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Haus, Hof, Familie und Büro
Forum: Haus, Hof, Familie und Büro
Über den Hofhund bis zum Leben auf dem Land.

Blumen selber schneiden - Goldgrube oder Verlustgeschäft?

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Blumen selber schneiden Blumen selber schneiden Blumen selber schneiden
Blumen selber schneiden - Goldgrube oder Verlustgeschäft?
Hallo zusammen,

wir waren gestern auf einem Blumenfeld, auf dem man selber schneiden kann und haben ein paar Sonnenblumen mitgenommen.
Da hab ich mir mal ein paar Gedanken drüber gemacht...

Vielerorts sieht man diese Felder, auf denen man selber Blumen schneiden oder Erdbeeren pflücken kann.
Bei den Blumen läuft die Bezahlung auf Vertrauensbasis. Bei den Erdbeeren sitzt den ganzen Tag ein Verkäufer im Häuschen.

Ich frage mich, ob der Blumen-/Erdbeeranbau für den Erzeuger so rentabel sein kann. Mich würde mal der Vergleich eines Blumen-Deckungsbeitrags mit einem Getreide- oder Mais-DB interessieren.

Wie sieht's wohl mit der Zahlungsmoral der Kunden aus?
Betreibt jemand von euch ein solches Blumenfeld und kann von seinen Erfahrungen berichten?
Was haltet Ihr aus Sicht des Kunden von solchen Selber-Pflück-Feldern? Ist das eine gute Sache?

Ich freue mich auf euere Beiträge!


Viele Grüße,

Christian


Schlagwörter dieses Themas: blume, blumen, blumenanbau, blumenfeld, pflücken, sonnenblumen, hinzufügen »

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Kann niemand etwas zu den Blumen zu sagen? Wart ihr noch nie auf so einem Blumenfeld, oder was ist los?
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@ agrarstudent #
agrarstudent schrieb:

Kann niemand etwas zu den Blumen zu sagen? Wart ihr noch nie auf so einem Blumenfeld, oder was ist los?


Na ja,ein Freund von mir hat so ein Fleckerl mit Blumen.Er hat ein Schild aufgestellt:wennst net zoist ,na schleichst di (wenn du nicht zahlst,dann hau ab.Für unsere Freunde nördlich, östlich u.westlich des Weißwurstäquators).Lt. seinen Aussagen wird die Hälfte nicht bezahlt. Ist sein Hobby,aber echte Wertschöpfung ist nicht gegeben.
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@ Freisinger #
Freisinger schrieb:

Na ja,ein Freund von mir hat so ein Fleckerl mit Blumen.Er hat ein Schild aufgestellt:wennst net zoist ,na schleichst di (wenn du nicht zahlst,dann hau ab.Für unsere Freunde nördlich, östlich u.westlich des Weißwurstäquators).Lt. seinen Aussagen wird die Hälfte nicht bezahlt. Ist sein Hobby,aber echte Wertschöpfung ist nicht gegeben.


Das habe ich befürchtet! Wenn nicht ständig jemand dabei sitzt und kassiert, dann ist die Verlockung einfach zu groß. Viele werden ihr Gewissen auch damit beruhigen, dass sie zwar bezahlen, aber nicht den vollen Betrag.
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Hallo Christian,

ich kann nur aus Sicht der Kunden sprechen: Es wäre schade wenn es diese Felder nicht geben würde.
Ich hole mir da des öfteren Blumen ( und bezahle auch immer ganz artig den vollen Preis).
Da ich mir gerne meine Blumenstäuße selber zusammenstelle ist das eine nette und günstige Gelegenheit.
Mich wundert es allerdings auch immer daß die Bauern das nicht viel näher an ihren Höfen anlegen. Da wäre doch zumindest die Kontrolle auch etwas leichter. Verbunden mit einem Hofeinkauf fände ich das wahrlich traumhaft. Schade das es das hier in der Gegend nicht gibt.
Ich habe ein paar Jahre in der Schweiz gelebt, da hatten wir so ein "Kombi" in der Nähe.
Dadurch haben die bestimmt auch immer eine Menge Sachen ab Hof verkauft.

