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Preise, Verbraucher, Handel und Politik
1272 Themen, Moderator: Susanne1, Manu, Matthias, nagus2, Redaktion_landlive, Moderator
Forum: Preise, Verbraucher, Handel und Politik
Wichtige Fragen, Daten und Fakten auch für Nicht-Landwirte.

Ecki geht. Vernünftige Begründung finde ich.

@ DWEWT #
DWEWT schrieb:

Worin liegt denn der Vorteil einer kleinstrukturierten Landwirtschaft begründet? Etwa im hohen Maß einer Selbstausbeutung und der Ausbeutung nicht bezahlter Familienmitglieder? Im relativ hohen/teuren Faktoreinsatz? In der Subventionierung durch die Großen (siehe Krankenkasse, Alterskasse usw.)? Oder in der geplanten, zukünftig überproportionalen Förderung der Kleinen? Mir will sich kein Grund für eine besondere Wertschätzung der Kleinen erschließen!


Du scheinst auf Deiner großen weitläufigen Scholle sehr vereinsamt zu sein, wenn man das traditionelle in einer Dorfgemeinschaft nicht wertschätzt. Es gibt eine Kultur auf dem Land mit Erntedankfesten, Schützenfesten und vielem mehr. Es ist doch wohl klar, dass jede Branche versucht möglichst viele Kollegen am Leben zu halten.

Deine Aussagen sind auch falsch. Der Kleine hält den Großen am leben und nicht umgekehrt. Hätten wir nur Große und Gewerbe, würde es keine Landwirtschaftskammer, Krankenkasse und Berufsgenossenschaft mehr geben oder sie wäre unbezahlbar.
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@ Naturwirt #
Naturwirt schrieb:

Du scheinst auf Deiner großen weitläufigen Scholle sehr vereinsamt zu sein, wenn man das traditionelle in einer Dorfgemeinschaft nicht wertschätzt. Es gibt eine Kultur auf dem Land mit Erntedankfesten, Schützenfesten und vielem mehr.



Darüber ob ich einsam bin oder nicht, mach dir mal keine Gedanken. Mir geht es ausgezeichnet. Ist Dorfleben nicht auch immer mit Tratsch, sozialer Kontrolle, dem Verwischen von beruflichem und privatem Leben u.v.a.m. verbunden? Darauf verzichte ich gern! Ebenso auf viele Veranstaltungen, die du als kulturelle Events verkaufst. In der Abgeschiedenheit des deutschen outbacks, gehe ich meinen Interessen sowohl in privater als in beruflicher Hinsicht nach und genieße dabei eine fast grenzenlose Freiheit. Und ja, ich liebe es auf "weitläufiger Scholle" zu arbeiten, zu jagen und die Natur zu genießen. Für mich sind meine jetzigen Lebens- und Arbeitsumstände mehr, als ich je zu erreichen geträumt habe.
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@ DWEWT #
Ja ich wollte nicht persönlich werden und ich entschuldige mich auch dafür. Ich wollte nur deutlich auf die kulturellen Dinge hinweisen und darauf, dass es nicht immer nur um Geld und Ökonomie geht.

Deine Art zu leben ist ein Privileg das wir schützen müssen. Ich denke, dabei könne wir an einem Strick in die gleiche Richtung ziehen und Kleine leben lassen die auch auf kleiner Scholle glücklich sind
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Beitrag vom Autor bearbeitet am 27.11.17 um 10:32 Uhr.
@ DWEWT #
DWEWT schrieb:

Worin liegt denn der Vorteil einer kleinstrukturierten Landwirtschaft begründet? Etwa im hohen Maß einer Selbstausbeutung und der Ausbeutung nicht bezahlter Familienmitglieder? Im relativ hohen/teuren Faktoreinsatz? In der Subventionierung durch die Großen (siehe Krankenkasse, Alterskasse usw.)? Oder in der geplanten, zukünftig überproportionalen Förderung der Kleinen? Mir will sich kein Grund für eine besondere Wertschätzung der Kleinen erschließen!


Selbstausbeutung gibt es in allen Betriebsstrukturen. Bei der Landw. Berufgenossenschaft zahlen die großen weniger als die kleinen und bei der Flächenförderung der vergangenen Perioden wurden die Großen überproportional gefördert.

Vorteile von Kleinstrukturen: [www.uni-goettingen.de]

Presseinformation Nr. 158/2017 - 21.08.2017

Artenvielfalt und Profit in der Landwirtschaft

Göttinger Agrarökologen vergleichen ökologisch-ökonomischen Nutzen verschiedener Landschaftstypen

(pug) Agrarökologen der Universität Göttingen haben die traditionell großräumige Landwirtschaft im Osten mit der kleinräumigen Landwirtschaft im Westen Deutschlands sowohl ökologisch als auch ökonomisch verglichen. Dabei konnten sie zeigen, dass kleine Äcker höhere Kosten verursachen, aber die Biodiversität ähnlich stark fördern wie der ökologische Landbau. Dagegen ist die Umstellung zum Öko-Landbau in beiden Landschaftstypen mit einer Verdopplung des Gewinns verbunden. Die Ergebnisse sind in der Fachzeitschrift Nature Ecology & Evolution erschienen.

