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Seltene Nutztierrassen

(19 Einträge)

Coburger Fuchsschafbock Geschecktes Bergschaf Angoraziegen
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12.12.2016, 20.40 Uhr

ZLF München 2016 II

Schweine

Bei den Schweinen zeigt sich durch den massiven Strukturwandel in den Schweinehaltungen eine Situation, die bereits bei den Rindern beim Verlust von Genetik angesprochen wurde. Durch die arbeitsteilige Organisation der Schweinezucht und die verstärkte Kreuzungs- und Hybrid-Zucht nimmt die Zahl der Rassen-Reinzuchttiere immer stärker ab. Mittlerweile sind nahezu alle deutschen Schweinerassen gefährdet oder zumindest im Risiko bald als gefährdet zu gelten, dies gilt insbesondere für das Deutsche Edelschwein und Deutsche Landrasse. Dies bedeutet natürlich auch hier einen potentiellen Verlust im Genpool der Schweine. Nach der aktuellen Definition war aber keine der auf dem ZLF ausgestellten Rassen als gefährdet einzustufen.
In der Konkurrenz war nur die Rasse Pietrain bei den Ebern. Ausgestellt waren ausserdem das Deutsche Edelschwein, die Deutsche Landrasse und Duroc. Dazu noch Kreuzungsmuttersauen „Bayern-Hybriden“, wie sie für den Ferkelerzeuger von Bedeutung sind. Publikumsmagnet war wieder die Muttersau mit kleinen Ferkeln.

Schafe

Die Schafhaltung ist in Bayern eine bedeutende Nische und hat durch die Beweidung von Landschaftspflegeflächen in den letzten Jahrzehnten neue Möglichkeiten ihrer Existenzberechtigung gefunden. Neben den verbreiteten Wirtschaftsrassen wurden dieses Jahr auf dem ZLF auch wieder eine große Zahl an mehr oder weniger stark gefährdeten Rassen ausgestellt.
Von den großen Wirtschaftsrassen bzw. ausländischen Rassen wurden ausgestellt: Merinolandschaf, Schwarzköpfiges Fleischschaf, Suffok, Texel, Blauköpfiges Fleischschaf, Dorper, Zwartbles, Ostfriesisches Milchschaf, Ouessant-Schaf und das Juraschaf aus der Schweiz. Weiterhin die Landschafrassen Coburger Fuchsschaf und Rhönschaf, die mittlerweile wieder einen so großen Bestand haben, dass sie nicht mehr akut gefährdet sind. Von gefährdeten Rassen wurde eine große Anzahl ausgestellt:
Waldschaf, Skudde, Weißes Bergschaf, Braunes Bergschaf, Schwarzes Bergschaf, Geschecktes Bergschaf, Brillenschaf und Alpines Steinschaf. Das gescheckte Bergschaf wird erst seit einigen Jahren wieder eigenständig gezüchtet, nachdem aus den Bergschafen stets gescheckte Tiere fallen, die vorher ausgesondert wurden.
Bei den selteneren und gefährdeten Schafrassen wurden Bayernsieger in der Gruppe 1 Bergschafe (Weißes, Schwarzes und Geschecktes Bergschaf) das Weißen Bergschaf Kat. 152. Bei der Gruppe 2 Bergschafe (Braunes Bergschaf, Alpines Steinschaf, Brillenschaf und Juraschaf) das Braune Bergschaf Kat. Nr. 183. Bei den Landschafen wurde der Waldschafbock Kat. Nr. 108 Bayernsieger und die beste Sammlung waren die Coburger Fuchsschafe.
Die meisten Schafhalter leben jetzt von der Landschaftspflege und der Fleischerzeugung. Früher war die Wollerzeugung der Hauptgrund für die Schafhaltung. Die Wolle ist heute nur noch ein kleines Nebenprodukt, das oftmals die Scherkosten kaum oder gar nicht deckt, dies insbesondere bei den grobwolligeren Schafrassen bzw. Landschafrassen. Dies führt unter anderem dazu, dass sogenannte Haarschafrassen, wie Kamerunschaf, die nicht geschert werden müssen, für viele Halter sehr interessant sind.
Um die Wollverwertung zu verbessern hat sich z. B. die „Kollektion der Vielfalt“ zur Aufgabe gemacht, die Wolle der Landschafrassen besser zu vermarkten. Dazu werden aktuell die Rassen Coburger Fuchsschaf und Alpines Steinschaf verwendet. Im Tierschauzelt befand sich ein Stand, in dem Strickwolle, Socken, Sitzkissen, Pullover und vieles andere aus der Wolle dieser beiden Schafrassen angeboten wurden. Hier zeigt sich, dass man mit entsprechender Eigeninitiative auch für weniger begehrte Wollqualitäten gute Verwertungen erzielen kann.