Viele Grüße
Ute
DAS SIND die Weisen,
die durch Irrtum zur Wahrheit reisen.
Die bei dem Irrtum verharren,
das sind die Narren.
(F. Rückert)
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Guten Morgen!

Wir haben seit sechs Jahren ein Blumenfeld.
Hier nur eine kurze Zusammenfassung: Reich wird man mit einem Blumenfeld nicht (ich würde hier auch nie etwas anderes sagen... ). Es gibt aber einige andere Gründe sich diese Arbeit trotzdem aufzuhalsen. Ich muss gleich vorneweg sagen, daß wir, gemessen an anderen Blumenfeldern, sehr viel Aufwand betreiben, z.B. mähen wir auf`s Wochenende alle Wege mit dem Rasenmäher und zupfen regelmäßig Unkräuter.
Wir hatten schon schlechte Jahre, aber auch gute.
Letztes Jahr mußte ich mit meinen Kunden gleich zu Anfang (es geht mit "Lilien" los) sehr deutlich werden. Bei Lilien kann man sehr genau sagen wieviel Geld in der Kasse sein müßte. Und wenn zwanzig Stück geblüht haben, und nur ein paar Cent in der Kasse sind, ist etwas schief gelaufen .
Dieses Jahr läuft auch nicht so gut, jetzt werden die Blumen von einer dreisten Reh-Geiß gefressen, die nicht mal weggeht, wenn man mit dem Auto direkt neben sie hinfährt (ihr braucht mir jetzt diesbezüglich keine Ratschläge zu geben, mein Mann ist Jäger und es handelt sich auch um unser Jagdrevier )
Wir hatten schon Briefchen in der Kasse mit Entschuldigungen, daß man gerade kein Geld dabei habe, aber dieses unverzüglich nachreichen werde (incl. Namen und Telefonnummer!). Wir haben regelrechte "Fans", die uns Fotos von unseren Blumen schicken (Fotos, die für Postkarten und Kalender verwendet wurden ,usw.). Einmal haben welche versucht das Kässchen aufzubrechen, aber unser "Eigenbau" hat Stand gehalten. Diese Rotzlöffel habe ich dann schriftlich an den "Blumenkassen-Pranger" gestellt. Unsere Kirche freut sich auch, wenn sie zu Festtagen "günstig" an Blumenschmuck kommt.
Das Blumenfeld am Hof funktioniert nach unserer Beobachtung nicht. Blumenpflücken ist eine sehr persönliche Sache, vielleicht auch eine "kleine Auszeit". Man will dabei nicht gestört oder beobachtet werden. Wenn wir auf dem Feld arbeiten hällt auch meistens kein Auto an. Sie machen langsam und fahren dann weiter.
Wie gesagt, man wird nicht reich. Aber es ist immer ein bisschen wie "Weihnachten" wenn man das Kässchen öffnet. Man weiß nie, was einen erwartet
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@ agrarstudent #
agrarstudent schrieb:

Hallo zusammen,

wir waren gestern auf einem Blumenfeld, auf dem man selber schneiden kann und haben ein paar Sonnenblumen mitgenommen.
Da hab ich mir mal ein paar Gedanken drüber gemacht...

Vielerorts sieht man diese Felder, auf denen man selber Blumen schneiden oder Erdbeeren pflücken kann.
Bei den Blumen läuft die Bezahlung auf Vertrauensbasis. Bei den Erdbeeren sitzt den ganzen Tag ein Verkäufer im Häuschen.

Ich frage mich, ob der Blumen-/Erdbeeranbau für den Erzeuger so rentabel sein kann. Mich würde mal der Vergleich eines Blumen-Deckungsbeitrags mit einem Getreide- oder Mais-DB interessieren.

