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Haus, Hof, Familie und Büro
Forum: Haus, Hof, Familie und Büro
Über den Hofhund bis zum Leben auf dem Land.

Landwirtschaft wiederbeleben

 
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Landwirtschaft wiederbeleben
Hallo zusammen,

wie seht ihr das? Ich bin seit geraumer Zeit Eigentümer von ein paar Hektar Land 10 Hektar Ackerland 2 Hektar Grünland. Meine Felder sind seit 1992 verpachtet die letzten 10 Jahre mehr recht als schlecht. Ich und meine Frau stehen eigentlich in einem recht guten Arbeitsverhältnis und sind eigentlich recht zufrieden.
Wir überlegen ob wir es auf der Bio Schiene machen wollen, also höchstwahrscheinlich mit Bioland.de. Ich möchte halt nicht den landwirtschaftlichen Status verlieren. Schon etliche Generationen vor mir waren einfache Bauersleut. Doch frühers hat man mit paar Hektarn auch noch eine Familie ernähren können!! Konventionell brauch ich gar nicht überlegen....da ist es besser ich würde mir einen Biogaserer suchen der meine Felder pachtet. Zwei gute Traktoren hätte ich, aber Null Anbaugeräte........aus meinen Pachtvertrag müsste ich normal rauskommen da er 2014 ausgelaufen ist und jetzt sich immer um ein Jahr verlängert. Brauche ich dazu eine landwirtschaftliche Ausbildung?
Bin gespannt auf Eure Beiträge

Viele Grüße
Martin

Schlagwörter dieses Themas: kleinbäuerliche landwirtschaft, hinzufügen »

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Beitrag vom Autor bearbeitet am 05.03.18 um 21:06 Uhr.
@ MakiDue #
ich bewundere Deine wunderschönen blauen Augen ..... aber allein damit kommst nicht so richtig weit.
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Beitrag vom Autor bearbeitet am 05.03.18 um 22:33 Uhr.
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So wie dein Betrag geschrieben ist gehe ich jetzt mal davon aus, dass du vor hast komplett aus aus deinem Beruf auszusteigen und auf Landwirtschaft umzusatteln. Falls nicht, dann kannst du meine Argumente etwas gelassener betrachten.

Prinzipiell geht das schon mit 12 Hektar.
Ich persönlich habe auch nur 15 Hektar und kann gut davon leben. Allerdings habe ich mich voll und ganz auf meine Tierhaltung spezialisiert und betreibe die Außenwirtschaft nur als Nebenkriegsschauplatz und damit das Finanzamt mir nicht auf die Pelle rückt. Ich habe auch Schulfreunde, die als nachgeborene Söhne mit ähnlich wenig Fläche ebenfalls funktionierende Betriebe praktisch aus dem Nichts geschaffen haben. Bei der Betriebsgröße kommt man mit irgendeiner 08/15-Massenproduktion nicht sehr weit. Stattdessen braucht man in der Regel ein besonderes Produkt, das entweder so arbeitsintensiv oder so ausgefallen ist, dass es für den Massenmarkt nicht interessant ist. Dann muss man aber nicht nur in der Produktion kompetent sein, sondern man wird auch sehr viel Zeit in die Vermarktung der eigenen Ware investieren müssen.

Jede Form von Landwirtschaft hat heute sehr hohe Anforderungen was die Kompetenz in der Produktion und im Umgang mit Auflagen und Gesetzen angeht. Vor allem gesetzliche Auflagen sind die Gleichen, egal ob man jetzt einen kleinen, einen großen oder einen sehr großen Betrieb aufzieht.
Eine Ausbildung ist zwar nicht vorgeschrieben, aber nur mit Leidenschaft und dem Wissen, das man sich vor Jahren vielleicht mal vom Vater abgeschaut hat kommt man nicht weit. Außerdem ist man ohne einen gewissen Ausbildungsgrad von vornherein von sämtlichen staatlichen Investitionsförderungen ausgeschlossen.

