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Rind
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Forum: Rind
Die Kuh macht "Muh" und Kühe machen Mühe

Bewältigung der Milchkrise 2018

Beitrag vom Autor bearbeitet am 15.01.18 um 12:21 Uhr.
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Bewältigung der Milchkrise 2018
Stelle mal das Schreiben vom Amt rein. Kann jeder halten was er will!

Sehr geehrte Damen und Herren,

das neue Jahr beginnt schon wieder stürmisch.
Über den richtigen Umgang mit salmonellenbelastetem Futter konnten wir Sie noch vor Weihnachten informieren.
Nun hat die LfL auch eine aktuelle Information zur richtigen Reinigung und Desinfektion im Falle einer Salmonelleninfektion erarbeitet.
Beides finden Sie unter: [www.lfl.bayern.de]

Das Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hat nun auch eine Klarstellung zu den Tierschutz-Anforderungen an das Tier-Liegeplatz- und das Tier-Fressplatz-Verhältnis in der Milchviehhaltung an alle Berater publiziert.
Darin wird ein Europäisches Übereinkommen zum Schutz von Tieren in landwirtschaftlichen Tierhaltungen zitiert, welches von Deutschland bereits vor dreißig Jahren (1988!) unterzeichnet wurde.

Die verbindliche Empfehlung für das Halten von Rinder besagt:

- die Zahl der aufgestallten Kühe oder Färsen darf bei Laufstallhaltung die Zahl der verfügbaren Liegeboxen NICHT übersteigen
- es wird empfohlen, zusätzliche Liegeboxen verfügbar zu halten
- eine Überbelegung ist damit nicht zulässig!!!

- ein Tier-Fressplatz-Verhältnis von 1 : 1 ist die Norm
- wenn Raufutter ganztägig zur freien Verfügung verabreicht wird, kann das Verhältnis auf 1,2 : 1; bei zusätzlichem Automatisiertem Melken auf 1,5 : 1 verengt werden.

Die zuständige Kontrollbehörde (Veterinärbehörde des zuständigen Landratsamtes) kann eine Anpassung der Tieranzahl an die baulichen Gegebenheiten anordnen.

Damit gibt es nun eine klare Haltung, die, wenn sie für alle gleich umgesetzt ist, positiv für die ganze Branche zu sehen ist.
Der Milchmarkt kommt aktuell wieder unter Druck und die Prognosen der Milchpreise für die Sommermonate sind aktuell nicht gerade rosig. Hier würde ein flächendeckender Abbau der Überbelegung eindeutig positiv wirken!

Viele Probleme mit Ketosen von Frischlaktierern und niedrige Einsatzleistungen von Kalbinnen sind auf überbelegte Ställe zurückzuführen.
Je mehr ein System an seiner Grenze gefahren wird, umso weniger tolerant gegenüber von Fehlern ist es. So auch beim Stall!

Zudem nimmt man dem Einzelhandel und Tierschutzorganisationen so den Wind aus den Segeln, denn wenn die Debatte um die Anbindehaltung zu Ende ist, werden die Probleme in den Laufställen zur Sprache kommen.
Hier ist ein klares Bekenntnis zum Tierwohl der gesamten Bauernschaft gefragt, zumal die Belohnung für viele durch weniger Probleme und höhere Einzeltierleistungen schnell kommen wird!


Mit freundlichen Grüßen

Also weniger Tiere im Stall, die aber höhere Leistung erbringen nehmen den Druck aus dem Milchmarkt.

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@ 0 #
ich finde es gut und richtig was da steht
Es gibt nichts Gutes, außer man tut es!!!
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@ 0 #
Die Milch wird bei Überbelegung schon mehr sein, aber die Grenzkosten steigen halt überproportional. Sprich den Betrieben würde die Maßnahme nicht weh tun, Düngebilanz und Milchmarkt wäre entlastet.
Der Neider sieht den Garten, den Spaten sieht er nicht.
2
 
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und es wird dort reduziert, wo die 5% Mehrmilch im Vergleich zum Vorjahresmonat herkommen!
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Ob betroffene auch das so positiv sehen?
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Beitrag vom Autor bearbeitet am 17.01.18 um 10:42 Uhr.
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Ja, das Schreiben ist tatsächlich interessant.

Eigentlich bekomme ich von Amts-Experten oftmals die Aussage, dass bei einem Rückgang der Überbelegung die Milchleistung kaum fällt, da die Tiere ja weniger Streß hätten - nun sieht aber das Amt offensichtlich ganz klar bei Reduzierung der Überbelegung auch eine Entlastung des Milchmarkts. Ist das nicht irgendwo widersprüchlich?

