Zur mobilen Version wechseln »
NachrichtenThemenMediathekCommunityWetterMärkte & PreiseShopBranchenbuchagrarheute.comlandlive.de
Erweiterte Suche »
UploadChatForenFotosFotoalbenVideosBlogsTermineMitgliederGruppenPartnersuche
Themen auf agrarheute.com
Forum: Themen auf agrarheute.com

Schlachten trächtiger Rinder: Ein Kommentar

Dieses Thema bezieht sich auf einen Beitrag auf agrarheute.com:
Schlachten trächtiger Rinder: Ein Kommentar
@ Seebauer #
Guten Morgen Herr Pahlke!
Aus welchem Dornröschenschlaf sind Sie denn erwacht?
Die Schlachtung hochträchtiger Rinder und das Leid ihrer Föten wurde bereits 2014 in den Medien diskutiert. Es gibt dazu eine Stellungnahme der Bundestierärztekammer.
Seit 1990, also seit fast 27 Jahren, steht in § 90a BGB: „Tiere sind keine Sache. Sie werden durch besondere Gesetze geschützt. Auf sie sind die für Sachen geltenden Vorschriften entsprechend anzuwenden, soweit nichts anderes bestimmt ist.“
Und seit 1990 heißt es in § 903 Satz 2 BGB: „Der Eigentümer eines Tieres hat bei der Ausübung seiner Befugnisse die besonderen Vorschriften zum Schutz der Tiere zu beachten.“ Der Tierhalter und Lebensmittelunternehmer ist allein verantwortlich für das Schicksal seiner trächtigen Rinder.
Aus wissenschaftlichen Untersuchungen ist bekannt, dass der Fötus zumindest im letzten Trächtigkeitsdrittel empfindungs- und wahrnehmungsfähig ist. Ob vor der Schlachtung eine Trächtigkeitsuntersuchung durchgeführt wurde oder nicht, in jedem Fall ist der Tierhalter für den grauenvollen Erstickungstod des Kalbes verantwortlich. Ohne vorige Trächtigkeitsuntersuchung fügt der Tierhalter dem ungeborenen Kalb durch Unterlassung den grauenvollen Erstickungstod zu. Erfolgt die Abgabe zum Schlachten obwohl das fortgeschrittene Trächtigkeitsstadium bekannt ist, dann fügt der Tierhalter dem ungeborenen Kalb vorsätzlich einen grauenvollen Erstickungstod zu.
Der Tierhalter verletzt in jedem Fall den § 4 TierSchG, der das Töten eines Wirbeltieres ohne Betäubung verbietet. § 4 Abs. 1 TierSchG besagt: Ein Wirbeltier darf nur unter wirksamer Schmerzausschaltung (Betäubung) in einem Zustand der Wahrnehmungs- und Empfindungslosigkeit oder sonst, […], nur unter Vermeidung von Schmerzen getötet werden.“
Und der Tierhalter begeht eine Straftat nach § 17 Nr. 1 TierSchG: „ Mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder mit Geldstrafe wird bestraft, wer ein Wirbeltier ohne vernünftigen Grund tötet.“
Auch das ungeborene Kalb ist ein Wirbeltier und steht unter dem Schutz des Tierschutzgesetzes, der jeweiligen Landesverfassung und dem Grundgesetz in Art. 20a. Es ist also durchaus berechtigt, die Schlachtung trächtiger Tiere als Verbrechen zu diskutieren. Die Wahrnehmung hat sich nicht erst in den letzten Jahren verändert. Die Mitgeschöpflichkeit der Tiere wurde bereits im Reichstierschutzgesetz von 1933 angelegt. Den ethischen Tierschutz, der dem Tier als Mitgeschöpf einen Eigenwert beimisst, gibt es schon mit dem Tierschutzgesetz in der Fassung von 1972.
Wie ewig gestrig und von Gruppenegoismus geprägt erscheint dagegen Ihr Gedanke, dass Tiere einem Zweck dienen. Es ist bis jetzt ein Grundkonsens in unserer Gesellschaft, dass wir Tiere zur Gewinnung von Nahrungsmitteln wie Eier, Fleisch, Honig und Milch nutzen. Allerdings nur im Rahmen unserer Tierschutznormen. Unser Berufsstand und seine Vertreter wären schlecht beraten, wollten sie, Ihrem Rat folgend, gegen Tierschutznormen in unserer verfassungsmäßigen Ordnung andiskutieren. Will unsere Landwirtschaft vom Rande der Gesellschaft, wohin sie sich durch die massenhaften täglichen Tiermisshandlungen katapultiert hat, wieder in unsere Mitte zurückkehren, dann muss sie schleunigst sämtliche bereits bestehenden Tierschutzvorgaben einhalten. Es ist einfach von jedem weiblichen Rind, das zum Schlachten gehen soll, eine Trächtigkeitsdiagnose zu erstellen.
Die Angabe von Prozentzahlen ohne Basisgröße und ohne zeitlichen und geographischen Bezug ist unseriös und manipulativ. 0,8% von 1000 sind 8; 0,8% von 1 Million sind Achttausend. Und 0,8% in Bayern, in Deutschland, in Europa? Und 0,8% in welchem Zeitraum, 2015, 2016, im 1. Quartal 2017, oder wann??
Es ist eine betriebswirtschaftliche Dummheit eine hochtragende Kuh zum Schlachten zu geben und auf den Erlös aus dem Kalb und der Milch nach dem Abkalben zu verzichten. Solches Handeln macht das ewige Jammern unseres Berufsstandes über schlechte Erlöse unglaubwürdig.
Ich jedenfalls bezweifle, dass es einen vernünftigen Grund gibt eine hochtragende Kuh zum Schlachten zu geben. Notschlachtungen oder Nottötungen im Herkunftsbetrieb sind davon ausdrücklich ausgenommen.
2
 
