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'Bio-Illusion': Doku auf Arte erntet Kritik

Dieses Thema bezieht sich auf einen Beitrag auf agrarheute.com:
'Bio-Illusion': Doku auf Arte erntet Kritik
@ AbuSharif #
AbuSharif schrieb:
Der übliche Hass-Mist! Irgendwie haben viele Journalisten das drauf, daß sie alles versuchen, auch vor jeder Manipulation nicht zurückschrecken, um gute, nachhaltige, zukunftsträchtige und menschlich wunderbare Aktivitäten kaputt machen zu wollen.

Gilt dann diese Beschreibung der journalistischen Arbeit auch für andere Berichte? Wenn nein, weshalb trifft die nur hier zu?
Statt zu kapieren, daß der Biolandbau als Ernährungsalternative der Welt das einzig Sinnvolle ist, greifen sie alle auftreibbaren schwarzen Schafe und Betrüger auf (500 unter 10.000.000?), walzen das publikumswirksam aus und freuen sich diebisch, daß sie "dem Biolandbau" (ihrer und der Menschheit einzige Zukunftsperspektive auf dem Sektor Ernährung und Landwirtschaft auf längere Sicht, so 500-1000 Jahre erstmal) !) es aber so richtig gegeben haben.

Diese Meinung von dir muss man aber nicht teilen. Was jedoch in keinem Zusammenhang steht ob und in wie weit die angesprochene Reportage stark vereinfacht oder einseitige Darstellungen präsentiert.
Richtiger, ernsthafter, nicht sensationsgeil wäre gewesen, Missstände zu benennen, mit Namen und Ort, Fachleute zu fragen, ob das überhaupt stimmt, was behauptet wird und Strategien zu fordern, vorzuschlagen, wie man aus diesem Schlamassel, den die gierige Betrüger- und Abstauberszene verursacht, herauskommt. Im eigenen Interesse, im Interesse der Konsumentengesundheit und vor allem der Produzierenden, ihrer Gesundheit und ihrer Nachhaltigkeitsgrundlage, ohne die sie keine Zukunft haben, und die entsprechenden gesunden Nahrungsmittel auch nicht.
gilt das nur für diese Reportage?
Ich könnte fast wetten, daß viele Sachen durch Kriminelle wie Monsanto extra angeschoben werden, "geholfen" wird bei der Aufdeckung und embedded journalists bezahlt. Aber auch ohne das ist die Lage natürlich nicht so, wie diese offenbare Scheißsendung behauptet. Der Kapitalismus treibt überall seine auf menschlicher Gier und wirtschaftswissenschaftlich von Kalle Marx erstmals aufgezeigter, unumgänglicher Notwendigkeit der Steigerung der Profitrate beruhenden Blüten. Dagegen kämpfen wir permanentemente; und damit wir einen Planeten unterm Arsch haben, der überhaupt noch zum drauf Herumkämpfen vorhanden ist, braucht es unter anderem Biolandbau.
Ah ja, wieder diese bösen Männer in schwarzen Anzügen....

