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Wir-haben-es-satt

@ tyr #
tyr schrieb:

Sagst Du oder wer?


Kennst du google? Ich hab keine Lust dir zum Zeitvertreib einige Links heraus zu suchen...
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@ Almathea #
Almathea schrieb:

Ja, wie kommst Du darauf, dass angeboten wird, was der Kunde kaufen will? Es ist andersherum. Die Leute kaufen, was angepriesen wird. Und zwar nach geiz ist geil Kriterien.In der Werbung wird das Gefühl von Mangel erzeugt und Belohnung durch das Kauferlebnis.


Nun dann verbieten wir doch einfach als erstes mal die Werbung, weil 95 % der deutschen Bevölkerung sind offenbar zu blöd um zwischen Werbeversprechen und Realität zu unterscheiden.



Und die Bauern müssen die Versprechungen des Handels umsetzen.


Niemand wird gezwungen seinen Lebensunterhalt in der LW zu verdienen.
Wer nicht mit dem Strom schwimmen möchte, muss eben nach Nieschen suchen, die seinen Idealen entgegen kommen. Viele machen dies durchaus erfolgreich.
Andere schimpfen nur über die widrigen Umständen und geben anderen die Schuld wenn etwas nicht funktioniert.



Ja, dass Du Dir das Elend der Welt so erklärst passt zu meinem Eindruck . Ich beneide Dich aber nicht um dieses einfache Weltbild.Es zementiert schlechthin das Gefühl der Machtlosigkeit . In der Natur des Menschen liegen noch andere Eigenschaften und Möglichkeiten als jene von Dir beschriebenen. Aber das führt zu weit und das willst Du auch nicht wissen. Sonst würdest Du nicht so unreflektiert und gedankenlos über so ein großes und wichtiges Thema drüberknatten.


Wäre ich so gedankenlos und unreflektiert wie du es gerne hättest würde ich mir kaum die Mühe machen und ausführlich auf deine Beiträge antworten.
Nicht falsch verstehen ich will dich gar nicht von deiner Meinung abbringen, nur eben feststellen das es auch andere Sichtweisen gibt ohne zu werten wer nun letzten Endes recht hat. Erwarte ich von dir lediglich das auch zu akzeptieren ohne mich als leichtgläubig oder gedankenlos hin zu stellen nur weil ich andere Ansichten habe.
Nur das Genie beherrscht das Chaos.
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@ tyr #
tyr schrieb:

Hunger ist vor allem ein Ausdruck einer höchst ungleichen Resourcenverteilung.
Darunter ist nicht die Verteilung von Nahrungsmittel zu verstehen, sondern Boden, Bildung.....


Ich denke das viele Regionen in denen heute Hunger herrscht durchaus in der Lage wären sich selbst zu ernähren wenn man sie denn lassen würde. Nur ist es eben in vielen dieser Regionen ein gängiges Mittel Ernten und Bewässerung zu zerstören um die Bevölkerung zu vertreiben oder zu unterdrücken.

..... und jemand der hungert wird nur selten den Wert der Bildung erkennen, bzw. hat gar nicht die Möglichkeit an dieselbige zu kommen.
Nur das Genie beherrscht das Chaos.
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@ Almathea #
Almathea schrieb:

Die Futtermittel werden dann nicht mehr in dem Umfang angebaut. wozu auch, wenn wir sie nicht kaufen?
Die Böden werden frei für Lebensmittel zu versorgenden Region


Angebaut wird immer das werden, was die meisten Gewinne bringt, sollten das tatsächlich LM sein welche sich die Hungernde Bevölkerung leisten kann ?
Nur das Genie beherrscht das Chaos.
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@ tyr #
tyr schrieb:

So weit ich weiß importieren die meisten Verbände kein Soja.

nein, das besorgen die Tofuhersteller bzw. Tofuimporteure für unsere veganen Freunde udn die großen Energiekonzerne. Soja geht zum größtenTeil in die menschliche Ernährung (Tofu, Sojaöl) und Bioenergiegewinnung. AlsTierfutter werden lediglich die Pressreste verwertet. Drum steht auf der Inhaltsangabe der Futtermittelliste: Soja Extraktionsschrot.
Die Tierhalter für eine Ausweitung der Sojaproduktion verantwortlich machen zu wollen, ist total daneben. Wer so argumentiert ist schnell als Ideologe entnarnt.

