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Seltene Nutztierrassen

(25 Einträge)

Hebridean Schaf Soay Schafherde Soay Schafböcke
222 mal angesehen
02.02.2018, 20.01 Uhr

Seltene Schafrassen in Schottland

Nicht nur in Deutschland gibt es gefährdete Nutztierrassen, auch in anderen Ländern der Welt sind lokale Schläge oder Rassen vorhanden, die nur geringe Bestandszahlen haben. Teilweise waren diese Rassen schon immer nur in einem kleinen Gebiet angesiedelt, aber einzelne Rassen waren früher weit verbreitet und sind nun selten geworden bzw. stehen sogar vor dem Aussterben.
Zur Information über solche Rassen in anderen Teilen Europas begab sich eine große Gruppe der GEH 2016 auf eine Reise durch Schottland. Hier gibt es nicht nur rein schottische Rassen sondern auch viele andere Rassen aus ganz Großbritannien, die gefährdet sind. Eine große Gruppe von gefährdeten Rassen sind die Schafe. In Großbritannien und Nordirland sind 16 Schafrassen gefährdet, weitere 32 einheimische Schafrassen sind aktuell nicht oder nicht mehr gefährdet. Die meisten dieser Rassen sind in Deutschland kaum oder gänzlich unbekannt oder zumindest unbedeutend. Eine gewisse Bekanntheit unter Schafhaltern haben die Rassen Suffolk als Kreuzungsrasse zur Fleischerzeugung erhalten, weiterhin die Shropshire für Christbaumkulturen, weil diese die Nadeln nicht anfressen sollen und die gescheckten Jacobsschafe, die bis zu 8 Hörner auf dem Kopf haben, in Zoos. Diese drei Rassen zählen nicht zu den gefährdeten Rassen, die Shropshire und die Jacobsschafe waren einmal gefährdet, haben sich aber im Bestand erholt.

Hebridean

Die Rasse Hebridean ist eine aus Schottland stammende Rasse, die nur auf der Inselgruppe der Hebriden (Westküste Schottlands) überlebt hat. Während man in großen Teilen Schottlands auf andere Rassen umgestiegen ist, konnte sich die Hebridean-Schafe in den rauhen und unwirtlichen Inseln halten. Die Rasse ist dadurch genügsam und robust geblieben, die harten, schwarzen Klauen kommen auch mit unwirtlicheren Bedingungen zurecht. Die Tiere kommen in den Farben dunkelbraun bis schwarz oder manchmal auch grau vor, weshalb die Wolle ebenfalls nicht begehrt ist. Wegen der dunklen Wollfarbe ist es kaum machbar, die Wolle zu färben. Normalerweie haben die Tiere zwei Hörner, es kommen aber auch manchmal vier oder mehr Hörner vor und manche weiblichen Tiere sind hornlos. Die weiblichen Tiere haben ein Gewicht von ca. 40 kg, die männlichen von etwa 50 bis 60 kg, sie sind damit eine relativ leichte Rasse. Hauptverwendung der Rasse ist heute die Landschaftspflege, weil die leichten Tiere nur geringe Schäden verursachen, selbst unter feuchten Bodenbedingungen. Aktuell hat sich die Rasse in Großbritannien im Bestand soweit erholt, dass sie mittlerweile nicht mehr als gefährdet gilt. Mittlerweile hat sich für das Fleisch der Hebridean ein besonderer Markt gebildet, so dass Spezialrestaurants bis zu 13 €/kg bezahlen.
Zu sehen war diese Rasse auf dem „Hebridean Isles Trading Company“, ein Croft auf der Insel Skye (gehört zu den sogenannten Innere Hebriden). Bei einem Croft handelte es sich um einen kleinen landwirtschaftlichen Betrieb, der sein Einkommen früher durch andere Tätigkeiten aufbesserte, etwa Handwerk oder als Tagelöhner. Der Betrieb hat nur wenige ha Land und zusätzlich Weiderechte auf der Gemeinschaftsweide. Auch der heutige Besitzer hat ebenfalls mehrere Einnahmequellen. Neben den Black Cheviot, einer nicht gefährdeten, fleischreichen Rasse, züchtet man dort auch Hebridean. Der Vorteil dieser Rasse ist ihre Ruhe, das leichte Lammen und dass sie stets Einlinge haben, was den Aufwand verringert. Durch ihre Genügsamkeit werden sie auch hier für die Landschaftspflege verwendet.
Früher war die Wolle, wie bei den meisten Schafrassen, trotz ihrer relativen Rauhheit ein wichtiges Wertprodukt für die Landbewohner, aus der Kleidung hergestellt wurde. Heute ist die Wolle dieser Rasse ebenfalls kaum noch absetzbar. Hier wird aber die Wolle aufgetrennt in kurze und lange Fasern und getrennt versponnen. Die hergestellte Strickwolle wird so verkauft oder selbst handverstrickt und die Produkte verkauft.