Deine andere Aussage hat jedoch nichts mit dem Biolandbau zu tun. Es ist primitives Kapitalismusbashing. Vor allem werden dadurch viele deiner weiteren Aussage ad absurdum geführt.
Diese sogenannten Investigativjournalisten sind natürlich in Wahrheit Sensationsschreiber; Betrügereien oder landgrabbing im Biolandbau suchen und finden ist natürlich nicht unmöglich, und dann die Millionen hart und ehrlich Arbeitenden anzugreifen und vor allem a todo costo zu schädigen, das ist unfair, gemein und vor allem dumm. Wir hier z.B. sind nicht in erster Linie berogt, daß REWE ein gutes Bioangebot hat, sondern unsere "biosphere of humankind" ist in großer Gefahr zerstört zu werden, daher machen wir Biolandbau in den feuchten Tropen, um Umwelt, Biodiversität und Landbevölkerung zu "retten", Gesundheit zu produzieren, wo Tausende jedes Jahr an Agrargiften sterben oder krank werden etc. etc. Da kommen diese Idioten und sagen "Alles Betrug", alles normale mainstream-Scheiße etc. "Der" Biolandbau betreibt Landraub usw. usw.
Nochmals die Frage: Gilt diese Feststellung über Sensationsschreiber nicht auch für andere Berichte?
Sind Deine Aussage bzgl. konv. Landwirtschaft nicht exakt nach dem gleichen Muster aufgebaut?
hab in den film bisher nur kurz reingeschaut. da ging es drum, dass investoren in rumänien den einheimischen produktionsfläche wegkaufen und in ziemlich ausgeräumter
landschaft 'bio' produzieren.
Landgrabbing heißt das in Afrika, Lateinamerika und eben jetzt auch Rumänien. Wenn dann der grabber nach den EU-Richtlinien Bio produziert, dann ist an der Bekämpfung des landgrabbings vieles im Argen, also ein Problem der EU, und wir wiederum vom Biolandbau nehmen uns sicher dieses Problems an, was aber ein langer Prozess ist, vor allem gegen diese EUROPA-Bürokratie und Gesetzesmacher, die USA und den TTIP. "Der Biolandbau" in Nicaragua und Hessen hat keinerleci SCHULD an diesem zerstörerischen Treiben in Rumänien.
Aber die entsprechende Interessenvertretungen/Verbände doch schon. Oder wurden die EU-Biorichtlinien nicht auf drängen einer bestimmten Partei eingeführt die nach meinem Kenntnisstand sehr gute Vernetzungen in den entsprechenden Anbauverbände aufweist?
Jetzt die Schuld auf bestimmte europäische / amerikanische Institutionen schieben ist schon etwas stark vereinfacht. Es war vor allem das Interessen von der damaligen Regierung in Berlin die diese EU-Richtlinien veranlasst hat. Nur heute sind halt viele zu feige zu ihrer damaligen Entscheidung zu stehen weshalb mal wieder ein Schuldiger gesucht wird. Hier halt die EUROPA-Bürokratie.
Aus den einstigen Bio-Idealen einer regionalen ressourcenschonenden Landwirtschaft ist längst
eine globale Massenproduktion geworden.
Nach wie vor sind wir prozentmäßig ein sehr kleiner Sektor der Weltlandwirtschaft. Aber: was wäre denn, wenn aus resourcenschonender regionaler Landwirtschaft eine globale resourcenschonende wird? Warum will uns der Herr Journalist in der Nische belassen und hat Angst davor, daß das passiert, was wir wollen, nämlich daß aller Landbau auf der Welt "bio" wird.
Die entsprechende Kritik richtet sich gegen die entsprechenden Aussagen vieler (nicht aller) Bioverbandsrepräsentanten bzw. denen nahestehender Politiker / sonstige öffentliche Personen.
Das auch die Biolandwirtschaft nach bestimmten Marktmechanismen funktioniert ist nichts schlechtes. Doch genau so wie die berechtigte Kritik für konv. Lebensmittel als Bespiel zwischen der Diskrepanz Werbung/Wirklichkeit genannt werden so muss sich auch der Biosektor mit der angesprochenen Diskrepanz auseinandersetzen.
Mitte der 80er Jahre waren Bio-Pioniere angetreten, um mit ihren Ideen derökologischen Landwirtschaft einen Gegenentwurf zur konventionellen Agrarindustrie zu entwickeln und zum Durchbruch zu verhelfen. Inzwischen wollen immer mehr Menschen in Europa Bioprodukte und vertrauen auf die
Versprechen von Erzeugern und entsprechenden Zertifikaten und Siegeln.
Man gönnt uns aber nicht die Wachstumsraten, den "Durchbruch", scheint es. Außerdem ist "Mitte der 80er Jahre" falsch; es war Anfang der 70er.
Ist die Idee der ökologischen Landwirtschaft nicht doch ein bisschen älter? Stichworte Lebensreformbewegeung.
War die Nennung Mitte der 80er Jahre nicht der Zeitrahmen in der Biolandwirtschaft nicht extra (wie hoch keine Ahnung) von der EU gefördert wurde. Als alternative zu entsprechenden Marktentlastungsprogrammen?

