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Immer mehr Bauernhöfe sterben

@ Heiliger_Antonius #
Heiliger_Antonius schrieb:

Hallo 2011,
es sind nicht immer die Biogasler !
Es ist manchmal auch der Nachbar, der einem die Flächen streitig macht !
Und dann gibt es Zoff für die nächsten 30J.
Gibt es da nicht eien Stelle im Pachtrecht ,wo es heist es darf einem die Existensgrundlage nicht genommen werden ?
Aber nun die große Frage:
Was tuen damit einem sowas nicht pasiert ?

mfg
Heiliger Antonius


Es gibt gar kein Pachtrecht in dem Sinne, nur das allgemeine Mietrecht. [www.gesetze-im-internet.de]
Und nein, dort steht nichts davon, nur die technische Regelung.

Genau aus diesem Grunde gab es in der jüngeren deutschen Geschichte immer wieder von konservativer Seite aus Bestrebungen zu einer Bodenref.... hüstl.. Boderechtsänderung.
Seit den Kommunisten darf man Bodenreform ja nich mehr sagen, fürchten ja alle die Zwangsmitgliedschaft in der LPG
Ich vertret hier meine Meinung.....Deine mußt Du Dir selbst bilden
Freiwirtschaft: [userpage.fu-berlin.de]

Armut schafft Demut, Demut schafft Fleiß, Fleiß schafft Reichtum,
Reichtum schafft Übermut, Übermut schafft Krieg, Krieg schafft Armut.

So ist es brauch seit alters her, wer Sorgen hat, hat auch Likör.. (W. Busch)

Nimm das Recht weg - was ist dann ein Staat noch anderes als eine große Räuberbande?
(Augustinus von Hippo)
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@ Heiliger_Antonius #
Heiliger_Antonius schrieb:

Hallo 2011,
es sind nicht immer die Biogasler !
Es ist manchmal auch der Nachbar, der einem die Flächen streitig macht !
Und dann gibt es Zoff für die nächsten 30J.
Gibt es da nicht eien Stelle im Pachtrecht ,wo es heist es darf einem die Existensgrundlage nicht genommen werden ?
Aber nun die große Frage:
Was tuen damit einem sowas nicht pasiert ?

mfg
Heiliger Antonius


so gehts bei uns auch zum teil ab...dank eines entfernten "nachbarn" dürfen wir nun für eine 7,5 ha große fläche 1500 euro mehr zahlen...für nix!nett,oder?!?
aber den gefallen,die fläche liegen zu lassen direkt an unserem hof haben wir ihm nicht tun wollen...
er ist kein biogasler,er ist ein kuhbauer mit 200 kühen und 1ha eigentum!
Eine Muh,eine Mäh,eine Tätärätätä...
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#
Was du schreibst kann man so nicht unterstreichen. Selbstverständlich hat der Staat ein Interesse an billiger Nahrung. Wenn jede Familie heute soviel ihres Einkommens Einkommens für Nahrung aufwenden müsste, wie vor fünfzig Jahren, dann wären weltweit ganze Industrien (Freizeit, Reisen z.B.) in dieser Grösse nicht entstanden.

Die Rationalisierungsgewinne in der Lw wurden vollständig, sogar unter Zugabe von Substanz an Handel und Verbraucher weitergereicht. Deshalb kann die Antwort auf diese Entwicklung nur im Entstehen von Agrarkonzernen, um es einmal mit deinen Worten auszudrücken, liegen. Ich stelle mir da vor, dass z.B. die so viel gescholtenen LPGen in neuem Gewand, in Form einer privatgesellschaftlichen Organisationsform entstehen. Abzulehen sind da von der Finanzwelt majorisierte Unternehmungen.

Warum sollte denn etwas was in der Industrie funktioniert, in der Lw nicht angewandt werden????
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@ DWEWT #
DWEWT schrieb:

Hallo,

ich habe leider noch einen Aspekt vergessen. Die Berater raten auch heute noch dazu Fläche
zu pachten, statt sie zu kaufen. Das ist auch völlig richtig. Die Veränderung im Vergleich zu früher
liegt darin, dass sich die Betriebe früher nur den Kauf nicht leisten konnten. Heute können sich
viele nicht mal mehr die Pacht leisten.

