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Forum: Talk

Wir-haben-es-satt
Tonkneter23.01.12 @ karlo #
karlo schrieb:

Bio ohne hohen Veredlungsanteil durch den Tiermagen hat zu hohe Nährstoffabfuhren , welche ohne intensive Nutzung des "Kleingedruckten" (düngen nichtsynthetischer Mineraldünger) nicht auszugleichen sind. Daher solten Bio's auch aufhören , ihre niedrigeren Erträge hinter dem Argument "man isst halt mehr Gemüse, schon ist der höhere Flächenverbrauch ausgeglichen " zu verstecken.


Im Bio-Bereich beträgt der Anteil der "veredelten" Produkte nur 60% des Vergleichswertes
der Konvi-Landwirtschaft. Erst mal informieren, dann schreiben!

senkrecht bleiben!
AT13523.01.12 #
Wie sähe es da mit der Alternative aus?
Wenn die deutschen Landwirte vorwiegend im bäuerlichen Familienbetrieb alles in Bio-Qualität produzieren würden, könnten sie unser Land ausreichend mit gesunden Lebensmitteln versorgen. Es gäbe die Reihe von negativen Auswirkungen nicht: z.B. Überschüsse, Pestizide, Umweltproblematik, Bodenerosion, Massentierhaltungen. Würden die Eu-Agrarsubventionen in gleicher Höhe unter Berücksichtigung von Arbeitsaufwand, Standortnachteilen, Naturschutz usw. dort eingesetzt, wären die Waren keinen Cent teurer als jetzt und wir hätten gesunde "Lebens"-mittel, die man bedenkenlos essen kann.


zu diesem teil deiner argumentation hätte ich mal ne frage: wie definierst du einen bäuerlichen familienbetrieb? sind beispielsweise 300 Sauen in einem geschlossenen system massentierhaltung, obwohl sämtliche arbeit von den angehörigen einer einzigen familie bewältigt wird? wie würde es mit 150 milchkühen aussehen?

des weiteren möchte ich auf einen kleinen gedankenfehler hinweisen: die aufschrift bio trifft keinerlei aussage über die qualität eines produktes, lediglich über die produktionsweise. es ist ein fataler irrsinn zu glauben bio sei prinzipiell qualitativ besser!

zu den "gesunden" lebensmitteln lässt sich sagen: nie waren lebensmittel sicherer und damit "gesünder" als heute. einziger unterschied zu früher ist, dass rückstände nicht erwünschter inhaltsstoffe eher entdeckt werden. deswegen auch die erhöhte zahl von sogenannten "skandalen". einen dioxinskandal hätte vor 50 jahren niemand mitbekommen.

Pestizide sind kein fluch, so wie du es darstellst, sondern ein segen! bei sachgemäßer anwendung sind die pflanzen gesünder, was sie zu gesünderen nachfolgeprodukten werden lässt. so ist es beispielsweise bei der bekämpfung von fusarien und anderer pilzarten wie dem mutterkorn.

Bodenerosion ist keine erscheinung der konventionellen landwirtschaft, sondern ein symptom mangelnder sachkenntnis.

zu den subventionen, die nach arbeitsaufwand verteilt werden sollen lässt sich meines erachtens nur festhalten, dass damit ineffizient arbeitende betriebe gefördert würden.
karlo23.01.12 @ frankyboy #
frankyboy schrieb:


Die mittelgroßen bäuerlichen Familienbetriebe sind die besten und leistungsfähigsten überhaupt, also grundsätzlich zukunftsfähig. Aber auch sie können nicht überleben, weil die Agrarpolitik die Preise von Agrarprodukten unter die Gestehungskosten gedrückt hat, ihnen aber nur Beihilfen um die 24.000 Euro jährlich gewährt (in den 900 Mio. enthalten).
...........
So gibt es schon hunderte von Bürgerinitiativen z.B. gegen Mastställe (angeblich sind derzeit Ställe für 36 Millionen Masthähnchen in Planung). Der 120 Verbände, die hinter der Demo in Berlin stehen, repräsentieren die Mehrheit der deutschen Bevölkerung!

