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Gruppe Biolandwirte

Besitzer: Sunyi
offene Gruppe, 29 Mitglieder

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Viele Neuumsteller?

Beitrag vom Autor bearbeitet am 14.11.17 um 18:44 Uhr.
@ Darky #
Darky schrieb:



Wenn ich die Förderstruktur im Kulapin Bayern sehe, dann kommt ein Förderoptimierter Konvi unterm Strich auf ähnliche Ergebnisse wie ein normaler Öko....nur ohne Verbandsgeraffel und Kontrollen und Vermarktungsstress usw....
Die die jetzt umstellen sind meistens auslaufende Betriebe oder Milchviehhalter.


das mitn kulap stimmt, wird nur immer von den konvis negiert
das mit den umstellern stimmt so nicht, selten sind es auslaufende betriebe, vielmehr sind es oftmals betriebe mit jungen betriebsleitern oder gesicherter nachfolge. ein problem haben eher altbiobetriebe, da fehlts oft am nachfolger...
zum betriebstyp, die umstellen, ist eigentlich durch die bank alles dabei, vom 10 ha nebenerwerbler bis zum 500ha biogasler, tierhaltung auch alles dabei, zur zeit boomt geflügel und imkerei
am meisten freuen mich immer welche, die nach jahrzehntelanger verpachtung ihre flächen wieder selbst bewirtschaften wollen, die sind voll engagiert und bewegen auch was...



Mit dummen Menschen zu streiten ist wie gegen eine Taube Schach zu spielen: Egal wie gut Du spielst, die Taube wird alle Figuren umwerfen, auf das Brett kacken und herumstolzieren, als hätte sie gewonnen.
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Bei uns kann man es auch nicht an einer Gruppe festmachen. Vom "Auslaufenden Betrieb" bis hin zum "Zukunftsbetrieb", von klein bis sehr groß und von Viehhaltung bis hin zum Ackerbau ist alles dabei. Nur bei den Schweinen weis ich jetzt aktuell keinen.

Ich denke es muss zum Betrieb passen. Bio mit Tieren, am besten "Kleegrasverwertern" funktioniert meiner Meinung nach am besten. Reine Ackerbauern bekommen früher oder später Probleme wenn sie keine Kleegras/Mist Kooperation haben. Wirtschaftlich ist sicherlich der Biobetrieb mit etwas Sonderkulturen im Vorteil gegenüber den Konventionellen.

Was die Zukunft bringt kann keiner sagen. Meiner Meinung nach ist aber der große Biorun beim Verbraucher vorbei bzw. nur die Billigschiene, die vom deutschen Landwirt nicht erzeugt werden kann, nimmt noch zu.

Eine Gefahr bei der ganzen Biogeschichte sind eben die immer größer werden Verarbeiter und Händler, die Strukturen ähneln immer mehr den der konventionellen Landwirtschaft
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Ja, wir haben keine Abkopplung vom konv. Vermarktungsbereich mehr.
Die Naturkostbranche wächst so jährlich mit 10% weiter aber die LEHs und Discounter nehmen einen immer größer werdenden Anteil für sich in Anspruch ohne die "Weltverbesserung" zu berücksichtigen, die mit dem System erreicht werden kann. Die zusätzliche Vermarktung, die durch die reinen Bio-Supermärkte abgedeckt wird sieht erstmal vielversprechend aus, aber ist auch behaftet mit dem Problem dass überregional und günstig eingekauft wird.