Gruss, DWEWT

Vollkommen richtig was du schreibst. Leider wird dies von der Offizialberatung kaschiert. Käme die trübe Lage vieler landw. Betriebe in finanzieller Hinsicht ans Tageslicht, würde manche Diskussion anders laufen.
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#
das kann man doch fast schon nicht mehr lesen. die bösen biogasler, politiker, berufsvertretung, offizialberater.
zum glück kann der arme bauer nichts dafür das er seinen betrieb, wenn überhaupt, nur in richtung neue, unausgelastete technik entwickelt.

sorry, aber in fast jedem beitrag steckt ein funken wahrheit, aber unternehmer ist jeder selber, und jeder muß selber entscheiden und dazu stehen, wie er mit politischen rahmenbedingungen umgeht, wie er die aussagen der berater würdigt, wie er seinen betrieb entwickelt.
wenn ihr hier über biogas, große kuh- oder schweine betriebe schimpft, warum habt ihr nicht gebaut, dann wärd ihr heute auf der anderen seite, und die bösen kleinen würden euch ihre flächen nicht feiwillig überlassen.
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@ DWEWT #
DWEWT schrieb:

Deine Frage ist sehr provozierend. Sag doch mal, wann glaubst Du, hat es eine
Zeitspanne gegeben , in der es angeraten gewesen wäre Fläche zu kaufen, statt in Produktions-
anlagen zu investieren. Schon seit einiger Zeit werden Flächenkäufe fast nur noch von Reinvestierern
bzw. Kapitalfonds vorgenommen. Aus dem Wirtschaftsergebnis eines landwirtschaftlichen Betriebes,
ist soetwas jedenfalls kaum möglich.

Grusss, DWEWT


Erst einmal dank für die ausführliche Antwort.

Wann es diese Zeitspanne für andere gegeben hat kann ich nicht sagen, für uns waren es die letzten 15 Jahre, was sicher auch an den spetziellen Gegebenheiten der neuen Bundesländer liegt.
Auch uns hat man vom Landkauf aus betriebswirtschaftlicher Sicht abgeraten und es gab auch Zeiten in denen die Doppelbelastung Landkauf und Investitionen in Gebäude und Technik den Betrieb an Grenzen gebracht hat - aber es hat sich angesichts der aktuellen Entwicklungen wohl gelohnt.
Nur das Genie beherrscht das Chaos.
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@ 2011 #
2011 schrieb:

Bei uns herschen Grundstückspreise von etwa 5-6 € / m² und die Preise werden nicht aus der Landwirtschaft herausgewirtschaftet!
Meist gehen Verkaufsgrundstücke an Indutrielle oder an Betriebe die selbst in 30 km entfernten Städten von Bauland bzw. Industriegebieten gesegnet sind und reinvestieren, und bei denen das Geld nicht aus dem Betrieb herausgearbeitet werden muß.
Da kosten also 30 ha so einfach mal 1,5 Millionen oder 130 ha( entspricht meiner Pachtfläche) eben 6,5 Millionen €, daß kann ich nicht aus meinen Betrieb herauswirtschaften!


Waren die Preise vor z.B. 20 Jahren auch schon so hoch - oder hätte man mit entsprechender Weitsicht damals kaufen können ?
Das war meine eigentliche Frage. Das es sich bei den in einigen Regionen aktuell geltenden Bodenpreisen kein LW leitsten kann in nennenswerten Mengen ha zu kaufen ist mir durchaus klar.
Nur das Genie beherrscht das Chaos.
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Beitrag vom Autor bearbeitet am 01.12.11 um 12:36 Uhr.
@ CarpeDiem #
CarpeDiem schrieb:

Was du schreibst kann man so nicht unterstreichen. Selbstverständlich hat der Staat ein Interesse an billiger Nahrung. Wenn jede Familie heute soviel ihres Einkommens Einkommens für Nahrung aufwenden müsste, wie vor fünfzig Jahren, dann wären weltweit ganze Industrien (Freizeit, Reisen z.B.) in dieser Grösse nicht entstanden.

