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Gruppe Biolandwirte

Besitzer: Sunyi
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Bio-Getreidepreise für Erzeuger

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Weizenernte 2017
Bio-Getreidepreise für Erzeuger
Selber sind wir nicht vom Getreide mehr abhängig, da der Betrieb andere Schwerpunkte hat (Sonderkulturen).
Trotzdem ist Getreide bei vielen Erzeugern ein Eckpfeiler in der Erzeugung.
Wer das Glück hat einen Bäcker direkt zu belieferun oder ab Hof Verkauf, der kommt mit den Preisen gut zurecht.
Nur kann das nicht jeder nutzen, da es zu wenig Bäcker gibt und auch der Ab-Hof-Verkauf ist eher in der Nähe der Großstädte lohnend.
Getreide an den Handel zu geben bleibt ein knappes Geschäft außer man hat günstige Landpachten.
Futtergetreide für 35 € und Brotgetreide für 38 €/100 kg bringen die Betriebe nicht weiter.

Die Anbieter aus SO Europa sehe ich da skeptisch was Bio anbelangt, da sie doch über 2 Jahrzehnte "Mogelgetreide" in Hunderttausend Tonnen jährlich geliefert haben, was ja nun durch gewisse Kontrollen gebremst wurde.
Die Aufnehmende Hand hat diese Lieferungen immer gerne genommen, damit sie günstig anbieten konnten, was auch der Bäcker zumindest als Verarbeitungsware gerne gekauft hat.

Wie siehts bei euch aus. Ist Geteide noch lohnend oder wird es wieder lohnend?

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Hallo Heico,

ich habe in diesem Jahr Futterweizen für 380€/t und Backweizen für 440€/t verkauft. Die Verkaufsmengen lagen zwischen 5,64/ha und 6,7t/ha. Kostenaufstellung:Pacht muss ich nicht zahlen, für die Grundbodenbearbeitung und Aussaat habe 110€/ha für den LU, plus 28€/ha Treibstoff, plus 1x Kreiseln (betreibsintern) ca. 50€/ha, 160€/ha Saatgutkosten, 1-2xstriegeln ca. 40€/ha, Mähdrusch 80€/ha plus ca. 20€/ha Treibstoff, Getreidetransport 19€/t. In der Summe komme ich so auf gut 620€/ha. Differenz Einnahme-Aufwand: ca. 1650€/ha Futterweizen und ca. 1930€/ha Backweizen. Damit bin ich eigentlich zufrieden.
Eine weitere Aufbereitung des Getreides auf meinem Hof, wie ich sie zwischenzeitlich mal vorhatte, würde Kosten zwischen 150 und 230€/t mit sich bringen. Damit würde der Vermarktungspreis beim Backweizen auf ca. 650€/t steigen. Dieser Preis liegt oberhalb der Schmerzgrenze, wie ich erfahren habe. Außerdem hält mich die Produkthaftung von einem solchen Schritt ab.
Nur die Götter gehen zugrunde, wenn wir endlich gottlos sind. K.Wecker
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Danke für die vielen Zahlen!
Das kann ich mir vorstellen, dass du damit zufrieden bist. Du bist damit Kostenführer in der Branche und zusätzlich noch mit den höchsten Erträgen ausgestattet.
Es gibt aber noch einen kleinen Fehler in der Rechnung. Wenn keine Pacht anfällt, dann heißt es nicht, dass keine Pacht gerechnet werden muss. Ich rechne hier die ortsübliche Pacht von 1000 bis 1200 €/ha. Es gab auch mal den Ausdruck: Fruchtfolgeertrag, da ja auch das Kleegras irgendwo finanziert werden muss. Ist mir noch aufgefallen; Düngung muss auch noch berücksichtigt werden!

Bei mir liegt der Ertrag mit 35 dt/ha Roggen und 50 dt/ha Weizen.
Das sind 50% vom konv. Ertrag und somit gut für Norddeutschland.
Im Süden ist durch höhere Mineralisation mehr erreichbar.
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Beitrag vom Autor bearbeitet am 20.11.17 um 19:17 Uhr.
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Ich hatte eine weitere Kostenposition unterschlagen. Schälen und grubbern nach der Ernte, schlägt mit insgesamt 80€/ha zu Buche.
Ich rechne grundsätzlich nur in tatsächlichen Kosten. Deshalb gehört eine kalkulatorische Pacht für mich dort nicht hinein. Bei der Düngung und beim Kleegras, werden die Kosten in der Fruchtfolge nur anteilig dem Pflanzenbau zugeschlagen. Die Kalkulation ist schwierig, da Nährstoffe aus dem Futter wieder auf die Fläche zurückfließen und der Strohzukauf, über die Tierhaltung, weitere Nährstoffe zuführt. Über einen langen Zeitraum habe ich da Werte errechnet, die ich relativ pauschal zur Anwendung bringe.
Nur die Götter gehen zugrunde, wenn wir endlich gottlos sind. K.Wecker
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Na so richtig gut find ich die Preise grade nicht - kommt halt drauf an, wo man wirtschaftet...