Beim System LEH /Discounter fehlt mir die Wertschätzung der Produkte.
Das zeigt sich dann bei den Preisen, die immer unter Druck stehen.
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So, werte Kollegen, jetzt ist es raus, im Jahr 2027 sollen 20% der Fläche ökologisch bewirtschaftet werden. Wer das festgelegt hat, natürlich die beiden Öko-Vorbeter Plagge und zu Löwenstein. Die Voraussetzungen scheinen gut zu sein, zumal beide bestätigen, dass man der Anfragen von Seiten umstellungswilliger Betriebe derzeit nicht mehr nachkomme. Die Berater seien komplett überfordert. Na, wenn dem so ist, wozu dann noch das Großbeten der Ökonische? Auf zwei Neuinteressierte, kommt derzeit ein Öko-Betrieb der aufgibt. Es sind vor allem die kleineren Betriebe, die schon lange dabei sind und von Überzeugungstätern geleitet wurden. Sie sehen keine Zukunft mehr für ihren Betrieb und z.T. wohl auch für die Ökoszene, wie sie sie mitgeprägt haben. Aber das Ausscheiden der Kleinen, wird den Vorwärtsdrang, vor allem den des "B"-Verbandes, nicht aufhalten. Ein gepamperter Großer, macht viele Kleine wett. Wichtig ist heute nur noch die Flächengröße, aus der viele Verbände ihre Daseinsberechtigung abzuleiten scheinen. Blöd nur, dass diese neuen Betriebe auch große Mengen erzeugen und relativ wenig zum Überleben der Verbände beitragen. Da wird man wohl, über kurz oder lang, den Wasserkopf bei den Verbänden reduzieren müssen. Oder man hebt die Beiträge an; schließlich wollen wir die Welt retten und da gehört natürlich auch die kostspielige Lobbyarbeit dazu. Fragt sich nur, welche Welt wir denn retten wollen? Die jetzige ist schlecht und nicht rettenswert. Die gestrige war geprägt von Entbehrungen und die morgige kennen wir ja noch gar nicht. Also was wollen wir dann retten? Oder geht es darum, eine Welt, gestylt nach den absurden Wünschen der uns begleitenden Gutmenschen, entstehen zu lassen? Eine Welt, in der sich z.B. der Wolf je nach Belieben/Trieb mit Nutztieren versorgen darf, ohne dass ihm auf die Pfoten geklopft werden darf? Eine Welt, in der der Verbraucher hohe Erzeugungsstandards verlangt und dann doch die Billigware kauft? Eine Welt, in der völlig verpeilte Leute der Landwirtschaft den Umfang der Produktionshilfsmittel diktieren will? Eine Welt, in der auf der ersten Erzeugungsstufe mit viel Respekt und Hingabe veredelt wird, um dann, z.B. in den letzten Lebensminuten der Tiere, ungelernte Hilfsarbeiter wüten zu lassen? Diese Aufzählung ließe sich fast endlos fortsetzen; aber wozu? Die Fakten sind längst bekannt und die Erkenntis, die ich gewinne, lässt nicht mehr die Hoffnung zu, dass der Ökolandbau ein probates Mittel dagegen ist. Ich finde die Äußerungen der Funktionäre des Ökolandbaus nur noch verlogen. Sie haben keine Ideen/Mittel/Wege, um diese Entwicklung aufzuhalten. Ich hoffe, dass wir in 20 Jahren so weit sind, dass wir den Ökolandbau nicht mehr benötigen, weil die gesamte Landwirtschaft sich stärker an ökologischen Maßstäben orientiert. Naja, bis dahin dürften auch die beiden ihr Schäfchen im Trockenen haben.
Nur die Götter gehen zugrunde, wenn wir endlich gottlos sind. K.Wecker
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@ DWEWT #
Ist da jemand mit der Gesamtsituation unzufrieden? Verstehen kann ich dich. Deine Argumente haben wie immer Hand und Fuß. Wo es hingeht in der Zukunft? Das ist eine gute Frage.
Ich seh manche die Entwicklung im Ökolandbau auch sehr kritisch. Aber wie soll man es ändern?
Ich denke eine gute Idee ist, sich seine Vermarktungsschiene aufzubauen, und den Betrieb so zu entwickeln und bewirtschaften wie es einem passt. Denn wer unabhängig ist, hat mehr Gestaltungsmöglichkeiten. (Du hattest in einem Beitrag mal geschrieben, das viele Bauern nur noch Ablieferer sind.) In die Richtung ging mein letzter Gedanke. Denn wer eine gute Idee hat, ein besonderes Produkt herstellt und das dann angemessen vergütet bekommt, sitzt ziemlich fest im Sattel und hebt sich ab von der grauen Masse.
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Hallo matttin,

