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Immer mehr Bauernhöfe sterben

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Hallo,

ich habe leider noch einen Aspekt vergessen. Die Berater raten auch heute noch dazu Fläche
zu pachten, statt sie zu kaufen. Das ist auch völlig richtig. Die Veränderung im Vergleich zu früher
liegt darin, dass sich die Betriebe früher nur den Kauf nicht leisten konnten. Heute können sich
viele nicht mal mehr die Pacht leisten.

Gruss, DWEWT
Nur die Götter gehen zugrunde, wenn wir endlich gottlos sind. K.Wecker
Religionsfreiheit ist ein schönes Ziel; so ganz frei von Religion.
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@ DWEWT #
DWEWT schrieb:

Hallo,

ich habe leider noch einen Aspekt vergessen. Die Berater raten auch heute noch dazu Fläche
zu pachten, statt sie zu kaufen. Das ist auch völlig richtig. Die Veränderung im Vergleich zu früher
liegt darin, dass sich die Betriebe früher nur den Kauf nicht leisten konnten. Heute können sich
viele nicht mal mehr die Pacht leisten.

Gruss, DWEWT

Du antwortest mir ja nun bewußt nicht, aber was willst du sagen? Soll ich Mitleid haben?

Andere sind fitter, so ist das.

Aber du kannst natürlich auch Berater fragen.
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@ Campesinoneu #
Campesinoneu schrieb:

Bitte versuche den Bauern mit den verlorenen 45 ha zu übereden ein Spiegel Interview zu machen. Sonst erfahren die in Berlin nie was sie angerichtet haben. Ich wusste nicht,dass ihr in Bayern die gleichen Probleme habt. Es soll ja 2012 besser werden. Aber für einige sicher zu spät

Jetzt geht schon wieder diese endlose BGA Diskusion los. Das Problem liegt in der Flächenausstatung VOR der Investition. Da haben halt viele Kollegen echt keinen Plan. Die haben 10-20 ha Eigenfläche und ggf. 10-20 ha Pacht, und dann wird aus dem 60 Kuhbetrieb, ein 60 Kuhbetieb mit 200kw BGA.Man kann ja Futter zukaufen , heißtes dann ? Plötzlich merkt man dann das Futter teuer ist und auserdem die Düngebilanz nicht aufgeht, also wir gepachtet was geht.
Das gleiche ist es bei Stallivest, erst wird gebaut was gerade so genehmigt und dann rennt man der Fläche nach. Hier bei uns kommt der größte Druck von den Milchviehbetrieben ( 100 +X). Wir BGA-betreiber aus der Region sind uns bei den Preisen eigentlich einig ( auf normalen Niveau). Auch mir wollten Kollegen schon Pachtflächen abwerben, ist aber nicht gelungen weil eine gute Bewirtschaftung und Zahlungsmoral halt auch noch eine Rolle spielt.
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@ tiger12 #
tiger12 schrieb:

Du antwortest mir ja nun bewußt nicht, aber was willst du sagen? Soll ich Mitleid haben?

Andere sind fitter, so ist das.

Aber du kannst natürlich auch Berater fragen.


Hallo tiger,

ich habe versucht, es sachlich darzustellen. Natürlich ziehe ich meine Schlüsse und die sind Grund-
lage für meine Entscheidungen bezüglich der Entwicklung meines Betriebes. Das muss ich hier
aber nicht darstellen. Mich betrifft diese Entwicklung nur insofern, als dass meine Produktion
kalkulatorisch durch Opportunitätskosten belastet wird.

Gruss, DWEWT
Nur die Götter gehen zugrunde, wenn wir endlich gottlos sind. K.Wecker
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@ tiger12 #
tiger12 schrieb:

Ach Kinners,

wenn der Tante-Emma-Laden den Edeka-Supermarkt nicht überlebt hat, hat auch keiner geholfen....

Wer zu blöd ist, und trotz eines kleinen Betriebs bei schlechten Preisen meint, einen tausender Mastschweinestall auf Kredit bauen zu müssen, der fährt eben vor die Wand. Wer meint, er kann immer so weiter machen mit seinen 50 ha Ackerbau, der fährt auch vor die Wand.