Die Forscher belegten die große Bedeutung einer kleinräumigen, von Feldrändern und Randstrukturen geprägten Landwirtschaft für die Biodiversität. "Großräumigkeit führte zu keinem höheren Ertrag, aber zu 50 Prozent mehr Gewinn für die Landwirte - wegen der geringeren Produktionskosten", so Dr. Péter Batáry, Privatdozent an der Abteilung Agrarökologie der Universität Göttingen. Er untersuchte zahlreiche Gruppen von Pflanzen und Insekten entlang der Grenze zwischen Niedersachsen und Thüringen und arbeitete bei der ökonomischen Analyse mit Prof. Dr. Oliver Mußhoff vom Göttinger Institut für Agrarökonomie zusammen. Die Umstellung auf ökologischen Landbau führte in beiden Landschaftstypen trotz geringerer Erträge zu einer Gewinnverdopplung bei den untersuchten Betrieben.

"Die Kleinräumigkeit der landwirtschaftlichen Bewirtschaftung für die Biodiversitätsförderung ist genauso wichtig wie die Umstellung auf ökologischen Landbau, spielt aber leider bei der Förderung im Rahmen der EU-Agrarpolitik bisher keine Rolle", betont Batáry. "Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig die enge interdisziplinäre Zusammenarbeit für eine ökologisch-ökonomisch ausgewogene Beurteilung der Landwirtschaft ist", sagt Prof. Dr. Teja Tscharntke, Leiter der Göttinger Agrarökologie und Co-Autor der Untersuchung.

Originalveröffentlichung: Péter Batáry et al. The former iron curtain still drives biodiversity-profit trade-offs in German agriculture. Nature Ecology and Evolution. Doi: 10.1038/s41559-017-0272-x [www.nature.com]
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Diese Diskussion ist so lange müssig , solange du DWEWT nicht mit etwas genaueren Fakten raus kommst wie in deinen Augen "klein" zu beschreiben ist .
Ja du hast mal geschrieben wenn einer Fremd AK hat , dann ist er nicht mehr klein . (oder so ähnlich )

Du würdest dich wundern welch kleine Betriebe es mit Fremd Ak gibt die von ihrer kleinen Klitsche ordentlich leben können , ohne die Fam Ak nicht zu entlohnen ! Da wüsste ich aus dem Stand ein paar die unter 30 ha bewirtschaften , aber ihren betrieb so umgestellt haben dass es eben passt . Das sind auch solche , die können jederzeit ohne den Obulus des Steuerzahlers leben , was man von mach einem großen nicht behaupten kann, hast ja selbst auch schon so dargestellt .
Mir ist es schleierhaft was einem kleinen schlecht sein soll , wenn er sich und oder seine Familie davon ernähren kann und den Staat nicht auf der Tasche liegt . Oder geht es hier um die verlorene AK die der Industrie nicht zur Verfügung steht ? Oder um dessen Fläche die nicht auf dem Pachtmarkt auftritt ? Warum bloss ?

Gross , ok du scheinst gross , ich tappe mal im dunkeln ; du hast 1000 Rinder , vielleicht auch 1500 (das ist doch gross oder ? ) , hoffe ich denunziere dich mit Zahlen nicht . Dazu verkaufst du ordentlich Getreide , hast also mehr Fläche als für die Tierhaltung notwendig , trotzdem musst du Stroh zukaufen . Ein Konstrukt das für mich nur schwer reimbar ist .
1000 Rinder GV extensive Haltung , sagen wir 1000 ha , dazu noch ...dass es auch gross ist , sagen wir nochmal 1000 ha Acker dazu für Ökogetreideverkauf und Eigenberaf , das sind dann 2000 ha bei 1000 Ri/GV. Das ist gross würde ich sagen . Aber nehmen wir 2/3 tel Getreide mit Strohanfall , dann sollten die 666 ha Stroh für die 1000 Ri/GV ( die ja wahrscheinlich hauptsächlich auf Weide gehalten werden ) locker , also überlocker ausreichen .
Irgendwo habe ich einen gewaltigen Denkfehler , wo ?
Keinen "Hund" zum jagen tragen !
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Hallo Kasparow,