Soay

Das Soay-Schaf entstand auf der weit vor den äußeren Hebriden im Nordwesten von Schottland gelegenen, kleinen Inselgruppe St. Kilda, auf der Insel Soay (Schafinsel). Wahrscheinlich wurde es von frühen Siedlern oder von den Wikingern (8. bis 10. Jahrhundert) dorthin gebracht und verwilderte dann. Durch die Abgelegenheit und Unzugänglichkeit der Insel kam es zu keiner geregelten Zucht, wodurch die Tiere einen ursprünglichen Typ bewahren konnten und damit ein Beispiel für die Ausgangsbasis unserer heutigen Schafrassen bildet. Die Rasse ähnelt sehr den Mufflons.
Die Rasse gilt als gefährdet (at risk, 900 – 1500 Mutterschafe) und wird hauptsächlich in Großbritannien und teilweise auf dem europäischen Festland gehalten.
Die Fellfarbe variiert von hell bis dunkelbraun, meist vollständig gefärbt, es gibt aber auch gescheckte Tiere. Rassemerkmal ist, dass die Wolle selbständig abgeworfen wird, wohl eine Anpassung an die Verwilderung auf St. Kilda. Die wenige Wolle, die die Rasse liefert, ist nur zum Handspinnen geeignet oder kann zum Filzen verwendet werden. Weiterhin haben die Tiere keine Hängeohren. Die Tiere sind sehr klein und leicht (weiblich 20 – 25 kg, männlich 26 – 30 kg, Widerrist um 50 cm), sehr genügsam und brauchen deshalb in der Haltung wenig Zusatzfutter, auch auf kargen Weiden. Die Fruchtbarkeit ist gut, Zwillinge kommen öfters vor, Einlinge sind aber normal.
Die Bilder stammen von der „Wild Farm“ im Cairmgorms Nationalpark, wo neben den Soay-Schafen auch Rentiere, Hirsche, Schweine und Rinder gehalten werden. Dort werden die Schafe mittlerweile reinrassig gezüchtet, nachdem der Zuchttierabsatz sich verbessert hat. Bis vor wenigen Jahren hat man auf Kreuzungen gesetzt, um einen besseren Fleischansatz der Nachkommen zu erhalten. Die reinrassigen Jungböcke sind erst nach 18 Monaten schlachtreif, wegen des geringen Gewichtes sind die Schlachtkosten vergleichsweise hoch. Durch ihre Genügsamkeit machen sie aber die längere Futterzeit und die geringen Schlachtgewichte in dieser Gegend wieder wett. Die kleinen, aber flinken Tiere werden in festen und hohen Zäunen gehalten, da sie sehr leicht ausbrechen und dann in Freiheit, in den Bergen des Nationalparks, kaum noch auffindbar sind. Ein Treiben mit Hunden ist ebenfalls schwierig, weil der Herdentrieb kaum ausgeprägt ist.
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