Wer nicht mit der Zeit geht, der geht mit der Zeit....

Kein Mitleid.


Das ist keine Lösung. Wir befinden uns in allen Branchen in riesegen Konzentrationsprozessen.
Auch eine Ursache der jetzigen un uU kommenden Krisen. Konzentration bedeutet aushebelung aller Markt- und regulierenden Kräfte.
Dein Spruch mit der Zeit ist nur eine gern gebrauchte, aber dümmliche Phrase.....
Konzentration führt zum wirtschftlichen Zusammenbruch, ein funktionierender Markt lebt von der Vielfältigkeit und Masse der Marktteilnehmer und nur ein funktionierender Markt mit möglichst vielen produzierenden und verbrauchenden Theilnehmern sorgt für akzeptablen Wohlstand für alle...
Ich vertret hier meine Meinung.....Deine mußt Du Dir selbst bilden
Freiwirtschaft: [userpage.fu-berlin.de]

Armut schafft Demut, Demut schafft Fleiß, Fleiß schafft Reichtum,
Reichtum schafft Übermut, Übermut schafft Krieg, Krieg schafft Armut.

So ist es brauch seit alters her, wer Sorgen hat, hat auch Likör.. (W. Busch)

Nimm das Recht weg - was ist dann ein Staat noch anderes als eine große Räuberbande?
(Augustinus von Hippo)
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Beitrag vom Autor bearbeitet am 01.12.11 um 07:54 Uhr.
@ tiger12 #
tiger12 schrieb:

Und das heißt dann: Tschüss..

Irgendwas haste falsch gemacht...

Ich wiederhole mich nur ungern, wer nicht mit der Zeit geht, geht mit der Zeit.

Natürlich darf man jammern über die Ungerechtigkerit in der Welt.


Wenn Du mal ernsthaft drüber nachdenken würdest.....
Es ist unmöglich für alle existierenden Betriebe in der Fläche signifikant zu wachsen, oder wie empfohlen sich alle 10Jahre zu verdoppeln....lol..
Fläche ist in Deutschland rar, den mit Abstand größten Teil sind seit Jahrhunderten Eigentum des Adels und der Kirche, auch heute noch. Um den Rest balgen sich große und kleine Landwirtschftliche Betriebe und inzwischen über die BGA und Mastanlagen auch gewerbliche Konzerne. Wie soll das funktionieren, wenn von vornerein die Waffen so ungleich verteilt sind?
Ach,so.... Nutzflächen sind nicht vermehrbar, im Gegenteil schrumpfen die vorhandenen Flächen auch noch durch die bauliche Versiegelung.
Ich vertret hier meine Meinung.....Deine mußt Du Dir selbst bilden
Freiwirtschaft: [userpage.fu-berlin.de]

Armut schafft Demut, Demut schafft Fleiß, Fleiß schafft Reichtum,
Reichtum schafft Übermut, Übermut schafft Krieg, Krieg schafft Armut.

So ist es brauch seit alters her, wer Sorgen hat, hat auch Likör.. (W. Busch)

Nimm das Recht weg - was ist dann ein Staat noch anderes als eine große Räuberbande?
(Augustinus von Hippo)
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Es ist doch von der Politik, und natürlich auch von den "bäuerlichen" Berufsvertretungen so gewollt, dass eine rege Konkurrenzsituationen unter den (noch) vorhandenen Betrieben um die knappen Ressourcen aufgebaut, vergrössert und vor allem dauerhaft erhalten bleibt. Auf jeder Versammlung wurde der Slogan verkündet "Wachse oder Weiche", anschliessend war kräftiger Applaus vonnöten.

Nur der Erhalt dieser Situation ermöglichte doch der Politik ihr Ziel zu erreichen, das da lautete beste Versorgungslage an Nahrungsmitteln breiter Bevölkerungsschichten bei immer niedrigeren Preisen. Was tut denn ein Monopolist? Ganz einfach, der erhöht die Preise kräftig, reduziert seine Leistungen und wirft die Mitarbeiter aus dem Unternehmen und maximiert so seinen Gewinn.

