Zur mobilen Version wechseln »
NachrichtenThemenMediathekCommunityWetterMärkte & PreiseShopBranchenbuchagrarheute.comlandlive.de
Erweiterte Suche »
UploadChatForenFotosFotoalbenVideosBlogsTermineMitgliederGruppenPartnersuche

Seltene Nutztierrassen

(29 Einträge)

Rheinisches Kaltblut beim Schaupflügen Rheinisch Deutsches Kaltblut Ardenner Kaltblut
66 mal angesehen
27.04.2019, 09.40 Uhr

Das Rheinisch-Deutsche Kaltblut

Kaltblüter, das sind eine Gruppe von Pferden, die sich durch gemeinsame Eigenschaften auszeichnen: schwere, kräftige Tiere, die sich nicht leicht aus der Ruhe bringen lassen. Eben, was man bei einem Menschen wohl als „kaltblütig“ bezeichnet im Gegensatz zu „heißblütig“. Doch bei Pferden ist der Gegensatz zu den „Kaltblütern“ die „Warmblüter“, leichtere und temperamentvollere Pferde, die auch manchmal schwer zu handhaben oder bändigen sind.
Die heute nicht mehr so bedeutende Kaltblutzucht in Deutschland geht wohl ursprünglich auch zurück auf die schweren Ritterpferde des Mittelalters, aber im Wesentlichen aber auf die bei den Bauern, Händlern und anderen Gewerben schon seit Jahrhunderten verwendeten Arbeitspferde. Diese waren aber bis in die frühe Neuzeit bei weitem nicht so kräftig, wie heute. Erst die Verbesserung der Anspannung, die Industrialisierung, verbunden mit der Entwicklung neuer Bewirtschaftungsmaßnahmen und der Entwicklung neuer landwirtschaftlicher Geräte, machte es notwendig, die Pferde immer stärker und auch größer zu Züchten.

Zuchtgeschichte

Während man im Süden eher auf Pferde Noriker-Ursprungs zurück griff und im Norden das Jütländische Pferd weiter entwickelt wurde, setzte man hauptsächlich im Rheinland und in Mitteldeutschland für die Zucht eines schweren Arbeitspferdes auf die bereits hochgezüchteten Pferde belgischen Ursprungs: Brabanter und Ardenner Kaltblüter. Insbesondere die recht schweren Brabanter gelangten ab dem Ende des 19. Jahrhunderts ganz massiv nach Deutschland bis zur Elbe herein und wurden für die Zucht der schweren Kaltblüter belgischer Abstammung verwendet. Daraus hat sich über Jahrzehnte in den einzelnen Regionen besonders benannte Schläge der heutigen Rasse „Rheinisch-Deutsches Kaltblut“ entwickelt (Rheinisch-westfälisches Kaltblut, Sächsisches Kaltblut etc.).
Besonders in den ersten Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts wurden sehr viele Hengste und auch Stuten aus Belgien eingeführt, die halfen, die Zucht aufzubauen. Seit etwa den 1930er Jahren war die deutsche Zucht immer stärker unabhängig von Importen. Doch die Einfuhr von einzelnen Hengsten belgischer Abstammung wurde bis in jüngste Zeit fortgeführt. Bedeutenster Blutlinienbegründer wurde der 1916 in Belgien geborene Hengst Albion d’Hor, der später nach Deutschland exportiert wurde und von dem heute nahezu alle Hengste abstammen.

Entwicklung im 20/21. Jahrhundert

Nachdem die Zucht zu Beginn des 20. Jahrhunderts einen ganz starken Aufschwung genommen hat, nahm die Zahl der Pferde bis nach dem Zweiten Weltkrieg zu. Da aber die Währungsreform 1948 und der Aufschwung danach auch die Mechanisierung der Unternehmen und der Landwirtschaft vorantrieb, war die Zugleistung der Kaltblutpferde bald nicht mehr gefragt. Ihre Zahl nahm deutlich ab, obwohl man versuchte, die Rasse leichter zu züchten, z. B. durch Einsatz von Ardennern, und damit neue Käuferschichten anzusprechen. Die Zahl der Deckhengste nahm ab, staatliche Stellen boten keine neuen Hengste an. In den 1970er Jahren war der Tiefstand der Tierzahlen und der Zucht erreicht. Damals war die Rasse stark vom Aussterben bedroht, so dass man sich Gedanken über die Rettung machte. Durch verschiedene Aktivitäten, u. a. wurden auch neue Deckhengste an den Landgestüten eingestellt, war es möglich, die Rasse zu stabilisieren. Seither gibt es einen leichten, aber sehr kontinuierlichen Aufschwung der Rasse.
Heute werden die Pferde nach wie vor als Zugtiere verwendet, etwa in der Forstwirtschaft oder bei Kutschfahrten. Wichtig sind auch Brauchtumsveranstaltungen. Weiterhin hat sich eine kleine Gruppe etabliert, die die Kaltblüter auch für den privaten Reitsport einsetzen. Damit scheint die Zukunft dieser Rasse fürs Erste gesichert zu sein.
offline

Geschrieben von

Schlagwörter

Bitte gib die Schlagwörter mit Komma getrennt ein.

Kommentare

Zum Seitenanfang