"Bio" verspricht viel: Mehr Gesundheit durch Gemüse, Fleisch und Fisch ohne schädliche Rückstände.
By the way: Biolandbau versprach noch nie "ohne schädliche Rückstände", aus dem einfachen Grund, daß wir auf Luft und Regen z.B. keinen Einfluss haben.
Und natürliche Gifte!
Aber diese Tatsachen (Umgebung) wurde durch so manche Lobbyisten immer heftig verneint. Kann man vielleicht dies umschreiben mit Willkommen in der Wirklichkeit?
Wir Käufer erhoffen uns gleichzeitig ein gutes Gewissen, vertrauen auf nachhaltige Wirtschaftskreisläufe und glauben den Versprechen von fairen Arbeitsbedingungen und Löhnen für Kleinbauern,
Landarbeiter und Händler in fernen Regionen.
Hier geht es zum einen erstmal um den fair trade (der nicht automatisch "bio" war oder ist), wo bekannt ist, daß vieles im Argen liegt. Wir arbeiten seit Jahren an dieser Front und mit gutem Erfolg. Moreover: "faire Arbeitsbedingungen und vor allem "Löhne" für Kleinbauern", was ist das denn? Ein Bauer bekommt keinen Lohn, sondern verkauft seine Produkte. Dank IFOAM und INOFO wird die Position der Kleinbauern auch immer stärker, auch dafür musste und muss man kämpfen, nichts kommt von selbst. Wir tun dies national und international, in der UNO, der FAO, der UNCTAD, der WTO etc. etc. Durch solche TV-Sendungen und die entsprechend fiese Einkaufsempfehlung (Lieber chemisch produziertes und genmanipuliert kaufen, ja?) wird dieser Kampf und der "faire Preis" erschwert, denn man will diesen geliebten Kleinbauern ihre besseren Märkte und Absatzchancen nehmen. Vielen Dank, Herr Jentzsch! Man merkt, auf welcher Seite Sie stehen.
Das gerade fair trade in vielen Regionen eher einer Stagnation gleichkommt als faire Förderung ist ja kein Geheimnis. Das hier mal wieder von dir mehrere Dinge vermixt werden spricht aber auch nicht für deine Glaubwürdigkeit.
Doch ist das wirklich so? Was ist der Preis des Bio-Booms? Ist Bio wirklich immer Bio? Woher stammen die vielen Waren in französischen und deutschen Supermärkten wirklich? Wie werden sie erzeugt, gehandelt? Wer kontrolliert die vielen Produkte? Wohin fließen die vielen Milliarden Euro Subventionen
der Europäischen Union, mit denen die Umstellung auf Bio gefördert wird?
Viele Fragen, zum Teil scheinheilig bis zum Anschlag. Bei REWE kann man immer wieder lesen "Zur Zeit nicht erhältlich", weil nämlich die Produktion nicht der Nachfrage nachkommt. Also sind es nicht soooo viele; außerdem: wir wollen 100% im Supermarkt erreichen. Was haben die Schreiberlinge dagegen? Wer das alles kontrolliert, ist ganz einfach: die EU, die USA und zig andere Länder haben Regeln, Gesetze und Kontrollmechanismen, vor allem aber haben wir selber, die Bewegung des Biolandbaus, die Normen und Kontrollen entwickelt, die nun einmal angesichts des menschlichen defizitären Charakters notwendig sind. Sie werden ständig verbessert, und immer wieder den Regierungsbürokratien abgerungen, die unter dem massiven Einfluss der Agrarchemiekonzerne etc. stehen und ständig geneigt sind bis bestochen werden, um dies aufzuweichen. In Nicaragua haben wir extrem wenig gesehen von den Milliarden EURO für den Biolandbau, und es ist auch in der Regel keine Subvention, sondern eher ein Ausgleich / incentive für all die Wohltaten, die der arme Bio-Kleinbauer der Gesellschaft, dem Lande, dem Klima, der Volksgesundheit liefert, ohne dafür bezahlt zu werden, während der Chemiebauer und seine Konzerne von Bayer bis Syngenta ungeheure Folgeschäden produzieren, OHNE dafür haftbar zu sein, ohne daß es in ihre ach so rentable Gewinn- und Kostenbilanz einginge.
Was spricht dagegen Missstände (sofern sie so tatsächlich stattfinden) zu nennen?
Warum wird hier in deiner Kritik wieder alles durcheinandergewürfelt? Nur weil Kritik an A geübt wurde bedeutet es nicht das bei B oder C alles in Ordnung ist.

