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Betreten verboten! Wie Wiesen schützen?

@ altilla #
altilla schrieb:

Der früh- und hochmittelalterliche Landausbau war getrieben u. a. durch besseres Klima. Aber da waren die klimatisch günstigen Lagen bereits seit Jahrtausenden besiedelt. Manche Landstriche haben eben eine Besiedlungskontinuität von vielen tausend Jahren.
Da müsst dann der Boden auch verdichtet sein, wenn schon so viele Füsse oder Hufe/Klauen etc. darüber gelaufen sind



manche? Die meisten Landstriche. Mitteleuropas und Vorderasiens. Eine ganz besonderes muss das Donau- Weichsel- Gebiet gewesen sein, von hier stammen viele antike Völker.
Ich vertret hier meine Meinung.....Deine mußt Du Dir selbst bilden
Freiwirtschaft: [userpage.fu-berlin.de]

Armut schafft Demut, Demut schafft Fleiß, Fleiß schafft Reichtum,
Reichtum schafft Übermut, Übermut schafft Krieg, Krieg schafft Armut.

So ist es brauch seit alters her, wer Sorgen hat, hat auch Likör..
Doch wer zufrieden und vergnügt, sieht zu, daß er auch welchen kriegt.
(W. Busch)

Nimm das Recht weg - was ist dann ein Staat noch anderes als eine große Räuberbande?
(Augustinus von Hippo)
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@ altilla #
altilla schrieb:

Da müsst dann der Boden auch verdichtet sein, wenn schon so viele Füsse oder Hufe/Klauen etc. darüber gelaufen sind


Wenn man unsere historische Ackerbaukultur, die untrennbar verbunden ist mit der Verwendung von Zugtieren, mit dem aktuellen Ackerbau vergleicht, kann man für die Zukunft nicht wirklich Gutes erwarten. Über Jahrtausende konnte die natürliche Ertragsfähigkeit des Bodens gesteigert werden, obwohl so böse Dinge wie z.B. der Pflug eingesetzt wurden. Erst durch die Verwendung von Zugmaschinen, kamen negative Erscheinungen wie Bodenverdichtungen zum Tragen. Einhergehend mit diesen Folgen, konnten Ertragssteigerungen nur noch durch Verwendung von synthetisierten Düngemitteln erreicht werden. Die Funktion des Bodens ist heute reduziert auf die eines Durchwurzelungsmediums mit Wasserspeicherfunktion.
3
 
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Die Bodenverdichtungen kamen weniger mit den Zugmaschinen, sondern mit der Verknappung des Faktors Zeit... also als man nicht mehr abwarten konnte bis der optimale Zeitpunkt da war... oder diesen verpasste, weil man noch anderes zu tun hatte oder strukturelle Bedingungen oder mal eben ungünstige Witterungen waren.
Nach dem was man heute weis, waren in den 60ern die Verdichtungen oft schlimmer als heute, aber eben durch Bodenruhe und dann wieder vernünftige Zeitpunktswahl konnten sich die Böden erholen... jetzt ist es einfach oft so das einige generell zur Unzeit in den Acker fahren... und meist auch die mit viel zu viel druck in den Rädern.
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Fakt ist ganz einfach, dass noch nie in der Geschichte der Bodenbearbeditung mit so hohen Lasten gearbeitet wurde wie heute. Klar ist auch, dass die Arbeitszeitpunkte oft nur ein Kompromiss sein können, da man ja mehr als einige wenige m² zu bearbeiten hat. Geringe Reifeninnendrucke, dürfen nur abseits der öffentlichen Straße gefahren werden. Wer nimmt sich schon die Zeit, bei jeder Auffahrt auf den Acker und bei jeder Abfahrt vom Acker den Druck entsprechend zu regulieren?
Es wäre interessant, hier deine Quelle zu den Bodenverdichtungen der 60er Jahre zu erfahren. Was heißt denn "schlimmer"? Damals waren, schon wegen der geringen AB, die Bodenverdichtungen wohl fast flächendeckend. Aufgrund der geringeren Masse der Landtechnik, aber wohl nicht so tiefgreifend wie heute. Dabei ist zu beachten, dass Bodenverdichtungen mit zunehmender Bodentiefe in der sie wirken, nachhaltig negativ wirken.
Hier die Problematik auf den nicht richtigen Zeitpunkt und den nicht richtigen Reifeninnendruck abstellen zu wollen, wird dem Problem nicht gerecht. Die mögliche Belastbarkeit des Bodens ist auch stark abhängig von seiner mineralischen Zusammensetzung, dem Anteil und der Verteilung des organischen Materials, der Aktivität der Bodenfauna, der Versorgung des Bodens mit strukturstärkenden Substanzen, den klimatischen Gegebenheiten im Jahresgang usw. usw.. Wenn im kontinentalen Klima regelmäßig der Frost tief in den Boden eindringt, wirken Bodenverdichtungen viel weniger nachhaltig negativ, als das im maritimen Klima der Fall ist.
Ich weiß, dass du den Wissenschaftlern Scheffer/Schachtschabel keine Kompetenz zuschreibst. Sollte dir trotzdem mal ihr Buch "Lehrbuch der Bodenkunde" in die Hände fallen, lies ab Seite 129 deren Ansichten zur Bodendichte.
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Beitrag vom Autor bearbeitet am 31.08.17 um 22:38 Uhr.
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Zu der Zeit als man noch mit Zugtieren gearbeitet hat, wurden von vorneherein nie in dieser Tiefe bearbeitet als mit Zugmaschinen möglich.
Sicherlich wurde gepflügt, nach heutigen Gesichtspunkten kamm das nicht über die jetzige
Stoppelbarbeitung hinaus.
Es gab viel mehr Fruchtfolge und Anbaukulturen um den Acker irgendwie Unkraut frei zu bekommen,
auch um mehr Zeit für die einzelne Kultur zu haben, und das Risiko zu streuen.

