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Rind
1811 Themen, Moderator: Susanne1, Manu, Matthias, nagus2, Redaktion_landlive, Moderator
Forum: Rind
Die Kuh macht "Muh" und Kühe machen Mühe

Ad Libitum " Sauertränke"

@ altilla #
umweltassoziierte Keime immer.Auch z.b.Coli.Aber der Staph.Aureus ist halt besonders mies,weil der sich im Euter verstecken kann und sich somit dem Antibiotika entzieghen kann.Typisch für chronische Mastiden.
Und als ich so ritt im rasengedämpften Schritt,da wars mir:Fiel ich jetzt von meinem Schimmel,fiel ich in den Himmel!

With a host of furious fancies;
There I am commander;
With a burning spear and a horse of air
to the wilderness I wander.
With knights of ghost and shadow
I summoned am to turney,
ten leagues beyond the wide world`s end:
Methinks it is no journey !
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@ altilla #
altilla schrieb:

Aber selbst der Aureus ist ein Keim, der in der Umwelt überall verbreitet ist. Der kommt auch ohne Tränke wieder in den Stall.


Ja sicher, auch ohne Zukauf, aber nach gängigen Erfahrungen ist es leider so, dass die Wahrscheinlichkeit
umso größer ist wenn man den Kälbern Muttermilch verabreicht mit Staph Aureus Keimen.
Deshalb macht es ja auch Sinn beim Trockenstellen die Kühe die ausflocken auf die speziellen Keime zu untersuchen und bei vorhandenen Keimen die anfallende Biestmilch zumindest nicht an Kuhkälber zu verfüttern.
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@ Dolly #
Auch z.b.Coli.Aber der Staph.Aureus ist halt besonders mies,weil der sich im Euter verstecken kann und sich somit dem Antibiotika entzieghen kann.Typisch für chronische Mastiden.

Dazu muss er aber erst ins Euter. Theoretisch schafft er es natürlich bei vertränken von "belasteter Milch" leichter. Aber ist das auch in der Praxis so?
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@ Seebauer #
nach gängigen Erfahrungen ist es leider so, dass die Wahrscheinlichkeit
umso größer ist wenn man den Kälbern Muttermilch verabreicht mit Staph Aureus Keimen.

Wie wäre da der Übertragungsweg?
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Na wie wohl, der Keim gelangt in den Verdauungstrakt, vorallem in der Biestmilchphase ist die Darmwand sehr durchlässig. Dann nistet er sich ins Gewebe ein und wartet seine Zeit als " Schläfer"ab.
Wenn eine Kuh wiederholt Mastitisprobleme hat und man macht Euterspezifische Proben nachdem man schon mal behandelt hat, kann es durchaus sein, dass kein Staph Aureus nachgewiesen wird.
Bei erneuten Problemen und sofortiger Probe vor einer Behandlung wird man dann fündig.
Diese Probleme mit Staph Aureus sind ein Nachteil bei der Vollmilchfütterung und erfordern ein verstärktes Engagement beim Trockenstellen.
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@ altilla #
altilla schrieb:

Deine Erfahrung oder gibt es dafür auch entsprechende Nachweise?


Mir sind keine Untersuchungen in dieser Richtung bekannt, dauern auch recht lange (Kälber mit definierten Keinem füttern, warten, warten, warten bis die ehemals "Kälber" endlich abkalben und Milch geben, dann nach Keimen suchen und dann beweisen, daß es die von damals und keine neuen aus der Umgebung sind...)

ABER ein alter Kollege bemerkte mein Grinsen im Gesicht, als er mir versuchte, diese Zusammenhänge zu erklären: "Achten Sie darauf, Herr Kollege !"

und ich achtete darauf:

Herde 1: alle Milch, die nicht in den Tank durfte (wg. Zellgehalt u.a.) wurde an die Kälber verfüttert, egal ob männlich oder weiblich...die SB-Bullkälber verließen eh den Hof nach 14 Tagen...
es zeigten sich immer wieder Euterentzündungen bei den melkenden Tieren, egal in welcher Altersgruppe !
und mit allen möglichen bakteriellen Erregern !

Herde 2: alle Milch, die nicht in den Tank durfte, kam in die Gülle.
Betrieb hatte massive Probleme mit Strept. uberis (Hautbesiedler), die gleich für 41°C Fieber sorgten, wenn sie es ins Euter geschafft hatten...vereinzelt gab es auch Staph.aureus-Nachweise im Milchlabor...
ABER es waren nur ÄLTERE Kühe betroffen, nie die in der ersten bzw. 2. Laktation !

