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Rind
1802 Themen, Moderator: Susanne1, Manu, Matthias, nagus2, Redaktion_landlive, Moderator
Forum: Rind
Die Kuh macht "Muh" und Kühe machen Mühe

Fleckvieh Hornlos

 
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Fleckvieh Hornlos
Hallo,

hat jemand Zahlen zur Verbleiberate von hornlosen Jungkühen auf den Betrieben. Sprich was nach den ersten PM aufgrund von unbefriedigender Leistung zum Metzger geht. In der Praxis sind da schon nicht wenige Betriebsleiter ernüchtert, insbesondere natürlich dann wenn man die Nachteile in Leistung und Exterieur hat und dann doch noch Hörner dran sind. Ist das vielleicht doch der falsche Weg sich so stark auf dieses Merkmal zu fokussieren, man hat die Tiere ja nicht umsonst jahrelang ausgeschlossen weil man andere Merkmale für wichtiger gehalten hat. Wie sieht es aus mit HL x HL, davon wird ja schon abgeraten. Zusätzlich lässt die neue DüVo oftmals eine ausgedehnte, teure Jungviehaufzucht nicht mehr zu. Wo geht der weg hin? Nachkommensgeprüfte (behornte) Vererber bei flächenknappen Betrieben? Oder schon bei den weiblichen Kälbern alles genomisch untersuchen und dementsprechend selektieren? Ich meine hier natürlich die 95% Melkbetriebe, nicht die wenigen, die mit der Zucht ihr Geld verdienen.


Lg
Der Neider sieht den Garten, den Spaten sieht er nicht.

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@ maxp #
Muss eine Kuh nach dem ersten pm schon aus dem Stall?????? ES SIND IMMER NOCH TIERE UND KEINE MASCHINEN!!!!!!
Meine hornlosen melken gerade zwischen 30 und 50l die hatten alle in der ersten Laktation zwischen 7000 und 8000l beim ersten pm müsste ich nach schauen. Aber langsam wundert mich nix mehr das wir Landwirte in der Öffentlichkeit so schlecht da stehen.
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@ maxp #
Um eines klar zu stellen: Nach den ersten PM also Mehrzahl.

Leider kommt schnell eine gewisse Enttäuschung, wenn die ersten Hornlosen nicht voll überzeugen. Hier einmal genaue Zahlen zu bekommen wäre sehr interessant.
Wie du schreibst für reine Melkbetriebe die auch noch mit der Fläche knapp sind kann in kleinem Ausmaß auch RH eine Option sein. Hier gibts eine Vielzahl an Vererbern mit hoher Sicherheit in Leistung und Exterieur. Bei Fleisch muss im Gegenzug ein Kompromiss eingegangen werden.
Ob man jetzt mit NK oder GJV arbeitet kommt drauf an wem man mehr vertraut. Am Papier bringt die Typisierung aller Weiblichen höhere Sicherheiten als der Einsatz geprüter Vererber und Selektion nach Ahnenindex.
HL x HL wird sehr oft besamt, der nachhaltigere Weg wäre ein anderer.
Mfg
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@ hexe29 #
hexe29 schrieb:

Muss eine Kuh nach dem ersten pm schon aus dem Stall?????? ES SIND IMMER NOCH TIERE UND KEINE MASCHINEN!!!!!!
Meine hornlosen melken gerade zwischen 30 und 50l die hatten alle in der ersten Laktation zwischen 7000 und 8000l beim ersten pm müsste ich nach schauen. Aber langsam wundert mich nix mehr das wir Landwirte in der Öffentlichkeit so schlecht da stehen.


In der ersten Laktation ist doch noch nie die volle Leistung zu erwarten!
Ganz abgesehn davon hat man ja auch erstmal teuer aufziehen müssen-macht doch erstrecht kein Sinn die Jungkühe gleich weg zu tun!
Und als ich so ritt im rasengedämpften Schritt,da wars mir:Fiel ich jetzt von meinem Schimmel,fiel ich in den Himmel!

