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Fleckvieh
304 Themen, Moderator: Manu, Matthias, Susanne1
Forum: Fleckvieh

Mutterlinien der GJV

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Ich glorifiziere die alten Helden nicht. Aber gerade bei einer Kuh aus der ich nicht erwarte das da ein Bulle für die KB raus kommt - warum nicht einen Bullen einsetzten der in der Herde hervorrangend funktioniert hat und einfach in den Betrieb passt? Lieber den als einen genomisch aus genomischen Jungvererber, am besten noch Hornlos, wo am Ende wahrscheinlich weniger übrig.

Bei Humid hat z.b nicht nur er selbst sondern auch seine Söhne (Huprich, Hupsol, Huptal, Heiduck...) als auch seine Enkel (Ofir) bei uns gepasst wie die Faust aufs Auge. Keine Ausfälle, immer tolle Kühe. Leider ist es da recht eng geworden, so das ich da auch über genomische nachdenke (z.B Ortega). Wenn ich aber weiß das diese Blutlinie bei mir wunderbar passt hab ich damit kein Problem.

Ebensowenig wie einen alten Stier wie Manigo einzusetzen, der bei uns ebenfalls durch die Bank Leistungsstarke, Exterieurstarke und Problemlose Kühe hinterlassen hat.

Gerade bei Manigo: Warum sollte ich ihn nicht besamen? Er hat einen GZW von 130. Wie viele Enkel von Manigo gibt es mit GZW 130??? Bei dem Zuchtfortschritt den wir haben müsste es da ja ziemlich viel geben -
leider ist das aber nicht mal ne Hand voll. Und da steckt 2 x genomisch drin, und die 130 könnten auch so viel wert sein wie GZW 95. Also warum was genomisches Einsetzten das von den Werten schlechter ist als der Großvater?
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@ HessenFleckvieh #
HessenFleckvieh schrieb:

Jeder, der die "alten Helden" glorifiziert, missachtet den Zuchtfortschritt, der sich jedes Jahr in absoluten Zahlen und als genetischer Trend verifizieren lässt! Natürlich funktionieren auch heute noch junge Töchter von Manitoba oder Ress, dabei wird aber gerne übersehen, dass diese auch eine Mutter haben und die vermutlich die Genetik von 2010 trägt und nicht von 1998.
Ganz plastisch kan ich beschreiben, dass sich der Zuchtfortschritt der letzten Jahren konkret abbilden lässt, sei es nun im Bereich der Leistungssicherheit, kaum noch ein Bullen mit ersten Töchtern in Milch startet unterhalb von 2.300kg 100Tg.-Leistung, oder beim KVpat-die Schwergeburtenrate in der Population hat in den letzten Jahren signifikant abgenommen.
Vielleicht gehört es zum ewigen Los der "Zuchtverantwortlichen", dass die Basis immer wieder neue Ansätze unternimmt, die Kompetenz und den Sachverstand von Zuchtwertschätzern, Zuchtleitern und Stationsmitarbeitern mit spektakulären, aber nicht relevanten Einzelfällen in Zweifel zu ziehen. Das erinnert an die Leute, die gern von dem 94jährigen erzählen, der Zeit seines Lebens täglich ein Päckchen Zigarretten durchgezogen hat und dennoch so alt wurde. Die 10.000 Lungenkrebsopfer unter 70 werden da gern ignoriert.
MfG, HFlv


altilla schrieb:

So einfach, wie du es darstellst ist es nicht.
Sicher, viele spülen Jungrinder nur wegen der Zuchtwerte auf dem Papier, die sich später nicht bestätigen könnten und damit der mögliche Profit auch weg ist. Aber im Durchschnitt gibt es doch einen Zuchtfortschritt, Ausreisser nach unten sind auch normal, leider.
Gerade die Abschreibung zeigt doch, dass es einen Zuchtfortschritt gibt!
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Ich kritisiere nicht die Zuchtverantwortlichen sondern das System insgesamt!
Stellt euch mal vor es gäbe keine Abschreibung. Dann wären die "alten Helden" heute unter Umständen immer noch höher in den Listen als die genomischen Genomischen. Regio und Humid hatte ich auch nur zufäliig genannt.

Schaut euch die Spitze der aktuellen GZW-Liste mal an. Da kann man eine einfache Formel aufstellen:
Will man einen Jungbullen mit höchstem GZW erzeugen, so nehme man eines der allerersten geborenen Jungrinder oder Jungkühe eines genomisch hoch vorgeschätzten Prüfbullen und spüle/besame es mit dem aktuell höchsten vorgeschätzten genomischen Prüfbullen, der dafür seinerseits auch wieder einen genomisch vogeschätzten Vater haben sollte.

Je weniger abgesicherte Genetik sich im Pedigree findet, umso höher steigen die GZW der erzeugten Nachkommen, denn umso weniger ist das Pedigree mit Abschreibung belastet.

