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Haus, Hof, Familie und Büro
921 Themen, Moderator: Susanne1, Manu, Matthias, Redaktion_landlive, Moderator
Forum: Haus, Hof, Familie und Büro
Über den Hofhund bis zum Leben auf dem Land.

Studentin möchte Hof der Eltern übernehmen und braucht guten Rat

@ Daniela24 #
Daniela24 schrieb:

Weil ich schon lange mit dem Gedanken gespielt habe, mal etwas aus dem Hof zu machen, habe ich vorsorglich den BiLa Lehrgang gemacht.
Dabei hatte ich auch eine Woche, in der wir uns verschiedene Höfe angesehen haben. Die einen machten Mutterkuhhaltung, die andern verkauften ihr Getreide (Einkorn, Dinkel, Emmer) direkt über Ebay und wieder ein anderer erzeugte z.B. eigenes Hanföl. Allerdings weiß man deshalb ja noch lange nicht, wie das ganze dann wirtschaftlich aussieht.

Eigentlich hätte mir Tierhaltung (Mutterkuhhaltung) schon gefallen, doch da sind sich nun wirklich alle einig, dass sich gerade das überhaupt nicht rechnet. So bleibt für mich gedanklich entweder eine Ölmühle oder eine Getreidemühle (z.B. solarbetrieben), da es sich ja eigentlich nur lohnt, wenn man direkt an den Endkunden verkaufen kann.

Als "Laie" auf diesem Gebiet (ich studiere Informatik) ist für mich neben der Ideenfindung (Möglichkeiten einer profitablen Landwirtschaft) auch die Kalkulation des Ganzen recht schwierig. Wie könnte ich angesichts der vielen Möglichkeiten zu einer konkreten und engeren Auswahl kommen? Ich kenne zwar vom Lfl den Deckungsbeitragsrechner, doch der hilft mir bei einer Gesamtbetrachtung auch nicht so recht weiter.

Da viele hier im Forum vermutlich täglich mit ihrer Landwirtschaft Erfahrung sammeln, ihr den Markt kennt und seht was aktuell gut läuft, wäre ich für eure Einschätzung wirklich dankbar.
Was kommt euch bei meinen oben genannten Voraussetzungen so in den Sinn?
Oder wo findet man "Überschlagsrechnungen" verschiedener Sparten im groben Vergleich?


passt doch super, mit deiner studienrichtung suchste dir nen gutdotierten job, vorgeblich mit home office und dann machste nebenbei deine lw, wenn ich richtig verstanden habe sind die 25 ha ja nur eine teilfläche, also dann auch mal gleich die andern pachtverträge auch noch kündigen.


Mit dummen Menschen zu streiten ist wie gegen eine Taube Schach zu spielen: Egal wie gut Du spielst, die Taube wird alle Figuren umwerfen, auf das Brett kacken und herumstolzieren, als hätte sie gewonnen.
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Hallo,

ich denke den einen Masterplan gibt es für keinen Betrieb.
Wenn du den BiLa Kurs schon hast, ist das generell nicht die schlechteste Voraussetzung.

Wenn ich mittlerweile eins gelernt hab, dann das der Berufsweg der meisten Leute nur auf den ersten Blick irgendwie geradlinig ist. Informatik ist z.B. auch ein Breites Feld, warum nicht nach dem Studium etwas richtung Selbständigkeit/Freiberuf anstreben und den elterlichen Betrieb im Nebenerwerb.
(Jetzt nur eine Möglichkeit von wahrscheinlich 100)

Je nach Arbeitgeber kann es auch gut sein, dass es einiges an Teilzeit und Homeoffice-Regelungen gibt, was dir z.B. auch mal den Arbeitsweg ersparen kann, oder oder oder ...

mfg, Holmer
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@ Daniela24 #
Ich sehe das wie Biobauer, wobei home office ,nicht für jedermann geeignet ist , da musst du auch konsequent deine grob festen Arbeitszeit durchziehen , das geht schon fast in die Selbständigkeit. Aber wenn da gut bist , dann mach da unbedingt weiter => mit Ziel Büro am Hof , dann ein paar Mutterkühe und was weiß ich , als Ausgleich sozusagen , Landwirtschaft kannst dann nach Lust und Laune betreiben.
wenn du aber dennoch lieber nur Landwirtin machen willst , da rate ich dir lerne es gescheit und nicht da ein paar Abendkurse, weil du wie du selber feststellst auch Betriebswirtschaft brauchst , heute noch mehr als wie vor 40jahren.
Der Stacheldraht, das ist ein Draht, der Stacheln hat.


