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Seltene Nutztierrassen

(19 Einträge)

Vergleich: links DSN, rechts Holstein Vorwerkhahn Leineschaf
281 mal angesehen
20.06.2016, 20.52 Uhr

LBZ Echem

Die meisten, die vom Landwirtschaftlichen Bildungszentrum in Echem (Landkreis Lüneburg am Ostrand von Niedersachsen) schon gehört haben oder vielleicht auch schon dort waren, werden sich wundern: was hat das LBZ mit seltenen oder gefährdeten Rassen zu tun?
Bekannt ist das LBZ für die Aus- und Weiterbildung von Landwirten in ganz Niedersachsen im Bereich Schweinehaltung und Rinderhaltung. Weiterhin gibt es noch andere Weiterbildungsangebote in Echem, sowohl für Landwirte als auch für landwirtschaftsnahe Bereiche. In den letzten Jahren wurden ca. 30 Mio. Euro in den Ausbau dieses Zentrum gesteckt. Und wenn man sich ohne genaues Hinsehen die wichtigsten landwirtschaftlichen Nutztiere auf dem Betrieb betrachtet, dann erkennt man keine Besonderheiten.

Rinderhaltung

Im LBZ werden ca. 160 Kühe der Rasse Holstein mit Nachzucht (meist schwarz, einige rot) gehalten, davon 60 Kühe mit einem AMS (Melkroboter) und 100 mit Melkstand. Ausser den Milchkühen werden dann noch 18 Mutterkühe der Rasse Angus gehalten.
Die Milchleistung der Holsteins ist bei ca. 11.000 l/Jahr und es wird intensiv gezüchtet: Es werden nur genomische Jungvererber mit einem RZG von größer 145 eingesetzt, davon 30 % hornlose, allerdings achtet man stets auf ein gutes Exterieur der Tiere. Das alles, weil man sich als Ausbildungsstätte für die Landwirtschaft versteht, die deshalb auch entsprechende Management-Qualifikatioen den zukünftigen Betriebsleiter beibringen muss. Doch gerade dies ist auch der Grund, warum man noch weitere Rinderrassen hält. Neben zwei Fleckviehkühen werden zusätzlich auch zwei Kühe der gefährdeten Rasse „Deutsches Schwarzbuntes Niederungsrind“ (DSN) gehalten. Weiterhin gibt es noch 3 Jungtiere und es ist das Ziel, die Zahl der DSN-Kühe auf Dauer bei ca. 5 Tieren zu halten. Die Tiere stammten ursprünglich aus der Agrargenossenschaft Gräfendorf, einige der zugekauften Kühe waren jedoch in einer gemischten Herde mit Holstein überfordert, so dass diese frühzeitig abgingen. Es zeigte sich auch, dass die DSN-Jungtiere bei einer sehr intensiven Aufzucht, wie es bei Holsteins üblich ist, schnell verfetten und damit eine eigens angepasste Fütterung benötigen. Die Fleckvieh und die DSN-Kühe werden auf dem Betrieb gehalten, um den Auszubildenden auch andere Rassen zu zeigen und um die Unterschiede zwischen den Rassen aufzuzeigen. Speziell werden sie als Lehrobjekte genutzt, um in der Ausbildung bei der BCS-Bewertung (Body Condition Score) unterschiedliche Ausprägungen und Rassemerkmale hervorzuheben.

Schweinehaltung

Seit dem Ausbau des LBZ in den letzten Jahren ist hier auch die Schweinehaltung angesiedelt. Dazu werden 252 Zuchtsauen konventionell in Eigenremontierung gehalten, weiterhin gibt es 1344 Mastplätze. Dazu werden noch 32 produktive Sauen in ökologischer Schweinehaltung mit Bioland-Zertifizierung gehalten. Diese werden in einem 3-Wochen-Rhythmus
mit 42 Tagen Säugezeit geführt. Für die Bio-Schweinehaltung wird mit zwei weiteren Bio-Betrieben eng zusammengearbeitet. Bei den Bio-Sauen handelt es sich um eine Sauenlinie aus dem BZHP (Bundeshybridzuchtprogramm), die mit den entsprechenden Ebern angepaart werden. Ursprungsrassen hierfür sind Deutsche Landrasse, Deutsches Edelschwein und Pietrain. Doch auf Dauer ist geplant, auch einige Sauen der gefährdeten Rasse „Buntes Bentheimer Schwein“ zu halten, auch hier, um den Auszubildenden eine weitere Rasse und die Unterschiede zwiscen den Rassen zu zeigen. Wegen der sich selbst auferlegten, extrem strengen Hygienerichtlinien, gestaltet es sich jedoch momentan sehr schwierig, Tiere dieser Rasse auf dem Betrieb aufzunehmen.

