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Seltene Nutztierrassen

(22 Einträge)

Deutsche Pekingenten Warzenenten I Warzenenten II
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07.03.2018, 19.36 Uhr

Entenhausen in Deutschland

Die weltweit wohl bekannteste Ente ist Donald Duck und seine ganze Verwandtschaft aus Entenhausen und das Auto "Ente". So sehr auch diese Zeichentrickfamilie berühmt ist und das Auto nostalgische Gefühle erzeugt, so wenig kennen die meisten Menschen die lebenden Enten. Auch als Fleischlieferant führt die (Mast-)Ente eher ein Nischendasein gegenüber dem anderen Geflügel. Gartenbesitzern ist insbesondere die Laufente noch als guter Schneckenvertilger bekannt. Dabei fressen eigentlich alle Enten gerne Schnecken, aber die Laufenten sollen weniger an Salat und Gemüse gefallen finden als andere Entenrassen.
So führt die Ente ein Nischendasein, obwohl sie, wie viele andere Tierarten, bereits seit Jahrtausenden von den Menschen gezüchtet und genutzt wird.
Die Ursachen hierfür sind vielfältig. So war die Ente früher verrufen, ein unreines Tier zu sein, das sich im Dreck aufhält. Ausserdem sollen sie der Fischzucht abträglich sein, weil sie Fischbrut und Jungfische fressen. Dies ist früher wahrscheinlich richtig gewesen, weil die Enten nicht ausreichend gefüttert wurden.
Durch ihren Wasserbedarf zum Schwimmen und Gründeln lassen sich Enten auch nicht so einfach halten wie Hähnchen oder Puten. Es bedarf insbesondere einer richtige und guten Wasserversorgung, da sonst der Verschmutzungsgrad sehr hoch ist. Damit ist die Haltung in Klein- und Hobbyhaltungen ebenfalls schwieriger. Das hat auch einen höheren Aufwand in kommerziellen Betrieben zur Folge, so dass die teueren Enten zu keiner Massenware wurden, obwohl sie magerer als Gänse sind, die als Festessen gelten. Aktuell werden in Deutschland pro Person jährlich etwa 20 kg Geflügelfleisch verzehrt, davon nur 0,9 kg Enten- und 0,3 kg Gänsefleisch.
Deshalb sind auch acht Entenrassen in ihrem Bestand gefährdet. Um auf deren Situation aufmerksam zu machen, wurden von der GEH 2017 drei Entenrassen als "Gefährdete Nutztierrassen des Jahres" vorgestellt: Die Orpingtonente, die Deutsche Pekingente und die Warzenente.

Orpingtonente

Die Orpingtonente stammt ursprünglich aus England und wurde dort von William Cook Ende des 19. Jahrhunderts gezüchtet. Benannt wurde sie nach dem Sitz von Cook: Orpington-House. Derselbe Züchter hat auch die Rasse der Orpington Hühner erzüchtet.
Auffällig an dieser Rasse ist das ledergelbe Gefieder mit dem helleren Untergefieder, so dass die Tiere auf die Ferne oder bei oberflächlichem Blick irgendwie schmutzig erscheinen. Die männlichen Tiere zeigen dabei einen dunkleren Kopf. Die Farbe ist allerdings spalterbig, d. h. nur die Hälfte der Nachkommen zweier ledergelber Tiere zeigt diese Farbe, die anderen sind hellgelb oder gelbdunkelwildfarbig, und sind als Ausstellungstiere bei Geflügelschauen nicht brauchbar, weil diese beiden Farben nicht anerkannt sind. Die Rasse eignet gut für die Freilandhaltung, da sie große Ausläufe gut ausnutzt. Sie ist auch entsprechend robust und wetterhart.
Gerade ihre Zweinutzungseigenschaften würde diese Entenrasse unabhängig von der Farbe interessant machen. Die Tiere haben einen guten Fleischansatz, mageres Fleisch und eine gute Legeleistung. Der Erpel erreicht 3 kg, die Ente 2,5 kg, es ist mit 80 Eiern im Jahr zu ca. 70 g Gewicht zu rechnen. Doch einen Markt für Enteneier gibt es praktisch nicht, da diese rechtlich nur gekocht als Nahrungsmittel abgegeben werden dürfen – wegen theoretischer Salmonellengefahr.
Die Orpingtonente ist eingestuft in die Gefährdungskategorie II: gefährdet.

