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Gruppe Braunvieh

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2. Züchterstammtisch/I. - Von Jane of Vernon bis zu Schrago und Genomik

Beitrag vom Autor bearbeitet am 04.02.16 um 22:37 Uhr.
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2. Züchterstammtisch Podium
2. Züchterstammtisch/I. - Von Jane of Vernon bis zu Schrago und Genomik
Züchterstammtisch mit Martina Heckenberger, Hermann Zuchtriegel, Emil Zwingli und Hans Grath

Ein „Züchtertalk“ mit vier interessanten Gästen stand im Mittelpunkt des zweiten Züchterstammtisches von Rinderzucht Braunvieh www.rinderzucht-braunvieh.de am 2. Februar 2016 am Berghof Babel in Wald.

Die Frau an der Spitze des Rasseausschusses
Martina Heckenberger ist die Vorsitzende des RBW-Rasseausschusses Braunvieh, der darüber entscheidet, welche Stiere in die Besamungsempfehlung kommen. Hier hat also ein gewähltes Gremium von Züchtern das letzte Wort beim Stiereinsatz! Sie setzt stark auf die Jugend - hinsichtlich der Jungzüchter genauso wie im Betrieb, wo fast nur genomisch besamt wird.
Überrascht zeigten sich viele Gäste darüber, dass im RBW-Gebiet anders als in Bayern die Bauern selbst keine Stierkälber typisieren dürfen. Die strenge RBW-Regelung gilt für Holstein übrigens bundesweit.
Betrieblich war 2015 für Heckenberger ein schweres Jahr: Von den ursprünglich 220 Kühen im Betrieb wurden im Rahmen der BHV1-Sanierung 150 Kühe ausgemerzt.

Auf Janes Beerdigung
Züchter Hans Grath, Engenberg, zeigte sich als Kritiker der Indexzucht und forderte, Prüfstiere nur aus langlebigen, sehr gesunden, fruchtbaren und exterieurstarken Kuhfamilien anzukaufen. In Zuchtwerte, zumindest von jungen Stieren und Kühen, hat er kaum Vertrauen, umso mehr in starke Kuhfamilien. Seine Traumkuh bis heute: Jane of Vernon 1928-1945 ("Bei der wär ich auf die Beerdigung gegangen").
Im Betrieb scheinen die Zuchtwerte wirklich Purzelbaum zu schlagen: Er milkt vier Töchter von Voice (ZW -289 kg), alle über 30 kg und ist mit diesen Kühen bestens zufrieden!
Interessant auch die Infos zum Management - über Neospora und Selenmangel kann Grath ein Lied singen.

Euphorie für Genomik ist vorbei
Die Euphorie bei den genomischen Stieren ist vorbei, schilderte Greifenbergs Stationsleiter Hermann Zuchtriegel seine aktuelle Erfahrung. Er zeigte sich nicht als Gegner von Genomik und richtig angewendet bringe sie auch mehr Fortschritt, aber der starke Einsatz einzelner Stiere ist gefährlich. Zuchtriegel sprach sich für einen stärkeren Prüfstiereinsatz (im Grundeinsatz möglichst unselektiert, nicht beworben und im Breiteinsatz). Kurz: Greifenberg will wieder mehr Stiere testen. Die Wahrscheinlichkeit, dadurch später auch Top-Töchtergeprüfte anzubieten steigt damit an. Gut so!
Dass man in Greifenberg auch die Kuhfamilien wieder stärker durchleuchtet, brachte bereits beim letzten Züchterstammtisch Tobi Fischer zum Ausdruck.
Der gute töchtergeprüfte Stier ist in Greifenberg kein Auslaufmodell - im Gegenteil: Zuchtriegel setzt sich weiterhin für einen Einsatz der besten geprüften Stiere ein. Dabei nutzt man in Greifenberg auch auf die Top-Vererber anderer Stationen, allein Huxoy machte im Gebiet 7000 Besamungen.
1 plus 1 ist in der Zucht nicht immer 2: Die Erbanlagen der Stiere können 70% vom Vater und 30% von der Mutter kommen - oder umgekehrt, so Zuchtriegel.

Nur Wettbewerb bringt Fortschritt
Der Schweizer Züchter Emil Zwingli setzt sich für mehr Wettbewerb und eine liberale Zucht ein. Mit Blick auf den deutschen Markt sieht es Zwingli positiv, dass der Rasseverband (nur eine Organisation für das ganze Land) nicht zustande gekommen ist, das hätte den Wettbewerb komplett ausgeschaltet. Jede Station sollte die besten Stiere suchen - "Wildern muss erlaubt sein". Für die Schweiz wünscht er sich weiterhin und künftig wieder mehr Wettbewerb.
„Über die Grenzen schauen, wie Zucht und Landwirtschaft bei anderen Rassen und in anderen Ländern abläuft“, so sein glühender Appell an die Jugend. Mit anderen Worten: ab ins Ausland und mit neuen Ideen und voller Schwung zurückkommen.
Zwingli setzt klar auf die Stärken des Braunviehs, er glaubt an die Rasse und selektiert stark auf Euter, dann Becken, Kuhfamilie und Leistung. Zwingli erwähnte Jean Lois Schrago als einen Wegbeschreiter des Liberalismus, aber auch er selbst kämpfte an allen Fronten für mehr Freiheit.

Danke ans Podium und die Gäste für den guten Besuch und das zahlreiche Feedback. "Top Event" – Merci Nikolas.

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Euphorie für Genomik ist vorbei:
Und das in einer Situation, in der Götz, der Chef vom LfL den Einsatz von 90 % genomischer Jungvererber beim Fleckvieh in der Besamung fordert!
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