ähnliche Erfahrungen gibt es auch bei Fleckvieh- oder Braunviehherden
Doc Dörnfeld, Tierarzt in Schwaben
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@ Viehdokter #
Viehdokter schrieb:

Mir sind keine Untersuchungen in dieser Richtung bekannt, dauern auch recht lange (Kälber mit definierten Keinem füttern, warten, warten, warten bis die ehemals "Kälber" endlich abkalben und Milch geben, dann nach Keimen suchen und dann beweisen, daß es die von damals und keine neuen aus der Umgebung sind...)

ABER ein alter Kollege bemerkte mein Grinsen im Gesicht, als er mir versuchte, diese Zusammenhänge zu erklären: "Achten Sie darauf, Herr Kollege !"

und ich achtete darauf:

Herde 1: alle Milch, die nicht in den Tank durfte (wg. Zellgehalt u.a.) wurde an die Kälber verfüttert, egal ob männlich oder weiblich...die SB-Bullkälber verließen eh den Hof nach 14 Tagen...
es zeigten sich immer wieder Euterentzündungen bei den melkenden Tieren, egal in welcher Altersgruppe !
und mit allen möglichen bakteriellen Erregern !

Herde 2: alle Milch, die nicht in den Tank durfte, kam in die Gülle.
Betrieb hatte massive Probleme mit Strept. uberis (Hautbesiedler), die gleich für 41°C Fieber sorgten, wenn sie es ins Euter geschafft hatten...vereinzelt gab es auch Staph.aureus-Nachweise im Milchlabor...
ABER es waren nur ÄLTERE Kühe betroffen, nie die in der ersten bzw. 2. Laktation !

ähnliche Erfahrungen gibt es auch bei Fleckvieh- oder Braunviehherden


Das spricht dafür, solche Milch zu pasteurisieren. Das soll ja auch zu höheren Tageszunahmen führen, weil die Kälber sich mit weniger Keimen auseinandersetzen müssen.
Die dicksten Bauern haben die dümmsten Kartoffeln...
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Ich glaube ich muss meinen Versuch frühzeitig aufgeben.
Im Schnitt trinken die Kälber (zum Großteil über 1 Woche alt) nicht mehr als 3 Liter pro Tag. Speziell die Kälber, bei denen ich am Anfang dachte, "da funktioniert das System, die saufen ordentlich", haben plötzlich durch die Bank Druchfall (trotz desinfizierten Boxen, guter Vollmilch, eigenem Eimer 2x täglich gewaschen und Ansäuerung)
Ich habe mir noch ein Ph-Wert Messgerät zugelegt und musste erstaunt feststellen, das ich die Milch bisher nur auf 6,2 angesäuert habe. Für 5,5 benötige ich die 3-fache Menge, was dazu führen dürfte, dass sie noch weniger trinken :(
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Machs doch mit Joghurttränke. Du musste keine Säuren zukaufen und die Milch ist auch in großen Mengen bekömmlich. Nur so als Tip.
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@ leonardo2k3 #
leonardo2k3 schrieb:

Ich glaube ich muss meinen Versuch frühzeitig aufgeben.
Im Schnitt trinken die Kälber (zum Großteil über 1 Woche alt) nicht mehr als 3 Liter pro Tag. Speziell die Kälber, bei denen ich am Anfang dachte, "da funktioniert das System, die saufen ordentlich", haben plötzlich durch die Bank Druchfall (trotz desinfizierten Boxen, guter Vollmilch, eigenem Eimer 2x täglich gewaschen und Ansäuerung)
Ich habe mir noch ein Ph-Wert Messgerät zugelegt und musste erstaunt feststellen, das ich die Milch bisher nur auf 6,2 angesäuert habe. Für 5,5 benötige ich die 3-fache Menge, was dazu führen dürfte, dass sie noch weniger trinken :(



Am Besten schon von Anfang an "Sauertränke" geben, heißt auch die Biestmilch ansäuern, denn wenn die Kälber wissen, wie "frische" Milch eigentlich schmeckt, dann verziehen sie das Gesicht und trinken nur das Nötigste.

Ähnlich verhalten sich mit H-Milch aufgezogene Stadtkinder bei der Verkostung von frischer Milch bei einer Hofbesichtigung...
Doc Dörnfeld, Tierarzt in Schwaben
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