Gruß F
Die Gedanken sind frei !
1
 
#
Hallo Freigeist,

Du meinst, dass die tierhaltenden Betriebe bezüglich der Sojanebenprodukte eine Entsorgungs-
funktion wahrnehmen? Dann verstehe ich nicht, warum für diesen "Abfallstoff" immer noch so
horrende Preise bezahlt werden.

Gruss, DWEWT
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@ frankyboy #
frankyboy schrieb:

Ich habe ein provozierendes Thema, dass ich aber erst heute bringe, weil ich niemand überrumpeln wollte. Trotz aller Emotionen bitte ich, sachlich zu argumentieren, weil mit Polemik niemand gedient ist und es ums Überleben geht.

Bei der Demo am 20.01.2012 haben viele Landwirte aus bäuerlichen Familienbetrieben teilgenommen. Sie haben erkannt, dass
Deutschland still und leise aber radikal mit ca. 160 Milliarden (!) Euro EU-Agrarsubventionen (von ca.1990 bis 2020) umgebaut wird (ohne dass sich jemand über die Folgen Gedanken macht; die Politik versagt kläglich), wobei sich das Tempo immer mehr verschärft. Im Jahr 2020 wird der letzte bäuerliche Familienbetrieb in den Ruin gehen. Eine deutsche Landschaft gibt es nicht mehr, sondern nur noch landwirtschaftliche Monster-Großerzeuger-Baracken im Außenbereich umgeben von Mono-Kulturen, soweit das Auge reicht (oder Mais-Dschungel), wie im Mittleren Westen der USA. Die Dörfer verfallen (Althofstellen), die restl. Landschaft (mit den schlechten Böden) verbuscht, die Artenvielfalt geht zurück. Riesige Maschinen (1 Anhänger bis zu 48.000 kg) ruinieren die Straßen. Es wird nur mehr industriell produzierte Massenware mit geringer Auswahl angeboten.
Alleinschuld an dieser verheerenden Fehlentwicklung hat die äußerst ungerechte Verteilung der EG-Agrarsubventionen nur nach der Größe der Betriebsfläche. Dadurch erhält jeder einzelne Gutsbesitzer im Durchschnitt 73.000 Euro (!) Direktzahlungen pro Jahr (zusätzlich zu seinem Jahresgewinn von durchschnittlich 37.000 Euro). Allein die 70.000 Großgrundbesitzer (=20% aller landw. Betriebe (B) in Deutschland) erhalten so 85% (!) der auf Deutschland entfallenden EU-Agrar-Fördermittel -andere Statistiken:1,6%B=1,8Mrd.Euro bzw. weniger als 2%B=1,5Mrd.Euro, www.bund.net). Die restlichen für Deutschland bestimmten 900 Millionen Euro wurden dann auf die verbleibenden 280.000 Betriebe (=80% der landw. Betriebe) aufgeteilt. Jeder von ihnen erhielt somit Direktzahlungen von 3.200 Euro pro Jahr im Durchschnitt (bei einem Jahresgewinn von 1.600 Euro). Die mittelgroßen bäuerlichen Familienbetriebe sind die besten und leistungsfähigsten überhaupt, also grundsätzlich zukunftsfähig. Aber auch sie können nicht überleben, weil die Agrarpolitik die Preise von Agrarprodukten unter die Gestehungskosten gedrückt hat, ihnen aber nur Beihilfen um die 24.000 Euro jährlich gewährt (in den 900 Mio. enthalten). Allein in den letzten 18 Jahren haben 350.000 landw. Betriebe aufgehört.
