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FAIRTRADE - Schein & Wirklichkeit

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Fairtrade-Logo
FAIRTRADE - Schein & Wirklichkeit
Hallo, mit dieser Diskussion im landwirtschaftlichen Forum "Preise, Verbraucher, Handel und Politik" möchte ich einen Meinungsaustausch zum Thema FAIRTRADE: SCHEIN & WIRKLICHKEIT initiieren und folgende Fragen aufwerfen:

- Hilft FAIRTRADE tatsächlich betroffenen Landwirten in armen Ländern?
- Gefährden FAIRTRADE-Aktionen die Deutsche Landwirtschaft?
- Wie könnte eine sinnige Zusammenarbeit zwischen der Landwirtschaft in "armen" Ländern und bei uns aussehen?
- Hilft LIDL tatsächlich mit seinem FAIRTRADE-Angebot oder ist das Marketinggag?

Infos: www.fairtrade.org

Bin gespannt auf eine spannende Diskussion!
think 50:50

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Ich denk nicht, dass Fairtrade den deutschen Landwirt trifft. Ist es doch nun mal so, dass die Landwirtschaft in Deutschland und Europa mit die größte Lobbygruppe besitzt. Diese wird schon dafür sorgen, dass der Markt nicht von zollfreien Gütern aus "armen" Länder überschwemmt wird.
Wenn Discounter wie Lidl auf derartige Label zurückgreifen, ist dass meiner Ansicht nach einfach ein Erkennen von Trends auf dem Markt und eine Möglichkeit, dass Image in eine gewisse Richtung zu schieben. Kauft doch heute nichtmehr nur der Sandale-tragende Ökoagent bio-Ware, sondern auch der hippe Aufsteiger mit Bossanzug. Und dessen Geld stinkt nicht.
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Hilfe, was sind denn das für Konsumentenbilder?
der Sandale-tragende Ökoagent ..... der hippe Aufsteiger mit Bossanzug.

Die beiden Typen gabs in den 80er und 90er Jahren . Heute werden Ökoprodukte von der Mehrheit der Bevölkerung zumindest gelegentlich und in bestimmten Sortimentsbereichen mal mehr mal weniger gekauft. Öko ist Mainstream, wenn auch Anteilsmäßig auf recht niedrigem Niveau.

Zur Frage nach Fair Trade: Ich denke die Motive von fair trade, gepa u.a. sind sehr ehrlich und die Systeme funktionieren auch. Ansonsten würde die Konkurrenz schon laut geben. Die meisten Produkte aus dem FT Bereich stehen auch nicht auf der Anbauliste deutscher Bauern. Insofern kein Wettbewerb aber auch kein Nutzen. Fair Trade in D sieht anders aus: Mehr regionale Produkte, mehr beim Direktvermarkter. Da hat der LW etwas davon und man selbst auch weil es frischer und variantenreicher ist als aus dem Supermarkt.
Gruß
Kaix
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Ich denke mal die Geschäfte sollten immer fair sein und für alle sollten die gleichen Bedingungen gelten. Wenn nun durch europäisches Marketing Geld in Südamerika irgendwelche Kaffee Kooperativen bevorteilt werden und die nicht bevorteilten Betriebe unter Druck setzen, dann kann von Fair nicht die Rede sein. Für mich ist das Ganze hauptsächlich Marketing, zumal ich als Konsument die Herkunft nicht stichhaltig überprüfen kann und ich nicht weiss ob der "Mehrpreis" wirklich einem landwirtschaftlichen Betrieb zugute kommt.

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Kaix schrieb:



Die beiden Typen gabs in den 80er und 90er Jahren . Heute werden Ökoprodukte von der Mehrheit der Bevölkerung zumindest gelegentlich und in bestimmten Sortimentsbereichen mal mehr mal weniger gekauft. Öko ist Mainstream, wenn auch Anteilsmäßig auf recht niedrigem Niveau.




Öko wird nur dann vom Mainstream gekauft wenn es nicht teurer ist wie der konventionelle Pendant. Genauso wird/ist dies bei den Fairtrade Geschichten. Hier wird der normale Verbraucher diese Produkte nur kaufen wenn sie gleich teuer sind wie die normalen, oder aber mal um zu gucken oder das "schlechte Gewissen" zu beruhigen zwischendurch. Es gab schon einige Beispiele im Fernsehen und auch Studien in den Printmedien das Verbraucher beim direkten Vergleich zum großen Teil auf die preiswertere Ware zurück greifen.
Ein großer Teil der Bevölkerung kann sich das schlicht und einfach auch garnicht leisten.

Gruß

Friedhelm
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Fiete schrieb:
Öko wird nur dann vom Mainstream gekauft wenn es nicht teurer ist wie der konventionelle Pendant. Genauso wird/ist dies bei den Fairtrade Geschichten.


Da stimm ich Fiete vollkommen zu. Es ist nicht der Mainstream, der so etwas kauft, sondern nur ein bestimmter Teil der Gesellschaft. Und der interessiet sich sowohl für Fairtrade- als auch für regionale Produkte. Ich glaube aber nicht, dass deshalb Fairtrade und Direktvermarktung in Konkurrenz zueinander stehen, da es sich ja meist um verschiedene Produkte handelt, die angeboten werden.
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HademarWaldmann schrieb:

Da stimm ich Fiete vollkommen zu. Es ist nicht der Mainstream, der so etwas kauft, sondern nur ein bestimmter Teil der Gesellschaft. .