..........
Der Kampf hat gerade erst begonnen. Sagen Sie bitte nicht hinterher, das habe ich nicht gewußt.

Wieviele der geplanten Mastplätze werden (nicht) von kleinen und mittleren Betrieben gebaut ?

Welchen Kampf meinst du?
den der Bürgerinitiativen gegen Bauern , welche sich einen Teilzeitarbeitsplatz im eigenen Stall mit 40.000 Hähnchen bauen ?
Paula23.01.12 #
Ich frage mich gerade - sind wir der vor Aussterben stehende Familienbetrieb oder der Subventionen schmarotzende Großargrarier ???????
karlo23.01.12 @ Tonkneter #
Tonkneter schrieb:

Im Bio-Bereich beträgt der Anteil der "veredelten" Produkte nur 60% des Vergleichswertes
der Konvi-Landwirtschaft. Erst mal informieren, dann schreiben!

senkrecht bleiben!

da liefere mir doch mal die Quelle !

Im Vorfeld, bevor du meinen Fehler belegst,
ich meinte mit "Veredlungsanteil" den prozentualen Anteil der ha-Aufwüchse, welche verfüttert werden an der Gesamtfläche
nicht Anteil des Umsatzes oder dergleichen
... um Mißverständnisse zu vermeiden
hausi23.01.12 @ frankyboy #
frankyboy schrieb:

Ich habe ein provozierendes Thema, dass ich aber erst heute bringe, weil ich niemand überrumpeln wollte. Trotz aller Emotionen bitte ich, sachlich zu argumentieren, weil mit Polemik niemand gedient ist und es ums Überleben geht.
von anderen fordern, was für einen selbst nicht gilt. Was ist das denn für ein schlechter Stil?

Bei der Demo am 20.01.2012 haben viele Landwirte aus bäuerlichen Familienbetrieben teilgenommen.

Den Beweis hat noch keiner angetreten. Aber es wäre mehr als beschämend für die Berufskollegen, wenn sie mit erklärenden Bauernhassern(BUND, PETA, BN, Vogelschutzbund, ABL, Grüne usw.) auf Demonstration gingen!
Sie haben erkannt, dass
Deutschland still und leise aber radikal mit ca. 160 Milliarden (!) Euro EU-Agrarsubventionen