Bauernstolz; ein niedriger Stolz, welcher sich auf nichtswürdige Dinge gründet, und welcher sich niedriger, verächtlicher Mittel zu seiner Befriedigung bedient. Qelle unbekannt

Die wohlfeilste Art des Stolzes hingegen ist der Nationalstolz. Denn er verrät in dem damit Behafteten den Mangel an individuellen Eigenschaften, auf die er stolz sein könnte, indem er sonst nicht zu dem greifen würde, was er mit so vielen Millionen teilt.

Arthur Schopenhauer
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@ Daniela24 #
Hallo,

Ich rate Dir ab. Such Dir nach dem Studium einen Job und verpachte deine Felder. Wenn du dich bisschen verwirklichen willst dann behalte eine hofnahe Fläche und bau dir dein Gemüse selber an und hälst dir ein paar Tiere.Als Hobby,mußt davon nicht leben.

In der Landwirtschaft über die Runden zukommen wird immer schwieriger.
In deinem Fall denke ich,da deine Eltern schon seit 1995 verpachtet haben würden auch noch größere Investitionen an Gebäuden und Maschinen anstehen.

Tu Dir das nicht an.
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Beitrag vom Autor bearbeitet am 27.01.19 um 21:22 Uhr.
@ Daniela24 #
Servus,

Ich denke, das vernünftigste wäre es, erstmal hauptberuflich deinen eigentlich Job nachzugehen. Nicht weil ich es dir nicht wünsche, den Hof zu übernehmen, denn deinen Wunsch kann ich sehr gut verstehen....und der liegt ja mittelfristig nicht außer Reichweite.

Allerdings nimmst du durch diese Vorgehensweise erstmal den Druck aus der Sache raus...und es muss nicht auf die Schnelle ein Konzept aus dem Boden gestampft werden. Zumal es möglich sein sollte trotz der räumlichen Distanz zu ner möglichen Arbeitsstelle die 25 Hektar irgendwie zu bewirtschaften wenn dir das Freude macht , gerade wenn du deine Eltern noch als Unterstützung hast und die Arbeitsspitzen abpuffern können, oder die Arbeit übernehmen können wenn es sich für dich nicht lohnt nachhaus zu fahren. Die gewünschte Umstellung zur Biolandwirtschaft kann man ja schonmal in die Wege leiten.

Dann wächst du langsam weiter in die Sache rein...bekommst noch bessere Vorstellungen und es reifen vllt. langsam Ideen ran. Vllt. lassen sich in der Zeit auch Kontakte knüpfen (Berater, Vermarkter etc.) die etwas wegweisend sind. Gleichzeitig sammelst du aber Berufserfahrung passend zu deinem Studium...was als BackUp in meinen Augen nicht unwichtig ist.

Zu deiner anderen Frage hinsichtlich Wirtschaftlichkeit. Gesamtbetriebliche Wirtschaftlichkeitskalkulationen von IST- und geplanten ZIEL-Betrieb die so gut wie alle Kosten und Erlöse umfassen sind kein Hexenwerk. Die Schwierigkeit ist halt immer, die mögliche Marktentwicklung vorher zu sagen..., speziell auch unter Berücksichtigung des unsicheren Kurses der Agrarpolitik.
Generell ist es natürlich schwierig da eine Ferndiagnose zu erstellen. Niemand von uns kann sagen, was für Investitionen nötig wären..., wenn von 1995 bis 2011 komplett verpachtet war, sind evtl. im Maschinenpark Ersatzinvestitionen nötig. Viele Faktoren die bei der ganzen Sache rein spielen.
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Beitrag vom Autor bearbeitet am 27.01.19 um 21:36 Uhr.
@ Daniela24 #
Daniela24 schrieb:


Da viele hier im Forum vermutlich täglich mit ihrer Landwirtschaft Erfahrung sammeln, ihr den Markt kennt und seht was aktuell gut läuft, wäre ich für eure Einschätzung wirklich dankbar.
Was kommt euch bei meinen oben genannten Voraussetzungen so in den Sinn?
Oder wo findet man "Überschlagsrechnungen" verschiedener Sparten im groben Vergleich?


Punkt 1 :
Früher machte die Landwirtschaft hungrige Leute satt. Heute ist es umgekehrt.
Heute musste als Landwirt übersatte Leute füttern, zu Preisen und Kosten die
jenseits von Gut und Böse sind.

Punkt 2 :
Wie überall, der Markt macht die Preise (beinhart) ohne Gnade.
Du als Unternehmer machst die Kosten. Willst Du im Schnitt 10 % Umsatzrendite
nach abzug aller Kosten in der Landwirtschaft verdienen, dann musste schon verdammt gut sein.

Punkt 3 :
In unserer Gegend wäre dein Betrieb vielleicht 1 bis 2 Millionen wert. Schuldenfrei sicher
ein nobles Eigenkapital zum Start für ein lukratives landwirtschaftliches Unternehmen.