Moin,
ich zitiere mal aus einer aktuellen Emnidstudie:
"Über die Hälfte (55%)der befragten Deutschen kauft gelegentlich Bio-
Lebensmittel.Jeder fünfte (21%)Befragte gibt an,häufig Bio-Lebensmittel
zu kaufen.Damit erfährt die Anzahl der Personen,die häufig Bio-
Lebensmittel kaufen,gegenüber 2005 eine leichte Steigerung (2005 gaben
15%an,häufig Bio-Lebensmittel zu kaufen).22 Prozent der Befragten
kaufen nie Bio-Lebensmittel."
(http://www.oekolandbau.de/fileadmin/redaktion/dokumente/journalisten/publikationen/OEkobarometer_07.pdf)

Also, wenn über die Hälfte gelegentlich kaufen, dann ist das für mich Mainstream a u c h wenns insgesamt nicht mal 5% des Marktes ausmacht.
Ab wann ist es denn bei euch Mainstream?
Ein Preisabstand von ca. 20% wird auch i.d.R. akzeptiert. Hab ich mal von Prof. Spiller in einem Vortrag gehört, hab grad leider keine Quelle)

Ich habe mich auch nur gegen die Stereotypen gewand, die Schwammerl verwendet hat. "Gut betucht" ist eben nicht nur hipper Aufsteiger sondern auch Beamter und viele Rentner, Doppelverdiener ohne oder mit nur einem Kind usw.

Ich habe auch nicht gesagt, dass fair trade und Direktvermarktung im Wettbewerb stehen. Was ich sagen wollte war, dass derjenige, der den Erzeugern hier in Deutschland was gutes tun will z.B. beim DV kaufen könnte bzw. regionale Produkte bevorzugen sollte.

Gruß
Kaix
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Hallo, zum Kommentar von Kaix weiter oben nur kurz: mit meinem Vergleich wollte ich ausdrücken, dass meiner Ansicht nach öko im mainstream angekommen ist. Ich finde auch, dass es diese von mir beschriebenen Typen noch in unserer Gesellschaft gibt, und sie zu keiner ausgestorbenen Spezies gehören. Im übrigen weiß ich selbst, dass es auch noch andere Menschen in dieser Gesellschaft gibt, die "gut betucht" sind. Aber vielen Dank für den Hinweis. Meine stereotype Welt ist manchmal eben eher einfach gestrickt.
Zudem will ich fair trade nicht unterstellen unlautere oder unehrliche Absichten zu verfolgen. Gott bewahre. Nur ist es bei Großunternehmen wie Lidl nun mal einer ist, nicht primär die Direktive den Menschen das Gute und Gesunde zu bringen, sondern wirtschaftlich zu arbeiten. Deswegen finde ich, dass gerade weil deren Konsumentenforschung Trends und Verbraucherinteressen ganz genau zu erkennen weiß, es im Augenblick opportun ist auf öko-Prdukte im Einkaufsregal zu setzen.
Funktioniert ja auch bei mir. Da kauf ich mir billig gutes Gewissen, da ich ja öko kaufe. Dem kleinen Bioladen um die Ecke jedoch, der hart am kalkulieren ist, um nicht zuviel anzuschaffen, dass er nicht verkaufen kann, helf ich damit nicht. Dem ergeht es wie den Tante- Emma Laden vor zehn Jahren. Zu kleines Sortiment, zu hoher Preis, ein Discounter am Dorfrand, schwupps war er weg.
Nichts für ungut, Kaix.
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dan sind wir ja im Prinzip einer Meinung, wie schön
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Kaix schrieb:

Moin,
ich zitiere mal aus einer aktuellen Emnidstudie:
"Über die Hälfte (55%)der befragten Deutschen kauft gelegentlich Bio-
Lebensmittel.Jeder fünfte (21%)Befragte gibt an,häufig Bio-Lebensmittel
zu kaufen.Damit erfährt die Anzahl der Personen,die häufig Bio-
Lebensmittel kaufen,gegenüber 2005 eine leichte Steigerung (2005 gaben
15%an,häufig Bio-Lebensmittel zu kaufen).22 Prozent der Befragten
kaufen nie Bio-Lebensmittel."
(http://www.oekolandbau.de/fileadmin/redaktion/dokumente/journalisten/publikationen/OEkobarometer_07.pdf)

Also, wenn über die Hälfte gelegentlich kaufen, dann ist das für mich Mainstream a u c h wenns insgesamt nicht mal 5% des Marktes ausmacht.
Ab wann ist es denn bei euch Mainstream?
Ein Preisabstand von ca. 20% wird auch i.d.R. akzeptiert. Hab ich mal von Prof. Spiller in einem Vortrag gehört, hab grad leider keine Quelle)



Naja, 5% von so einem riesigen Markt ist kein Mainstream.
Entschudlige bitte, aber dafür müßten schon Marktanteile von deutlich mehr wie 25% oder sehr deutlichen Marktsteigerungen ( von 5% Marktanteil auf 10% Marktanteil) bestehen um sagen zu können das ist der Mainstream, da gehts hin, oder?
Wobei ich Studien und Umfragen immer mit Vorsicht betrachte.

Ich widerspreche dir aber sehr deutlich in dem Punkt: 20% Mehrpreis werden durchaus akzeptiert.
Das kann jemand der gut verdient und bei dem 20% Mehr oder Weniger Kosten für Lebensmittel keine Geige spielen behaupten und machen.
Eine Familie mit 4 Kinder wo nur ein Elterteil hin Arbeiten gehen kann, wird das durchaus kritischer gesehen. Das sind bei vorsichtig geschätzten 250,-€ je Monat für Lebensmittel sage und schreibe 50,-€ Mehrbelastung für den Haushalt ob er jetzt 20% mehr oder weniger zahlt.


Gruß

Friedhelm


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