With a host of furious fancies;
There I am commander;
With a burning spear and a horse of air
to the wilderness I wander.
With knights of ghost and shadow
I summoned am to turney,
ten leagues beyond the wide world`s end:
Methinks it is no journey !
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Die Zukunft gehört auf jeden Fall den hornlosen.

Und man hat auch gehörnte die nicht so einhauen, wie man´s gern hätte.
Die vom BVN, haben so oder so zumindest momentan die Nase vorn, da kann man dann,
auch mal einige Embryo´s kaufen wenn man da einsteigen will.
Auf dem letzten Markt in Ansbach, da war ein ansehlicher gelb gescheckter Bulle,
der hatte leider vorne zwei dicke Knie´s, hab mich schon gewundert, wie so man
so ein Teil auf den Markt bringt und der dann auch noch gekört wird.
Siehe da der Bulle brachte noch 2200 Euro, und als ich dann im Katlog nachschau
da ist der als hornlos gelistet, dem Käufer war es also wichtig, sonst hätte er bei weitem
noch eine große Auswahl gehabt.
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@ Jungzuechter #
HL x HL wird sehr oft besamt, der nachhaltigere Weg wäre ein anderer.
Mfg

Was verstehst du unter nachhaltig? HL x gehörnt bedeutet meist 50 % gehörnte Kälber. Die musst du dann entweder wieder enthornen oder verkaufen. Wenn man konsequent schnell aufs enthornen verzichten will ist HL x HL der richtige Weg.
Züchterisch für die Gesamtpopulation nicht, aber für den Einzelbetrieb/Melkbetrieb.
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@ maxp #
maxp schrieb:

Hallo,

hat jemand Zahlen zur Verbleiberate von hornlosen Jungkühen auf den Betrieben. Sprich was nach den ersten PM aufgrund von unbefriedigender Leistung zum Metzger geht. In der Praxis sind da schon nicht wenige Betriebsleiter ernüchtert, insbesondere natürlich dann wenn man die Nachteile in Leistung und Exterieur hat und dann doch noch Hörner dran sind. Ist das vielleicht doch der falsche Weg sich so stark auf dieses Merkmal zu fokussieren, man hat die Tiere ja nicht umsonst jahrelang ausgeschlossen weil man andere Merkmale für wichtiger gehalten hat. Wie sieht es aus mit HL x HL, davon wird ja schon abgeraten. Zusätzlich lässt die neue DüVo oftmals eine ausgedehnte, teure Jungviehaufzucht nicht mehr zu. Wo geht der weg hin? Nachkommensgeprüfte (behornte) Vererber bei flächenknappen Betrieben? Oder schon bei den weiblichen Kälbern alles genomisch untersuchen und dementsprechend selektieren? Ich meine hier natürlich die 95% Melkbetriebe, nicht die wenigen, die mit der Zucht ihr Geld verdienen.


Lg

Gerade die Melkbetriebe sollten wissen, dass die Lfl einen transparenten und umfangreichen Service bietet und alle Zuchtwerte online stellt. Im Bazi kann sich jeder alle 50 (!!) derzeit fertig Töchter-getesteten Bullen in eine Tabelle sammeln und natürlich auch die nachgewiesenen Zuchtwerte für Nutzungsdauer einsehen.
Hier zeigt sich, dass die Nutzungsdauer gerade nicht die Achillesferse der hornlos-Zucht darstellt. Die Werte sind auf absolut vergleichbaren Niveau. Eher ist ein gegenteiliger Trend zur Vermutug des Themenstarters zu beobachten: Hornlose Kühe verbleiben überdurchschnittlich lange im Betrieb, OBWOHL sie vereinzelt in relevanten Merkmalen echte Schwächen zeigen. Im Detail: Mandai zum Beispiel vererbt eine schwache Melkbarkeit, dies führt aber nicht zu erhöhter Merzungsrate. Vermutlich bleiben diese Kühe, weil die Züchter den Anteil hornloser Tiere in der Herde erhöhen wollen und dafür auch Kompromisse eingehen. Gleiches gilt bei anderen Bullen für Einzel- Merkmale wie Euter, Zellzahl, Fundament und Kalbeverlauf.
Die These "Nicht wenige Betriebsleiter sind ernüchtert" lässt sich also statistisch nicht belegen, wenn jemand andere Quellen hat, möge er die offenlegen.

