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Seltene Nutztierrassen

(22 Einträge)

Pommerngans Kreativarbeiten mit Kaninchenfell Bergamasker Hunde
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10.03.2016, 19.34 Uhr

Motto: „Gans interessant!“

Der „Tag der alten Haustierrassen“ im Freilandmuseum Neusath-Perschen am 4. Oktober 2015

Selten wird der Gans in unserer Gesellschaft oder in der Landwirtschaft eine größere Aufmerksamkeit zugewandt, die Bestandszahlen dieser Tiergattung sind und waren schon immer relativ niedrig. Doch stets versteht man den Gänsebraten als besondere Festtagspeise. Die lebenden Tiere werden kaum beachtet, obwohl diese „Gans interessant“ sind - früher und heute führt sie immer nur ein Nischendasein.
Auch dieses Jahr hatten die Regionalgruppe Niederbayern-Oberpfalz der „Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e. V. (GEH)“ und das vom Bezirk Oberpfalz getragene Freilandmuseum in Neusath bei Nabburg wieder den Tag der alten Haustierrassen ausgerichtet. Um die Gans etwas aus ihrem Schattendasein zu holen war diese Jahr diese Geflügelart das Hauptthema. Dazu hatte das Freilandmuseum auch wieder eine kleine Schrift mit vielen Literaturstellen herausgegeben, dass sich ausschließlich mit der Gans beschäftigte. Sei es nun als Feder-(Kiel-)-Lieferant, als Wachtier oder Fleischvorrat, die Gans war in der Gesellschaft und in der Landwirtschaft der vergangenen Jahrhunderte nicht wegzudenken. Aber auch im Volksglauben, kulturhistorisch und in der schöngeistigen Literatur hat sie ihre federleichten Spuren hinterlassen. Desweiteren beschäftigt sich die Publikation mit dem Verhalten, der Zucht und der Haltung der Gans früher und heute. Heute nicht mehr durchgeführte und als tierquälerisch empfundene Techniken, wie Lebendrupf der Federn oder Stopf-Mästung zum Erzielen der Stopfleber bzw. Erzeugung der Leberpastete werden ebenfalls angesprochen.
Entsprechend dem Motto wurde die Schrift dann auch neben den Gehegen der ausgestellten Gänserassen, am Glockenturm des Freilandmuseums, der Öffentlichkeit vorgestellt. Dort wurden einige gefährdete Gänserassen von verschiedenen Züchtern gezeigt, wie z. B. die heimische „Bayerische Landgans“, deren blaue Variante als „Fränkische Landgans“ bekannt ist.
Trotz des Hauptthemas „Gänse“ konnte und wollte man sich nicht auf diese eine Geflügelart beschränken. Letztes Jahr war die Rinderrasse „Rotes Höhenvieh“ das Thema der Veranstaltung und auch heuer wurden wieder von zwei Züchtern einige Tiere dieser für die Oberpfalz so lange bedeutsamen Rasse ausgestellt. Ausserdem war noch ein Murnau-Werdenfelser Bullenkalb zu sehen und ein Fleckviehjungrind, dass für die Anspannung ausgebildet wird.
Für Kinder wurde ein geführtes Reiten mit Koniks und Huzulen angeboten und es gab auch Kutschenfahrten für Interessierte. Ein Esel und Alpakas vervollständigten die ausgestellten Großtiere.
Gezeigt wurden neben den bereits im Museum vorhanden Tieren ausserdem eine große Zahl unterschiedlicher Schafrassen und Ziegen. Dazu gab es noch einige Hunde zu sehen. Darunter auch einige „Mastin Espanol“, spanische Herdenschutzhunde, die zum Schutz der Schafherden vor Wölfen in den Pyrenäen eingesetzt werden. Im Zuge der Rückkkehr des Wolfes in unsere Kulturlandschaft werden solche Rassen und der Umgang mit Herdenschutzhunden in Schafherden eine immer größere Bedeutung einnehmen. Besondere Aufmerksamkeit erregten aber die beiden Vertreter der gefährdeten italienischen Hunderasse „Bergamasker“, speziell durch ihr langes, zotteliges Haar.
Auch drei „Bunte Bentheimer Schweine“ wurden ausgestellt, die den Rasen ihres Geheges während des ganzen Tages so bearbeiteten, dass er sich am Abend in einen Acker verwandelt hatte.
Von den Kleintieren wurden hauptsächlich Geflügel und Kaninchen gezeigt. Den Kaninchen galt die besondere Aufmerksamkeit, weil in einem eigenen Gebäude eine große Kaninchenwerbeschau stattfand. Dort wurden viele unterschiedliche gefährdete und auch nicht gefährdete Kaninchenrassen ausgestellt. Von der Handarbeits- und Kreativgruppe aus Regensburg wurden wieder Arbeiten mit Kaninchenfell vorgestellt, z. B. Hunde und Kaninchen als Spielsachen. Für die Besucher wurde außerdem eine Führung zu gefährdeten Hausstierrassen durch das Museum angeboten. Der Infostand der GEH e. V und Vorstellungen zum Umgang mit Tieren, speziell Kleintieren, rundeten die Veranstaltung ab.
Auch das leibliche Wohl kam dabei nicht zu kurz. So gab es Produkte vom Schaf und vom Roten Höhenvieh, ebenso wie Honig, ausserdem wurde Brot gebacken, Zwiebelkuchen, Rebhuhnzoigl-Bier, aber auch Kaffee und Kuchen angeboten. Auch andere Produkte vom Schaf bzw. Schafwolle und Bienenprodukte gab es im Angebot. Gänse, Gänsebraten oder andere Gänseprodukte konnten trotz des diesjährigen Hauptthemas nicht angeboten werden, was auch an der für die Schlachtung der Gans zu frühen Jahreszeit lag.
Insgesamt war die Veranstaltung trotz des unbeständigen, regnerischen Wetters wieder ein voller Erfolg, was die relativ guten Besucherzahlen klar bestätigten. Auch von weiterher kamen sowohl Aussteller, als auch Besucher z. B. aus dem Allgäu, aus Mittelfranken und Niederbayern, was den Bekanntheitsgrad dieses Tages zeigt.
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