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Seltene Nutztierrassen

(18 Einträge)

Bayerischen Landgänse Bayerischen Landgänse 2 Bayerische Landgänse, Stiebich
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30.07.2016, 19.58 Uhr

Treffen der bayerischen Landganszüchter 2015

Ein Züchtertreffen zum gemeinsamen Austausch über die Zucht einer Tierrasse ist eine bedeutende Maßnahme zur Netzwerkbildung unter den Züchtern und zur Weiterentwicklung der Zucht. Dies gilt insbesondere für Rassen, die aufgrund ihrer bisherigen Zuchtgeschichte nicht sehr einheitlich sind und wegen fehlender Zuchtbuchführung und mangelnden Tieraustausch sehr inzuchtgefährdet sind.
Aus diesem Grunde war das Züchtertreffen der Bayerischen Landganszüchter am 15. November 2015 bei Herrieden in Mittelfranken für die Rasse wieder sehr wichtig. Die Bayerische Landgans gehört zu den Geflügelrassen, die keine Anerkennung durch den BDRG besitzen und damit nicht in einer organisierten Zuchtstruktur der Rassegeflügelzucht eingebunden sind. Der BDRG hat nur den blauen Farbschlag der Bayerischen Landgans als eigenständige Rasse anerkannt, die als „Fränkische Landgans“ auch auf Ausstellungen gezeigt werden kann. Bei den anderen Farbschlägen der Bayerischen Landgans ist somit eine Beschickung von Geflügel-Ausstellungen nicht möglich, was insbesondere den Zuchttieraustausch verringert. Wegen der großen Unterschiede in den Farben der Tiere ist auch eine Anerkennung als Austellungs-Rasse beim BDRG nicht möglich.
Für das Züchtertreffen waren 9 Züchter der Bayerischen Landgans gekommen und noch weitere Interessierte, die (noch) keine Züchter sind. Zur Besprechung der Tiere und für allgemeinen Rat in der Zucht und Haltung von Gänsen konnte Herr Mathias Vogt gewonnen werden. Herr Vogt besitzt große Erfahrung in der Tierzucht, ist selbständiger Tierzuchtberater und züchtet selbst Geflügel.
Da für die Bayerische Landgans kein Rassestandard nach BDRG vorhanden ist, weist die Rasse sehr unterschiedliche Typen auf. Dies konnte bei der Besprechung einzelner Tiere oder Zuchtpaare sehr gut erkannt werden. Trotzdem kann man bei der Rasse einige Fehler oder rasseuntypische Merkmale festmachen, die zum Ausschluss aus der Zucht führen sollten.

Rassetypisch sind folgende Merkmale (www.g-e-h.de):
Gewicht Alttiere:
Ganter: 5- 6 kg, Gans: 4-5 kg

Figur, Haltung und Bewegung:
mittellanger Hals, eleganter Körperbau, beweglich, stolze und aufrechte Haltung, lebhaftes Wesen

Körperbau:
Kopf: kräftig mit Backenbildung
Augen: braun, blau, Augenrand orange
Schnabel: stark, länglich, keilförmig, Grundfarbe orange, die vordere Schnabelspitzte ist bohnenförmig und weißlich gelb
Hals: mittellang und kräftig
Rumpf: eiförmig, der Körper erscheint fast waagrecht
Brust: voll und rund, breit
Flügel: fest anliegend, Flügelspitzen überkreuzend
Schwanz: kurz geschlossen, der Rückenlinie folgend
Läufe: mittelhoch, orangerot
Haut: hell, weiß
Farbschläge: Beispielhaft, grundsätzlich sind alle Farben zugelassen: Rein weiß, grau, blau, braun, Schimmel, gescheckte Tiere sind in allen Farbschlägen möglich

Ringgröße: 22

Auszuschließende Eigenschaften: schmale Brust, Kehlwamme, körperliche Verkrüppelungen, Hänge- und Drehflügel, schwarze Bohne (Schnabelspitze), gefächerter Schwanz. Wammenbildung ist bei Jungtieren aus extensiver Haltung nicht erwünscht.