Deutsche Pekingente

Die Pekingente stammt, wie der Name bereits vermuten lässt, ursprünglich aus China. 1873 wurde die Rasse in die USA und nach Großbritannien eingeführt und bereits 1877 nach Deutschland. In den einzelnen Ländern hat die Rasse sich unterschiedlich entwickelt. Nach dem 2. Weltkrieg war die Rasse in Deutschland fast ausgestorben.
Die Deutsche Pekingente zeigt eine typische, aufrechte Körperhaltung, hat weiße Federn, gute Daunen und eine gelbe Pigmentierung. Auch diese Rasse ist robust und für eine Freilandhaltung geeignet, zumal sie auch Kälte verträgt, solange sie einen trockenen Unterschlupf hat. Trotz dieser positiven Eigenschaften wurde die Rasse durch die Amerikanische Pekingente stark zurück gedrängt, weil diese eine höhere Mastleistung erbringt. Von den Hybridzuchtlinien der Amerikanischen Pekingente stammt heute der größte Anteil an Entenfleisch, das es zu kaufen gibt.
Der Erpel hat ein Gewicht von etwa 3,5 kg, die Ente von etwa 3 kg. Es sind jährlich ca. 50 – 60 Eier mit einem Gewicht von ca. 70 g zu erwarten. Auch diese Rasse ist in die Gefährdungskategorie II: gefährdet eingestuft.

Warzenente

Die Warzenente eine potentiell gefährdete Rasse? wird sich vielleicht mancher wundern, der sich mit Geflügel und Geflügelzucht schon intensiver beschäftigt hat. Warzenenten sind immerhin relativ häufig zu sehen. Ja, das ist so, beides ist richtig. Hier zeigt sich aber eine Situation, die sehr typisch ist für die Kleintierzucht und besonders für die Geflügelzucht in Deutschland: obwohl es viele Tiere bei verschiedenen Haltern gibt, die irgendwie ihre Tiere vermehren, ist die Zahl der Züchter, die in Geflügelzuchtvereinen organisiert sind, vergleichsweise gering. Aber nur diese Tierzahlen dienen zur Beurteilung des Gefährdungsgrades einer Tierrasse. Und so kommt es, dass zwar viele Warzenenten in allen Gegenden Deutschlands verbreitet sind, aber die Zahl der offiziellen Zuchttiere trotzdem nicht so hoch sind. Diese Entwicklung, dass immer weniger Rassegeflügelzucht betreiben bzw. Mitglied in einem Zuchtverein sind, sieht man schon seit langem. Darum ist einer der ersten Wege, die Erhaltung einer Rasse zu fördern, eine Mitgliedschaft in einen Geflügel- oder Kleintierzuchtverein und eine geordnete Zucht einer Rasse. Damit ist auch ein Besuch von Ausstellungen möglich und eine externe Bewertung der Tiere.
Im Gegensatz zu allen anderen Hausentenrassen stammt die Warzenente nicht von den Stockenten sondern von den Moschusenten ab. Sie kommt aus Südamerika, wurde dort domestiziert, kann nicht quaken und weist mit 35 Tagen eine längere Brutdauer als die Stockentennachkommen mit ca. 25 – 28 Tagen auf.
Die Rasse ist frohwüchsig, relativ schwer, aber flugfähig, und liefert gutes Fleisch. Der Erpel hat 4 – 5 kg, die Ente etwa 3 kg und legt ca. 40 Eier zu ca. 80 g im Jahr. Diese fruchtbare Rasse ist sehr brutfreudig und mit guten Muttereigenschaften ausgestattet, was ihre Haltung mit Naturbrut erleichtert. Die Rasse wird in verschiedenen Farbschlägen gezüchtet, am weitesten verbreitet ist der weiße Farbschlag. Charakteristisch und namensgebend sind die Warzen auf der Gesichtshaut und die große Stirnwarze. In der früheren DDR wurde die Rasse durch staatliche Förderungsmaßnahmen sehr stark gezüchtet. Vermarktet werden diese Enten heute oft als „Flugenten“, Barberie-Enten oder die Hybriden (Kreuzung) mit den Pekingenten als „Mularden“ (Anpaarung: Warzenenten Erpel mit Pekingente).
Für die Warzenente gibt die Gefährdungskategorie IV: Vorwarnstufe.

Beitrag mit Material der GEH erstellt (www.g-e-h.de)
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