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Immer mehr Bauernhöfe sterben

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Immer mehr Bauernhöfe sterben
Heute kam bei RTL Aktuell ein kurzer, aber guter Beitrag mit dem Titel "Immer mehr Bauernhöfe sterben".
Jährlich geben rund 9000 Betriebe auf. Nur noch jeder dritte Betrieb findet einen Nachfolger. Die kleinen Betriebe unter 100 ha rechnen sich meist nicht mehr.

Es ist ja bekannt das es immer weniger Nachfolger, vor allem aus der eigenen Familie, gibt. Wie siehts' bei euch aus:
Seit ihr selbst betroffen, oder habt ihr einen Nachfolger?
Würdet ihr "ein Stück eures Lebens" einfach an Fremde abgeben, oder würde nur jemand aus der Familie oder ein Bekannter in Frage kommen?

Schlagwörter dieses Themas: bauernhofsterben, hinzufügen »

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Beitrag vom Autor bearbeitet am 30.11.11 um 22:28 Uhr.
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Finde es schade,dass Du dir mit 17 darüber Gedanken machst. Es gibt zwar regional Probleme, aber grundsätzlich sind die Aussichten für die Landwirtschaft sehr gut. Energieknappheit etc. Die Stimmung ist schlechter als die Situation denke ich.
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Beitrag vom Autor bearbeitet am 30.11.11 um 21:00 Uhr.
@ Campesinoneu #
Campesinoneu schrieb:

Finde es schade,dass Du dich mit 17 darüber Gedanken machst. Es gibt zwar regional Probleme, aber grundsätzlich sind die Aussichten für die Landwirtschaft sehr gut. Energieknappheit etc. Die Stimmung ist schlechter als die Situation denke ich.

Bei uns in der Region ist es so, das die BGA Anlagen die Höfe kaputt machen, weil keine pachtflächen mehr vorhanden sind, und somit der wachstum kleinerer betriebe fast unmöglich wird, das sind die, die dann aufgeben müssen, aber ich denke das dieses Problem überall vorhanden ist mit den BGA Anlagen
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@ Dorado86 #
Dorado86 schrieb:

Bei uns in der Region ist es so, das die BGA Anlagen die Höfe kaputt machen, weil keine pachtflächen mehr vorhanden sind, und somit der wachstum kleinerer betriebe fast unmöglich wird, das sind die, die dann aufgeben müssen, aber ich denke das dieses Problem überall vorhanden ist mit den BGA Anlagen



Bei uns ist es genauso, die Pachtpreise stiegen in den letzten 5 Jahren auf das 4 bis 5 fache, Betriebe deren Verträge auslaufen verlieren reihenweise ihre Flächen an BGA s, die teils 500-600 € über dem Ortsüblichen Pachtpreis zahlen. Die eEgentumflächen sind bei uns in der Region selten mehr als 20 - 30 ha und meist darunter, da kann mann sich schnell ausrechnen wies da mit 60 oder 80 Kühen weitergeht ohne Futter!

Da ist oft ein Williger und fähiger Hofnachfolger vorhanden und wird sozusagen gezwungen sich eine andere Arbeit zu suchen.
Selbst ein leidenschaftlicher Landwirt mit gutlaufender Vollerwerbsbetriebe mit neuwertigen Stall mit 70 Kühen wurde heuer in die Knie gezwungen als er 45 ha Pachtland verlor und somit mit 17 ha dastand. Der Stall ist jetzt leer, der Bauer ca. 45 Jahre lernt jetzt einen neuen Beruf, (nur Glück, das er keine Schulden hatte)!
Manchmal stehen große Konzerne hinter den Pachtpreistreibern, von deren Konten dann auch die Rechnungen beglichen werden und der BGA Betreiber ist anscheinend nur Knecht auf seinen Hof und haut mit Pachtpreisen um sich.

Einer ganzen Familie wird die Existenzgrundlage genommen----- die BGA setzt ein paar Stunden mehr einen Lehrling oder MR Helfer auf geleaste Traktoren bzw. lässt die Häckselkette ein paar Stunden länger arbeiten----- der BGA Betreiber hat etwas mehr Umsatz, mehr Futter und kann seine Anlage wieder erweitern um so weiterzumachen und noch etliche 100ha dazuzupachten

Sieht so wachsen oder weichen aus ?

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Gab es für die Betriebe mit 70 Kühen und 17 ha zu keiner Zeit in den letzten 25 oder 50 Jahren die Möglichkeit Land zu kaufen ?