Und in der FR habe ich das gefunden:
„Die Bio-Illusion: Massenware mit Öko-Siegel“ Landbau oder Raubbau? Von Harald Keller
Ich habe keine Zeit, Muße noch Lust, jeden Mist hier zu kommentieren, aber ein paar Beispiele:
Kartoffeln: Oval geformt und gleichmäßig gerundet sollen sie sein, sonst mag sie der Verbraucher nicht. Völlig unsinnig. Aber es geht noch absurder im Reich der Bio-Landwirtschaft.
Ach Du liebe Güte: der Verbraucher kauft sie sonst nicht! Soll der Biobauer den Konsumenten per Gesetz zwingen lassen, sie doch zu kaufen? Außerdem stimmt es gar nicht.
Bio-Lebensmittel haben weiterhin Konjunktur. Die Nachfrage ist größer als das Angebot, vor allem wenn man Großversorger wie Mensen und Kantinen in die Rechnung einbezieht.
Aber genau die Großversorger legen viel Wert auf eine einheitliche Größe + Form der Produkte.
Gerade weil die Nachfrage angeblich größer ist als das Angebot sollte einen hellhörig werden lassen. Denn die Nachfrage ist nach günstigen Produkten größer + dieser Umstand verführt uU manche zu nicht legalen Wege.
Längst haben Investmentfirmen den Geschäftsbereich entdeckt. Der Dokumentarfilmer Christian Jentzsch ist zum Beispiel dem Schweizer Ex-Bankier Theo Häni begegnet, der mit dem Geld seiner Investoren
in aller Welt Bio-Landwirtschaft betreibt. Ganz groß eingekauft hat sich Häni in Rumänien. Ackerland ist im Ankauf oder in der Pacht deutlich billiger zu haben als in den deutschsprachigen Ländern, obendrein gibt es
üppige Subventionen der EU für die Umstellung auf biologischen Landbau.
Dieser ganze Absatz betrifft den guten alten Kapitalismus, aber nicht uns, den Biolandbau. Wir wehren uns nach Kräften, von solchen Leuten eingekauft, aufgekauft etc. zu werden, aber noch sind wir in der neoliberalen Marktwirtschaft, wo auch Bioleute zum Opfer werden. Und statt daß uns verantwortliche Journalisten zu Hilfe eilen, hauen sie nochmal drauf und sagen, der Biolandbau ist Scheiße, weil Exbankier Häni in Rumänien landgrabbing betreibt. Wie zum Teufel sollen WIR das verhindern? Wir machen Lobbyarbeit wie blöd, aber so etwas alleine zu schaffen, dazu sind wir viel zu schwach!!
Wäre mir neue das Bio gleichbedeutend Kapitalismusablehnung ist. Böse formuliert hat ja gerade der Kapitalismus zu Bio geführt (Angefangen von der Lebensreform bis hin zur Kapitalismuskritik in den 70ern bis heute).
In Wahrheit sind es nur die Zuchttiere. Das Schlachtvieh steht im Stall. Auch eine Käserei haben die Westler errichtet und produzieren Feta aus der Milch der örtlichen Schafbauern. Natürlich in Bio-Qualität. Niemand fragt danach, dass die Schäfer Futtermittel dazukaufen. Mais zum Beispiel. Natürlich möglichst billig. Also nicht gerade aus organischer Aufzucht.
Das ist natürlich gelogen. "Niemand fragt danach" ist Schwachsinn; es ist schlicht nicht erlaubt, es wird kontrolliert, und nur temporär könnte es jemand gelingen, dank seiner kriminellen Energie das 'ne Zeitlang zu unterlaufen. Und auch da ist es wieder nicht "der Biolandbau", der Herrn Häni zu verantworten hat, noch ihn alleine stoppen kann.
Genau hier kritisierst du einen wichtigen Punkt. Die verwirrende Nennung von Dingen die in keinem Zusammenhang stehen aber am Ende ein "ungutes" Gefühl erzeugen. Doch gilt diese Kritik nur für den angesprochenen Bericht oder auch für deine Gegendarstellung?
Auch hier sind für die Umstellung auf Bio-Kulturen erhebliche Mittel geflossen, in diesem Fall von der Deutschen Gesellschaft für technische Zusammenarbeit (GTZ), die inzwischen Deutsche Gesellschaft für
Internationale Zusammenarbeit heißt (GIZ). In Bangkok unterhält das Bundesunternehmen feudale Büros.
Feudale GIZ-Büros, eine Sünde des Biolandbaus?? Und Sie können sicher sein, Herr Jentzsch und Co., daß Biolandbauförderung das Geringere ist, was in GIZ-Büros ausgeheckt wird.
Zu dem Umstand, dass die Garnelenfarm
Gelder für die Umstellung auf biologische Aufzucht erhielt, dasentsprechende Bio-Siegel aber mangels entsprechender Qualität aberkannt bekam und die Zuschüsse offenbar anderweitig angelegt hat, mag sich hier
scheint‘s niemand äußern.
Na bitte, aberkannt, kein Siegel; was wollen Sie dem Biolandbau also hier vorwerfen? Wenn GIZler dann nicht über ihren Fehler und dessen Behebung reden wollen, wäre Herr Niebel zuständig gewesen, aber NICHT DER WELTWEITE BIOLANDBAU!!!
Soll die Bezeichnung "feudale Büros" nicht ein Unbehagen erzeugen?
Was ist daran im übrigen so schlimm wenn staatliche Institutionen auch mal kritisch hinterfragt werden? Bei anderen staatlichen Institutionen (BRF EFSA etc.) gehört es ja in manchen Kreisen zum guten Ton. Gibt und gab es nicht auch andere Parteien die das entsprechende Entwicklungsministerium geleitet haben?