Es ist ja Tatsache, dass es viel mehr Fläche in "Acker" gab, klar nach der Haupternte wurde der unter Umständen dann auch abgeweidet, um das Gras nieder zu halten und die Viecher satt zu bringen.
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Beitrag vom Autor bearbeitet am 31.08.17 um 23:05 Uhr.
@ Seebauer #
Seebauer schrieb:

Zu der Zeit als man noch mit Zugtieren gearbeitet hat, wurden von vorneherein nie in dieser Tiefe bearbeitet als mit Zugmaschinen möglich.
Sicherlich wurde gepflügt, nach heutigen Gesichtspunkten kamm das nicht über die jetzige
Stoppelbarbeitung hinaus.
Es gab viel mehr Fruchtfolge und Anbaukulturen um den Acker irgendwie Unkraut frei zu bekommen,
auch um mehr Zeit für die einzelne Kultur zu haben, und das Risiko zu streuen.

Es ist ja Tatsache, dass es viel mehr Fläche in "Acker" gab, klar nach der Haupternte wurde der unter Umständen dann auch abgeweidet, um das Gras nieder zu halten und die Viecher satt zu bringen.


Nannana, ihre 15- 20cm haben die auch gepflügt, zumindest seit es stählernde Pflüge gibt.
Die haben oft sogar mehrmals gepflügt.......intensive Bodenbearbeitung war lange das Non plus Ulltra.
Da wurde sehr viel Aufwand betrieben.
Was sie nicht hatten waren unsere Sorten und den Dünger, das hat den Ertragsunterschied gemacht.
Allein mit der Etablierung der inegrierten Viehaltung am beginn der Industrialisierung, schoss der Ertrag auf 1:10 bis 1:20. Ohne diesen Ertragsteigerungen wären weder Urbanisierung noch die daraufvolgende Industriealisierung überhaupt möglich gewesen.
Und ob, und wie lange wir die derzeitigen Ertragshöhen halten können, steht auch noch in den Sternen.
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Armut schafft Demut, Demut schafft Fleiß, Fleiß schafft Reichtum,
Reichtum schafft Übermut, Übermut schafft Krieg, Krieg schafft Armut.

So ist es brauch seit alters her, wer Sorgen hat, hat auch Likör..
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(Augustinus von Hippo)
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@ tyr #
Bei max. 15 hat´s aufgehört, vielleicht mal paar Meter wo sie tiefer ran sind für Sonderkulturen,oder wegen Entwässerung.
Die Erträge waren je nach Bauer gut, fü die Möglichkeiten ohne "Zusätze"
Die Erträge bei uns werden bessser werden, bei effizienterem Düngereinsatz und weniger Pflanzenschutz bei optimaler Fruchtfolge, und "Fähigkeiten des Bauern" .
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@ Seebauer #
Seebauer schrieb:

..., und "Fähigkeiten des Bauern" .



Die fähigen Bauern sind doch vom Aussterben bedroht...
10 mal zieht der Jäger aus 9 mal kehrt er leer nach Haus
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@ Ali #
Das bedrohliche ist doch nicht, dass es weniger Bauern gibt, sondern dass keine willigen Knechte zu finden sind.
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Beitrag vom Autor bearbeitet am 02.09.17 um 10:33 Uhr.
@ Seebauer #
Seebauer schrieb:

Das bedrohliche ist doch nicht, dass es weniger Bauern gibt, sondern dass keine willigen Knechte zu finden sind.


Als Bauer bin ich doch mein eigener williger Knecht und Workaholic, der seine 2. Schicht anfängt, wenn die ABMer längst Feierabend machen.
10 mal zieht der Jäger aus 9 mal kehrt er leer nach Haus
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