Oder war es einfach viel billiger zu pachten und das rächt sich jetzt ?

Ich weiß schon das man in vielen Regionen den heutigen Kaufpreis als LW nicht zahlen kann, aber war das immer schon so, oder haben diese Betriebe einfach Changen verpasst und stehen jetzt vor dem Aus ?

Aus meiner Sicht ist es zu einfach generell die BGA für den Struckturwandel verantwortlich zu machen.
Einen Struckturwandel den es eigentlich schon seit der Dreifelderwirtschaft im Mittelalter gibt.
Nur das Genie beherrscht das Chaos.
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@ Paula #
Paula schrieb:

Gab es für die Betriebe mit 70 Kühen und 17 ha zu keiner Zeit in den letzten 25 oder 50 Jahren die Möglichkeit Land zu kaufen ?

Oder war es einfach viel billiger zu pachten und das rächt sich jetzt ?

Ich weiß schon das man in vielen Regionen den heutigen Kaufpreis als LW nicht zahlen kann, aber war das immer schon so, oder haben diese Betriebe einfach Changen verpasst und stehen jetzt vor dem Aus ?

Aus meiner Sicht ist es zu einfach generell die BGA für den Struckturwandel verantwortlich zu machen.
Einen Struckturwandel den es eigentlich schon seit der Dreifelderwirtschaft im Mittelalter gibt.


Echt? Woran machst Du den Strukturwandel im Mittelalter fest?
Ich vertret hier meine Meinung.....Deine mußt Du Dir selbst bilden
Freiwirtschaft: [userpage.fu-berlin.de]

„Wer die Vergangenheit nicht kennt, kann die Gegenwart nicht verstehen."
(George Santayana)

Nimm das Recht weg - was ist dann ein Staat noch anderes als eine große Räuberbande?
(Augustinus von Hippo)
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@ 2011 #
2011 schrieb:

Bei uns ist es genauso, die Pachtpreise stiegen in den letzten 5 Jahren auf das 4 bis 5 fache, Betriebe deren Verträge auslaufen verlieren reihenweise ihre Flächen an BGA s, die teils 500-600 € über dem Ortsüblichen Pachtpreis zahlen. Die eEgentumflächen sind bei uns in der Region selten mehr als 20 - 30 ha und meist darunter, da kann mann sich schnell ausrechnen wies da mit 60 oder 80 Kühen weitergeht ohne Futter!

Da ist oft ein Williger und fähiger Hofnachfolger vorhanden und wird sozusagen gezwungen sich eine andere Arbeit zu suchen.
Selbst ein leidenschaftlicher Landwirt mit gutlaufender Vollerwerbsbetriebe mit neuwertigen Stall mit 70 Kühen wurde heuer in die Knie gezwungen als er 45 ha Pachtland verlor und somit mit 17 ha dastand. Der Stall ist jetzt leer, der Bauer ca. 45 Jahre lernt jetzt einen neuen Beruf, (nur Glück, das er keine Schulden hatte)!
Manchmal stehen große Konzerne hinter den Pachtpreistreibern, von deren Konten dann auch die Rechnungen beglichen werden und der BGA Betreiber ist anscheinend nur Knecht auf seinen Hof und haut mit Pachtpreisen um sich.

Einer ganzen Familie wird die Existenzgrundlage genommen----- die BGA setzt ein paar Stunden mehr einen Lehrling oder MR Helfer auf geleaste Traktoren bzw. lässt die Häckselkette ein paar Stunden länger arbeiten----- der BGA Betreiber hat etwas mehr Umsatz, mehr Futter und kann seine Anlage wieder erweitern um so weiterzumachen und noch etliche 100ha dazuzupachten

Sieht so wachsen oder weichen aus ?

Bitte versuche den Bauern mit den verlorenen 45 ha zu übereden ein Spiegel Interview zu machen. Sonst erfahren die in Berlin nie was sie angerichtet haben. Ich wusste nicht,dass ihr in Bayern die gleichen Probleme habt. Es soll ja 2012 besser werden. Aber für einige sicher zu spät
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Beitrag vom Autor bearbeitet am 30.11.11 um 22:52 Uhr.
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Ach Kinners,

wenn der Tante-Emma-Laden den Edeka-Supermarkt nicht überlebt hat, hat auch keiner geholfen....

