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Seltene Nutztierrassen

(15 Einträge)

Hissar-Fettsteiß-Schaf Cachena-Rind Girgentana-Ziege
29 mal angesehen
10.07.2017, 20.21 Uhr

Haustierpark Lelkendorf

In Mecklenburg-Vorpommern, einem der dünn besiedelten Landstriche Deutschlands, befindet sich der Haustierpark Lelkendorf in der Nähe von Teterow (https://www.haustierpark.com/). Die Idee der Haustierparks entstand in England, wo es seit den 1970er Jahren immer mehr dieser Parks gab, die sehr erfolgreich waren und viel Publikumszuspruch hatten. Diese Idee wurde später auch mehrfach in Deutschland übernommen, wodurch es auf ganz Deutschland verteilt einige solcher Haustierparks gibt. Allerdings war das Interesse der Bevölkerung in Deutschland wesentlich geringer als in Großbritannien, so dass das Konzept nur von vergleichsweise wenigen Parks übernommen wurde.

Haustierpark – was ist das?

Hauptziel eines Haustierparkes ist es, den Menschen, die sich mittlerweile immer weiter von der ländlichen Lebensweise und den gehaltenen Tieren entfernt haben, die Vielfalt der Landwirtschaftlichen Nutztiere zu zeigen. Dazu werden jeweils Gruppen von Tieren gleicher Rasse in Gehegen gehalten, so dass man meist sowohl männliche als auch weibliche Tiere der Rasse sehen kann. Dabei werden von möglichst vielen Tierarten, beginnend beim Pferd bis hin zu Geflügel stets mehrere Rassen gezeigt. Man versucht auch, hier Zuchtgruppen zusammenzustellen und die Rassen nachzuzüchten. Im englischen Ursprungskonzept war man bereits bemüht, weitgehend seltene, aber vom Aussehen sehr eindrucksvolle Rassen auszustellen und auch auf diese Weise in ihrer Existenz zu erhalten. In Großbritannien haben speziell die „Farm Parks“ so sehr stark zur Erhaltung einheimischer gefährdeter Rassen beigetragen.
Im Gegensatz dazu ist der Geschmack der deutschen Besucher eher auf ausländische, evtl. exotische Tiere gerichtet. Hier zeigt sich eine gewisse „Vorarbeit“ durch die vielen Zoos in Deutschland, die gerade die Wildtiere der Welt zeigen wollen. Interessant sind Tiere der selben Art nur dann, wenn sie aufgefallene oder zumindest schnell unterscheidbare Zeichnungen aufweisen.
Der Haustierpark Lelkendorf wurde 1992, also kurz nach der Wiedervereinigung, am Rande des Naturparks „Mecklenburger Schweiz-Kummerower See“ gegründet. Der Haustierpark war zu Beginn als „Satellitenstation“ für den Haustierpark Warder in Schleswig-Holstein geplant. Man wollte von Anfang an seltene, gefährdete Nutztierrassen aus ganz Europa und teilweise darüber hinaus den Besuchern zeigen. Die Tiere sollten in Gruppen gehalten werden, um so eine Weiterzucht und damit Erhaltung zu ermöglichen. Dazu wurde ein weitläufiges, durch Hecken gegliedertes Gelände mit 16 ha gewählt, was es möglich macht, extensive Weidehaltung mit den Tieren zu betreiben. Die einzelnen Rassen oder Weidegruppen sind auf dem Park durch rustikale Holzzäune voneinander abgetrennt.
Mittlerweile gibt es viele verschiedene Rassen, der Park hat ca. 350 Tiere von ca. 50 Rassen, davon die Hälfte aus Deutschland. Auf einem 2 km langen Rundweg sind diese Rassen so weit wie möglich in einer sehenswert ausgestalteten art- und tiergerechten Umgebung zu sehen, da es zwar Nutztiere sind, aber nicht hauptsächlich zur Nutzung gehalten werden.
Der Haustierpark ist ganzjährig von 9 bis 18 Uhr geöffnet und kostet im Sommer 6 € Eintritt für Erwachsene, für Kinder und Familien ist es billiger.

Was gibt es alles zu sehen?

Das Tierarten- und Rassespektrum des Parks ist sehr weit. Ohne eine vollständige Aufzählung zu geben, seien hier einige der Rassen bei den Tierarten erwähnt.
Bei den Pferden sind neben Exmoor-Ponys und Shetland-Ponys auch die Tarpan-Rückzüchtung (Koniks) aus Polen ausgestellt. Die Koniks erfreuen sich in Deutschland mittlerweile einer steigenden Beliebtheit. Als Vertreter der Esel gibt es z. B. den Bulgarischen Zwergesel zu bewundern.
Bei den verschiedenen Rinderrassen ist insbesondere das Weiße Englische Parkrind augenfällig und die zierlichen Cachena-Rinder aus Spanien, die durch ihre besonderen, weit ausladenden, langen, lyraförmigen Hörner auffallen.
Besondere Erwähnung verdienen die europäischen Wasserbüffel, die einem anderen Zweig der Rinderartigen angehören oder die Alpakas, die Neuwelt-Kamele sind.
Unter der Vielzahl der im Park vorhandenen Schweinerassen stechen besonders die dänischen Glöckchenschweine heraus. Diese Rasse hat nur ganz wenige Zuchtstätten ausserhalb Dänemarks und ist deshalb als eine Rarität in Deutschland anzusehen. Als weitere Rassen seien hier nur Wollschweine (Mangaliza) oder das Chinesische Maskenschwein erwähnt.
Bei den Schafen sind neben einheimischen Rassen, wie die Skudde, auch das französische Rotkopfschaf (Rouge de Roussillon) zu sehen. Auffällig ist auch das Hissar-Fettsteiß-Schaf, das im Gegensatz z. B. zu den Karakulschafen einen Fettsteiß und keinen Fettschwanz hat.
Die unterschiedlichen Ziegenrassen stammen im Wesentlichen nicht aus Deutschland, wie etwa die Walliser Schwarzhalsziege oder die Ovambo-Ziege. Auch die Girgentana-Ziege ist eine italienische Rasse und wird neben der typischen weißen Farbe auch in der seltenen braunmelierten Zeichnung auf einem Ziegenberg gezeigt.
An Kleintieren gibt es neben Kaninchen auch Iltisfrettchen und Meerschweinchen. Natürlich dürfen auch Bienenvölker im Park nicht fehlen.
Unter den Begriff „Geflügel“ lassen sich verschiedene Gruppen zusammenfassen.
Der Truthahn, das als eines der wenigen domestizierten Tiere aus Amerika stammt, ist mit mehreren Rassen vertreten, z. B. mit der Bronzepute.
Bei den Gänsen ist die wilde Graugans, aber auch die domestizierte Diepholzer Gans zu sehen.
Die Enten sind durch die wilde Stockente und Laufenten vertreten.
Unter der großen Menge der in Europa gezüchteten Hühnerrassen werden auch einige in Lelkendorf gezeigt. So etwa die mittlerweile recht verbreiteten Vorwerkhühner, die Ramelsloher und die etwas schwereren Deutschen Lachshühner.
Nicht zuletzt gibt es auch Klätschertauben und Japanische Seidenhühner zu bewundern.
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