Ziegen

In Bayern hat die Ziegenhaltung in den letzten Jahren durch verbesserte Absatzmöglichkeiten von Ziegenmilch und Ziegenmilchprodukten einen erkennbaren Aufschwung genommen. Weiterhin werden heute auch Ziegen verbreitet in der Landschaftspflege als Fleischziegen eingesetzt. Dort bewähren sie sich insbesondere durch ihr relativ aggressives Verbissverhalten gegenüber Sträuchern.
Als die beiden verbreiteten Rassen in Deutschland gibt es die Weiße Deutsche Edelziege und die Bunte Deutsche Edelziege, die vor fast 100 Jahren aus der Zusammenfassung der weißen bzw. dunklen/braunen Ziegenschläge entstanden sind. Beide Rassen sind in erster Linie Milchziegen, im Gegensatz z. B. zu der eingeführten Burenziege, die nur als Fleischziege Verwendung findet. Weitere ausgestellte, eingeführte Rassen waren die Toggenburger Ziege aus der Schweiz, die Pfauenziege, Anglo-Nubier Ziege und die Angoraziege. Die Angoraziege liefert als einzige der gezeigten Ziegenrassen eine besondere Wolle und wird zweimal jährlich geschoren.
Als gefährdete Rasse wurden einige Tiere der Thüringer Wald Ziege ausgestellt. Diese Rasse ist den Toggenburgern sehr ähnlich, da es aus der Einkreuzung der Toggenburger in Landziegen vor ca. 100 Jahren entstanden ist. Die Rasse wird hauptsächlich als Milchziege, aber auch als Fleischziege gehalten. Die Ziege Sorero, Kat. Nr. 10 der Rasse erreichte auch den Bayernsieg unter den Milchziegen.

Kleintiere: Geflügel, Kaninchen, Fische

Kleintiere, insbesondere Geflügel, haben aufgrund des hohen Eier- und Geflügelfleischverbrauches in Deutschland eine große wirtschaftliche Bedeutung in der Landwirtschaft. Fische sind in Teichhaltungen oder als Seefänge ein größerer Wirtschaftsfaktor in Bayern, während Kaninchen im Wesentlichen in Hobbyhaltungen gezüchtet und gehalten werden. Bei den Rassen dieser Kleintiere ist es gerade umgekehrt: während die meisten Wirtschaftsgeflügel aus einer geringen Anzahl von unterschiedlichen Hybridrassen entstammen und Fische sich bisher einer Rassebeschreibung weitgehend entzogen haben, gibt es eine nahezu unübersehbare Zahl von Kaninchenrassen und Rassegeflügel fast ohne wirtschaftliche Bedeutung, die weitgehend von Liebhabern gehalten werden.
Bei den Kleintieren fand kein offizieller Wettbewerb statt, hier wurden im wesentlichen Demonstrationsgruppen ausgestellt. Gerade die Zahl der gefährdeten Hühnerrassen ist sehr hoch, ausgestellt waren Augsburger, Deutsche Sperber und als ausländische Rasse Sulmtaler.
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