Im nächsten Jahrzehnt werden weitere 280.000 landw. Betriebe allein in Deutschland dicht machen müssen (Arbeitsplatz-Vernichtung mit Steuergeldern). Die Großagrarier können nun -jeder bestens ausgestattet EU-Beihilfen- die Kleineren schlucken. Wenn Sie aufmerksam durch die Gegend fahren, sehen Sie bereits jetzt, dass die ersten Vorboten dieses Fiaskos schon da sind und täglich werden es mehr. Das Rumoren auf dem Land wird immer kräftiger.
Das Grundproblem ist m.E. auf der anderen Seite der gleichen Medaille: Wieder einmal haben die Politiker ihr Versprechen nicht gehalten. Es hieß in den 60iger Jahren: Wenn die Landwirte eine Vorreiterrolle mit Vorleistungen in der europäischen Einigung übernehmen, dann ist Europa so stark, dass es seinen Binnenmarkt schützen kann. Stattdessen kamen die verheerenden WTO-Beschlüsse (oder waren es noch die GATT-Abkommen): Die USA haben sich mit ihrer Forderung, die Zollschranken abzubauen und Märkte zu öffnen, durchgesetzt. Es war ein großer Fehler der EU, dem zuzustimmen. Die Bundesregierung sollte in Brüssel darauf drängen, dass hier neu verhandelt wird. Ich denke mal, dass die Koalition Merkel/Sarkozy hier die Weichen anders stellen könnte. Man sollte den USA hier mal die Stirn bieten. Frankreich hat auch ein Interesse daran, die Agrar-Importe der EU zu drosseln. Aber Frau Merkel füllt lieber das griechische Wein-Fass ohne Boden nach.
Wenn man von Marktgewalten spricht, dann muß man auch sagen, dass die riesigen Agrar-Importe der EU den europäischen Lebensmittelmarkt massiv stören. Es wird soviel eingeführt, dass ein Über-Angebot da ist und der Preis niedrig bleibt bzw. sinkt. Die Länder mit niedrigeren Sozial- und Produktionsstandards sowie günstigerem Klima haben Vorteile, zumal auch noch die Schiffstransporte günstig sind. Im freien Spiel der Kräfte am Markt hat der deutsche Landwirt also schon von vorherein verloren, wenn ihn die Politik verläßt. Iim übrigen haben wir keine freie, sondern eine soziale Marktwirtschaft. Es muß daher gefordert werden, dass die Leistungen der deutschen Landwirte für unsere Landschaften, den Umwelt- und Naturschutz auch CO2-Einsparung, den Fremdenverkehr, die Arbeitsplätze (auch im vor- und nachgeschaltetem Bereich) honoriert werden. Wäre es da zuviel verlangt, wenn die Politik sagt: Wir schützen euch vor Dumping-Importen. Zusammen mit einer Angleichung des Preises z.B. für Agrardiesel, bzw. der Grenzwerte für Lebensmittel in der EU, weiteren Befugnissen für das Bundeskartellamt und die Lebensmittelkontrolle wäre schon viel geholfen
Derzeit entscheiden die EU-Agrarminister über die Verteilung der EU-Agrasubventionen für die Jahre von 2014 bis 2020. Dann ist die Entwicklung unumkehrbar Es geht um alles - es geht um unsere Heimat Wer gerne hier lebt, der sollte sich in Übereinstimmung mit demokratischen Grundsätzen engagieren. Der Kampf hat gerade erst begonnen. Sagen Sie bitte nicht hinterher, das habe ich nicht gewußt.