Die Gewichte sollten nach Möglichkeit eingehalten werden, weil weder deutlich schwerere Tiere noch leichtere Tiere als gutes Zuchtmaterial anzusehen sind. Bei schwereren Tieren ist mit Einkreuzungen anderer Rassen zu rechnen, während bei leichteren Tieren Entwicklungsrückstände oder gar krankhafte Veränderungen möglich sind. Insbesondere zu leichte Tiere sind nicht in der Lage, die gewünschten Gelege von 10 bis 13 Eiern ausreichend in Naturbrut zu bebrüten. Zur Gewichtsfeststellung ist eine Wiegung unerlässlich, da Schätzungen keinesfalls ausreichend genau sind bzw. sehr fehlerbehaftet sind.
Die Bayerische Landgans war von alters her eine Weidegans, die sich ihr Futter weitgehend selber suchen musste, auch auf mageren Weiden (Hutanger, Hutungen). Sie sollte deshalb auch heute noch extensiv gehalten werden und nicht zu intensiv gefüttert werden, gerade mit Zufutter. Als typische Landgans muss sie ein gutes Brut -und Aufzuchtverhalten haben. Die Gänse sollen erste Gelege um 10 bis 13 Eier haben, die sich auch selbständig bebrüten, wenn ihnen die Eier belassen werden. Größere Gelege sind in der anzustrebenden Naturbrut nicht sinnvoll, da diese nicht gleichmäßig bebrütet werden können. Werden die Eier entfernt, so wird nur beschränkt nachgelegt, eine Zweitbrut wird nur nach Verlust der Gössel angelegt. Es ist allerdings ein Rassemerkmal, dass die Gänse ihre Gössel selbständig erbrüten und auch aufziehen können. Paare, die hierzu nicht in der Lage sind, sollten unbedingt ausgesondert werden, um diese wesentliche Rasseeigenschaft zu erhalten und rassetypische Zucht zu betreiben. Kunstbrut ist nicht völlig abzulehnen, sollte aber nur mit Eiern von Elterntieren betrieben werden, die auch in der Lage sind, selbständig zu brüten und Gössel aufzuziehen.
Die Gössel müssen auch ausreichend robust sein, eine normale naturnahe Aufzucht unter Führung der Gans unbeschadet zu überstehen. Dabei müssen natürlich die grundlegenden Vorgaben für die Gesunderhaltung von Gänsen eingehalten werden. Robust heisst nicht, dass der Besitzer die Fütterung, Haltung, die Gesundheit der Tiere oder die Hygiene völlig vernachlässigen kann und die Tiere auch mit schlechtesten Bedingungen zu recht kommen müssen.
Bei der Besprechung zeigte sich auch, dass es immer noch mehrere Typen und/oder Schläge der bayerischen Landgans gibt, die es aber nur in geringen Tierzahlen gibt. Darum kann man wohl die unterschiedlichen Typen in der Zukunft schwer erhalten können, ohne die Inzucht zu sehr zu steigern. Bei der Zuchtpaarbildung muss die Inzuchtvermeidung immer berücksichtigt werden und nahe Verwandte, wie Geschwister, sollten keinesfalls miteinander verpaart werden. Zu diesem Zweck, auch um die Zuchtplanung und den Zuchttieraustausch zu fördern, sollen alle Jungtiere, die für die Zucht vorgesehen sind, beringt werden.

Züchtertreffen 2016

Für das Jahr 2016 ist ebenfalls ein Züchtertreffen geplant, bei Interesse einfach melden. Neue Züchter oder Interessenten sind stets herzlich willkommen. Wer Interesse an dem Züchtertreffen oder an der Beringung der Tiere hat, kann sich unter bayerische-landgaense@gmx.de melden.
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