Z.B. :
Willste wenig arbeiten und gutes Geld verdienen, dann würde ich Dir bei uns z.B. raten:
bau ein bis zwei moderne Hähnchenställe. Am Anfang so ca. für 1 000 000,- Euro Umsatz
pro Jahr. ( Jederzeit umstellbar auf Ökoart wenn der Markt es mal wirklich verlangt.)
Natürlich voll auf Kredit, bei den Zinsen heute überhaupt keine Frage. Oder ?
Geh mal davon aus 100 000,- Euro/ Jahr vor Steuern sind dir sicher.
Bedingung: Du mußt dich voll in das Geschäft einarbeiten. Keine halben Sachen !!!
Deinen Acker betrachte als Hobby, den lässte am besten verpachtet.
Schau mal in die modernen Hänchenställe die es heute gibt. ca. 2 Stunden Arbeit/Tag,
mehr braucht so ein Stalll nicht. Geht alles automatisch, wetterunabhängig.
Das heißt, Du hast viel Zeit für einen zweiten Hauptberuf, z.B. die Informatik.

Glaub mir, das Geschäft ist was für Mädels.
Schau es dir mal an !



Gruß
Bauer









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Kann sich ja jeder selber ausrechnen, die Eltern haben schon ausserlandwirtschaftliches Einkommen,
wenn der Hof schon einmal 95 verpachtet wurde.
Momentan ist es halt schon wegen der Prämien einfacher, die Flächen selbst mit wenig Aufwand zu bewirtschaften, und man hat seine Ruhe auf dem Hof.

Hier nennt man das Zuschußoptimierte Karusellfahrer.
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@ Daniela24 #
Hallo Daniela
Wenn Du ernsthaft den elterlichen Betrieb übernehmen willst kommst Du an einer fundierten Ausbildung nicht vorbei. BiLa Kurs hin oder her so wie ich das herausgelesen hab fehlt die an erster Stelle praktisches und theoretisches Wissen.
Ich würde Dir empfehlen erstmal auf unterschiedlichen Betrieben mehrwöchige Praktika zu machen um mal ein Gespür dafür zu entwickeln worum es in der Landwirtschaft überhaupt geht und was dir liegt (Acker, Grünland,Tierhaltung mit Hühner, Schwein und Kuh, öko, konv. etc)
Erst dann bist Du wirklich in der Lage abzuschätzen ob dies ein Weg ist den du weiter verfolgst oder ob Du dir einen festen Job suchst un die Flächen verpachtest.
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@ Daniela24 #
Das mit dem kalkulieren wird auch eher ein "hin zittern" als ein sauberes rechnen.
Du kannst weder deine genauen Produktionskosten, noch deine Erträge und Qualitäten...und schon gar nicht deinen Absatz im Bereich Endkunde "genau" berechnen. Wer die was anderes sagt, hat mit Landwirtschaft noch kein Geld verdienen müssen.

Ich würde zweigleisig fahren und die 25ha als reinen Ackerbaubetrieb laufen lassen. Evtl auf Bio umstellen und die Kulturen ausprobieren, die du dir so vorstellst. Wenn das mal läuft kannst dir ja ne Ölmühle zulegen und die Vermarktung online aufbauen. Vergiss aber die Aufbereitung nicht.
Zwischen Feld und Kunde muss das Zeug aufwändig gereinigt werden, solche Anlagen kosten je nach Kulturen schnell ein nettes Sümmchen. Dagegen is die Ölmühle mit ca 10.000€ billig...
Für Meinungsfreiheit und ein freies Internet! Ich beteilige mich an der Operation Payback!
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Bauer 3006, wie lange geht das noch mit dem Geflügel mästen ???? So wie die
Firmen ausgelastet sind, die solche Ställe bauen und einrichten ist es auch nur
noch eine Frage der Zeit bis der Markt auch satt ist. Ein Freund von uns hat 2017
zwei aufwändige Hähnchenmastställe für ein spezielles "Programm" gebaut. Jetzt,
seit 2019 darf er nur noch zwei Drittel der ursprünglich vereinbarten Stückzahlen
einstallen, weil sich herausstellt das der Markt dafür, doch nicht so schnell wächst,
wie erwartet. Ob da in der Rendite so viel Luft war um die Ställe mit der reduzierten
Stückzahl zu tilgen?.
Ein Problem ist dann doch auch, das nur die Hälfte von den 25 ha Ackerland sind.
Die Eltern haben nicht umsonst schon 1995 verpachtet. Als IT-Spezialistin hast du
doch ganz tolle Chancen, die sind doch überall für sehr gutes Geld gesucht. Ich
würde an deiner Stelle die Flächen verpachtet lassen, weil Bauer 3006 in Punkt
1 und 2 absulut Recht hat.
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