Hallo,
zugegeben, ich habe die postings seit 29.01. nicht mehr gelesen, aber dem bis gestern stagnierenden Seitenzuwachs entnehme ich, dass der selbsternannte "Platzhirsch des Threads" inzwischen alle Andersdenkenden hinausgeekelt hat. Da bin ich doch gleich mal so nett und liefere ihm neues Futter nach.
Zum Erinnern: Meine Prognose (und um nichts anderes handelt es sich hier) ist, dass die heutigen landw. Großbetriebe (derzeit so um die 150 ha aufwärts, je nach Betriebszweig) bis etwa zum Jahr 2020 mit EU-Subventionen so "aufmunitioniert" sind, dass sie die Kleinen schlucken können.
Wie es der Zufall so will, finde ich jetzt bei wordpress.com den Blog von dubistlandwirt (s. [dubistlandwirt.wordpress.com] Dort wird berichtet, dass die Landmaschinen-Industrie bereits heute die Maschinen für die 1000ha-Betriebe baut (s. 2011: Agritechnika – aus dem Wahnsinn geboren). Aber noch interessanter ist, dass sich die Agrar-Industrie vor allem im östlichen Europa am Aufbau solcher Riesen-Agrarbetriebe beteiligt. Dies ist für mich ein Indiz dafür, dass man davon ausgeht, dass z.B. die Ukraine in zwanzig Jahren zur EU gehört und dort die Löhne noch niedrig sind (auch wegen der Billigarbeiter aus den Staaten der früheren Sowjetunion usw.). Die fehlende staatliche Marktregulierung bei landw. Produkten wird die Preis-Situation auf den Märkten derart verschärfen, dass vor allem die arbeitsintensive landw. Veredelung in den Osten Europas abwandert (hoffentlich mit dem Schaumburger "Märchensänger", der dann wohl im Schwarzmeer-Kosaken-Chor nicht singen wird "doswidanja"). Auf den Agrarexport würde ich nicht setzen (am Beispiel Milch: 80- 98% der Asiaten und ca. 70% der Inder, Afrikaner, Südamerikaner leiden an Laktoseintoleranz -Milchzuckerunverträglichkeit; [de.wikipedia.org] [www.symptome.ch] [www.sachsen-anhalt.de] [specht.over-blog.de] [www.animalfreedom.org] Hier bleiben werden wohl Ackerfrüchte, die vermarktet werden können, ohne dass sie durch den Tiermagen gehen müssen, z.B. Getreide. In zwanzig Jahren -so meine Prognose- werden dann bei uns 220 ha große Betriebe (wie in meinem Beispiel) nicht mehr konkurrenzfähig sein. Wer dann nicht auf 500 ha -mit zusätzlichen Betriebszweig(en)-, bzw.1000 ha gewachsen ist, muß, so nehme ich an, ebenfalls weichen. Das Ende der Fahnenstange ist also noch lange nicht erreicht! Wer von euch wird dann noch als selbständiger Landwirt bestehen können?
Hier zwei Beispiele von heute: Ein Bekannter von mir bewirtschaftet neben seinem Gutsbetrieb in Bayern schon seit zehn Jahren noch 1500 ha in der Ukraine. Ca. 10 km von mir entfernt in Tschechien, zwischen der alten Kaiserstadt Eger, den Heilbädern Karlsbad, Marienbad und dem Metternich-Schloß in Königswart werden die 38000 ha LN von 16 (!) Betrieben bewirtschaftet. Ein Deutscher bestellt hier z.B. 2900 ha landw. Ackerflächen (http://www.aelf-sw.bayern.de/bildung/38646/). Die Monsterbetriebe sind also schon da und funktionieren. Als wir vor zwanzig Jahren unseren landw. Betrieb aufgegeben haben (da war ich bereits in einem anderen Beruf mitten in der Karriere), wurden wir von vielen Landwirten belächelt. Fast alle davon -auch solche, die vom Überleben ihres Betriebes fest überzeugt waren- haben inzwischen auch dicht gemacht (und sind recht still geworden). Wenn einige von euch in den nächsten zwanzig Jahren ebenfalls der Handtuch geworfen haben, dann denkt bitte an diese Prognose zurück. Sollte ich dazu beigetragen haben, dass dieser an und für sich schon so schmerzliche Schritt für die ein oder andere Familie gut vorbereitet über die Bühne geht, dann war die Arbeit, die ich hier investiert habe, nicht für die Katz. Das einzige Ziel, dass ich hier verfolge, ist, dass vor allem junge Menschen nach Beratung durch das Landwirtschaftsamt sowie unter Abwägung der vorhandenen Ressourcen sich eine Nische suchen, in der man als Betrieb überleben kann oder beizeiten ggf. eine Alternative zur Landwirtschaft aufbauen (z.B. vorher anderen Beruf erlernen oder Urlaub auf dem Bauernhof usw.). Wer nämlich von heute auf morgen zusperrt oder so lange weiterwurstelt, bis es nicht mehr geht, steht morgen als Hilfsarbeiter da und das ererbte Vermögen kann vernichtet sein.
Abschließend möchte ich euch sagen: Wem danach ist, der darf gerne weiter nach Herzenslust schimpfen, weil ich das eh nicht lese. Ich möchte mich aber bei herzelsuesse entschuldigen, weil ich sie zu Unrecht angegriffen habe.
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Beitrag vom Autor bearbeitet am 06.02.12 um 15:51 Uhr.
@ frankyboy #
frankyboy schrieb:

Hallo,
zugegeben, ich habe die postings seit 29.01. nicht mehr gelesen, aber dem bis gestern stagnierenden Seitenzuwachs entnehme ich, dass der selbsternannte "Platzhirsch des Threads" inzwischen alle Andersdenkenden hinausgeekelt hat. Da bin ich doch gleich mal so nett und liefere ihm neues Futter nach.
Zum Erinnern: Meine Prognose (und um nichts anderes handelt es sich hier) ist, dass die heutigen landw. Großbetriebe (derzeit so um die 150 ha aufwärts, je nach Betriebszweig) bis etwa zum Jahr 2020 mit EU-Subventionen so "aufmunitioniert" sind, dass sie die Kleinen schlucken können.
Wie es der Zufall so will, finde ich jetzt bei wordpress.com den Blog von dubistlandwirt (s. [dubistlandwirt.wordpress.com] Dort wird berichtet, dass die Landmaschinen-Industrie bereits heute die Maschinen für die 1000ha-Betriebe baut (s. 2011: Agritechnika – aus dem Wahnsinn geboren). Aber noch interessanter ist, dass sich die Agrar-Industrie vor allem im östlichen Europa am Aufbau solcher Riesen-Agrarbetriebe beteiligt. Dies ist für mich ein Indiz dafür, dass man davon ausgeht, dass z.B. die Ukraine in zwanzig Jahren zur EU gehört und dort die Löhne noch niedrig sind (auch wegen der Billigarbeiter aus den Staaten der früheren Sowjetunion usw.). Die fehlende staatliche Marktregulierung bei landw. Produkten wird die Preis-Situation auf den Märkten derart verschärfen, dass vor allem die arbeitsintensive landw. Veredelung in den Osten Europas abwandert (hoffentlich mit dem Schaumburger "Märchensänger", der dann wohl im Schwarzmeer-Kosaken-Chor nicht singen wird "doswidanja"). Auf den Agrarexport würde ich nicht setzen (am Beispiel Milch: 80- 98% der Asiaten und ca. 70% der Inder, Afrikaner, Südamerikaner leiden an Laktoseintoleranz -Milchzuckerunverträglichkeit; [de.wikipedia.org] [www.symptome.ch] [www.sachsen-anhalt.de] [specht.over-blog.de] [www.animalfreedom.org] Hier bleiben werden wohl Ackerfrüchte, die vermarktet werden können, ohne dass sie durch den Tiermagen gehen müssen, z.B. Getreide. In zwanzig Jahren -so meine Prognose- werden dann bei uns 220 ha große Betriebe (wie in meinem Beispiel) nicht mehr konkurrenzfähig sein. Wer dann nicht auf 500 ha -mit zusätzlichen Betriebszweig(en)-, bzw.1000 ha gewachsen ist, muß, so nehme ich an, ebenfalls weichen. Das Ende der Fahnenstange ist also noch lange nicht erreicht! Wer von euch wird dann noch als selbständiger Landwirt bestehen können?
Hier zwei Beispiele von heute: Ein Bekannter von mir bewirtschaftet neben seinem Gutsbetrieb in Bayern schon seit zehn Jahren noch 1500 ha in der Ukraine. Ca. 10 km von mir entfernt in Tschechien, zwischen der alten Kaiserstadt Eger, den Heilbädern Karlsbad, Marienbad und dem Metternich-Schloß in Königswart werden die 38000 ha LN von 16 (!) Betrieben bewirtschaftet. Ein Deutscher bestellt hier z.B. 2900 ha landw. Ackerflächen (http://www.aelf-sw.bayern.de/bildung/38646/). Die Monsterbetriebe sind also schon da und funktionieren. Als wir vor zwanzig Jahren unseren landw. Betrieb aufgegeben haben (da war ich bereits in einem anderen Beruf mitten in der Karriere), wurden wir von vielen Landwirten belächelt. Fast alle davon -auch solche, die vom Überleben ihres Betriebes fest überzeugt waren- haben inzwischen auch dicht gemacht (und sind recht still geworden). Wenn einige von euch in den nächsten zwanzig Jahren ebenfalls der Handtuch geworfen haben, dann denkt bitte an diese Prognose zurück. Sollte ich dazu beigetragen haben, dass dieser an und für sich schon so schmerzliche Schritt für die ein oder andere Familie gut vorbereitet über die Bühne geht, dann war die Arbeit, die ich hier investiert habe, nicht für die Katz. Das einzige Ziel, dass ich hier verfolge, ist, dass vor allem junge Menschen nach Beratung durch das Landwirtschaftsamt sowie unter Abwägung der vorhandenen Ressourcen sich eine Nische suchen, in der man als Betrieb überleben kann oder beizeiten ggf. eine Alternative zur Landwirtschaft aufbauen (z.B. vorher anderen Beruf erlernen oder Urlaub auf dem Bauernhof usw.). Wer nämlich von heute auf morgen zusperrt oder so lange weiterwurstelt, bis es nicht mehr geht, steht morgen als Hilfsarbeiter da und das ererbte Vermögen kann vernichtet sein.
Abschließend möchte ich euch sagen: Wem danach ist, der darf gerne weiter nach Herzenslust schimpfen, weil ich das eh nicht lese. Ich möchte mich aber bei herzelsuesse entschuldigen, weil ich sie zu Unrecht angegriffen habe.


