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landlive.de

Forum: Preise, Verbraucher, Handel und Politik

Banken holen sich Ackerland. Wann kommt der neue Feudalismus in Deutschland an?
Tuxo27.05.09 #
Laut einen Artikel in der Finacial Times eignet sich die Finanzwirtschaft immer mehr Ackerflächen an.

Gestützt durch die Steuerzahler, scheint man nun das "Geschäftsmodell" zu ändern. Der Zugriff in Osteuropa und den Entwicklungsländern ist leicht. Verschuldete Bauern gibt es dank der aktuellen Preismisere genug. Diese ist ja auf einen Preisboom gefolgt, der Investitionen auf pump sicher erscheinen ließ. Korrupte Eliten vor Ort und in unserer Finanzwelt, weche unsere Politiker umweben, tun ihr übriges.

Wie lange wird es wohl noch dauern, bis auch die europäische/deutsche Landwirtschaft von Hedgefonds dominiert wird?
Mir scheint der ungezügelte/unregulierte Kapitalismus fängt gerade an ein neues Kapitel zu schreiben.

Tuxo
Bioforlive27.05.09 #
In Deutschland geht das ja schon los zb. Eon- Hanse bei der agresiven such nach land für die Biogas-Anlagen.Aber das ist im vergleich zu dem was in Afrika abgeht noch harmlos. Dort geht es leider schon um Leben und Tod !!
Kette27.05.09 @ Tuxo #
Tuxo schrieb:
Wie lange wird es wohl noch dauern, bis auch die europäische/deutsche Landwirtschaft von Hedgefonds dominiert wird?
Tuxo

Wunder mich schon lange, daß die Landwirtschaft hierzulande noch nicht im Visier von Kapitalanlegern ist. Gibt Bereiche mit guten Ertragschanchen.

Schau mal hier:

Lankom

Sehr interessante Firma.
Luzionline27.05.09 #
Hallo,
Das sich Investoren aus den nichtlandwirtschaftlichen Bereich Ackerland kaufen hat schon vor
einiger Zeit im Osten Deutschlands begonnen.
Wenn ich persönlich eine Milion Euros übrig hätte würde ich es auch in Ackerland investieren .
Eine Pachtrendite von 2 % pro Jahr sieht zwar mickerig aus , ist aber auf längere Sicht ein
gutes Invesment , da kein Verlust- oder Kursrisiko wie bei Wertpapieren , kein Inflationrisiko wie
Sparanlagen und Lebenversicherungen , kein Risiko aus problematischen Mietern und
Renovierungen bei Mietwohnungen . Also ca 2 % Nettorendite vor Steuer und dazu bringt
man problematische Pächter relativ leicht los .
Als Beispiel sollte man die Kirchen nennen , sie verkaufen kein ha Ackerland da es über
Jahrhunderte immer sichere Einnahmen bringt.
Ackerland wird auf lange Sicht eine immer knappere Resurce werden und auf Dauer teuer
bleiben, also Bauern verkauft euer Land nicht an Investoren denn es wird euch und euren
Kindern immer Freude und eine gewisse Sicherheit bereiten.

Gruss Hans
Tuxo04.11.10 #
Ein aktueller Beitrag hierzu von Plusminus:

Rückschau: Kampf um Ackerboden
Wie nach der Finanzkrise Renditejäger jetzt Landwirte von ihren Äckern vertreiben



Feld (Foto: Jens-Ulrich Koch/dapd) Bild vergrößern Bildunterschrift: Felder werden zum Spekulationsobjekt. ]
(© NDR) Schwere Zeiten für Bauern in Ostdeutschland: Weil kapitalkräftige Investoren auf Einkaufstour sind, haben sich die Preise für Ackerland verzehnfacht. Klassische Landwirte können da oft nicht mehr mithalten. Es sind Aktionäre und branchenfremde Investoren, die nach Äckern, Wäldern und Weiden greifen.
Beispiel: Ein Möbelfabrikant als Investor

Neun agrargenossenschaftliche Betriebe in Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg gehören zum Beispiel mittlerweile der Firma Steinhoff, einem weltweit agierenden Möbelunternehmen aus Niedersachsen. Nicht nur der Möbelfabrikant Steinhoff steigt in die Landwirtschaft ein, auch das Abfallentsorgungsunternehmen Rethmann oder die Aktiengesellschaft KTG Agrar kaufen sich in Agrargenossenschaften im Osten ein.
Der Landverkauf des Bundes – ein "Ausverkauf"?

