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Seltene Nutztierrassen

(23 Einträge)

Wolfsspitz Spinnrad Pustertaler Rind
178 mal angesehen
29.10.2016, 21.21 Uhr

Tag der alten Haustierrassen in Bad Windsheim 2016

Seit einigen Jahren führt das Freilandmuseum von Mittelfranken in Bad Windsheim im Frühsommer einen „Tag der alten Haustierrassen“ durch. Die Museumleistung organisiert gemeinsam mit der im Aufbau befindlichen „Archeregion Gutenstetten“, dem VEN (Verein zur Erhaltung der Nutzpflanzenvielfalt e. V.), der GEH (Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e. V) und seit kurzem mit dem Fleischrinderverband Bayern e. V. (mit Sitz im mittelfränkischen Ansbach) diesen Tag. In diesem Jahr wurde die Veranstaltung am Sonntag, den 22. Mai durchgeführt. Der Schwerpunkt lag dabei auf der Rinderpräsentation des Fleischrinderverbandes und der Vorstellung verschiedener Hunderassen.

Rahmenprogramm

Ausser den Rindern und Hunden wurden noch weitere Rassen ausgestellt: So Coburger Fuchsschafe und Meissner Widder Kaninchen (gelber Farbschlag), weiterhin Herdwick Schafe. Die „Archeregion Gutenstetten“ hatte einen Stand, den die GEH zusammen mit dem VEN betrieben und in dem Informationsmaterial zu seltene Pflanzenarten und –Sorten und Tierrassen zur Verfügung gestellt wurden. Der Schwerpunkt des VEN lag dieses Jahr auf seltene und ungewöhnlich aussehende Bohnensorten, die ausgestellt wurden. Vielen Besuchern war die Vielfalt der heute noch vorhandenen Bohnensorten bisher noch gar nicht bewusst. So konnten einige Besucher zu gefährdeten Pflanzen- und Tierarten bzw. -Sorten und -Rassen beraten werden.
Weiterhin wurden an verschiedenen Ständen Schaf- und Bienenprodukte, insbesondere Honig, angeboten. Neben Lammbratwürsten gab es z. B. Schafmilchseife und Wollprodukte. Als Besonderheit wurde in einem Stand ein Projekt zur Erhaltung der Quitte in Unterfranken (www.mustea.de) vorgestellt. Hier gab es ebenfalls Quittenprodukte, Quittenfruchtwein und Quittensekt zu verkosten und zu kaufen.
Um altes Handwerk und die Verarbeitung von Wollprodukten zu zeigen, wurden den Interessierten auch Vorführungen zum Spinnen von Wolle gezeigt. Einige der Besucher wagten es sogar, selbst das Spinnrad zu betätigen und merkten schnell, dass man für eine gleichmäßigen Faden doch etwas Geschick und Erfahrung benötigt. Weiterhin wurde auch das Korbflechten gezeigt, was von vielen interessiert beobachtet wurden.
Für die Besucher wurde ebenfalls eine Führung durch die Ausstellung angeboten, die hervorrangend angenommen wurde. Das museumseigene Ochsengespann kam ebenfalls zum Einsatz. Die beiden jungen Gelbvieh-Ochsen zogen einen Wagen durchs Gelände, auf denen einige Besucher Platz genommen hatten.
Aufgrund des dichten Programmes und einer weiteren am selben Tag im Museum stattfindenden Veranstaltung verzichtete man dieses Jahr auf eine Vortragsveranstaltung zum Thema gefährdete Tierrassen, die es in den letzten Jahren gegeben hatte.

Vorstellung der Rinderrassen

Der Fleischrinderverband Bayern als Mitveranstalter hatte für diesen Tag einige verschiedene Rinderrassen für eine Präsentation zusammengeholt. Durch das hervorragende, fast heisse Wetter an diesem Tag, war die Vorstellung der Rinderrassen sehr gut möglich und an den beiden Zeitpunkten (10 und 13 Uhr) säumten viele Besucher den abgesperrten Bereich, in dem die Rinder vorgeführt wurden. Zu jeder Rasse wurden bei der Vorstellung entsprechende Informationen für die Besucher gegeben. Als Beispiele weit verbreiteter Rassen wurden „Simmentaler“ und „Angus“ vorgestellt. Dies speziell, um die Vielfalt zu zeigen und Vergleichsbeispiele mit den anderen Rassen zu haben. Als weitere Rassen wurden vorgestellt die in Franken heimische Rasse Gelbvieh, die in den letzten Jahren in der Doppelnutzung stark zurück gegangen ist, aber in der Fleischnutzung seine Bestandszahlen weitgehend beibehalten konnte. Gezeigt wurde ebenfalls die Rasse Pinzgauer mit ihrer bekannten Zeichnung. Die Rasse stammt aus dem Südosten Bayern und ist auch in Österreich verbreitet. Das Rote Höhenvieh als ursprünglich heimische Rasse Nordostbayerns wurde ebenfalls vorgeführt. Diese Rasse hat in den letzten Jahren in Bayern eine sehr gute Entwicklung genommen. Die Rasse Murnau-Werdenfelser aus dem Süden Bayerns wurde u.a. mit einem Jungbullen vorgestellt. Als weitere Rasse wurden auch die „Pustertaler“, auch bekannt als „Pustertaler Sprintzen“ gezeigt. Die Rasse stammt aus Südtirol, dem Pustertal, wird aber heute stark in Deutschland und Österreich gezüchtet. Die namensgebende Sprintzen-Zeichnung war allerdings in der Rasse schon immer relativ selten.

Hundepräsentation

Im Anschluss an die Rinderpräsentation fand jeweils die Vorstellung verschiedener Hunderassen statt. Hauptrassen waren hierbei der Groß- und Mittelspitz, die im Gegensatz zum Kleinspitz extrem bzw. stark gefährdete Rassen sind. Vielen ist gar nicht bekannt, dass es den Spitz nicht nur in der weit verbreiteten weißen Farbe gibt, sondern auch in den Farben Braun und Schwarz. Zum Teil sind diese Farbvarianten sogar häufiger als die weißen Spitze. Ebenso wurde der Wolfsspitz vorgestellt, der einen etwas anderen Typus darstellt.
Vor einigen Jahrzehnten war der Spitz noch sehr weit verbreitet und auch als Hofhund stark eingesetzt. Aber die Bestandeszahlen haben sich massiv verringert, da diese Rasse als „Kläffer“ einen schlechten Ruf bekommen hatte. Dabei ist das Zeichen geben auch ein wichtiges Merkmal eines Hofhundes, in Wohnungen aber eher ungünstig.
Weiterhin wurde als ausländische gefährdete Rasse der Bergamasker Hund aus Italien vorgestellt. Die Rasse ist in Italien, in der Schweiz und in Deutschland verbreitet, aber in allen Ländern selten. Momentan scheint das Interesse an dieser Rasse wieder zu steigen.
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Kommentare

31.10.2016 10:03 HessenFleckvieh
Sehr schöner Artikel, irgendwann schaff ich es auch mal, dorthin zu fahren! Zum Thema Bohnen noch ein hilfreicher Link für die Anbauplaunung 2017: [www.deaflora.de]

MfG, HFlv
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