Wie sieht's wohl mit der Zahlungsmoral der Kunden aus?
Betreibt jemand von euch ein solches Blumenfeld und kann von seinen Erfahrungen berichten?
Was haltet Ihr aus Sicht des Kunden von solchen Selber-Pflück-Feldern? Ist das eine gute Sache?

Ich freue mich auf euere Beiträge!


Viele Grüße,

Christian




also es gibt so Lauser die einfach die Blumen mitnehmen ohne zu bezahlen und aber auch anständige die bezahlen.
ich denk mal es ist kein gutes und kein schlechtes Geschäft,man verdient halt unterschiedlich Geld,wenn mehr Diebe da waren hat man wenig verdient und wenn mehr anständige Leute da waren hat man halt was verdient.
denk aber nicht dass man da viel verdient

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Beitrag bearbeitet von blumenmann am 05.09.08 um 14:27 Uhr.
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Tulpen Galdiolen
Hallo Christian,

Ich bewirtschafte 10 Blumenfelder auf etwa insgesamt 5ha Fläche. Das ganze läuft zum größten Teil maschinell, trotzdem sind solche Felder sehr arbeitsintensiv. Die Saison fängt mit Narzissen,Tulpen und Lilien an und hört mit Gladiolen,Sonnenblumen und Dahlien bis zum 1. Frost auf. Ich mache die Arbeit natürlich nicht umsonst. Reich werden kann man damit (leider) nicht, aber es ist kein Geheimnis, dass man einen Deckungsbeitrag von etwa 2000 € - 3000 € auf einer Fläche von etwa 0,5 ha erziehlen kann, wenn der Standort es hergibt und die Ehrlichkeit der Kunden stimmt.



Beste Grüße

Der Blumenmann...
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@ blumenmann #
blumenmann schrieb:

Hallo Christian,

Ich bewirtschafte 10 Blumenfelder auf etwa insgesamt 5ha Fläche. Das ganze läuft zum größten Teil maschinell, trotzdem sind solche Felder sehr arbeitsintensiv. Die Saison fängt mit Narzissen,Tulpen und Lilien an und hört mit Gladiolen,Sonnenblumen und Dahlien bis zum 1. Frost auf. Ich mache die Arbeit natürlich nicht umsonst. Reich werden kann man damit (leider) nicht, aber es ist kein Geheimnis, dass man einen Deckungsbeitrag von etwa 2000 € - 3000 € auf einer Fläche von etwa 0,5 ha erziehlen kann, wenn der Standort es hergibt und die Ehrlichkeit der Kunden stimmt.



Beste Grüße

Der Blumenmann...


Hallo Blumenmann,

danke für der super Beitrag! Endlich mal jemand, der aus erster Hand berichten kann!

Mit dem DB von 4.000,- € bis 6.000,- € pro ha liegst Du aber im Vergleich zu anderen landw. Kulturen schon sehr gut im Rennen. Klar, dass man damit nicht reicht wird, ist ja auch irgendwo begrenzt, wegen der hohen Arbeitsintensität.

Welche Erfahrungen hast Du mit der Ehrlichkeit der Kunden gemacht? Lässt sich das so genau überprüfen?


Viele Grüße,

Christian
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@ agrarstudent #
Hey Christian,

genau überprüfen ist wohl zu viel gesagt, aber anhand der Prozentzahlen an Scheinen bzw. Silbergeld läßt sich sehr schnell errechnen, ob die Ehrlichkeit stimmt oder nicht. Spätestens am Ende des Jahres weiß man, ob ein Feld fuktioniert, oder nicht.
Am schlimmsten sind die Leute, die meinen, die Kasse aufbrechen zu müssen. Und weil sie es mal wieder nicht geschafft haben, Werbeschilder abzureißen usw. So etwas bringt mich dann zu weißglut und manchmal fragt man sich dann, wozu man das Ganze eigentlich macht.
Wie kommt das Interesse eigentlich? Hast du mit Landwirtschaft zu tun?


Beste Grüße

Der Blumenmann
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