Schaf und Ziegenhaltung

Als Ausbildungsbetrieb für die überbetriebliche Ausbildung und für Fortbildungsveranstaltungen hält man auch Kleinwiederkäuer. Momentan werden 25 Zuchtschafe und ein Bock der Rasse „Leineschafe“ gehalten. Vor kurzem wurden die beiden bisher größtenteils getrennt geführten Rassen „Leineschaf“ und die gefährdeten Rasse „Leineschafe alten Typs“ zu einer Rasse zusammengelegt. Ursprünglich war die Rasse „Leineschafe“ in den 1960/70er Jahren aus einer Kreuzung der „Leineschafe alten Typs“ mit anderen Fleischrassen, z. B. Texel, entstanden. Erst in den 1990er Jahren konnten Tiere der „Leineschafe alten Typs“ wieder aus Polen zurück geholt werden und wurden über 20 Jahre getrennt gezüchtet. Wegen der Entwicklung in der Schafhaltung wurden aber in den letzten Jahren vermehrt Böcke der „Leineschafe alten Typs“ in die „Leineschafe“ herein genommen, so dass der heutige Bestand im wesentlichen aus den „Leineschafen alten Typs“besteht. Am LBZ versucht man in Zukunft ebenfalls Tiere des alten Typs zu fördern.
Weiterhin werden 5 Burenziegen und ein Bock gehalten. Diese Rasse ist zwar nicht gefährdet, wird aber vielfach für die Fleischziegenhaltung verwendet.

Damwild

Zum LBZ gehört auch eine Damtierhaltung mit 14 Alttieren (weibliche Damtiere, mit denen gezüchtet wird) und einem Hirsch. Auch hier werden die Tiere für die Aus- und Weiterbildung gehalten.

Hühnerhaltung

Das LBZ hat auch eine kleine Hühnerhaltung. Hauptsächlich werden Hybridhühner der Linien „Lohmann braun“ oder „Lohmann weiss“ gehalten. Zusätzlich hat man in Echem 20 Hühner und einen Hahn der gefährdeten Rasse „Vorwerkhuhn“, die in Bodenhaltung stehen. Die Rasse wird aber hier nicht gezüchtet, man kauft die Jungtiere von einem Züchter zu und schlachtet die Hühner am Ende der Legeperiode.

Weitere Daten zum LBZ

Die Vielfalt der Tierhaltung ist deshalb nötig, um bei den Kursen für Auszubildende oder auch für Weiterbildungen entsprechende Anschauungsobjekte zur Verfügung zu haben. Insgesamt arbeiten in Echem ca. 40 – 45 Mitarbeiter im Betrieb (Auszubildende, aber auch Studenten), in der Küche, als Lehrer in Aus- und Weiterbildung und in der Verwaltung, um den Betrieb am Laufen zu halten und jährlich über 6000 Lehrgangsteilnehmern zu versorgen.
Auf dem Betrieb befindet sich zusätzlich noch eine Biogasanlage mit 75 kWel Leistung und 85 KW Wärmeabgabe bei 180 °C, wodurch die Schweineställe beheizt werden.
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Kommentare

20.06.2016 22:14 Oekopeter
Nur zur Richtigstellung: Echem liegt im Kreis Lüneburg, und nicht im Kreis Lüchow-Dannenberg! ;)
20.06.2016 23:21 Seebauer
Oekopeter schrieb:
Nur zur Richtigstellung: Echem liegt im Kreis Lüneburg, und nicht im Kreis Lüchow-Dannenberg! ;)

Hast natürlich Recht
Aber der herr Schmidbauer ist ja auch Bayer, vielleicht hat er irgendwo im Wendland ein Praktikum gemacht.
Schön ist auf jeden Fall, dass er nicht gleich daherkommt und sagt, ja ist nicht schlecht aber bei uns in Bayern........
Ja und die Schweine gabs auch schon immer.
Von einem der auch gerne in Echem war.
04.07.2016 21:57 Erwin_Schmidbauer
Stimmt, Lüneburg, irgendwie ist das beim Schreiben danebengegangen.
Habe es ausgebessert!
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