Meine persönlichen, subjektiven Erkenntnisse zur Situation der Hornlos-Zucht im Jahr 2018:
-ja, es ist noch ein langer Weg, bis "Hornlos" soweit ist wie "mit Horn". Aber es geht stetig weiter!
-die Zahl der Blutlinien mit hornlosen Bullen nimmt etwas zu, obwohl derzeit alles auf "Mahango" fokussiert ist.
-trotz anfänglicher Begeisterung scheinen sich manche Linien nicht durchsetzen zu können, zb sehe ich bei Solo Pp und Söhnen/Enkeln keinen überragenden Bullen für die Zukunft. Auch der interessante Vollblut Pp mit der Hornlosigkeit über Rosenherz setzt sich nicht durch.
-wenn jedoch einzelne Linien massiv in der Population eingesetzt werden, bleibt auch was hängen, selbst wenn die Zuchtwerte der Ursprungsbullen im nachhinein ziemlich unerotisch erscheinen. Beispiel Irola Pp: hohe Erwartungen überhaupt nicht erfüllt, aber über Söhne (zb Irokese) und Enkel wirds hier weitergehen!
-der starke Einsatz von PP-Bullen ist eher kritisch zu sehen, in meiner Praxis stelle ich fest, dass diese Stiere "besonders ungeplant" verwendet werden, nach dem Motto "Hauptsache hornlos". Dabei ist die Ausbeute an guten NK-Bullen dieser Kategorie bisher eher mau, Solero PP hat gepasst, Incredible PP hat gestreut und auch mal zu Enttäuschungen geführt, bei Sensation PP wird sich noch 2018 das Ergebnis zeigen.
-erstaunlich wichtig ist die Herkunft der Mutation. Der Anteil an hornlos-Genen aus der friesischen Mutation (zb Mahango/Mungo) am Genpool steigt deutlich, offensichtlich sollten sich zumindest die Züchter strategisch "zweigleisig" aufstellen, keltisch ud friesisch.
-in Zukunft sollten die gesunkenen Preise der SNP-Typisierungen auch die "normalen Melkbetriebe" dazu ermutigen, Kuhkälber typisieren zu lassen. Damit lässt sich die Selektion für die Remontierung effektiv gestalten, die Anpaarungen genomisch optimieren und im Themenkomplex Hornlosigkeit wichtig: man kann Pp von PP unterscheiden. PP-Tiere sollten möglichst mit pp-Bullen angepaart werden, damit bleibt die Linienführung breit und der Abstand zur behornten Genetik wird eher kleiner als größer.
Abschliessend betrachtet freue ich mich darüber, dass inzwischen alle Stationen ein gutes Angebot hornloser Stiere im Portfolio haben, natürlich schaue ich da besonders gerne auf die vielen Bullen "meiner EG".

MfG HFlv
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@ HessenFleckvieh #
-in Zukunft sollten die gesunkenen Preise der SNP-Typisierungen auch die "normalen Melkbetriebe" dazu ermutigen, Kuhkälber typisieren zu lassen. Damit lässt sich die Selektion für die Remontierung effektiv gestalten, die Anpaarungen genomisch optimieren und im Themenkomplex Hornlosigkeit wichtig: man kann Pp von PP unterscheiden. PP-Tiere sollten möglichst mit pp-Bullen angepaart werden, damit bleibt die Linienführung breit und der Abstand zur behornten Genetik wird eher kleiner als größer.

Für reine Melkbetriebe hat die Typisierung nur eingeschränkte Vorteile, ich erinner nur an deine eigene Aussage: Genotyp ist nicht Phänotyp. Und Melkbetriebe können mit dem (unsicheren) Genotyp nicht so viel anfangen, wie Züchter, die Anpaarungen haben wollen und evtl. teuere Bullen verkaufen wollen.
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