Nur wenn es der Landwirtschaft gelänge das politische Gängelband zu lösen und zwar weltweit, dann hätte sie eine Chance ihre Gewinne zu steigern bzw. der gewerblichen Wirtschaft anzugleichen. Aber dies ist eine Utopie, die wir alle nicht erleben werden. Um den status quo Zustand zu erhalten ist jedes Mittel recht, dafür wird sogar die Bibel bemüht.
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@ Paula #
Paula schrieb:

Gab es für die Betriebe mit 70 Kühen und 17 ha zu keiner Zeit in den letzten 25 oder 50 Jahren die Möglichkeit Land zu kaufen ?

Oder war es einfach viel billiger zu pachten und das rächt sich jetzt ?

Ich weiß schon das man in vielen Regionen den heutigen Kaufpreis als LW nicht zahlen kann, aber war das immer schon so, oder haben diese Betriebe einfach Changen verpasst und stehen jetzt vor dem Aus ?

Aus meiner Sicht ist es zu einfach generell die BGA für den Struckturwandel verantwortlich zu machen.
Einen Struckturwandel den es eigentlich schon seit der Dreifelderwirtschaft im Mittelalter gibt.



Bei uns herschen Grundstückspreise von etwa 5-6 € / m² und die Preise werden nicht aus der Landwirtschaft herausgewirtschaftet!
Meist gehen Verkaufsgrundstücke an Indutrielle oder an Betriebe die selbst in 30 km entfernten Städten von Bauland bzw. Industriegebieten gesegnet sind und reinvestieren, und bei denen das Geld nicht aus dem Betrieb herausgearbeitet werden muß.
Da kosten also 30 ha so einfach mal 1,5 Millionen oder 130 ha( entspricht meiner Pachtfläche) eben 6,5 Millionen €, daß kann ich nicht aus meinen Betrieb herauswirtschaften!
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@ 2011 #
2011 schrieb:

Bei uns ist es genauso, die Pachtpreise stiegen in den letzten 5 Jahren auf das 4 bis 5 fache, Betriebe deren Verträge auslaufen verlieren reihenweise ihre Flächen an BGA s, die teils 500-600 € über dem Ortsüblichen Pachtpreis zahlen. Die eEgentumflächen sind bei uns in der Region selten mehr als 20 - 30 ha und meist darunter, da kann mann sich schnell ausrechnen wies da mit 60 oder 80 Kühen weitergeht ohne Futter!

Da ist oft ein Williger und fähiger Hofnachfolger vorhanden und wird sozusagen gezwungen sich eine andere Arbeit zu suchen.
Selbst ein leidenschaftlicher Landwirt mit gutlaufender Vollerwerbsbetriebe mit neuwertigen Stall mit 70 Kühen wurde heuer in die Knie gezwungen als er 45 ha Pachtland verlor und somit mit 17 ha dastand. Der Stall ist jetzt leer, der Bauer ca. 45 Jahre lernt jetzt einen neuen Beruf, (nur Glück, das er keine Schulden hatte)!
Manchmal stehen große Konzerne hinter den Pachtpreistreibern, von deren Konten dann auch die Rechnungen beglichen werden und der BGA Betreiber ist anscheinend nur Knecht auf seinen Hof und haut mit Pachtpreisen um sich.

Einer ganzen Familie wird die Existenzgrundlage genommen----- die BGA setzt ein paar Stunden mehr einen Lehrling oder MR Helfer auf geleaste Traktoren bzw. lässt die Häckselkette ein paar Stunden länger arbeiten----- der BGA Betreiber hat etwas mehr Umsatz, mehr Futter und kann seine Anlage wieder erweitern um so weiterzumachen und noch etliche 100ha dazuzupachten

Sieht so wachsen oder weichen aus ?