#
Eben. Wer wird eine hochtragende Kuh zum Schlachten geben, wenn es auch anders ginge? Das macht kein vernünftiger Mensch. Damit ist das ganze Palaver hier hinfällig, denn es wird *Gründe* geben, warum diese Tiere zum schlachten kommen.
3
 
@ Rohana #
Hallo Rohana,

Gründe reichen nicht. Es muss nach dem Verhältnismässigkeitsgrundsatz ein vernünftiger Grund sein, der es rechtfertigt das ungeborene Kalb zu töten. Wirtschaftliche Gründe liefern keine hinreichende Rechtfertigung für die Tötung des ungeborenen Kalbes.
0
 
#
Es ist ja mit ein Grund warum Milchkühe heute so früh abgehen.

Im Grunde entscheidet man ja bei der Besamung, macht die das noch, oder soll ich es bleiben lassen und eine junge Kuh aufstallen.
Da uns ja die Betriebswirtschaftler ständig in den Ohren liegen, wie rentabel die alten Kühe sind ( stimmt auch wenn es problemlos läuft), wird die eine oder andere grenzwertige Kandidatin halt doch besamt/gedeckt,
und dann hat an dann unter Umständen kurz vor dem Kalben oder danach das Desaster.
Schlachten soll/darf man nicht da bleibt dann nur noch der Tierarzt und wenn Kuh und Bauer Pech hat, ein Pflegefall bis zum Tod.
Ja da fragt man sich dann was ist besser, wenn der Gesamteindruck einfach schlecht ist zum schlachten oder der Doc.
Hat auch schon top Kühe gegeben die dann immer mehr abgebaut haben, und schon lange beim Schlachter gelandet wären, wenn man dem Bauer kein Gesetz vor die Stalltür geschoben hätte.
Insgesamt ist doch völlig klar, dass keiner ein trächtiges Tier abgehen lässt wenn da nicht was im Busch wäre.
2
 
#
Lieber Moralapostel.
Mal eine Frage.
Sind Sie auf dem Land groß geworden oder ein "reinrassiger" Städtler?
Ich finde es in Foren ja immer wieder erstaunlich, wenn sich Leute in Foren anmelden
und als allerersten Beitrag solche Beiträge einstellen.
Ist ja auch ihr gutes Recht, ihre Meinung kund zu tun.
Und nächste Woche ist dann wieder etwas anderes dran.
Tut mir leid aber solche Leute kann ich nicht ernst nehmen.
1
 
Beitrag vom Autor bearbeitet am 13.06.17 um 12:53 Uhr.
@ burgilali #
burgilali schrieb:

Hallo Rohana,

Gründe reichen nicht. Es muss nach dem Verhältnismässigkeitsgrundsatz ein vernünftiger Grund sein, der es rechtfertigt das ungeborene Kalb zu töten. Wirtschaftliche Gründe liefern keine hinreichende Rechtfertigung für die Tötung des ungeborenen Kalbes.