Zu guter Letzt ist auch der Investitionsaufwand absolut nicht zu vernachlässigen. Eine Vollzeitarbeitsstelle in der Landwirtschaft neu zu schaffen kostet heute ungefähr eine halbe Million Euro. Wenn man eine Investition in irgendeine Form von Tierhaltung tätigt, wie etwa ein Stallbau, dann ist man für die nächsten 20 bis 30 Jahre daran gebunden, da die meisten Tierhaltungsgebäude Spezialbauten sind, die sich schlecht bis gar nicht umnutzen lassen.

Wenn du mit deinen zwölf Hektar etwas anfangen willst, das auf niedriger Intensität und mit niedrigem Investitionsaufwand im Nebenwerb zusätzlich zu deiner eigentlichen Erwerbsarbeit läuft, dann ist das Risiko geringer, aber du wirst am Ende wahrscheinlich nur ein arbeitsaufwändiges und kaum lukratives Hobby haben.
Wenn du voll in die Landwirtschaft einsteigen willst, dann muss dir klar sein, dass du deine Investition im besten Fall erst in Jahrzehnten wieder zurückbekommst oder dass du das in deiner Lebenszeit nicht mehr erlebst. (Der schlimmste Fall ist natürlich ein Totalverlust mit einem Haufen Restschulden)

Auch wenn hier wahrscheinlich ein paar Leute schreiben werden, dass du dich nicht von deinen Träumen abbringen lassen sollst und dass etablierte Landwirte ohnehin alles falsch machen, ist eine fundierte Ausbildung nach wie vor extrem wichtig.
Als Landwirt bist du Arbeiter, Geschäftsführer, Produktionsleiter, Mechaniker, Sekretär, Spediteur und Justiziar in einem.
Die meisten Betriebsleiter in der Landwirtschaft sind fünf Jahre und mehr in Aus- und anschließender Weiterbildung und verbringen danach oft etliche Jahre in untergeordneten Positionen entweder auf dem elterlichen Hof oder anderen Betrieben, bevor sie zu Hause die volle Kontrolle übernehmen.

Von null auf hundert ist sehr schwer und ohne praktische oder theoretische Vorkenntnisse ist die Wahrscheinlichkeit, dass so ein Vorhaben als teures Fiasko endet ungemein höher.
Wohlan!
Voran ans Werk ihr Schergen!
Sollt im Schatten euch verbergen!
Die fiesesten der Fallen ölen!
Und pflichtbewusst die Gäste quälen!
Hau Allen auf die Finger drauf!
Und pass auf deine Schätze auf!
EHRBAR! - Lass den Gegner sein!
Du selbst sei FIES und auch GEMEIN!
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Als Berater war ich häufig auf Berieben, die sich "nur" mit der Umstellung auf ein anderes Betriebssystem beschäftigten. Obwohl die Betriebsleitung häufig gut ausgebildet war und über vieljährige ldw. Praxis verfügte, waren die Probleme in der Anlaufzeit oft ungeahnt groß.
Wenn jemand ohne fachlichen Ausbildungshintergrund in die Landwirtschaft einsteigen möchte, ist das Risiko kaum zu kalkullieren. Wie schon The_Fox geschrieben hat, geht das in deinem Fall eigentlich nur über eine Nische. Dieses Nischenwirtschaften allerdings setzt ausgefeiltes Spezialwissen voraus! Eine extensive Bewirtschaftung, dürfte im Endeffekt weniger einbringen als eine weitere Verpachtung der Flächen. Wenn Du besondere Ansprüche an die Bewirtschaftung Deiner Flächen hast, denke über entsprechende Vorgaben für einen zukünftigen Pächter nach. Sicher kannst Du den Vertrag in Deinem Sinne gestalten.
Wie auch immer Du Dich entscheidest, viel Glück!
Nur die Götter gehen zugrunde, wenn wir endlich gottlos sind. K.Wecker
Religionsfreiheit ist ein schönes Ziel; so ganz frei von Religion.
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@The_Fox

Super Orientierungshilfe!
Nur die Götter gehen zugrunde, wenn wir endlich gottlos sind. K.Wecker
Religionsfreiheit ist ein schönes Ziel; so ganz frei von Religion.
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