ort zu finden. Das hat uns viel Juckelei, aber auch gleichzeitig zwar unfreiwillige aber schöne Sightseeing-Touren mit tollen Einblicken in die Regionen Lothringen und Elsass gebracht. Dieses Mal verließ es uns im Dorfkern von Boinville-en-Woevre, Lothringen (es ist übrigens ganz großes Kino dem Navi, beim Aussprechen dieser Orte zu zuhören. Das Navi scheint mehr der Lateiner zu sein, ganz nach dem Motto: sprechen wie man’s schreibt). Und nach mehreren Runden durch den Ort, fuhr eine etwas ältere Dame auf dem Rad vorbei. Im Schulfranzösisch (auf jeden Fall weit über dem Niveau des Navis) erklärten wir ihr unser Problem – sie zögerte nicht und fordert uns auf, hinter hier her zu fahren. Diese Fahrt in der morgendlichen Mini-Kolonne brachte uns dann endlich ans Ziel.

Auf dem Hof begrüßte uns Willem Schipper. Der gebürtige Niederländer zog 1990 mit seiner Frau in den Ort mit 65 Einwohnern und kaufte diesen Betrieb. Heute bewirtschaftet er diesen mit rund 90 Kühen und 103 ha Fläche. Noch am Samstag erfuhren wir von unserem Milchviehhalter aus dem Elsass, dass niemand Flächen kaufen kann, ohne sie vorher gepachtet zu haben. Das ist in Lothringen nicht der Fall. Die Flächenpreise allerdings sind genauso niedrig (4.000 bis 5.000 €/ ha Grünland und 7.000 bis 8.000 €/ha Ackerland). Aller Dings wird es auch aufgrund des niedrigen Wertes von Land, schwieriger für die Milchviehhalter Flächen über die Bank finanzieren zu können. „Man bekommt eher Geld für einen Trecker“, sagt der Niederländer, „als für Land“. Einen genauen Einblick in das Management, die Fütterung, Zucht und Gesundheit lest ihr in einer der kommenden Ausgaben.

Nun sind wir im letzten Land unseres Roadtrips - Luxemburg! Bei einem wirklich leckeren Abendessen ließen wir den Tag Revue passieren und diskutierten über den Aufbau der Artikel im Heft, über zusätzliche Elemente im Text, die Steuerpolitik in Luxemburg und über Tattoos, Hape Kerkeling und den Film die Ritter der Kokosnuss. So breit aufgestellt wie diese Dinnerrunde im beschaulichen Ambiente in Sicht- und Hörweite zur Autobahn, war auch unsere bisherige Reise. Wir freuen uns schon auf den letzten Stopp und natürlich so langsam auch auf Zuhause.

Liebe Grüße
Anneke Struck

P.S. „Um einen Betrieb erfolgreich zu führen, gehört auch Enthusiasmus dazu“, sagt Willem Schipper.
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