Dein Denkfehler liegt in den angenommenen Größenordnungen. Ich bewirtschafte nur eigene Flächen und die haben, im arrondierten Zustand, eine Größe von ca. 300ha. Davon sind ca.200ha GL und ca.100ha AL. Dazu kommen 400 Fleischrinder, 4 Pferde, 2 Hunde und 2 Katzen. Das Ganze wird von 1,5 Ak betrieben. Das ist ambitioniert und setzt eine gute Organisation voraus. Strohzukauf gibt es weil es erlaubt ist und ich meine Grunddüngung fast komplett über das Stroh abdecken kann. Die konv. Betriebe sind z.T. froh, wenn das Stroh geräumt wird, weil dann nachfolgende Bearbeitungsschritte für sie einfacher sind und der Feldaufgang sicherer ist.
Ich habe auch nichts gegen "Kleine"! Ich hatte darauf hingewiesen, dass ich keinen Grund für eine besondere Wertschätzung dieser Betriebsgröße sehe. Die Kleinen sind nicht automatisch gut und die Großen sind nicht automatisch schlecht. Gute und schlechte Betriebe gibt es über die gesamte Bandbreite verteilt. Wer allerdings glaubt, die finanzielle Förderung sollte die Kleinen besonders gut stellen, der soll auch belegen, wo die Vorteile dieser Betriebsgröße für die Gesellschaft liegen. Den Grund dafür ausschließlich im Erhalt einer "kleinbäuerlichen Struktur" zu sehen, ist inakzeptabel! Und wenn die Kleinen so toll wirtschaften können, brauchen sie die Förderung doch auch eigentlich gar nicht.
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@ Kasparow #
Ich denke die Diskussion was ist groß oder klein kann man nicht alleine an der Anzahl der Hektar festmachen, sondern nur im Zusammenhang mit der jeweiligen Situation. Ein Betrieb in der Eifel, dem Sauerland oder im Allgäu der 300 ha bewirtschaftet wirkt anders als ein Betrieb mit 300 ha im Osten. Großbauern im Osten würden wahrscheinlich eher lächeln, weil 300 ha schon als Parkplatz für den Maschinenpark drauf gehen... hab jetzt mal bewusst übertrieben... ;0)
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Beitrag vom Autor bearbeitet am 27.11.17 um 12:25 Uhr.
@ DWEWT #
Kleine Betriebe nur allein aufgrund der Betriebsgröße stärker zu fördern ist weniger sinnvoll. Wofür soll z.B. ein 20 Ha Betrieb mit 15 Mais und 5 Ha Weizen besonders sgefördert werden ? Der Begriff "bäuerliche Betriebsstruktur" bedeutet nicht nur eine bestimmte Flächengröße, sondern eben kleinere Schlaggrößen, mehrgliedrige Fruchtfolgen, Leguminosen, Beibehaltung des Grünlandes, Betriebkreisläufe, Viehhaltung, wobei diese Kriterien nicht immer vollständig zutreffen müssen. Für die Förderung ließen sich diese Kriterien aus den schon vorliegenden Angaben der Antragstellung ablesen. Damit wären z.B. die Nachteile von Grünland und Ackerfutter gegenüber Mais, auszugleichen und bestünde weniger Druck, ungeeignete Hanglagen mit Maisanbau zu nutzen.
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Ergänzenderweise dazu. Ich arbeite auf einem Milchviehbetrieb. 1 Roboter, nicht ganz 60 laktierende. Dazu trockensteher, jungvieh und ne paar köppe Bullenmast. Stimmen hier in der Region bezeichnen das auch schon als Fabrik...
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@ DWEWT #
DWEWT schrieb:

Hallo Kasparow,

Dein Denkfehler liegt in den angenommenen Größenordnungen. Ich bewirtschafte nur eigene Flächen und die haben, im arrondierten Zustand, eine Größe von ca. 300ha. Davon sind ca.200ha GL und ca.100ha AL. Dazu kommen 400 Fleischrinder, 4 Pferde, 2 Hunde und 2 Katzen. Das Ganze wird von 1,5 Ak betrieben. Das ist ambitioniert und setzt eine gute Organisation voraus. Strohzukauf gibt es weil es erlaubt ist und ich meine Grunddüngung fast komplett über das Stroh abdecken kann. Die konv. Betriebe sind z.T. froh, wenn das Stroh geräumt wird, weil dann nachfolgende Bearbeitungsschritte für sie einfacher sind und der Feldaufgang sicherer ist.
Ich habe auch nichts gegen "Kleine"! Ich hatte darauf hingewiesen, dass ich keinen Grund für eine besondere Wertschätzung dieser Betriebsgröße sehe. Die Kleinen sind nicht automatisch gut und die Großen sind nicht automatisch schlecht. Gute und schlechte Betriebe gibt es über die gesamte Bandbreite verteilt. Wer allerdings glaubt, die finanzielle Förderung sollte die Kleinen besonders gut stellen, der soll auch belegen, wo die Vorteile dieser Betriebsgröße für die Gesellschaft liegen. Den Grund dafür ausschließlich im Erhalt einer "kleinbäuerlichen Struktur" zu sehen, ist inakzeptabel! Und wenn die Kleinen so toll wirtschaften können, brauchen sie die Förderung doch auch eigentlich gar nicht.


Nun wird es aber ganz spannend. Offenkundig bist Du ein Biohof und gibst Dich mit knapp 300€ je Hektar nicht zufrieden sondern es darf auch das Doppelte sein. Ok, der Kleine soll nicht mehr bekommen. Aber wozu der Bio das Doppelte?
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