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Seltene Nutztierrassen

(25 Einträge)

Harzer Fuchs Huzule Clown aus Kaninchenfell
143 mal angesehen
28.06.2018, 16.06 Uhr

Tag der alten Haustierrassen im Freilandmuseum Neusath

Es ist schon mittlerweile gute Tradition geworden, dass am 1. Sonntag im Oktober im Freilandmuseum der Oberpfalz in Neusath bei Nabburg der Tag der alten Haustierrassen stattfindet. 2017 fiel dieser Tag auf den 1. Oktober.
Wie bei allen Freilandveranstaltungen ist der wichtigste Part das Wetter, das an diesem Sonntag wenig Sonne im Gepäck hatte. Trotz leichtem Regen am Morgen und ab und zu Nieselregen am Nachmittag, war es aber nicht kalt, so dass doch einige Besucher kamen.
Das Museumsjahr stand unter dem Motto „Von der Not zum Überfluss- Landwirtschaft früher und heute“ und so sollte die Gegenwart der Nutztierhaltung aufgezeigt werden. Dazu gab es das Schweinemobil zu besichtigen, das mit 5 jungen Mastschweinen besetzt war. Dieses Schweinemobil ist ein Schweinestall, wie er heute in der konventionellen Schweinemast üblich ist, im Kleinstformat und kann für Ausstellungen und Schauen gemietet werden. Im Jahre 2016 war es etwa auf dem ZLF zu sehen. Den Gegensatz dazu, die Schweinehaltung in der Vergangenheit, gab es in den Höfen des Freilandmuseums, allerdings ohne Schweine, zu besichtigen, da die eigenen Schweine des Freilandmuseums auch tatsächlich im Freiland gehalten werden.
Auch dieses Mal gab es wieder einen Informationsstand der GEH zum Thema gefährdete Rassen in Deutschland, der trotz geringerer Besucherzahl wegen des regnerischen Wetters, gut besucht war. Das hatte sicher damit zu tun, dass gegenüber des Infostandes der Backofen stand und dort der Brotverkauf durchgeführt wurde.

Große Schau der Rinderrassen

Hauptereignis dieses Jahr war die Rinderschau des Fleischrinderverbandes Bayern. Ausgestellt wurden die Rassen Angus, Aubrac, Galloway, Belted Galloway, Gelbvieh, Hereford, Highland Cattle, Limousin, Murnau-Werdenfelser, Pustertaler, Rotes Höhenvieh und Simmentaler. Von diesen 12 Rassen gelten vier, Gelbvieh, Murnau-Werdenfelser, Pustertaler und Rotes Höhenvieh, in Deutschland als gefährdet. Von jeder Rasse waren ein bis drei Tiere, Bullen, oft Mutterkühe mit Kälbern oder Jungrinder ausgestellt. Die Rinder wurden dabei nicht von den Besitzern vorgeführt sondern konnten im Gatter betrachtet werden. Viele Besucher nutzten die Möglichkeit, im Vorbeigehen die Tiere anzusehen und einige Kinder aber auch Erwachsene, um das eine oder andere Tier zu streicheln. Der direkte Vergleich der weit verbreiteten Rassen, wie Simmentaler mit den vier gefährdet eingestuften Rassen zeigte auch deutlich, dass die Qualität und das Fleischansatzvermögen dieser gefährdeten Rassen für die Mutterkuhhaltung durchaus vergleichbar sind. Den vielen Beschickern der Rinder ist für die Arbeit zu danken, die Tiere schaufertig vorzubereiten.
Dass die Rinder nicht nur zur Schau brauchbar sind, sondern auch schmackhafte Produkte erzeugen, davon konnte man sich ebenfalls überzeugen. Es gab Rotviehburger in der Semmel aus dem Fleisch des Roten Höhenviehs, das in der Oberpfalz seit über 20 Jahren wieder heimisch geworden war und seither einen steten Aufwärtstrend verzeichnet. Das Fleisch stammte dabei aus der Nähe, einem Beweidungsprojekt in Tännesberg.

Kleinvieh macht auch was her

Wie nun schon seit einigen Jahren wurde eine kleine Schrift mit dem Titel „Nutztiere ohne Nutzen?“ vom Freilandmuseum herausgebracht, die sich mit den drei Entenrassen als gefährdete Rassen des Jahres 2017 und der Entenzucht und -haltung in früheren Zeiten allgemein beschäftigt. Diese drei Rassen, Orpingtonente, Deutsche Pekingente und Warzenente waren bereits vor einigen Monaten in diesem Blog behandelt worden.
Ausgestellt waren aber auch Huzulen- und Konikpferde und Alpakas als größere Tiere neben vielen verschiedenen Schafrassen, der Harzziege (einer Farbvariante der Bunten Deutschen Edelziege) und der Thüringer Wald Ziege. Aber nicht nur lebende Schafe zum Ansehen, auch Schafprodukte gab es zu kaufen. So Irish Stew vom Lamm, ebenso wie Bratwürste für die kulinarischen Genüsse, aber auch Wollprodukte und Schafmilchseife wurden angeboten.
An kleineren Tieren gab es Spitze, eine mittlerweile selten gewordene Hunderasse, mit einem eigenen Infostand und Altdeutsche Hütehunde, etwa einen Harzer Fuchs.
An Geflügel war ebenso einiges geboten, insbesondere verschiedene Taubenrassen und Hühner, wie Deutsches Reichshuhn und Sundheimer, oder die Bayerische Landgans.
Weiterhin waren Kaninchen ausgestellt, insbesondere Meissner Widder und Klein- und Großsilber Kaninchen. Dass man mit Kaninchen mehr machen kann als schmusen, zeigte auch die Handwerksgruppe, die wieder aus Kaninchenfell verschiedene Dinge bastelten. Aus den Fellen lassen sich Kuscheltiere, wie Hunde oder Bären, fertigen oder wie im Bild dargestellt, auch einen Clown zur Dekoration. Ursprünglich waren die Kaninchenrassen um 1900 schliesslich insbesondere wegen der Felle, als Ersatz für Wildfelle oder anderer Raubtierfelle, gezüchtet worden. Somit waren die Felle in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts ein für die Kaninchenhalter wichtiges Wertprodukt, das heute kaum noch beachtet wird.
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Kommentare

29.08.2018 17:50 struwinga83
Gut dass es so was authentisches gibt. Danke für deine gute Beschreibung. Da werd ich mir doch mal einen Besuch zu solch einem Tag der alten Haustierrassen einrichten.

Viele Grüße
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