Die großen zusammenhängenden Flächen in Ostdeutschland sind für Investoren besonders attraktiv. Viele Ländereien gingen nach der Wende in den Besitz des Bundes über. Mit dem Land sollten Enteignete entschädigt werden, doch nur sehr Wenige profitierten von der Landvergabe des Bundes, kritisiert der Mecklenburger Landwirt und Dozent Jörg Gerke. Er hat über den Umgang mit Ackerland in Ostdeutschland ein Buch geschrieben. Viele Flächen wurden vom Bund zunächst verpachtet. Diese Pachtverträge laufen jetzt aus. Große, zusammenhängende Flächen kommen auf den Markt – die sind interessant für Investoren. Für Jörg Gerke ist der Landverkauf des Bundes ein Skandal. Obwohl die ostdeutsche Politik immer behaupte, sie würde alles gegen den Ausverkauf dieser Flächen unternehmen, organisiere sie genau diesen Ausverkauf.

Von Berlin aus verkauft die BVVG, die Bodenverwertungs- und -verwaltungs GmbH, an den Meistbietenden. Und das ist häufig ein Konzern oder Investmentfonds. Wolfgang Horstmann, Sprecher der Geschäftsführung, bestätigt, dass große zusammenhängende Flächen inzwischen von Unternehmen bewirtschaftet werden, die in der Hand größerer Konzerne sind. Je höher die Bodenpreise - desto mehr verdient der Bund. Vier Milliarden Euro Überschuss hat die BVVG seit ihrem Bestehen 1992 erwirtschaftet. Früher ging Land zu subventionierten Preisen an nur wenige Marktteilnehmer. Die können ihr günstig erworbenes Land jetzt teuer weiterverkaufen. Jetzt beginnt der Bund selbst an den Meistbietenden zu verkaufen. Dadurch konzentriert sich immer mehr Land in den Händen von Aktiengesellschaften und Großinvestoren, die die höchsten Preise bieten können.
Immer weniger Land wird in Zukunft von bäuerlichen Betrieben bewirtschaftet werden. Die Politik nimmt das in Kauf. Die Folgen sind eine Monopolisierung und Industrialisierung der Landwirtschaft.
Energiepflanzenanbau statt bäuerlicher Landwirtschaft

Viele tausend Hektar Land gehören bereits dem Möbelunternehmen Steinhoff. Man halte sich an alle Gesetze und Verordnungen, so teilt das Unternehmen mit. Angebaut werden 115.000 Tonnen Mais im Jahr für Biogasanlagen. Industrielle Produktion von Energiepflanzen statt bäuerlicher Landwirtschaft. Politisch ist diese Amerikanisierung der Landwirtschaft gewollt. Den Menschen in der Region sind die Maismonokulturen nicht geheuer. Anwohner ziehen weg; Menschen, die in der Uckermark vom Tourismus leben, fürchten um ihre Existenz.
Folgen für die Gesellschaft

Heiner Flassbeck, UN-Chefvolkswirt, kritisiert, dass der Staat an den Meistbietenden verkauft. Richtiger sei es, das Land an denjenigen zu verkaufen, von dem sich der Staat am meisten für die Gesellschaft erwarte - und das sei nicht immer der Meistbietende. In Zeiten, in denen es erhebliche Machtkonzentrationen in Form von Geld- und Vermögenskonzentration gäbe, müsse man ein Auge darauf haben, was der Meistbietende mit dem Land mache. Land sei zu wertvoll für die Gesellschaft als Ganzes, als das man es einfach einem Investoren überlassen könne.
Schneller Strukturwandel

Außerlandwirtschaftliche Investoren boten auch in der Uckermark Spitzenpreise. Stefan Palme, der dort 240 Hektar Pachtland ökologisch bewirtschaftet, sieht das mit großer Sorge. Bei der Geschwindigkeit, mit der sich diese Wandlung in den letzten Jahren vollziehe, könne man davon ausgehen, dass es in zehn bis zwanzig Jahren kaum noch landwirtschaftliche Betriebe im herkömmlichen Sinne in Brandenburg gebe, sondern dass das Land aufgeteilt werde zwischen einer Handvoll Investoren, Aktiengesellschaften und Eigentümern von Industriebetrieben. Stefan Palme sieht keine Tendenz, dass sich dieser Prozess verlangsamt – eher, dass er sich beschleunigt.

