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dlzUNTERWEGS: Niederlande

Schweinehaltung in den Niederlanden (3 Einträge)

Säugende Ferkel aus Holland dlz primus Schwein Exkursion in die Niederlande dlz primus Schwein Exkursion in die Niederlande
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08.10.2015, 15.50 Uhr

Tag 3: Ganz schön mutig

Nach einem ausgiebigen Abendschmaus in Eindhoven (ich stand fast in Flammen, da hinter mir die argentinischen Steaks am offenen Feuer zubereitet wurden) bricht heute unser letzter Tag an. Also laden wir schon einmal die Koffer in den Bus, schauen, ob jeder seinen Sitznachbarn dabei hat, und auf geht es nach Boxtel zum Schlachthof Vion. Hier steht uns Mitarbeiter Bert Urlings Rede und Antwort.

In Boxtel werden 19.000 Schweine pro Tag geschlachtet. Anschließend erfolgt hier die Grob- und Feinzerlegung. Bert Urlings berichtet, dass Produkte wie Spare Rips nicht nach Deutschland, sondern in die USA geliefert würden. Denn die Amerikaner bezahlen schlicht und ergreifend mehr dafür. Er sagt auch, dass die Nebenprodukte, die Vion nach China exportiert, mehr Geld einbringen, als die Schinken, die sie nach Italien verkaufen. Das erklärt auch, weshalb China ein so großer Markt für das Schlachtunternehmen ist.

Die Schweinehalter und wir staunten außerdem nicht schlecht, als Bert Urtlings uns mitteilte, wie massiv die NGOs in den Niederlanden den Lebensmitteleinzelhandel (LEH) und auch Fast-Food-Ketten unter Druck setzen: Zur besten Sendezeit (also gegen acht Uhr morgens, wenn viele Berufstätige noch im Auto sitzen, sowie am Abend) spielen sie Radio- und TV-Spots ab. Dort machen sie unter anderem auf aggressive Weise und mit krassen Beispielen deutlich, was sie vom betäubungslosen Kastrieren halten. Der LEH muss darauf reagieren, um keinen Imageschaden davonzutragen.

Da es im Schlachthof von Fleischprodukten nur so wimmelt, versuchten wir uns zum Schluss noch an einer holländischen Spezialität - einer frittierten und mit einem undefinierbaren Fleischbrei gefüllten Krokette, die von uns nur bedingt als ein kulinarisches Highlight empfunden wurde.

Dann hieß es Abschied nehmen: Mit vielen neuen Eindrücken fuhren die Schweinehalter von Dortmund aus zurück auf ihre Betriebe in Nord-, Süd-, Ost- und Westdeutschland.
Für uns alle war nach der Exkursion klar: Die niederländischen Schweinehalter sind ein faszinierendes Völkchen – sehr risikobereit, mutig und innovativ. Für die meisten holländischen Schweinehalter stehen die Themen Tiergesundheit und –wohl neben der Effizienz und Wirtschaftlichkeit des Betriebs ganz hoch im Kurs. Viele von ihnen wagen unkonventionelle Schritte, um noch mehr zum Tierschutz beizutragen. Sie hinterfragen sich und ihre Art der Schweinehaltung permanent selbst und suchen nach neuen Lösungen. Ganz nach dem Motto: Versuch macht klug. Ohne genau zu wissen, was passiert, stellen sie sich neuer Aufgaben und feilen so lange an der Lösung eines Problems, bis es behoben ist. Zum Beispiel, wenn es um freies Abferkeln oder den Verzicht auf Kastrieren und Kupieren geht.

Mit diesen Gedanken im Hinterkopf bedanken wir uns bei unseren Schweinehaltern! Es war schön mit euch!

Liebe grüße und bis zum nächsten Mal!
Anne Grave und Martina Hungerkamp

P.S.: Ein großer Dank geht auch an unsere Sponsoren: Boehringer Ingelheim, For Farmers, Topigs und Vion.
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