mein Beitrag entstand, kurz nachdem ich auf TA mal wieder die Aussagen von P. und vL. gelesen hatte. Kurz zuvor hatte ich an einer Zusammenkunft für Öko-Kollegen teilgenommen. Dort wurde mir mitgeteilt, dass trotz Vorgabe einer "riesen" Nachfrage, der Preis für z.B. Schlachtschweine lediglich auf durchschnittlichem Niveau liegt. Einige Kollegen hatten sich verleiten lassen, im Frühjahr 2016, bei einem Schweinepreis von 4,45€/kg, in den Ausbau ihrer Mast zu investieren. Bei heutigen 3,45€/kg, rechnet sich die Sache nicht mehr. Dazu kommt, dass die Anlehnung an den konv. Magerfleischanteil dazu führt, dass das Bio-Schweinefleisch ähnlich geschmacklos ist wie das Konvi-Fleisch. Die gleiche Problematik hinsichtlich der Qualitätsbeurteilung von Öko-Erzeugnissen haben wir beim Backgetreide. Viele Öko-Chargen sind, aufgrund übler Witterung zur Erntezeit, unter der Maßlatte durchgeselt; begleitet von erheblichen finanziellen Einbußen. Ein Entgegenkommen bei den Werten, wie es vor 10 Jahren noch denkbar war, kommt heute nicht mehr infrage, da die überwiegend industriell orientierten Verarbeiter mit nicht so "guten" Qualitäten nicht klarkommen und handwerkliche Bio-Bäckereien häufig ein ähnliches Schicksal ereilt hat wie die kleinen Bio-Landwirtschaften. Wir sind augenblicklich nicht auf einem guten Weg! Das Bewusstsein, hier entgegenwirken zu müssen, ist kaum vorhanden. Alle sind nur noch mit der Produktion befasst und die eigentlich nur im Konvi-Bereich anzutreffende "Abgabementalität", macht sich auch im Öko-Bereich breit. Die Verbände entwickleln da kaum eine Initiative für ihre Betreibe. Ist natürlich auch klar, die haben ja auch beitragszahlende Verarbeitungsbetriebe. Ein Kontrolleur sagte vor kurzem: "Viele der neuen Öko-Betriebe haben ihre Wirtschaftsmentalität beibehalten. Da werden die Richtlinien/Verordnungen/allgem. Vorgaben bis zum Letzten ausgereizt. Man muss ganz genau hingucken, weil viele Bewirtschafter nicht aus Überzeugung sondern nur noch aus finanziellen Motiven Öko-Landbau betreiben. Das Resultat sind ellenlange und bis ins letzte Detail gehende Kontrollen, die alle Beteiligten nerven". Die Leidtragenden sind die "Überzeugungstäter", die zukünftig mit noch mehr Bürokram umgehen müssen. Der ziemlich hohle Spruch:"Früher war alles besser", scheint zumindest für den Öko-Landbau doch eine gewisse Berechtigung zu haben.

Schöne Grüße aus dem Tal der Elbe!

PS: man muss auch ein Auge für ungünstige Entwicklungen behalten, selbst wenn man nicht davon betroffen ist.
Nur die Götter gehen zugrunde, wenn wir endlich gottlos sind. K.Wecker
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@ DWEWT #
Da stimme ich dir voll zu. Mir fällt da ein negatives Beispiel ein. In Niedersachsen gab, oder gibt es einen Öko Legehennenhalter. Der gute Mann hat seinen Stall mit mehr Hühnern belegt, als es die Ökoverordnung erlaubt. Begründung war, wenn bei dem Durchgang 3% der Tiere eingehen, stimmts am Ende wieder. Die 3% mehr Eier waren NATÜRLICH nicht der Grund.
Ein positives Beispiel hab ich allerdings auch noch.
Einer meiner Ausbildungsbetriebe arbeitet ökologisch. Mein Ausbilder ist Überzeugungstäter der ersten Stunde. (Hatte ich schon mal erwähnt)
Einen Teil der Milch und des Schlachtviehs wurde ab Hof vermarktet. Hab den Betrieb letzten Herbst besucht und mir ging das Herz auf. Sein Sohn hat den Betrieb übernommen und es geht weiter. Milchvermarktung läuft gut. Mit einigen Betrieben in der Umgebung haben sie sich zusammen getan und sind auf dem Weg eine CSA auf die Beine zu stellen. Mitglied bei den Erzeugern ist auch eine kleine Bio Bäckerei.
Für mich ist das ein Leuchtturm. Aber du hast leider Recht. Im restlichen Land siehts ziemlich duster aus, da die Strukturen zwischen konvi und öko nicht mehr sonderlich unterschiedlich sind. Ein hoch auf bio für alle....
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Beitrag vom Autor bearbeitet am 18.01.18 um 15:16 Uhr.
@ DWEWT #
Hallo,