Autorin: Alexa Höber
Tuxo08.11.10 #
Hier fließen die Steuermilliarden für die Verhinderung der HRE-Pleite hin.

Report Mainz:

08.11.2010Landraub: Menschenrechtsorganisation erhebt Vorwürfe gegen Deutsche Bank

DWS Fonds kündigt "umgehend" interne Überprüfung an

Mainz. Die internationale Menschenrechtsorganisationen FIAN wirft der Deutschen Bank vor, sich über Investitionen von DWS-Fonds am Landraub in Asien, Afrika und Lateinamerika zu beteiligen. Das berichtet das ARD-Politikmagazin REPORT MAINZ in seiner heutigen Sendung (21:45 Uhr im ERSTEN). FIAN beauftragte Finanzanalysten, nach Investments zu suchen, über die sich deutsche Firmen am sogenannten Land Grabbing, also Landnahme, beteiligen würden. Die Studie, die REPORT MAINZ exklusiv vorliegt, kommt zu dem Ergebnis, dass sich 30 deutsche Firmen und Fonds am Land Grabbing beteiligen. Roman Herre von FIAN erklärt dazu: "Herausragend ist die Rolle der Deutschen Bank. Die Deutsche Bank hat über ihre Fondsgesellschaft DWS etwa eine Viertelmilliarde Euro in Firmen investiert, die sich an diesem Land Grabbing beteiligen."

So beteiligen sich die drei Fonds DWS Global Agribusiness, DWS Invest Global Agribusiness LC und DWS World Agribusiness Mother Fund mit insgesamt 10,9 Millionen Euro am thailändischen Zuckerkonzern Khon Kaen Sugar Industry (KSL). KSL soll nach Angaben der Vereinten Nationen und verschiedener Menschenrechtsorganisationen mitverantwortlich für brutalen Landraub in Kambodscha sein. Dort habe die Firma einem Bericht der Vereinten Nationen zufolge im Jahr 2006 in einem Joint Venture mit kambodschanischen und taiwanesischen Partnern 400 Familien mit Waffengewalt von ihren angestammten Reisfeldern vertreiben lassen. Damit habe KSL nach UNO-Angaben mehrfach Menschenrechtsverletzungen begangen. Die betroffenen Bauern seien nach Vor-Ort-Recherchen von REPORT MAINZ ihrer Lebensgrundlage beraubt und bis heute nicht angemessen entschädigt worden.

Die DWS Investment GmbH erklärte auf Anfrage von REPORT MAINZ: "Vielen Dank für Ihre wertvollen Hinweise. Wir werden die Vorwürfe umgehend überprüfen und das Unternehmen damit konfrontieren. Wie in unserem Investmentprozess üblich, werden wir dann eine Neubewertung unserer Positionierung vornehmen und uns ggf. aus dem Investment zurückziehen."

Der stellvertretende Vorsitzende im Bundestagsausschuss für Wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (AWZ), Thilo Hoppe (Bündnis 90 / Die Grünen) sagte dazu: "Wenn das stimmt und das ist ja durchaus möglich, dann sollte das bekannt werden, die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen werden und sich dafür rechtfertigen müssen. Wenn sie möglicherweise selber nicht richtig informiert sind, dann sollten sie die Kurve kratzen und dieses Investment so schnell wie möglich beenden."

Christiane Ratjen-Damerau (FDP), ebenfalls Mitglied im AWZ, erklärte: "Da wäre man schon sehr schockiert, muss ich sagen. Dass eine deutsche Bank, ein großes deutsches Unternehmen sozusagen indirekt beteiligt wäre, das würde mich doch schon sehr erschüttern."

