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Seltene Nutztierrassen

(17 Einträge)

Hellblau: Fränkische Landgans Mohrenkopfschecke Heller Schimmel
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30.05.2017, 19.37 Uhr

Bayerische Landgans – Züchtertreffen 2016

Wie im Jahr 2015 fand auch Ende Oktober 2016 wiederum bei Herrieden das Treffen der Züchter der „Bayerischen Landgans“ statt. Die Lokalität bei einem Züchter dort bietet sich an, weil damit auch Tiere in ihrer typischen Umgebung gezeigt werden können und auch die Verpflegung der angereisten Züchter über den ganzen Tag geschickt durchgeführt werden kann.
Es war nun bereits das dritte Treffen dieser Art, um die Zucht dieser gefährdeten Rasse zu fördern. Bereits im letzten Jahre habe ich in diesem Blog über das Treffen 2015 berichtet und dort die wesentlichen Merkmale der Rasse dargestellt. Wegen der farblichen Unterschiede im Gefieder zwischen den Tieren ist auch in Zukunft keine Anerkennung als eigenständige Rasse beim BDRG möglich, weshalb das Züchtertreffen von großer Bedeutung ist. Da man auch in Zukunft die farbliche Varianz der Gefiederfarbe innerhalb der Rasse erhalten möchte, ja gerade als Landrasse erhalten muss, beschäftige man sich dieses Jahr insbesondere mit den unterschiedlichen Farbausprägungen der Tiere. Neben den guten Naturbruteigenschaften ist diese Variation der Gefiederfarbe geradezu ein Rassemerkmal.
Auch dieses Mal fanden sich wieder ca. 10 Züchter ein, zusätzlich kam auch der 1. Vorsitzende der GEH, Dr. Peter Schweiger, zu diesem Treffen. Wie bereits im letzten Jahr übernahm Herr Mathias Vogt, ein ausgesprochener Gänsekenner und versierter Tierzüchter, die Besprechung der Rasse und der Tiere.

Erscheinungsformen der Bayerischen Landgans

Die Bayerischen Landgans kann vorkommen in den Farben: grau (auch bekannt als wildfarben und schwarz), braun, hellblau, dunkelblau, verschiedene Schimmelvarianten (z.B. Grau-Schimmel) sowie den Scheck-Zeichnungen (z. B. Herzschecken oder Mohrenkopfschecken) aller vorhergenannten Farben. Einige Beispiele finden sich auf den Bildern wieder.
Bei der Besprechung der Tiere zeigte sich wieder ganz deutlich, wie wichtig die Wiegung jedes Einzeltieres ist, da die Schätzungen aller Anwesenden bei manchen Ganter oder Gans weit weg von den gewogenen Gewichten war. Selbst langjährige Erfahrung schützt hier nicht vor Irrtümern, weil das Federkleid leicht täuschen kann.
Die gezeigten Tiere waren meist sehr rassetypisch, was auch als ein Erfolg der vorangegangenen Züchtertreffen anzusehen ist. Viele rasseuntypische Tiere wurden in den letzten Jahren aus der Zucht ausgeschieden. Diese stammten oft aus Kreuzungen oder waren durch falsch verstandene Haltung und Selektion nicht mehr als Tiere mit guten rassetypischer Erscheinungsform anzusprechen. Allerdings zeigt die Rasse auch eine relativ hohe Variationsbreite, gerade einzelne Linien von ursprünglichen Stammzüchtern haben sehr markante, besondere Erscheinungsformen oder auch weiter zurück liegende Einkreuzungen erfahren.

Beringung der Zuchttiere und Nachzucht

Die weitere Beringung der Tiere soll auch dazu beitragen, dass ein Käufer von Gänsen dieser Rasse sehr sicher sein kann, dass diese Tiere auch der Rasse angehören. Mittlerweile hat sich herausgestellt, dass einige Tiere im Internet von „Züchtern“ unter der Rassebezeichnung angeboten werden, die weder rassetypisch sind noch genetisch den „Bayerischen Landgänsen“ als zugehörig einzustufen sind. Teilweise wird von verschiedenen Personen stark gekreuzt, so dass der Genpool der Rasse zumindest gestört wird.
Es wurde der Beschluss gefasst, dass die Beringung nur für Tiere bzw. Züchter möglich sein soll, die ihre Tiere immer wieder der Beurteilung von versierten Züchtern stellen. So soll verhindert werden, dass die Zucht sich ohne Begutachtung durch fachkundige Züchter in eine falsche Richtung entwickelt.

Fütterung der Gänse

Während des Züchtertreffens wurde auch intensiv über die Fütterung der Gänse, insbesondere der Zuchttiere, gesprochen. Gänse sind im Gegensatz zu den meisten anderen Geflügelarten (insbesondere Hühner) ausgesprochene Weidetiere, insbesondere die Bayerische Landgans soll auch rassetypisch als Weidegans gehalten werden. Für Zuchttiere sollte man keine zu sehr stärke- und zuckerhaltigen Futtermittel verwenden. Dazu gehören Brot, Mais, Futterrüben oder gekochte Kartoffeln. Die zu starke Fütterung führt neben der Verfettung der Zuchttiere und damit geringerer Fruchtbarkeit auch zu einer verschlechterten Eihaut, die den Schlupf der Gössel erschwert.
Im Herbst können die Tiere auf der Weide problemlos Fallobst aufnehmen, was insbesondere bei der Mast von Jungtieren sogar erwünscht ist. Bei Zuchttieren ist dies auch nicht zu verhindern und schädlich, da diese dann über Winter weniger stark gefüttert werden. Es ist in der Natur für eine Gans völlig normal, dass diese über Winter durch weniger Futter auch an Fett und damit Gewicht verliert und somit wieder in eine gute Zuchtkondition gelangt. Eine Zufütterung auf der Weide sollte sehr verhalten erfolgen, da die Rasse auch an karge Bedingungen angepasst war und diese Eigenschaft auch in Zukunft erhalten werden soll. Bei ausreichender Weidefläche ist auch im Winter kaum Zufütterung nötig, da die Tiere auf schneelosen Flächen ihre Nahrung weitgehend selbst suchen und bei geschlossener Schneedecke sogar Heu als Futter annehmen.

Wurmbehandlung

Als robuste Gans sollte die Rasse ebenfalls mit geringen Wurmbefall zurechtkommen und eine Entwurmung zumindest nicht routinemäßig stattfinden. Nur bei stark mit Würmern befallenen Tieren sollte entwurmt werden, wobei sich dann die Frage stellt, ob in der Weideführung Fehler gemacht wurden, so dass sich die Würmer so vermehren konnten, oder ob die Tiere keine ausreichende Widerstandskraft gegen Würmer besitzen. Im letzteren Fall ist zu überlegen, in wie weit das Zuchtpaar nicht den gewünschten Eigenschaften entspricht und evtl. aus der Zucht ausgeschieden werden sollte. Eine gute natürliche Widerstandskraft gegen Würmer und eine geringe Entwurmungshäufigkeit verhindert auch eine Resistenz gegen die angebotenen Entwurmungsmittel.

Auch für das Jahr 2017 ist wieder ein Züchtertreffen geplant. Züchter, Personen, die an der Zucht der Bayerischen Landgans interessiert sind, Kontakte zu Züchtern knüpfen wollen oder Zuchttiere erwerben wollen, können sich an bayerische-landgaense@gmx.de wenden.
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