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JUNGLE powered by LAND & Forst

Von jungen Leuten, für junge Leute. (20 Einträge)

Tim
225 mal angesehen
07.10.2015, 15.56 Uhr

Für alle die das Dorf lieben!

Von Dorfkind zu Dorfkind: Autorin Sandra trifft Tim Hartmann in Mittelrode, Ortsteil der Stadt Springe. Der 22-Jährige hat die Internetplattform "DorfstattStadt" gegründet und zeigt auf dieser Seite und auch in sozialen Netzwerken das liebenswerte Landleben in Wort und Bild. LAND & Forst präsentiert: Ein Spaziergang durchs Dorf - ganz analog!

Knapp 320 Einwohner. Und Schafe vor der Haustür. "Die grüßen mich immer, wenn ich morgens zur Arbeit fahre", sagt Tim mit einem Augenzwinkern, als wir dorfauswärts in Richtung Bockeroder Wald spazieren. Es ist ein lauer Spätsommerabend. Die Sonne steht tief, in der Ferne drehen die Windräder ihre Kreise.

Warum lieber Dorf statt Stadt?

Tim: Jeder sorgt sich um jeden. Es ist familiär, überschaubar. Wenn man durch die Straßen läuft, trifft man immer jemanden, den man kennt, man kommt ins Gespräch. Ich finde es gut, man hat immer jemanden, der einem hilft. In der Stadt ist alles anonymer, schnelllebiger.

Bei den Milchkühen angekommen, die Gräser kauend auf der Weide stehen, bitte ich Tim "mit einer Kuh zu posieren". Seine Kindheit auf dem Land möchte Tim nicht missen. Es bedeutet für ihn im Dreck spielen, Inline-Skater-Wettrennen, täglich auf den Bolzplatz und Versteckspiel durchs ganze Dorf.

Beinahe hättest Du das Dorf- gegen das Stadtleben ausgetauscht. Wie kam es dazu?

Tim: Ich bekam das Angebot in Hamburg zu arbeiten, aber das habe ich ausgeschlagen, weil es sich falsch anfühlte, meine Heimat zu verlassen. Die eigentliche Idee war, als Dorfkind aus der großen Stadt zu berichten. StadtstattDorf sozusagen. Ich hab das dann einfach umgedreht. Ich kann mich gut mit dem Dorfleben identifizieren, da hab ich gedacht, kann ich das auch nach draußen tragen.

"DorfstattStadt" lebt von den Sprüchen wie "Leben auf dem Dorf ist ... Wenn Du bei dem Lied "Aloha Heja He" plötzlich rudern kannst" oder "Wenn mal ein paar Autos mehr durchs Dorf fahren und Du Dich fragst, was zur Hölle wieder los sei."

Wie kommst Du auf die Sprüche für "DorfstattStadt" ?

Tim: Wenn ich joggen gehe, fallen mir meistens welche ein und die spreche ich beim Laufen in mein Smartphone. Das höre ich mir später an und verfasse daraus einen Spruch. Viele Sprüche entstehen auch situationsbedingt oder Freunde geben mir Impulse, die ich alle in einer App sammele. Ich bekomme Mails aus ganz Deutschland und sogar aus Luxemburg und Österreich. Aktuell habe ich noch 110 unveröffentlichte Sprüche.
Ein Einkaufsladen ist während unseres Spazierganges nicht zu sehen. Den nächsten Supermarkt gibt es erst in acht Kilometer in Springe. Außer Eier und Milch gibt es in Mittelrode nichts. Tim macht sich viele Gedanken zum Dorfleben.

Verfolgst Du ein bestimmtes Ziel mit "DorfstattStadt"?

Tim: Kleine Dörfer sollen sich vernetzen. Es soll unter anderem eine Karte geben, auf der man die Hofläden sehen kann. Viele Anbieter haben nämlich keine Internetseite, und da gibt es immer das Problem, dass viele gar nicht wissen, was im Angebot ist und wo man den Laden überhaupt findet. Manchmal weiß man ja noch nicht mal, was das Nachbardorf alles anbietet. Später sollen die Angebote der einzelnen Hofläden auch auf der DorfstattStadt-Website zu sehen sein. Ich möchte den kleinen Läden helfen und ihnen einen Ort geben, wo sie ihre Informationen preisgeben können.

Im Kern von Mittelrode angekommen begegnet uns Tims Vater. Ich bitte die beiden um ein Foto. Wir spazieren nun rüber zum Dorfgemeinschaftshaus (DGH) Mittelrode. Hier ist auch das Feuerwehrgerätehaus. Auf dem Bolzplatz wird Fußball gespielt. Es gibt den Dorfspielplatz, eine Grillecke, viele Feste finden im DGH statt.

Mit seinem Projekt "DorfstattStadt" hat auch er kürzlich zum Grillfest geladen. Langfristig möchte er beispielsweise Spendenläufe und weitere Feste in seinem Dorf auf die Beine stellen.

Und für die Dorfveranstaltungen wirbst Du dann auch auf Deinen Seiten?

Tim: Ja. Ich möchte mein Dorf stärken und das geht über soziale Medien. Letztens gab es im Nachbarort einen Dorfflohmarkt. Das habe ich über Facebook erfahren. In vielen Fällen gehen solche Veranstaltungen unter, wenn sie nicht beworben werden.

Im Dorf ist man nie allein. Die nächsten Bekannten kommen um die Ecke. Das Feuerwehrauto mit den Kids samt Jugendwartin (Tim´s Schwester) braust vorbei. Hydrantenübung gegenüber der Bushaltestelle. Dort gehen wir auch hin. Die Bushaltestelle muss mir Tim nämlich noch zeigen. "Wir sind früher immer auf das Dach geklettert und haben uns gesonnt. Und es gab die Mutprobe: Runterspringen, ohne sich die Beine zu brechen", erzählt er.

Und wo siehst Du Dich in etwa 70 Jahren?

Tim: Im Dorf. Mit meinen Freunden spaziere ich mit dem Rollator durch die Straßen und lasse entspannt mein Leben ausklingen. Ich kann mir nicht vorstellen, in der Stadt zu leben. Na eben: Dorf statt Stadt.
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Ria_Landleben

Ria_Landleben

Alter: 27 Jahre,
aus Hannover
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