die in den Taschen von Greenpeace natürlich viel besser aufgehoben wären, ja ne, is klar!
(von ca.1990 bis 2020) umgebaut wird (ohne dass sich jemand über die Folgen Gedanken macht; die Politik versagt kläglich), wobei sich das Tempo immer mehr verschärft. Im Jahr 2020 wird der letzte bäuerliche Familienbetrieb in den Ruin gehen.
technischer Fortschritt bedingt nunmal Arbeitserleichterung. Und wenn ein Bauer mit immer weniger Aufwand das gleiche erzeugen kann und auch noch gleich viel dafür bekommt, dann wird der deutsche Michel irgendwann neidisch werden. Der Bauer macht nur noch Urlaub und der Fabrikarbeiter schaut sich das ruhigen Herzens an.
Eine deutsche Landschaft gibt es nicht mehr,
was ist das? Flachs im Allgäu oder Grünland?
sondern nur noch landwirtschaftliche Monster-Großerzeuger-Baracken im Außenbereich umgeben von Mono-Kulturen, soweit das Auge reicht (oder Mais-Dschungel), wie im Mittleren Westen der USA. Die Dörfer verfallen (Althofstellen), die restl. Landschaft (mit den schlechten Böden) verbuscht, die Artenvielfalt geht zurück. Riesige Maschinen (1 Anhänger bis zu 48.000 kg) ruinieren die Straßen. Es wird nur mehr industriell produzierte Massenware mit geringer Auswahl angeboten.
Quatsch! Wenn die Niesche verlangt wird, dann wird sie auch bedient!
Alleinschuld an dieser verheerenden Fehlentwicklung hat die äußerst ungerechte Verteilung der EG-Agrarsubventionen nur nach der Größe der Betriebsfläche. Dadurch erhält jeder einzelne Gutsbesitzer im Durchschnitt 73.000 Euro (!) Direktzahlungen pro Jahr (zusätzlich zu seinem Jahresgewinn von durchschnittlich 37.000 Euro). Allein die 70.000 Großgrundbesitzer (=20% aller landw. Betriebe (B) in Deutschland) erhalten so 85% (!) der auf Deutschland entfallenden EU-Agrar-Fördermittel -andere Statistiken:1,6%B=1,8Mrd.Euro bzw. weniger als 2%B=1,5Mrd.Euro, www.bund.net). Die restlichen für Deutschland bestimmten 900 Millionen Euro wurden dann auf die verbleibenden 280.000 Betriebe (=80% der landw. Betriebe) aufgeteilt. Jeder von ihnen erhielt somit Direktzahlungen von 3.200 Euro pro Jahr im Durchschnitt (bei einem Jahresgewinn von 1.600 Euro). Die mittelgroßen bäuerlichen Familienbetriebe sind die besten und leistungsfähigsten überhaupt, also grundsätzlich zukunftsfähig. Aber auch sie können nicht überleben, weil die Agrarpolitik die Preise von Agrarprodukten unter die Gestehungskosten gedrückt hat, ihnen aber nur Beihilfen um die 24.000 Euro jährlich gewährt (in den 900 Mio. enthalten). Allein in den letzten 18 Jahren haben 350.000 landw. Betriebe aufgehört.
Wenn wir in Deutschland fordern, dass kleine Betrieb mehr bekommen sollen als große Betriebe, dann fordern wir damit, dass das Geld in die Ostblockstaaten der EU wandert. EU-weit bekommen die 20% größten Betriebe 80 % der Förderung. Nehmen wir mal beispielhaft Bayern. Bayerische Betriebe gehören mit 30 ha im Durchschnitt zu den 20 % großen Betrieben, obwohl wir gefühlt klein sind. Kleine Betriebe sind solche mit 3ha im Schnitt. Die ernähren die Stadtbevölkerung aber nicht, soviel sollte wohl klar sein!
Im nächsten Jahrzehnt werden weitere 280.000 landw. Betriebe allein in Deutschland dicht machen müssen (Arbeitsplatz-Vernichtung mit Steuergeldern).
Die Berechnung will ich sehen!
Die Großagrarier können nun -jeder bestens ausgestattet EU-Beihilfen- die Kleineren schlucken. Wenn Sie aufmerksam durch die Gegend fahren, sehen Sie bereits jetzt, dass die ersten Vorboten dieses Fiaskos schon da sind und täglich werden es mehr. Das Rumoren auf dem Land wird immer kräftiger. So gibt es schon hunderte von Bürgerinitiativen z.B. gegen Mastställe (angeblich sind derzeit Ställe für 36 Millionen Masthähnchen in Planung). Der 120 Verbände, die hinter der Demo in Berlin stehen, repräsentieren die Mehrheit der deutschen Bevölkerung!
Definitiv nicht! Bei 10000 Beteiligten. Irgendwann wird das Essen knapp, dann werden auch die Gutmenschen wieder anfangen nachzudenken!