Sind alle Maßnahmen des GIZ schlecht? Wenn nein, weshalb der abwertende Ausdruck "ausgeheckt".
Die Liste der Widersprüche, Unregelmäßigkeiten, kleinen Skandale ist lang.
Im spanischen Almeria werden ausgerechnet in einer ausgesprochen trockenen Region Obst und Gemüse angebaut. Die Landarbeiter, meist Zuwanderer aus Afrika, leben unter erbärmlichen Bedingungen. Wer eine
Aufenthaltsgenehmigung besitzt, hat kaum eine Chance auf Beschäftigung – die illegalen Migranten sind billiger. Wer sich mit der Gewerkschaft einlässt, muss Schikanen fürchten. Kuriose Volte der Geschichte: Einst
wurden hier sozialkritische Italowestern gedreht, die genau solche Verhältnisse anprangerten. Heutzutage ließe sich das Geschehen wohl eher als Krimi erzählen …
In diesem vorhergehenden Absatz fehlt das Wort Bio. Was will uns der Autor also sagen? Daß die Wirtschaft im Kapitalismus ungerecht ist? Genau so ist es. In unseren Richtlinien, denen des weltweiten Biolandbaus, ist das Thema der Rechte der Arbeiter, gesetzlichen Löhne etc. etc. durchaus enthalten und geniesst Priorität.
Und was kann der Kapitalismus dafür das die entsprechenden Kontrollen die die Einhaltung bestimmter sozialer Normen gewährleisten soll nicht funktionieren? Sind für die Kontrollen nicht staatliche Stellen verantwortlich? Wenn ja, warum soll dann der Staat in einer anderen Wirtschaftsform die entsprechenden Mindeststandards durchsetzen können/wollen?
Tatsächlich nähert sich Christian Jentzsch dem Thrillergenre an, wenn Mitglieder des Tierschutzverbandes Animal Rights nächtens in eine deutsche Putenfarm eindringen, die ihre Produkte – natürlich – mit einem Bio-Siegel vermarktet. Das immerhin ändert sich, nachdem das zuständige Prüfunternehmen das heimlich aufgenommene Filmmaterial gesehen hat. Nur: Warum sind die erschreckenden Zustände vorher niemandem aufgefallen? Wahrscheinlich, weil die kriminelle Energie der Firma so groß war, daß es einem normalen Zertifizierer noch nicht gelungen war, nachts in das Gelände mit der Kamera einzudringen. Gefahr erkannt, Gefahr gebannt. Also, was haben wir nun falsch gemacht?
Das die entsprechenden hoch gelobten Kontrollen der Bioverbände auch keine absolute Sicherheit bieten. Das es auch unter bestimmten Labels zu starken Verstößen kommen kann. Die Frage ist nur die. Wie geht man damit um. Wenn von Seiten bestimmter Funktionäre im Biolandbau (wiederrum nicht alle und vor allem nicht alle Biobauern) immer wieder auf schwarze Schafe im konv. Landbau hingewiesen wird und deren Taten als Standard dargestellt werden dann müssen sich auch entsprechende Verbände an ihren eigenen Worten messen lassen.
Einen interessanten Kontrast liefern die Bemühungen einer deutschen Kleinunternehmerin, für ein Hagebuttenprodukt aus Norwegen eine Bio-Zertifizierung eines anerkannten Instituts zu bekommen. Ein langer und kostspieliger Weg, und doch am Ende ergebnislos. Als die Dame ihren Ansprechpartner spontan fragt, wie es denn kommen kann, dass sie bei Ernte und Produktion jeweils strikte Auflagen erfüllen muss, andererseits aber in der Agrarwirtschaft in großem Stil Betrug mit dem Bio-Etikett betrieben werden kann, schreitet der Pressesprecher ein. Das ist Blödsinn. Garantiert falsch dargestellt, Effekthascherei.
Wie schaut es dann bei anderen Reportagen aus in denen z.B. immer nur einzelne Textpassagen bestimmter Stellungsnahmen zitiert werden. Auch dort nur Effekthascherei? Oder in dem in deiner Kritik auch ohne irgend welchen Zusammenhang bestimmte dir nicht genehme Firmen genannt werden. Auch nur Effekthascherei?
In diesem Einzelfall bleibt die Frage unbeantwortet. Betrachtet man aber das gesamte Bild, das sich aus den umfassenden Recherchen des von MDR, WDR, DR und Arte gemeinsam beauftragten Filmteams ergibt, lassen sich die nötigen Schlussfolgerungen ziehen.
Und damit auch Konsequenzen für den nächsten Einkauf. Bösartige Dummköpfe von MDR, WDR, NDR und ARTE, so würde ich diese Damen und Herren klassifizieren. Wenn sie anständig und ehrich arbeiten würden, hätten sie ausführlich sich informiert und diskutiert mit unserem demokratischen weltweiten Verband International Federation of Organic Agriculture Movements, Sitz in Bonn, und natürlich dem FIBL in der Schweiz.
Traurig, traurig.
Gerd Schnepel
Sano y Salvo - Safe and Sound, Primera Asociación Campesina e Indígena de Cultura y Producción Ecológicas en la Región Autónoma del Atlántico Sur, Nicaragua

