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Rind
1846 Themen, Moderator: Susanne1, Manu, Matthias, Redaktion_landlive, Moderator
Forum: Rind
Die Kuh macht "Muh" und Kühe machen Mühe

Stundensatz Landtechnik

@ Doptrebo90 #
Doptrebo90 schrieb:

Was soll der Berater auch machen außer irgendwelche durchschnittlichen Werte heranziehen?


Wenn nicht in ein für den Betriebsleiter noch unbekanntes Produktionssystem eingestiegen werden soll, kann man natürlich mit den konkreten Daten des Betriebes arbeiten. Hier liegt allerdings auch das Problem. Gute Betriebe haben nichts gegen die Bekanntgabe der individuellen, realen Betriebsdaten an den Berater. Häufig fragt man allerdings vergeblich nach abgesicherten Betriebsdaten. "Buchführungsunterlagen liegen beim Steuerberater", "Rechner ist abgestürzt" und ähnlich lauten die Ausflüchte. Als verantwortungsbewußter Berater bricht man dann die Tätigkeit ab oder nimmt sie erst gar nicht auf! Deshalb ist schon bei der ersten Kontaktaufnahme die Mitteilung realer Betriebsdaten zu vereinbaren. Erfolgt das dann nicht, muss der Berater auch nicht auf das bis dahin aufgelaufene Honorar verzichten. Häufig machen es sich die Berater allerdings einfach und planen auf der Basis der mitgeteilten Monddaten. Dass das dann in die Hose geht, dürfte klar sein. Für ein gutes Honorar, gibt man dann auch gern mal den "Schuldigen".
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Seit wann war ein Berater jemals an etwas 'Schuld' - während meines Berufslebens in den IT-Abteilungen mehrere Großfirmen wurden auch des Öfteren Berater eingesetzt (war selbst auch teilweise als Berater tätig).
Es ist doch so, daß der Berater meistens auch vom Auftraggeber bezahlt wird, also wird er nicht allzu heftig 'dagegen beraten' er braucht ja weiterhin Aufträge - bei unpopulären Ergebnissen wie Personalfreisetzung kann sich die Firma dann darauf rausreden, daß sie selbst ja anders gehandelt hätte, aber der Berater ...., d.h. der Berater dient häufig dazu, sich die eigenen Entscheidungen bestätigen zu lassen.
Sehr oft war es aber so, daß die als erstes genannten Betriebsabläufe und Prozesse nicht den tatsächlichen entsprachen, das lag auch zum Teil daran, daß manche Betriebsverantwortliche gar nicht über die tatsächlichen Abläufe Bescheid wussten.
Der Berater kann also nur so gut sein wie die Daten, die ihm zur Verfügung stehen und wie weit er wirklich in den Betrieb sehen kann - ist auch eine Zeitfrage
A married man should forget his mistakes. There's no use in two people remembering the same thing!

Doing nothing is very hard to do, you never know when you're finished

I wake up every day planning to be productive and then a voice in my head says ‘Ha-ha good one!’ and we laugh and laugh and take a nap.
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@ DWEWT #
DWEWT schrieb:

Wenn nicht in ein für den Betriebsleiter noch unbekanntes Produktionssystem eingestiegen werden soll, kann man natürlich mit den konkreten Daten des Betriebes arbeiten. Hier liegt allerdings auch das Problem. Gute Betriebe haben nichts gegen die Bekanntgabe der individuellen, realen Betriebsdaten an den Berater. Häufig fragt man allerdings vergeblich nach abgesicherten Betriebsdaten. "Buchführungsunterlagen liegen beim Steuerberater", "Rechner ist abgestürzt" und ähnlich lauten die Ausflüchte. Als verantwortungsbewußter Berater bricht man dann die Tätigkeit ab oder nimmt sie erst gar nicht auf! Deshalb ist schon bei der ersten Kontaktaufnahme die Mitteilung realer Betriebsdaten zu vereinbaren. Erfolgt das dann nicht, muss der Berater auch nicht auf das bis dahin aufgelaufene Honorar verzichten. Häufig machen es sich die Berater allerdings einfach und planen auf der Basis der mitgeteilten Monddaten. Dass das dann in die Hose geht, dürfte klar sein. Für ein gutes Honorar, gibt man dann auch gern mal den "Schuldigen".


Du hast schon Recht. Anderseits, warum soll der Berater nicht auf die Daten zurückgreifen die vom Betrieb mitgeteilt werden? Wenn sich der Landwirt schon hier in die Tasche lügt, dann ist er doch selbst schuld und kann nicht im Nachhinein die Schuld beim Berater suchen.
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Wenn der Berater nicht nur eine theoretische fachliche Ausbildung hat, wird ihm die Differenz zwischen vorgelegten Daten und der Realität nicht verborgen bleiben. Da das Beratungsgespräch häufig auch Bestandteil der Unterlagen für das Bankgespräch ist und die Bank zumindest den steuerlichen Jahresabschluss vom Betriebsleiter verlangt, wird die Diskrepanz zwischen Schein und Sein schnell deutlich. Da ist es für den Berater nicht gut, wenn er in seinen Unterlagen von ganz anderen Zahlen ausgegangen ist.
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Beitrag vom Autor bearbeitet am 25.05.18 um 18:12 Uhr.
@ Doptrebo90 #
Doptrebo90 schrieb:

Du hast schon Recht. Anderseits, warum soll der Berater nicht auf die Daten zurückgreifen die vom Betrieb mitgeteilt werden? Wenn sich der Landwirt schon hier in die Tasche lügt, dann ist er doch selbst schuld und kann nicht im Nachhinein die Schuld beim Berater suchen.