Die Übereinkunft aus dem Jahre 1988 (oder eigentlich aus dem Jahre 1976, Deutschland hat 1978 unterezeichnet, die damalige EU insgesamt 1988!) ist hier einsehbar:

[rm.coe.int]

Jedoch: dort ist keinerlei Freß-Platz oder Liegeplatz zum Beispiel festgelegt. Es besagt vielmehr ganz generell, dass Tieren kein Leid zugefügt werden soll. Konkrete Erweiterungen z. B. für Kälber gab es erst 2009 (!)
Aber was mich mich wundert, Zitat aus Art 9 der Europäischen Übereinkunft von 1978 sagt:

"diese Bestimmungen müssen sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse über die einzelnen Tierarten
stützen"

Leider finde ich keine wissenschaftliche Untersuchungen, dass ein Freß/Liegeplatzverhältnis von 1:1 erforderlich ist. Viel mehr finde ich aber Untersuchungen zum Beispiel von Land Schleswig-Holstein, dass sogar keine Einschränkungen (unter bestimmten Gegenheiten) bei einem Tier-Freßplatz-Verhältnis von 2:1 feststellen konnte:

[www.lksh.de]

Insgesamt habe ich den Eindruck, dass hier suggeriert werden sollte, es gäbe diese "Vorschriften" schon seit 1988 was ganz offensichtlich gar nicht der Fall ist.

Nur weil es eine Empfehlung oder eine Norm ist, heißt es noch nicht dass es Gesetz ist - oder schon gar nicht wissenschaftlich begründet.

Wäre es denn nicht sinnvoll wenn die offiziellen Stellen objektiv aufklären? Oder verfällt man hier in das oft zitierte Post-faktische Zeitalter?
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@ itlandwirt #
Hallo itlandwirt!
Meines Erachtens bauen nur Michviehhalter die die Produktion aufgeben wollen ihren Bestand ab. Der Rest, wird an- um oder ausbauen. Und wenn man schon dabei ist, fällt eine kleinere oder größere Aufstockung meist auch noch an. Sollte sich dann zu der Aufstockung noch tatsächlich eine Leistungssteigerung dazugesellen, wie wird da die Milchmenge reduziert? Da waren wieder mal ein paar Bürohengste super schlau.
Na ja Tehorie ist halt wenn nichts funktioniert und jeder weiß warum. Praxis ist wenn es läuft aber keiner weiß warum.
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Wenn ein Aufstocker wegen Krankheiten und so, möglichst viele Jungkühe von einem Stall
will und er ist bereit es zu honorieren, richten wir es immer so, das wir eine größere Gruppe
anbieten können. d. h. vor der Abhohlung sind wir dann schon mal 15% überbelegt und nach
der Abholung 15% unterbelegt. Wenn wir unterbelegt sind, ist zwar alles etwas ruhiger und
relexter, aber das die Tagesleistungen dann meßbar steigen, oder die Fruchtbarkeit noch besser
wird, hab ich noch nie feststellen können. Wenn nicht jede Kuh einen Freßplatz hat, ist es
halt absolut notwendig, das der Futtertisch nie leergefressen wird. Dann geht auch bis
zwei Kühe pro Fressplatz, ohne große Rangeleien.
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@ 0 #
Die Glaskugel des Amtes scheint zumindest tadellos zu funktionieren, wenn man bereits 2017 weiss, dass es 2018 eine Milchkrise geben wird.
Selbst 2015 war man zum Jahresbeginn sicher, dass es in der zweiten Jahrehälfte nicht mehr abwärts geht sondern aufwärts!
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@ altilla #
altilla schrieb:

Die Glaskugel des Amtes scheint zumindest tadellos zu funktionieren, wenn man bereits 2017 weiss, dass es 2018 eine Milchkrise geben wird.
Selbst 2015 war man zum Jahresbeginn sicher, dass es in der zweiten Jahrehälfte nicht mehr abwärts geht sondern aufwärts!

Meine Vermutung ist eine Andere. Die Regierung will dem Volke vorgaukeln daß es mit mehr Veterinäre mehr Lebensmittelsicherheit gibt(Wahlen!). Die brauchen dann aber auch eine Beschäftigungstherapie! Monotones zählen dürfte sie nicht Überfordern. Nebenbei spart man, da es sich mit CC Kürzungen sich trägt.
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