War aber der Verband International Federation of Organic Agriculture Movements nicht auch federführend bei der Ausarbeitung der entsprechenden EU-Biorichtlinien dabei? Waren nicht auch die anderen Verbände wie Naturland, Bioland, Demeter, Ökopark, FIBL etc. dabei?
Haben also dort die "demokratisch*" gewählten Verbandsrepräsentaten versagt?
(*wobei demorkatisch würde ich es nicht nennen. Denn dort können ja nur bestimmte Personen wählen. Was auch nicht schlimm ist, aber dies ist kein automatisches Zeichen von integer. Denn z.B. die von dir kritisierten Unternehmen verfügen auch über demokratisch gewählte Repräsentanten. Nur weil sie andere Überzeugungen haben und somit andere Ziele verfolgen bedeutet es noch lange nicht das diese schlecht sind.)

Als Anmerkung. Ich habe den Bericht nicht gesehen und aus bisheriger Erfahrung halte ich viele Berichte vor allem in den deutschen ÖRFs (gilt natürlich auch für alle anderen nat. + Internat. "Medien") für sehr einseitig. Das bedeutet nicht das sie generell etwas falsches Behaupten sondern das diese durch einseitige Überzeichnung + geschicktes Vermixen unabhängiger Faktoren ein bestimmtes Bild erzeugen wollen. Was legitim ist, aber nicht der Realität entspricht.