Weil ein guter Arzt auch nicht den Blinddarm rausholt nur weil der Patient mein sein Zahnweh komme davon
Der Stacheldraht, das ist ein Draht, der Stacheln hat.


Bauernstolz; ein niedriger Stolz, welcher sich auf nichtswürdige Dinge gründet, und welcher sich niedriger, verächtlicher Mittel zu seiner Befriedigung bedient. Qelle unbekannt

Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt.

Arthur Schopenhauer
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Naja so ganz aus der Luft gegriffen sind die Richtwerte ja nun auch nicht. Und wenn eine Wirtschaftlichkeit nur dann gegeben ist, weil ich für mich deutlich bessere Werte ansetze, mal ganz unabhängig davon wie realitätsnah diese sind, dann muß man sich aber auch bewusst sein, das man hierdurch sein unternehmerisches Risiko auch deutlich erhöht. Das die vermeintlich Schuldigen immer außerhalb der Betriebe sitzen, liegt in der Natur der Sache. .
Und ich muß sagen, ich hab, quer durch die süddeutschen Betriebsgrößen, nur sehr wenige Betriebe kennengelernt, die wirkliche eigene Daten haben. Die meisten basieren doch eher auf Basis von vorzeigedaten der Ldw.Fachpresse und pi mal Daumen Berechnungen.
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@ jw #
jw schrieb:

Weil ein guter Arzt auch nicht den Blinddarm rausholt nur weil der Patient mein sein Zahnweh komme davon

Jetzt sei mir nicht böse aber das ist doch Schwachsinn. Wenn der Betriebsleiter bewusst falsche Zahlen nennt bzw. Nicht zugibt, dass er gar keine Ahnung von diesen hat ist er doch selbst schuld. Soll man jetzt noch mehr für Beratung bezahlen weil der Berater erst einmal genau analysieren muss ob diese Zahlen plausibel sind? Natürlich wird man grobe Dinge erkennen. 10 dt /ha Getreide, 500kg Milch /Kuh etc. Wird man nicht so einfach erkennen können, besonders nicht wenn es um einen Betriebsdurschnitt geht. Von außen sieht man das den Betrieben auch nicht direkt an. Glaub mir, der SCHEIN trügt in beide Richtungen.
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@ nurich #
nurich schrieb:

Und ich muß sagen, ich hab, quer durch die süddeutschen Betriebsgrößen, nur sehr wenige Betriebe kennengelernt, die wirkliche eigene Daten haben. Die meisten basieren doch eher auf Basis von vorzeigedaten der Ldw.Fachpresse und pi mal Daumen Berechnungen.

In unserer Region haben halt viele keine Daten,weil nicht soviel gerechnet wird,als z.b in Nord oder ostdeutschland.Da wird nicht jede Investition auf Cent pro Kg umgerechnet,da wissen auch viele nicht ihre Produktionskosten pro Kg Milch.Darum gibt's halt Betriebe,mit 30 bis 40 ha und 2 Varios,oder 30 bis 40 Kühe und Melkroboter usw.Wenn da einer oft das Nachrechnen anfängt,das gehen ihn die Lichter auf,aber ist halt so bei uns.
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@ Doptrebo90 #
Doptrebo90 schrieb:

. Von außen sieht man das den Betrieben auch nicht direkt an. Glaub mir, der SCHEIN trügt in beide Richtungen.

Mir hat mal ein Bänker erzählt,der viel mit Landwirten zu tun hat,das man von Aussen gar nichts über die finanzielle Situation des Betriebs sagen kann,wie du sagst,aber in beide Richtungen.
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@ nurich #
nurich schrieb:


Und ich muß sagen, ich hab, quer durch die süddeutschen Betriebsgrößen, nur sehr wenige Betriebe kennengelernt, die wirkliche eigene Daten haben. Die meisten basieren doch eher auf Basis von vorzeigedaten der Ldw.Fachpresse und pi mal Daumen Berechnungen.

Naja Jeder der solch größeren Investitionen plant hat sicherlich einen Buchführungsabschluss der letzten Jahre. Was ist daran so schwer diesen für sich selbst zu analysieren? Dort bekommt man recht schnell die wirkliche Leistung durch realen Einkauf und Verkauf heraus. Außerordentliche positive und negative Effekte muss man eben ausklammern.

Durchschnittswerte gibt es nicht überall, bzw auch Bereiche in denen die Spannweite extrem hoch sind. Die letzten Einheiten machen eben die Suppe fett oder eben nicht. Nimm als Beispiel die Legehennenhaltung, hier kommt es vor, dass der Betriebsschnitt der Legeleistung bis zu 45 Eier unterscheidet, das sind zumindest meine Erfahrungen. 45 Eier/ Jahr je Henne sind bei mir ca. 75.000€ im Jahr was mir mehr oder weniger bleiben! Nicht Umsatz sondern Gewinn!
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