ich kann Dich gut verstehen. Den selben Eindruck habe ich auch. Gerade in Hinblick auf das Ausreizen der Richtlinien.

Ich kenne da aktuelle Fälle, nur so als Beispiel: Bei uns in der Gegend werden die Biotonnen in einer Biogasanlage vergärt - das Gärsubstrat ist biozertifiziert und darf wieder auf Bioflächen aufgebracht werden, nicht nur EU-Bio sondern auch z. B. N... und B....

Ich finde das nicht richtig. Letztendlich wandert konventionelles Input-Material (was Gartenabfälle m. E. sind) auf Bioflächen. Den Ursprunggedanken erfüllt das nicht mehr.

Auch ich bin gespannt, wo das ganze hingeht.
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Eine Sache zu den Verbänden habe ich auch noch. Ein sehr guter Freund von mir baut sich in Süddeutschland einen Betrieb auf. Hat vor ein paar jahren mit Freilandgemüse angefangen. Nun ja, mühsam ernährt sich das Eichhörnchen.
Er ist auch ein Überzeugungstäter und Mitglied in einem Anbauverband.
Bei der ersten Öko Kontrolle ist ihm dann allerdings der Wahnsinn der Bürokratie vor Augen geführt worden. Er hatte sich bei einer zertifizierten Baumschule Apfelbäume bestellt und diese gepflanzt. In der Kontrolle wurde bemängelt, dass die Bäume auf der Rechnung nicht als Öko Bäume sondern einfach als Apfelbaum aufgeführt wurden.
Nun gut, wer sonst keine Sorgen hat...
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Sehe die Entwicklung als Parallele zur konventionellen Wirtschaftsweise nur eben mit einer Zeitversetzung von x (50-80) Jahren, nur die Entwicklung läuft schneller!

Anfangs waren es eben Landwirte aus Überzeugung die ihren Betrieb un ihre Einstellung geändert haben. Die Vermarktung musste mühsam in relativ kleinen Kooperationen aufgebaut und gepflegt werden. Preise waren entsprechend relativ hoch aber man musste eben auch dafür ordentlich Geschick mitbringen. Nicht zu vergessen ist der Pioniergeist neue Dinge auszuprobieren, Sorten und Rassen zu finden die sich für die Ökolandwirtschaft eignen.

Heute gibt es eben das Full-Service Programm vom Landhandel und Bioverband. Gerade in den letzten Jahren steigen die großen Player in das Geschäft der Biolandwirtschaft ein (Baywa) und setzen so den Markt ordentlich unter druck. War es früher die kleine Bäckerei, der kleine Metzger, Handel oder Hofladen der Bioprodukte verkaufte, sind es heute alle großen Supermärkte und Discounter. Das was man eigentlich früher wollte, das Umgehen dieser Handelswege von Landhandel, großen Verarbeitern und LEH, ist heute alles vergessen. Das Resultat ist, dass auch alle negativen Dinge dieser Kette an den Landwirt übertragen wird, gerade was die Preise angeht.

Ein weiteres Problem ist, dass "jeder Depp" in die Biobranche einsteigt. Skandale werden zunehmen, das Ansehen wird abnehmen.
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