Hier sind Erträge beim Getreide zwischen 15 un 25 dt drin...im Schnitt 20dt... bei hohen Pachtanteilen u im Vergleich zum Boden (10-20 BP mit Steinen ohne Ende) hohen Pachten um die 200€ ist es schon anspruchsvoll was zu verdienen. Wenn dann überdurchschnittlich viel kaputt geht oder die Ernte schlecht ausfällt oder die Preise abschmieren...dann bleibt nix hängen.
Mit den selben Preisen kannst in guten Lagen selbst bei 1000€ Pacht noch gut Leben... Die AZuLa gibts halt nicht umsonst... ^^
Für Meinungsfreiheit und ein freies Internet! Ich beteilige mich an der Operation Payback!
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@ Darky #
Darky schrieb:

Na so richtig gut find ich die Preise grade nicht - kommt halt drauf an, wo man wirtschaftet...



Da wo die natürliche Ertragsfähigkeit des Bodens eher eingeschränkt ist, muss man evtl. mit exclusiven Kulturen arbeiten. Für die muss man sich allerdings vorher einen Abnehmer suchen. Wenn natürlich die Böden nicht sehr ertragsfähig sind und dann auch noch "nur" Ackerbau betreiben wird, kommen zwei Faktoren zusammen, die die Ökonomie doch sehr begrenzen. Hier an meinem Standort, erwirtschaften die "nur" Öko-Ackerbau-Kollegen im Schnitt fast 2t/ha weniger als ich. Das traditionelle Ökosystem, bestehend aus Acker plus Wiederkäuer, hat immer noch seine Relevanz.
Nur die Götter gehen zugrunde, wenn wir endlich gottlos sind. K.Wecker
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N Abend,

für DWEWT's Erträge würden hier selbst die Konvies töten.
Ich hatte 4,5to W-Weizen U-Ware, Vermehrung, die Konvies teils unter 4 Gibt ca. 360€/to Abrechnung kommt in 2 Wochen.
Futterweizen U- Ware 340€/to. 3to/ha Sinniger, als vermehren...
Futtergerste U-Ware 325€/to. 3to/ha
Ackerbohnen U-Ware 430€/to. <2to/ha (falsche Saattechnik)
Wintererbsen-Vermehrung 500€/to. 3to Gemenge, 1,5to Saatgut. mach mehr Spaß.
Futter-Körnermais, U-Ware, 370€/to 8,3to/ha trocken
Alle Preise frei Rampe.
Hier baut keiner Back-/Brauware an. Bin auch der einzige Bio.
Ertraglich kann ich gut mithalten, weil die anderen auch nicht über 5 to im Schnitt der Jahre kommen.
Beim Körnermais bin ich teils weit von den Konvies.
Pachten. sind bei 160-360€/ha. je nach Alter.

Man muss solch Dinge immer sehr regional betrachten. Hier wird teils 100% des Strohes verkauft um in den grünen Bereich zu kommen.
"Wenn das die Lösung ist, dann hätte ich gerne mein Problem zurück"
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@ DWEWT #
Schon..wennst aber aus viehlos kommst wirst wegen Bio jetzt keine 60GV halten, nur damit der Kreislauf geschlossen ist...neu einsteigen ist einfach nicht darstellbar - auch AK mäßig nicht.

Und die möglichen Sonderkulturen beschränken sich auf Getreide, evtl noch Linsen...alle diese Kulturen haben einen Markt von ca 100t in Deutschland...und der Markt ist besetzt...jede t mehr drückt nur den Preis. Waldstaudenroggen ist mittlerweile z.B. billiger als Dinkel... und Linsen bekommst gar nicht mehr verkauft...
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@ Darky #
Darky schrieb:

Schon..wennst aber aus viehlos kommst wirst wegen Bio jetzt keine 60GV halten, nur damit der Kreislauf geschlossen ist...neu einsteigen ist einfach nicht darstellbar - auch AK mäßig nicht.


Ich will dir ja nicht zu nahe treten aber viehlos und ein solcher Grenzertragsstandort, da wird Öko einfach schwierig.
Nur die Götter gehen zugrunde, wenn wir endlich gottlos sind. K.Wecker
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@ Darky #
Darky schrieb:

Schon..wennst aber aus viehlos kommst wirst wegen Bio jetzt keine 60GV halten, nur damit der Kreislauf geschlossen ist...neu einsteigen ist einfach nicht darstellbar - auch AK mäßig nicht.

Und die möglichen Sonderkulturen beschränken sich auf Getreide, evtl noch Linsen...alle diese Kulturen haben einen Markt von ca 100t in Deutschland...und der Markt ist besetzt...jede t mehr drückt nur den Preis. Waldstaudenroggen ist mittlerweile z.B. billiger als Dinkel... und Linsen bekommst gar nicht mehr verkauft...


In Niedersachsen gibt es jetzt erst wieder ein Projekt für Sondermähdruschfrüchte, da diese (angeblich) aus regionaler/deutscher Herkunft verfügbar sind.

Hier wird immer wieder angefragt ob wir nicht so etwas anbauen wollen, aber so richtig Spass machen tut es dann auch nicht. Außerdem ist es mir auch schon passiert, dass eine Ernte dem Kunden dann für über 2 Jahre den Bedarf gedeckt hat.
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