Die Rationalisierungsgewinne in der Lw wurden vollständig, sogar unter Zugabe von Substanz an Handel und Verbraucher weitergereicht. Deshalb kann die Antwort auf diese Entwicklung nur im Entstehen von Agrarkonzernen, um es einmal mit deinen Worten auszudrücken, liegen. Ich stelle mir da vor, dass z.B. die so viel gescholtenen LPGen in neuem Gewand, in Form einer privatgesellschaftlichen Organisationsform entstehen. Abzulehen sind da von der Finanzwelt majorisierte Unternehmungen.

Warum sollte denn etwas was in der Industrie funktioniert, in der Lw nicht angewandt werden????


Der Handel recht nichts weiter, sondern diktiert die Bedingungen. Das am Ende europas billigste Preise herauskommen, aht mit dem regelrechten Krieg zwischen der Handvoll Handelskonzernen um die Vormachtstellung zu tun. dem Staat ist das erst mal egal, sonst hätte er nicht die Preisbindung aufgehoben.


Die Landwirtschft hat prinzipellden Nachteil gegenüber der normalen Industrie, das sie zum einen mit einer unvermehrbaren Grundresource arbeiten muß(Acker), zum anderen sich nicht durch neue Produkte ständig neu erfinden kann. Pflanzen und Tierproduktion sind im Grunde seit Erfindung der Landwirtschft immer gleich. Man kann an einzelnen Einstellungen bißchen drehen, aber die Produktionsweise folgt immer dem selben Prinzip und die Produkte sind seit 12000 Jahren faktisch die selben.
Wir können nicht aus einem normalen Telefon ein I- Phone machen um unsere Marktstellung zu behaupten. Wir können auch nicht das Getreide oder die Kuh neu erfinden.
Ich vertret hier meine Meinung.....Deine mußt Du Dir selbst bilden
Freiwirtschaft: [userpage.fu-berlin.de]

Armut schafft Demut, Demut schafft Fleiß, Fleiß schafft Reichtum,
Reichtum schafft Übermut, Übermut schafft Krieg, Krieg schafft Armut.

So ist es brauch seit alters her, wer Sorgen hat, hat auch Likör.. (W. Busch)

Nimm das Recht weg - was ist dann ein Staat noch anderes als eine große Räuberbande?
(Augustinus von Hippo)
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@ tiger12 #
tiger12 schrieb:

Du antwortest mir ja nun bewußt nicht, aber was willst du sagen? Soll ich Mitleid haben?

Andere sind fitter, so ist das.

Aber du kannst natürlich auch Berater fragen.


tja, Fläche, die nicht zum Verkauf steht, die kannst halt auch nicht kaufen. Ganz einfach.
Wir haben 30 Jahre gewartet, bis ein 0,4 ha Schlag,der zwischen zwei unserer Schläge lag, endlich zu kaufen war.
Langsam wirds etwas besser mit der Kaufmöglichkeit, nur hast halt auf jedes ha, das verkauft wird 5 Baulandbauern, die drauf warten....
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@ Campesinoneu #
Campesinoneu schrieb:

Bitte versuche den Bauern mit den verlorenen 45 ha zu übereden ein Spiegel Interview zu machen. Sonst erfahren die in Berlin nie was sie angerichtet haben. Ich wusste nicht,dass ihr in Bayern die gleichen Probleme habt. Es soll ja 2012 besser werden. Aber für einige sicher zu spät


Campi,
bist ein wenig naiv. Das ist in Berlin längst bekannt. Von irgendwas muss die Energiewende ja kommen.
Die mittleren BGAs sind durch die letzte Novelle des EEG sowieso künftig "draussen", die werden kaum mehr neu gebaut werden. Es wird künftig nur noch die ganz große n BGAs der Energiekonzerne (zur Gaserzeugung) geben und die ganz kleinen bis zur 75 kw. Flächenkonkurrenz mit BGAs ist in allen Bundesländern auf ackerfähigen Standorten gegeben. Sie wird insb. beid en Viehaltenden Betrieben zum Problem. Der daraus folgende schnelle Strukturwandel zu Lasten der viehhaltenden Betriebe ist durchaus gewollt. (behaupte ich mal). Der Trend (insbesondere in der öffentlichen Meinung) geht gegen die viehhaltenden Betriebe (Klimaschutz, Massentierhaltung, Tierschutz, Antibiotika, Vegetarisch ist gesünder, blabla) und da macht der Spiegel übrigens keine Ausnahme.

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