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Seltene Nutztierrassen

(18 Einträge)

Spitzwelpen Sundheimer Hahn Arbeiten mit Kaninchenfell
115 mal angesehen
27.02.2017, 19.15 Uhr

Tag der alten Haustierrassen im Freilandmuseum Neusath/Perschen

Wie jedes Jahr zum Erntedankfest Anfang Oktober fand auch 2016 am Sonntag, dem 02.10.2016, der „Tag der alten Haustierrassen“ im Oberpfälzer Freilandmuseum statt. Auch dieses Jahr gab es neben mehreren Informationsständen verschiedenste Tiere zu sehen.
Viele Museen in der Oberpfalz beschäftigten sich in diesem Jahr in Zusammenarbeit mit Ausstellungen zum übergeordnetem Thema „Tracht“ bzw. „ländliche Kleidungsstücke“ über die Jahrhunderte hinweg. Auch im Freilandmuseum wurde hierzu eine Sonderausstellung, u. a. anderem zum „Dirndl“ als Frauentracht der Vergangenheit und in der Gegenwart, gezeigt. Das heutige Dirndl hat sich aus der Arbeitskleidung der Mägde auf den Bauernhöfen und der Küchenbediensteten in städtischen Haushalten entwickelt. Seinen Siegeszug als angeblich typisch bayerische Frauenbekleidung, auch für gehobene Anlässe, hat es erst in den letzten Jahrzehnten angetreten.

Das Schaf und die Kleidung

Wegen des Themas Kleidung war eines der Hauptthemen für 2016 das Schaf als Wollproduzent und damit wichtiger Rohstofflieferant für die Bekleidung der Bevölkerung in früheren Jahrhunderten. Dazu konnte auch die „Kollektion der Vielfalt“ gewonnen werden, die mit ihrem Stand mit Wolle und Wollsachen der Coburger Fuchsschafe und des Alpines Steinschafes vertreten war. Heute ist die Schafwolle fast zu einem Abfallprodukt der Schafhaltung verkommen, die oftmals die Scherkosten nicht einmal erbringt.
Die GEH hatte wieder einen Informationsstand und es wurden neben Ziegen, Schafe und Bayerischen Landgänsen auch wieder Kaninchen und Geflügel gezeigt. Ebenso gab es Imkerprodukte, z. B. auch Wachskerzen, zu kaufen.
Wie seit einigen Jahren hat das Museum zu diesem Tag auch eine kleine Schrift zu den Schafen herausgebracht: „Schaf beobachtet!“. In dieser Schrift wurde speziell auf das Coburger Fuchsschaf eingegangen, dass früher auch in der Oberpfalz verbreitet war. Das Museum besitzt selbst eine kleine Herde von Coburger Fuchsschafen und Waldschafen, die es sich trotz des regnerischen Wetters auf der Weide gemütlich gemacht hatten. Zusätzlich gab es noch weitere Schafrassen in Gehegen zu besichtigen, z. B. Braunes Bergschaf oder Skudden. Damit sollten den Besuchern aber nur einen kleine Auswahl der vielen in Deutschland gezüchteten Schafrassen gezeigt werden. Besondere Aufmerksamkeit erhielt aber wieder der Jakobsschafbock mit seinen vier Hörnern. Jakobsschafe sind keine einheimische Rasse sondern stammen aus Großbritannien, werden aber wegen ihrer imposanten, bis zu 8 Hörnern, seit langem besonders in Zoos oder Tierparks in Deutschland gezüchtet.
Zum Schaf gehören auch Hunde und so hatte der Verein für Spitze und nordische Hunde ebenfalls einen Informationsstand und es kamen viele Besitzer mit ihren Spitzen zu einem kleinen Hundetreffen. Eine besondere Attraktion waren dabei einige Spitzwelpen, die es sich auf dem Boden gemütlich gemacht hatten.

Es gibt noch mehr als Schafe

Für die Besucher des Tages gab es Kutschfahrten und Kinderreiten auf Koniks bzw. Huzulen. Für die kleinen Besucher gab es einen Streichelbereich mit Kaninchen, in denen ihnen auch der richtige Umgang mit Kaninchen und Kleintieren gezeigt wurde. Aber nicht nur die Kinder haben diesen Bereich gut angenommen, auch einige Erwachsene haben die Möglichkeit genutzt, Neues zu erfahren.
Neben diesem Streichelbereich mit Kaninchen gab es noch eine kleine Ausstellung mit gefährdeten Kaninchenrassen. Auch hier waren die Jungtiere bei den kleinen und großen Besuchern besonders beliebt.
Wie schon seit vielen Jahren hat die Handarbeits- und Kreativgruppe B721 aus Regensburg wieder Arbeiten aus Kaninchenfell hergestellt und Kinder zum Mitmachen animiert. Dieses Jahr gab es aus Kaninchenfell gebastelte Hunde und Bären, die großen Anklang gefunden haben. Die Verwendung des anfallenden Kaninchenfelles für solche Arbeiten ist geradezu ein Paradebeispiel für das Motto “Erhalten durch Nutzen!“. Dazu ist wichtig zu wissen, dass viele Kaninchenrassen, z. B. auch der Meissner Widder, dazu erzüchtet wurden, um wertvolle Wildfelle zu imitieren und zu ersetzen.
An Geflügel, in dieser Zeit noch nicht durch die Gefahr der Vogelgrippe eingeschränkt, wurden ebenfalls einige Gruppen gezeigt. So wurden Hühnerrassen und auch Tauben gezeigt, um den Besuchern einen Eindruck von der Farben- und Formenvielfalt des heimischen Geflügels zu geben. Im Freigelände wurden „Bayerische Landgänse“ als die einheimische Rasse der Oberpfalz vorgestellt.
Bei den Ziegen gab es wieder eine Gruppe der Thüringer Wald Ziegen zu besichtigen.
In bewährter Weise wurden für das leibliche Wohl Rotviehburger und verschiedene Sorten an Rotviehsalami angeboten. Die Produkte sind alle aus biologischer Tierhaltung und stammen aus einen vor fast 20 Jahren gestarteten Projekt zur Wiederansiedelung des „Roten Höhenviehes“, der ursprünglichen Rinderrasse der nördlichen und östlichen Oberpfalz, in der Gegend.
Weiterhin gab es Schafprodukte, wie Schafseife, zu kaufen und Lammbratwürste wurden angeboten, zusätzlich Lammsalami zum Mitnehmen. Als besondere Köstlichkeit zum Essen vor Ort wurde dieses Jahr Irish Stew mit Lammfleisch angeboten.
Trotz des unbeständigen, kühlen Wetters, wodurch viele Besucher schon vorzeitig das Museum verlassen haben, war der Tag erfolgreich. Wie schon seit vielen Jahren war der Tag einer der am besten besuchten während des ganzen Museumsjahres.
Für nächstes Jahr sollte aber die Museumsleitung versuchen, wieder schöneres und wärmeres Wetter zu bestellen.
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