Aber eine sachliche Gegendarstellung ist dies von dir auch nicht, sondern basiert auch auf dem gleichen Muster.



Some of the environmental lobbyists of the Western nations are the salt of the earth, but many of them are elitists. They’ve never experienced the physical sensation of hunger. They do their lobbying from comfortable office suites in Washington or Brussels. They have never produced a ton of food. If they lived just one month amid the misery of the developing world, as I have for 60 years, they’d be crying out for fertilizer, herbicides, irrigation canals and tractors and be outraged that fashionable elitists back home were trying to deny them these things. Norman Borlaug
1
 
@ Mett #
Na dann auf, Brennesselvermehrung betreiben und als Sojaersatz an den Mann (das Vieh) bringen....
3
 
@ HorstHuber #
HorstHuber schrieb:
Aber eine sachliche Gegendarstellung ist dies von dir auch nicht, sondern basiert auch auf dem gleichen Muster.

Moin Horst Huber,

ich vermute vom Verfasser des Threads wird auf all unsere Kommentare und Fragen keine Antwort bzw. Erläuterung kommen. Denn wir sind ja ein Teil des verhassten Systems, und wir sind es einfach nicht Wert, das kostbare und elitäre Zeit an uns Unwissende verschwendet wird.
2
 
#
Kette schrieb:

Warum hungern heute weniger Menschen, trotz gestiegener Weltbevölkerung?
Das ist allein der modernen Landwirtschaft zu verdanken, die sich aller Technologien bedienen darf.
 
Auf der Seite der Guten™ - The European 25.02.14
Die ewige Sehnsucht nach der Idylle - Erschienen in der Zeit Ausgabe 24/12
10 Jahre EU-finanzierte Forschung - There is, as of today, no scientific evidence associating GMOs with higher risks for the environment or for food and feed safety than conventional plants and organisms (PDF)
2
 
@ fafner #
fafner schrieb:

Das ist allein der modernen Landwirtschaft zu verdanken, die sich aller Technologien bedienen darf.

Nach meiner Meinung ist dieser Umstand zuerst den gestiegenen Preisen geschuldet. Gestiegene Preise durch eine erhöhte Nachfrage. Dadurch steigt der Wert der Arbeit. Nebeneffekt sind Effektivitätssteigerungen durch optimierte Prozesse, die Möglichkeit moderne (teure) Maschinen einzusetzen. Alles nicht möglich bzw. nutzlos wenn das zu produzierende Gut keinen Preis, sprich Absatz durch Nachfrage hat.

Aber das ist natürlich nur meine Meinung, und im Sinne des Threadverfassers sicherlich blose kapitalistische Propaganda.
0
 
@ Pflanzenbauer #
Pflanzenbauer schrieb:

Na dann auf, Brennesselvermehrung betreiben und als Sojaersatz an den Mann (das Vieh) bringen....



Da es defakto nahezu unmöglich ist an Saatgut zu kommen, gestalltet sich das sehr schwer.
Anonsten würde ich es SOFORT machen!