Ich hab bisher noch leider kaum nachvollziehbares gefunden, wer da warum diese angeblich unmengen an trächtigen Kühen schlachten läßt, vorstellbar, daß das ohne akute Not passiert ist es aus der Praxis nicht.
Weder bringt eine Altkuh besonders Geld bei der Schlachtung, noch fallen mir andere wirtschaftliche Gründe ein, nicht auf die geburt zu warten, und womöglich wenigstens das Kalb zu retten.....
Zumindest in der Muhkuhhaltung, die ja besonders betroffen sein soll, muss dann die Diagnose doch eindeutig im Vorraus lauten, das bei de nicht zu retten sind............denn das geld wird an den Kälbern verdient, nicht an der Schlachtung von Altkühen.
das ganze erscheint mir so, wie es publiziert wird, eher eine Luftnummer, ideologisches Theater.
Ich vertret hier meine Meinung.....Deine mußt Du Dir selbst bilden
Freiwirtschaft: [userpage.fu-berlin.de]

Armut schafft Demut, Demut schafft Fleiß, Fleiß schafft Reichtum,
Reichtum schafft Übermut, Übermut schafft Krieg, Krieg schafft Armut.

So ist es brauch seit alters her, wer Sorgen hat, hat auch Likör.. (W. Busch)

Nimm das Recht weg - was ist dann ein Staat noch anderes als eine große Räuberbande?
(Augustinus von Hippo)
0
 
#
Hpts. wird das mMn. gemacht wenn davon auszugehen ist, dass die Kuh es nicht bis zur Kalbung schafft.
Der Neider sieht den Garten, den Spaten sieht er nicht.
0
 
@ tyr #
Irgendwo ( ich kann mich leider nicht mehr genau dran erinnern, wer das wo erzählt hat..... )
hat mir mal wer erzählt, in der Färsenmast würde ganz gerne ein Bulle dazugestallt. Die Gruppe sei dann insgesamt ruhiger. Verstehen tu ich diese "Denke" nicht. Aber die Anzahl Tragender bei Schlachtung wäre so zu erklären. Man könnte aber wohl auch Ochsen nehmen. Falls da überhaupt Wahres dran ist.
Du musst nicht tanzen, aber beweg dein Herz!!
0
 
@ Susanne1 #
Hallo Susanne1,
der Grund für diese Denke dürfte die Erwartung sein, dass tragende Färsen schneller und mehr Gewicht zulegen als leere. Außerdem fällt die Brunst einzelner Tiere als Grund für Unruhe in der Herde weg.
0
 
@ Susanne1 #
Susanne1 schrieb:

Irgendwo ( ich kann mich leider nicht mehr genau dran erinnern, wer das wo erzählt hat..... )
hat mir mal wer erzählt, in der Färsenmast würde ganz gerne ein Bulle dazugestallt. Die Gruppe sei dann insgesamt ruhiger. Verstehen tu ich diese "Denke" nicht. Aber die Anzahl Tragender bei Schlachtung wäre so zu erklären. Man könnte aber wohl auch Ochsen nehmen. Falls da überhaupt Wahres dran ist.


Wie soll da Ruhe rein kommen, wenn da ein Bulle dazwischen ist, der die herde ständig aufmischt, weil er nach trächtigen Kühen sucht, und diese besteigen will..............gerade beu jungen Rindern funktioniert das beseteigen sowieso nich beim ersten mal, da jagd der die tagelang im Kreis rum, bzw sie ihn.
Das wird wohl einer der vielen Hoaxes sein, die so rumschwirren.
Ich vertret hier meine Meinung.....Deine mußt Du Dir selbst bilden
Freiwirtschaft: [userpage.fu-berlin.de]

Armut schafft Demut, Demut schafft Fleiß, Fleiß schafft Reichtum,
Reichtum schafft Übermut, Übermut schafft Krieg, Krieg schafft Armut.

So ist es brauch seit alters her, wer Sorgen hat, hat auch Likör.. (W. Busch)

Nimm das Recht weg - was ist dann ein Staat noch anderes als eine große Räuberbande?
(Augustinus von Hippo)
0
 
Werde Mitglied der Community Landwirtschaft, um an dieser Diskussion teilzunehmen!
Zum Seitenanfang