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Seltene Nutztierrassen

(18 Einträge)

Meixner Jungrinder Ilse
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03.10.2017, 20.59 Uhr

Bundesgelbviehschau 2017

Am 20./21. Mai 2017 fand in Dettelbach/Unterfranken die erste Bundesgelbviehschau statt. Das Ursprungszuchtgebiet der Rasse Gelbvieh in Franken ist geradezu der ideale Ort für eine Leistungsschau der Zucht. Die Frankenhalle in Dettelbach war als Veranstaltungsort besonders passend, weil hier eine entsprechende Infrastruktur vorhanden ist. Gleichzeitig mit der Gelbviehschau fand die Kreistierschau von Kitzingen statt, in der Fleckvieh- und Holstein-Rinder ausgestellt wurden.
Die Rasse Gelbvieh, die hauptsächlich in Unter- und Mittelfranken beheimatet ist, wird seit 2008 in Bayern als gefährdete Rasse geführt und gefördert. Zuerst war die Förderung nur in der Milchviehhaltung, seit 2017 werden auch Mutterkühe mit 50 € im Jahr gefördert und die Förderung der Milchkühe wurde auf 70 € erhöht. Die Rasse wird seit vielen Jahren auch in Mutterkuhherden außerhalb Bayerns gezüchtet und deshalb war die Schau sowohl für alle Bundesländer als auch für Milchvieh und Mutterkühe offen. Bedauerlicherweise hielt sich die Beteiligung von Rinderhaltern aus anderen Bundesländern in Grenzen.

Richten der Tiere

Die Klassen für das Richten wurden entsprechend der Nutzungsrichtungen eingeteilt: die Bullenklasse bestand aus Milch- und Fleischrindern, ebenso wie die Jungrindklassen. Weiterhin gab es eine Mutterkuhklasse und drei Milchkuhklassen. Als Richter fungierte Jost Grünhaupt, der Zuchtleiter der ZBH (Hessen).
In der Bullenklasse wurde der Jungbulle Meixner aus der Doppelnutzung und der Altbulle Kasimir aus der Fleischnutzung vorgestellt. Weil nur zwei Tiere aufgetrieben waren, wurde kein Sieger ermittelt, aber der wegen seines Alters kapitalere Deckbulle Kasimir beeindruckte die Besucher der Schau besonders. Vom Jungbullen Meixner steht weiblich gesextes Sperma zur Verfügung und er ging nach der Schau auf einen Betrieb, wo er noch als Deckbulle genutzt wird.
Die Klasse II, Jungrinder alt, war mit 6 Rindern besetzt. Die Siegerin wurde die namenlose Kat-Nr. 5, eine Isendorf-Tochter aus der Doppelnutzung. Bei der Jungrindklasse III, Jungrinder jung, bestehend aus 8 Rindern, wurde als Siegerin Ina P, eine Hanniball PP*-Tochter aus der Mutterkuhhaltung gekürt. Als Bundessiegerin Jungrinder konnte sich schliesslich Kat.-Nr. 5 durchsetzen.
Die Klasse IV, Mutterkühe, bestand aus 6 Tieren, bei der die jüngste Kuh Tilla den Sieg davon tragen konnte. Damit war Tilla auch die Bundessiegerin Mutterkuh. Die Hernach-Tochter stammt aus der Doppelnutzungspopulation und wird jetzt als Mutterkuh gehalten.
In der Klasse V, Jungkühe mit einem Kalb, konnte sich die Kuh Zyklon von Isaring gegen die anderen drei Tiere der Klasse durchsetzen. Die Klasse VI, Kühe mit zwei bis drei Kälbern, war mit sieben Tieren besetzt. Hier konnte Ilse, eine Isatin-Tochter, den Sieg davon tragen. Die Klasse VII, Kühe mit 4 und mehr Kälbern, war mit 6 Kühen ebenfalls relativ groß. Hier setzte sich die Insig-Tochter Gitta gegen die Konkurrenz durch. Bundessiegerin wurde schließlich die Kuh Ilse.
Die Sieger mit ihren Züchtern, Besitzern und weiteren Bildern sind auch auf dem Bericht zur Gelbviehschau auf [www.rzv-franken.de] zu finden.

Abschlussbetrachtungen

Die erste Bundesgelbviehschau war auch ein würdiger Rahmen für die Ehrung von drei Gelbviehzüchtern durch die GEH (Gesellschaft zur Erhaltung alter und gefährdeter Haustierrassen e. V.) als „Archezüchter“. Diese Züchter haben sich auf unterschiedliche Weise für die Zucht und Erhaltung dieser Rasse verdient gemacht.
Die Schau, die ganz bewusst sowohl Doppelnutzungstiere als auch Fleischrinder der Rasse zeigte, teilweise sogar in gemischten Klassen, bewies, dass die Qualität beider Nutzungsrichtungen vergleichbar hoch ist. Doppelnutzung und Mutterkuhhaltung profitieren jeweils voneinander und sollten auch nicht künstlich auseinander dividiert werden.
Auf der Schau wurden viele Nachkommen einzelner Bullen gezeigt, keine Bullennachkommenschaft dominierte die Auftriebslisten oder gar die Siegerlisten besonders stark. Es gibt und gab also viele gute Bullen, die es zu nutzen gilt. Ebenso ist dies ein gutes Zeichen, dass die Inzucht in der Zukunft wahrscheinlich nicht massiv zunehmen wird.
Es ist zu hoffen, dass diese Bundesschau trotz des hohen Organisationsaufwandes in einigen Jahren eine Neuauflage erleben darf.
Zusammen mit der Gelbviehschau fand auch das Gelbviehzüchtertreffen statt. Dabei wurde am Samstag die Schau und am Sonntag ein Zuchtbetrieb bei Geiselwind besichtigt.
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