Naja, ich als "Märchensänger" hab in letzter Zeit hier die wenigsten Beiträge gebracht. Singen tue ich übrigens nicht. Das kann ich nicht.
Wer hier der Platzhirsch ist, keine Ahnung. Rausekeln wird man sich mit guten Argumenten wohl kaum lassen. Ich ekele niemand raus. Du bist mir als Sparringpartner stets willkommen!
Aber genug der persönlichen Angriffe, die kommen ja in der Regel von feigen Usern ohne Rückrat, denen Argumente fehlen.
Übrigens, Laktoseintoleranz ist mir völlig egal, Schweinefleisch vertragen die angesprochenen Menschen sehr gut. Zu dem ist Schweinemast extrem arbeitsextensiv. Pech für dich...
Wer nun die ganze Milch der Welt austrinkt? Nach Auslaufen der Quote bereinigt sich der Markt in der EU von selbst und der Überschuss ist weg. Dann mußt du auch keinen Asiaten zum Milchtrinker machen.
Das ist aber jedem Kuhhalter bewußt und dennoch stellen sich viele mutig dieser Herausforderung.
Denn der BDM ist nicht die Mehrheit der deutschen Milchbauern...
Ob die Ukraine nun zu der EU gehören wird oder nicht, auf dem Weltmarkt spielt ihre Ernte schon jetzt eine Rolle. Sie gibt zwar nicht so den Ton an wie die US-Ernte aber spielt mit. Nur zu dumm das es dort oft zu wenig regnet -- deshalb haben die übrigens so mächtige Schwarzerde...
1000ha Betriebe gibts dort schon länger. Als Kleinbetriebe. Auch im Osten Deutschlands sind 1000 ha kein Aufreger sondern normal. In Schleswig Holstein gibts übrigens auch Betriebe dieser Größenordnung.
Auch das die Landmaschinenindustrie solche großen Geräte baut, das erstaunt mich wirklich nicht. John Deere macht das für die USA seit Jahrzehnten. Nichts aufregendes also...
Was du vergisst oder verdrängst ist der Zuwachs der Weltbevölkerung und die hat nunmal Hunger. Also mach dir keine Sorgen um uns. Wir kommen klar. Mit "uns" meine ich die Landwirte die nicht jammern sondern mutig in die Zukunft sehen.
Wir brauchen auch keine Beratung von dir von wem wir uns beraten lassen. Das kriegen wir schon noch selber hin...
Tut mir Leid das ihr euren Betrieb aufgeben musstet. Wirklich! Aber das ist kein Grund hier kluge Ratschläge zu verteilen. Ob und wann mein Hof zugemacht wird entscheide ich. Und ich sehe da keinen Grund der mir diese Schließung dringend erforderlich macht. Vielleicht bin ich dann irgendwann der mit 1000ha und denke zurück an dich und lache!
Klar wird der eine oder andere noch zumachen, das ist beim Strukturwandel nunmal so. Aber irgendwer wird ja weiter wirtschaften...