Aus Erfahrungen mit wild wachsenden Brennesseln kann ich aber sagen das Rinder gutes Brennesselheu sehr gerne fressen.
Würden die Agrokonzerne Alternativ-Pflanzen wie Brennessel, Lupinen etc. züchterisch vernünftig bearbeiten, könnten wir problemlos auf Regenwald-Soja verzichten.
Aber die wollen natürlich lieber das ihr deren Gen-Soja kauft.
2
 
#
Zum Xten mal die selbe Seife, mit(ein paar Ausnahmen) den selben Usern.
Schade....DWEWT hat mal zu einem Thema hier im Forum einen guten Beitrag geschrieben.....wie sich bei steigenden Erträgen der Resourcenverbrauch proportional erhöht. Wenn den die Einschlägigen gelesen...und verstanden hätten......dann könnte man diesen Thread schließen.
Auf Wiedersehn.
2
 
Beitrag vom Autor bearbeitet am 10.06.14 um 16:39 Uhr.
@ Pflanzenbauer #
Pflanzenbauer schrieb:

Na dann auf, Brennesselvermehrung betreiben und als Sojaersatz an den Mann (das Vieh) bringen....

Typisch Jungspundi
Große G.......sche und nix dahinter .
Brennnessel
Urtica dioica angewelkt oder getrocknet ist eine Heilpflanze , (Samen uA bei Amazon )
Schaette nimmt dir Brennesseln mit Handkuss ab


Die Brennessel ist eine ganz wertvolle Vitalitäts- und Heilpflanze. Obwohl sie gerne auf ungerodetem Boden oder Schutt wächst, hinterlässt sie durch aktive, intensive Wurzeltätigkeit einen grünen, fast schwarzen humosen Boden.

Ihre Wirkstoffe sind vielfältig - von Vitamin C über organische Säuren- und Pflanzensterinen bis hin zu Mineralstoffen (besonders Kalium und Kiesel).

Die Brennnessel bewirkt eine anregende Wirkung auf die Nierentätigkeit und hilft, Stoffwechselabbauprodukte schnell auszuscheiden. Damit beugt sie rheumatischen Gelenkerkrankungen vor. Sie wirkt aber auch aufbauend und vitalisierend und fördert die Durchblutung.
Dies gilt für Mensch und Vieh !

4
 
@ Mett #
Mett schrieb:

Wird euch das nicht langsam selber zu blöd, immer wieder den selben Unfug zu schreiben?
Auch in Zeiten massiver Überproduktion haben Milliarden Menschen hungern müssen!

Genau so könnte man sagen das viele Leute nicht hungern müßten, wenn ihr Land nicht zerstört würde um dort für deutsche Schweinemäster Soja anzubauen.

Ist schon bekloppt das wertvolle Futterpflanzen wie Klee und Brennesseln in Europa chemisch bekämpft werden, und gleichzeitig in Südamerika die Natur zerstört wird um dort Soja anzubauen.

Reg dich nicht auf, Met.
Es gibt hier einige, die meinen mit ihrem Tun massiv den Welthunger zu bekämpfen.
Und die Soja-Geschichte nicht mal hinterfragen.
Die anderen schmeißen Essen (Mais) in die Als Bio-Gas deklarierten Biodiversitäsvernichter und rechtfertigen ihr Tun wegen dem Verdienst und dass keine fossilen Rohstoffe verbraucht werden. Aber nehmen Flächen aus der Lebensmittelproduktion.
Du wirst hier mit deinen Gedanken viel Kritik finden, die bis dahin reicht als würdesr du von deinem Tun nichts verstehen.
Geht mir auch immer so. Viele sind so agrarindustriell belastet und merken es nicht einmal mehr.
Andere halten Herbizide wegen einer Studie des Bundes zu Glyphosat ungefährlich .
Auch denen kannst du nichts weismachen.
Dass unser Vater Staat aber vor Korruption nur so glänzt und die Industriebosse wohl mehr Politik machen als die non uns gewählten Volksvertreter ist dir ja auch bekannt.
Wie kann man den sonst Ökosprit noch rechtfertigen der aus Drittländern importiert wird um unsere Öko-Bilanz zu verbessern?
Das schlimmste aber ist, wenn sich die Menschen selbst anlügen.
Getreide wird importiert da wir selbst schon nicht mehr genug haben.
Die Profitgier und der Egoismus zerstört unsere Nation bereits nachhaltig.
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