Und das ist reine Papierzucht, denn wirklich wissen tut man dann eigentlich gar nichts mehr. Auch wenn man 55% Sicherheit draufschreibt, sind die viel weniger wert als die 35% Sicherheit der Prüfbullen früher, denn da hatten Vater, Vatersvater und Muttersvater schon eigene Leistung gezeigt.

Wenn ich eine solide gezogene Zauber-3.-Kalbs-Kuh mit Wobbler belege (nur beispielsweise, hängt euch nicht an den Bullen auf) werde ich nicht so hohe Zuchtwerte erreichen als wenn ich mein Etoscha- oder Walk-Jungrind mit Zazu oder Hazari spüle, obwohl mehr abgesichert ist und mit höherer Sicherheit bessere Kühe daraus entstehen würden.
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Beitrag vom Autor bearbeitet am 02.12.17 um 14:36 Uhr.
@ floriansilbereisen #
floriansilbereisen schrieb:

Ich kritisiere nicht die Zuchtverantwortlichen sondern das System insgesamt!
Stellt euch mal vor es gäbe keine Abschreibung. Dann wären die "alten Helden" heute unter Umständen immer noch höher in den Listen als die genomischen Genomischen. Regio und Humid hatte ich auch nur zufäliig genannt.

Nein, das stimmt nicht.
Abschreibung ist ja nur die Folge dessen, dass das was Durchschnitt (100) ist höher definiert wird.
Aktuell haben wir 25 Bullen mit Zuchtwert >= 136 d.h. 3 Standardabweichungen besser als der Durchschnitt.
Wenn es die Abschreibung nicht gäbe, dann wären das weitaus mehr und die Besten von heute auch nach wie vor höher als deine genannten Helden.

Zur genomischen Zucht: Klar lässt sich schneller Zuchtfortschritt erreichen, aber der Fehler in der Praxis ist, dass man sich an bekannten Namen aufhängt und dann die notwendige Streuung in der Population nicht gegeben ist. Im behornten Segment dürfte der Einsatz der GJV ruhig noch etwas höher sein als es aktuell der Fall ist
Der Neider sieht den Garten, den Spaten sieht er nicht.
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Ich stell mir die Frage ob es besser ist einen Stier von einer bewärten Kuh einzusetzten der 15 nach oben typisiert oder einen aus jüngster Genetik der nach der Typisierung nur 5 Punkte über dem AI liegt.

Gibts Erfahrungswerte womit ich weniger Risiko habe??
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@ floriansilbereisen #
Je weniger abgesicherte Genetik sich im Pedigree findet, umso höher steigen die GZW der erzeugten Nachkommen, denn umso weniger ist das Pedigree mit Abschreibung belastet.

Und das ist reine Papierzucht, denn wirklich wissen tut man dann eigentlich gar nichts mehr. Auch wenn man 55% Sicherheit draufschreibt, sind die viel weniger wert als die 35% Sicherheit der Prüfbullen früher, denn da hatten Vater, Vatersvater und Muttersvater schon eigene Leistung gezeigt.

Das ist eben nicht so. Die 55 % sind alle mal besser als die 35 %, du vergisst die vielen Versager bei den Prüfbullen vor der GS!
Aber eines stimmt: die extrem hohen Werte mancher GJV sind schon fragwürdig und haben sich oft nicht bestätigt. Aber da hat man bereits nachgebessert, zumindest hat man es versucht. Auswertungen dazu gibt es logischerweise noch nicht, weil zu frisch.
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@ floriansilbereisen #
Das mit dem gewünschten Jungbullen stimmt auf jeden Fall, nur davor war die Spekulation ja mit den Prüfbullen noch höher.
Wer will denn das abgesicherte, wenn man mit Spekulation der große Ruhm winkt.
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Ein kleiner Tipp, nachdem es letztes Jahr mit dem besamen der der Problemkühe mit Hohenfried so gut geklappt hat , ( Hohenfriedkälber kommen alle von alleine ,gehen dann aber auf wie die Krapfen und erzielen Höchstpreise auf den Kälbermärkten ) könnte der neue Supperbefruchter Versmold heissen Bef. + 7 !
Mit der Komb. Reumut * Manitoba * Vanstein und tollen älteren Kühen in der Abstammung hat der ein blütenweisses Papier und daher glaube ich das man mit dem relativ wenig Risiko eingeht.
Wir haben bis jetzt gute Erfahrung mit ihm gemacht und werden nochmals ordentlich hinlangen.
Übrigens aus einer Kalbin die der Hohenfried nach längerer Erfolglosigkeit trächtig gebracht hat ist eine tolle Jungkuh geworden und sie hat heuer beim ersten mal Bes. von Horizont aufgenommen.
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