Ralf Südhoff vom Welternährungsprogramm der Vereinten Nationen (WFP) betonte: "Wenn eine Auslandsinvestition zu so einer Landnahme führt, zu Vertreibung, zu weiterem Elend, dann ist das fatal, dann kann man sich an solchen Investitionen nicht beteiligen."
Tuxo30.11.10 #
taz
Ackerland, neues Spekulationsobjekt.
tyr30.11.10 @ Tuxo #
Tuxo schrieb:

taz
Ackerland, neues Spekulationsobjekt.


Das Spielgeld wird jetzt in Realwerte umgesetzt..............
Heiliger_Antonius30.11.10 @ tyr #
tyr schrieb:

Das Spielgeld wird jetzt in Realwerte umgesetzt..............



Hallo tyr,

das ist vielleich auch ein Zeichen für eine bevorstehende Inflation !

Investition in Ackerland hat auch den Vorteil gegenüber von anderen Immobilien:
es läst sich leichter bewirtschaften weil genügend gierige Bauern da sind !

Und zum Landkauf in Afrika oder EU-Ausland ja mei ...
wenn da eine neue Regierung kommt kann schnell wieder alles fort sein !



mfg
antonius
Musang08.01.11 @ Tuxo #
Tuxo schrieb:

taz
Ackerland, neues Spekulationsobjekt.

Ja, und so Mancher wird sich noch ganz schön umsehen....

Artikel vom 08.01.2011Landnahme der Großinvestoren
(Torsten Roth). Neubrandenburg. Die Angebote lassen Kapitalanleger aufhorchen: Im Südosten Brandenburgs steht ein Ackerbaubetrieb mit 680 Hektar zum Verkauf - für 2,45 Millionen Euro. 100 ha Ackerland sind im Landkreis Ostprignitz-Ruppin zu haben. An der Landesgrenze zu Mecklenburg-Vorpommern wird für 90 ha langfristig verpachtete landwirtschaftliche Nutzfläche ein neuer Eigentümer gesucht - Preis: 900 000 Euro. Zu haben ist auch ein Mutterkuhbetrieb mit Kälberaufzucht, Zuchtbullenhaltung und 230 ha Fläche im westlichen Brandenburg - 2,1 Millionen Euro: Die Angebotsliste des münsterländischen Bodenhändlers Westhoff ist lang. Seine Agrarboden GmbH bietet im Internet finanzkräftigen Investoren land- und forstwirtschaftliche Flächen und Betriebe an - derzeit vornehmlich in den neuen Ländern. An Kunden mangelt es nicht - Ausverkauf auf ostdeutschem Acker.

Industrielle, millionenschwere Fondsgesellschaften, börsennotierte Agrarkonzerne, finanzkräftige Privatleute: Kapitalgeber entdecken die brandenburgische Weite und machen heimischen Bauern den Acker streitig. Seit die bundeseigenen Privatisierer der Bodenverwertungs- und -verwaltungsgesellschaft (BVVG) den Schlussspurt beim Verkauf der ehemals volkseigenen Agrarflächen eingelegt haben, kennt das Geschäft kennt kaum Grenzen: Derzeit würden immer öfter ganze Betriebe verkauft, beklagen ostdeutsche Agrarpolitiker. "Nichts Ungewöhnliches", meint Rainer Tietböhl vom Bauernverband. Jährlich würden sich schätzungsweise bei fünf bis acht Prozent der Betriebe die Eigentumsverhältnisse ändern. Nur: Spätestens seit krisengebeutelte Anleger sichere Investments suchen treiben externe Kapitalgeber die Preise hoch - auf bisher unbekannte Höhen. Im Durchschnitt kostet ein Hektar bei der BVVG bereits mehr als 8200 Euro, doppelt so viel wie 2004. Für ehemals volkseigene Flächen würden sogar Spitzenpreise von 22 500 Euro je Hektar gezahlt, heißt es. Zu viel für Ost-Betriebe: "Da können heimische Landwirte nicht mehr mithalten. Das ist nicht mehr zu refinanzieren", kritisiert Tietböhl. Für die Betriebe sei die "Schmerzgrenze längst überschritten".