Wer zu blöd ist, und trotz eines kleinen Betriebs bei schlechten Preisen meint, einen tausender Mastschweinestall auf Kredit bauen zu müssen, der fährt eben vor die Wand. Wer meint, er kann immer so weiter machen mit seinen 50 ha Ackerbau, der fährt auch vor die Wand.

Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit....

Kein Mitleid.
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@ Paula #
Paula schrieb

Oder war es einfach viel billiger zu pachten und das rächt sich jetzt ?



Hallo Paula,

ja, korrekt. Die ökonomische Kalkulation ergab, dass es günstiger war für eine Fläche ein Nutzungs-
entgelt zu zahlen, als sie zu erwerben, um sie unbefristet nutzen zu können. Die Pacht lag unterhalb
des Betrages, der sich aus Tilgung und Zins errechnete. Die Bodenpreise dümpelten seit den 50er
Jahren vor sich hin, sodass man vorwiegend in Produktionsanlagen investierte und darauf vertraute,
dass die Fläche weiterhin günstig pachtbar bleibt. Der erste Schub bei den Pachten kam, als Fläche
für die Gülleausbringung der Schweinebetriebe knapp wurde. Mit den Pachten stiegen natürlich auch
die Verkehrswerte der Flächen. Trotzdem blieb die Relation Pacht/Kaufpreis gewahrt. Erst mit Beginn
des BGA-Zeitalters und dem Wegbrechen sicherer Investitionsmöglichkeiten in der Wirtschaft, begann
der run auf ldw. Flächen. Sowohl auf dem Pachtmarkt als auch auf dem Kaufmarkt schnellten die
Preise in die Höhe. Manche Produktionssysteme können deshalb seit einiger Zeit bei den Pachten nicht
mehr mithalten. Deine Frage ist sehr provozierend. Sag doch mal, wann glaubst Du, hat es eine
Zeitspanne gegeben , in der es angeraten gewesen wäre Fläche zu kaufen, statt in Produktions-
anlagen zu investieren. Schon seit einiger Zeit werden Flächenkäufe fast nur noch von Reinvestierern
bzw. Kapitalfonds vorgenommen. Aus dem Wirtschaftsergebnis eines landwirtschaftlichen Betriebes,
ist soetwas jedenfalls kaum möglich.

Grusss, DWEWT
Nur die Götter gehen zugrunde, wenn wir endlich gottlos sind. K.Wecker
Religionsfreiheit ist ein schönes Ziel; so ganz frei von Religion.
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@ DWEWT #
DWEWT schrieb:

Hallo Paula,

ja, korrekt. Die ökonomische Kalkulation ergab, dass es günstiger war für eine Fläche ein Nutzungs-
entgelt zu zahlen, als sie zu erwerben, um sie unbefristet nutzen zu können. Die Pacht lag unterhalb
des Betrages, der sich aus Tilgung und Zins errechnete. Die Bodenpreise dümpelten seit den 50er
Jahren vor sich hin, sodass man vorwiegend in Produktionsanlagen investierte und darauf vertraute,
dass die Fläche weiterhin günstig pachtbar bleibt. Der erste Schub bei den Pachten kam, als Fläche
für die Gülleausbringung der Schweinebetriebe knapp wurde. Mit den Pachten stiegen natürlich auch
die Verkehrswerte der Flächen. Trotzdem blieb die Relation Pacht/Kaufpreis gewahrt. Erst mit Beginn
des BGA-Zeitalters und dem Wegbrechen sicherer Investitionsmöglichkeiten in der Wirtschaft, begann
der run auf ldw. Flächen. Sowohl auf dem Pachtmarkt als auch auf dem Kaufmarkt schnellten die
Preise in die Höhe. Manche Produktionssysteme können deshalb seit einiger Zeit bei den Pachten nicht
mehr mithalten. Deine Frage ist sehr provozierend. Sag doch mal, wann glaubst Du, hat es eine
Zeitspanne gegeben , in der es angeraten gewesen wäre Fläche zu kaufen, statt in Produktions-
anlagen zu investieren. Schon seit einiger Zeit werden Flächenkäufe fast nur noch von Reinvestierern
bzw. Kapitalfonds vorgenommen. Aus dem Wirtschaftsergebnis eines landwirtschaftlichen Betriebes,
ist soetwas jedenfalls kaum möglich.

Grusss, DWEWT

Und das heißt dann: Tschüss..

Irgendwas haste falsch gemacht...

Ich wiederhole mich nur ungern, wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.

Natürlich darf man jammern über die Ungerechtigkerit in der Welt.
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