Hallo 2011,
es sind nicht immer die Biogasler !
Es ist manchmal auch der Nachbar, der einem die Flächen streitig macht !
Und dann gibt es Zoff für die nächsten 30J.
Gibt es da nicht eien Stelle im Pachtrecht ,wo es heist es darf einem die Existensgrundlage nicht genommen werden ?
Aber nun die große Frage:
Was tuen damit einem sowas nicht pasiert ?

mfg
Heiliger Antonius

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@ CarpeDiem #
CarpeDiem schrieb:

Es ist doch von der Politik, und natürlich auch von den "bäuerlichen" Berufsvertretungen so gewollt, dass eine rege Konkurrenzsituationen unter den (noch) vorhandenen Betrieben um die knappen Ressourcen aufgebaut, vergrössert und vor allem dauerhaft erhalten bleibt. Auf jeder Versammlung wurde der Slogan verkündet "Wachse oder Weiche", anschliessend war kräftiger Applaus vonnöten.

Nur der Erhalt dieser Situation ermöglichte doch der Politik ihr Ziel zu erreichen, das da lautete beste Versorgungslage an Nahrungsmitteln breiter Bevölkerungsschichten bei immer niedrigeren Preisen. Was tut denn ein Monopolist? Ganz einfach, der erhöht die Preise kräftig, reduziert seine Leistungen und wirft die Mitarbeiter aus dem Unternehmen und maximiert so seinen Gewinn.

Nur wenn es der Landwirtschaft gelänge das politische Gängelband zu lösen und zwar weltweit, dann hätte sie eine Chance ihre Gewinne zu steigern bzw. der gewerblichen Wirtschaft anzugleichen. Aber dies ist eine Utopie, die wir alle nicht erleben werden. Um den status quo Zustand zu erhalten ist jedes Mittel recht, dafür wird sogar die Bibel bemüht.


Das ist mMn so nicht richtig. Ziel der Politik ist nicht primär die Nahrungsmittelsicherheit zu erreichen.
Mir vielen kleinen Betrieben ist die Versorgungssicherheit wesendlich größer als bei wenigen großen.
Im Habdel ist das ebenso. Auf der seite des Bundes zur nahrungsmittelvorsorge war das lange als Hauptgrund, neben Naturkatastrophen, den Bürgern lagerhaltung zu empfehlen
Ein Oligo- oder Monopol ist in der Lage den Staat, gerade in so wichtigen Produktionsberreichen, hemmumgslos zu erpressen. Siehe Energieoligopol, etc.
Unsere Billigpreise im Lebensmittelhandel haben wenig mit dem Staat als sochen zu tun, mehr mit einem Ungleichgewicht des Handels und der Verarbeitung gegen über der Primärproduktion der Landwirtschft.
Hier haben sich die Machtverhälrtnisse eben so verschoben, das Handel und verarbeitung faktisch jeden Preis und Bedingung diktieren können. Es gibt keinen Status Quo. Es gibt eine höchst ungleiche Machtverteilung auf dem Markt zu ungunsten der Landwirte. Ich halte aber eine Konzentration auf dem Gebiet für nonsens. Ergebniss wären Agrarkonzerne, die zwar auf Augenhöhe mit den verarbeitern Handeln könnten, aber mit Sicherheit nicht zu Gunsten der Bevölkerung. Richtiger wäre es übergroße Strukturen zu zerschlagen um eine gesunde Konkurenz wieder herzustellen. Das so was funktioniert zeigt die AT&T Story in den USA.
Ich vertret hier meine Meinung.....Deine mußt Du Dir selbst bilden
Freiwirtschaft: [userpage.fu-berlin.de]

Armut schafft Demut, Demut schafft Fleiß, Fleiß schafft Reichtum,
Reichtum schafft Übermut, Übermut schafft Krieg, Krieg schafft Armut.

So ist es brauch seit alters her, wer Sorgen hat, hat auch Likör.. (W. Busch)

Nimm das Recht weg - was ist dann ein Staat noch anderes als eine große Räuberbande?
(Augustinus von Hippo)
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