Die jetzt verlangten Bodenpreise seien betriebswirtschaftlich nicht mehr vertretbar, warnt Uwe Gutzmann von der VR Bank. Die Unternehmen liefen Gefahr, ihre Betriebsgrundlage zu verlieren. Das sei für die Agrarstruktur außerordentlich schädlich. Selbst Betriebe mit einer guten Kapitalausstattung stießen an Grenzen, meint VR-Banker Gutzmann. Bislang hätten die Unternehmen ihre Flächen vielfach gepachtet. Jetzt stünden sie vor der Frage, wie sie sich ihre Agrarflächen sichern könnten. Tietböhl: "Für den Kauf fehlt oft das Geld."

Kapitalkräftige Geldgeber winken indes mit den Euroscheinen. Boden lässt sich nur einmal verteilen und ist nicht vermehrbar - das weckt Begehrlichkeiten. Vor allem große zusammenhängende Flächen wie in Ostdeutschland sind gefragt. Da kommen Leute, die hunderte Hektar aufkaufen, beobachtet Tietböhl. Der Müllriese Rethmann, die Industriellen-Familie Dornier oder auch der börsennotierte Agrarkonzern KTG mit 30 000 Hektar in Deutschland und Litauen: die Großen haben ihre Pflöcke längst eingeschlagen - auch die Familie des weltweit agierenden Möbelfabrikanten Steinhoff. Die kaufen immer mehr auf, weiß Bauernchef Tietböhl. "Mit Land kann man nichts falsch machen", begründet Angela Krüger-Steinhoff von der Steinhoff Familien-Holding. Gut Bartow im Landkreis Demmin, Agrarbetriebe in Gerswalde und Röddlin in der Uckermark sowie Felgentreu im Landkreis Teltow-Fläming: Tausende Hektar lassen die Steinhoffs inzwischen in Ostdeutschland bewirtschaften - vor allem für die Biogaserzeugung. "Wir diversifizieren unser Vermögen", meint Krüger-Steinhoff. "Boden wird immer einen Wert haben." Die Krise habe gezeigt, wie unsicher Wertpapiere sein können. Nur, anders als bei Fondsgesellschaften: "Unser Engagement ist langfristig angelegt", sagt Krüger-Steinhoff. "Da steht unsere Familie hinter und keine anonymen Fonds." Das Geschäft floriert: Zwar wolle man nicht "auf Teufel komm heraus" weiter Boden zukaufen, erklärt Krüger-Steinhoff. Aber: "In der Nähe der Betriebe bleibt es interessant, Pachtland in Eigenland umzuwandeln."

Für Investoren sind Anlagen in Boden sicherer geworden als Engagement ins Aktien, beobachtet Genossenschafts-Banker und Chef der VR Bank Wismar, Uwe Gutzmann. "Geld ist da und sucht neue Anlagemöglichkeiten." Allerdings: Während das Engagement mancher finanzstarker Unternehmerfamilie langfristig angelegt sei - "Die denken in Generationen", meint Gutzmann - suchten andere Investoren die kurzfristige Geldanlage. Inzwischen wird der Boden knapp. Der Anbauboom von Pflanzen zur Energiegewinnung sorge für zusätzliche Nachfrage auf dem Bodenmarkt und weiter steigende Preise, beobachtet Gutzmann. Der Ölkonzern BP, der koreanische Mischkonzern Daewoo, Fondsgesellschaften: Große Konzerne würden sich weltweit mit Flächen eindecken. "Da kommt ein Problem auf uns zu", sagt Gutzmann.

Bauernchef Tietböhl bleibt nur ein Wunsch: "Ich hoffe, dass auf dem Bodenmarkt die Vernunft zurückgekehrt und am Ende viele heimische Landwirte weiter wirtschaften können." Nur: Ob sich die Märkte beruhigen werden, "das weiß keiner", dämpft Banker Gutzmann die Erwartungen.


Wenn ich sehe, um welche Kleinigkeiten sich hier im LL öfter gestritten wird, welche Nichtigkeiten zum Non plus Ultra erklärt werden, müßte man eigentlich nur noch lauthals loslachen....wenn es nicht so traurig wär.