Übrigens, nach herzenslust schimpfen? Macht das nicht im Allgemeinen ein Demonstrant? Etwa auf der "Wir haben es satt" Demo???

Du wirst es ertragen müssen das ich z.B. nicht unglücklich werde wenn ich in die Zukunft der Landwirtschaft schaue. Probleme sind da um bewältigt zu werden. Eben Aufgaben die es zu lösen gilt und vor denen man nicht jammernd den Schwanz einzieht. Auch wenn dir das lieber wäre!
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@ DWEWT #
DWEWT schrieb:

Hallo Freigeist,

Du meinst, dass die tierhaltenden Betriebe bezüglich der Sojanebenprodukte eine Entsorgungs-
funktion wahrnehmen? Dann verstehe ich nicht, warum für diesen "Abfallstoff" immer noch so
horrende Preise bezahlt werden.

Gruss, DWEWT


Weil dieses "Nebenprodukt" eben stark nachgefragt wird. Versuch mal Sojaschrot herzustellen weil du es als Futter haben möchtest und presse vorher das Öl raus um es zu entsorgen. Das wäre ja Blödsinn.
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@ frankyboy #
frankyboy schrieb:


Zum Erinnern: Meine Prognose (und um nichts anderes handelt es sich hier) ist, dass die heutigen landw. Großbetriebe (derzeit so um die 150 ha aufwärts, je nach Betriebszweig) bis etwa zum Jahr 2020 mit EU-Subventionen so "aufmunitioniert" sind, dass sie die Kleinen schlucken können.

Auf diesen Punkt möchte ich als Leiter eines 30 ha- Betrieb antworten. Ein "großer" landwirtschaftlicher Betrieb bekommt pro ha nicht mehr Förderung als ich. Im Gegenteil, er war von 2008 - 2010 sogar mit einer höheren Modulation belastet als ich. Künftig wird ihn die Kappung treffen. Die durchschnittliche Betriebsgröße eines rumänischen Betriebes beträgt etwa 4- 5 ha, in Bayern sind glaub ich 30 ha der Durchschnitt. Ich will also aus purem Eigennutz gar nicht, dass uns bayerischen Großbetrieben der EU die Prämie gekürzt wird. Ponische Betriebe sind beispielsweise noch kleiner.
Darüberhinaus werden in Bayern Biobetriebe mit zusätzlichen 200 € pro ha gefördert und auch damit kleine Betriebe eher gefördert. ICh weiß nicht, warum alle Welt Angst vor großen Strukturen hat, ich hab keine Angst, allerdings arbeite ich mit 0,6 AK pro 30 ha und über 300000kg Milch auch effizienter als manch großer. Die Förderung zielt nicht auf größere Betriebe ab, aber der technische Fortschritt bedingt einen Strukturwandel. Meiner Meinung nach ist es ziemlich dreist, den technischen Fortschritt mitnehmen und einen Strukturwandel ablehnen zu wollen. Das sind ja die reinsten Gewerkschaftsforderungen: 10 % weniger Arbeit bei 15 % mehr Gehalt. Gott sei Dank schlägt mein halbes Herz als Unternehmer, dass ich solche Forderungen nicht nötig hab.
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