Wie sähe es da mit der Alternative aus?
Wenn die deutschen Landwirte vorwiegend im bäuerlichen Familienbetrieb alles in Bio-Qualität produzieren würden, könnten sie unser Land ausreichend mit gesunden Lebensmitteln versorgen.
Wie dekadent und arrogant kann man eigentlich sein? Wir leben hier im Schlaraffenland mit fruchtbaren Böden und ausreichend Wasser. Welches Recht haben wir, auf unseren Ressourcen nur noch das zu erzeugen, was wir selbst verbrauchen? Egoistischer gehts nicht mehr!?
Es gäbe die Reihe von negativen Auswirkungen nicht: z.B. Überschüsse, Pestizide, Umweltproblematik, Bodenerosion, Massentierhaltungen. Würden die Eu-Agrarsubventionen in gleicher Höhe unter Berücksichtigung von Arbeitsaufwand, Standortnachteilen, Naturschutz usw. dort eingesetzt, wären die Waren keinen Cent teurer als jetzt und wir hätten gesunde "Lebens"-mittel, die man bedenkenlos essen kann.
Vergleich unser Essen mal mit dem vor 50 Jahren: Da ist "gesund" das Adjektiv, dass die heutige Produktqualität am besten beschreibt und "nachhaltig" das passendste Adjektiv für die heutige Produktion. "Ungesund" und "nicht nachhaltig" steht für die gute alte Zeit!

Derzeit entscheiden die EU-Agrarminister über die Verteilung der EU-Agrasubventionen für die Jahre von 2014 bis 2020. Dann ist die Entwicklung unumkehrbar Es geht um alles - es geht um unsere Heimat Wer gerne hier lebt, der sollte sich in Übereinstimmung mit demokratischen Grundsätzen engagieren. Der Kampf hat gerade erst begonnen. Sagen Sie bitte nicht hinterher, das habe ich nicht gewußt.


Nur zur Information: Auf meinem Betrieb werden 35 Kühe gemolken und deren weibliche Nachzucht aufgezogen. Wir haben einen starken Bezug zu unseren Mädels. Das ergibt dann im Nebenerwerb erzeugte 300000kg Milch von glücklichen Kühen! Um meine Arbeitszeit im Hauterwerb zu füllen, müsste ich den Betrieb vergrößern oder die Technik aus dem Stall werfen und von Hand melken. Aber wer will heutzutage schon von Hand melken. Es ist schon ziemlich frech und unverschämt soetwas zu fordern!

Als Denkansatz zum Thema Arbeitsplatzvernichtung: Werden auf großen Betrieben keine Angestellten beschäftigt? Verdienen diese im Vergleich zum landwirtschaftlichen Vergleichslohn nicht auch recht ordentlich? Und das ohne Betriebsleiterrisiko!

Tiergesundheit: In meiner Gegend haben größere Betriebe die gesünderen Tiere als kleine. Stichwort: Leistungsgerechte Fütterung!
RROTERBARON23.01.12 @ Freisinger #
Freisinger schrieb:

Diese Diskussion geht mir eh am A....vorbei. Sicher bei unserer derzeitigen Verschwendung und Vernichtung von Lebensmitteln (in Bayern wird täglich die Menge weggeschmissen,die in Berlin verzehrt wird) gehts sicher nicht. es gibt aber auch andere Studien,z.Bsp. die Diplomarbeit von Markus Segmüller. Dazu müßten wir halt unsere Ernährung umstellen.....weniger Fleisch,mehr Gemüse(ist nix für mich) Geht nicht...gibts nicht.


gabs nicht mal im wald so einen ........ vor einiger zeit ........... mühlhiasel's erbe ist also doch endlich da

naja alles hat ein ende nur die wurst hat zwei ich denk es geht noch ne weile um bei mir
frankyboy23.01.12 @ Schaumburger #
Hallo Schaumburger,
wegen der Zahlen habe ich lange im web recherchiert und wenig Brauchbares gefunden. Bei der Vorstellung des Agrarberichtes 2010 hieß es: Gut zwei Drittel des Gewinnes kamen aus staatlichen Beihilfen (s.Tagespresse: "Höfesterben leicht gebremst" vom 14.10.2011). So habe ich geschrieben: Direktzahlungen zusätzlich zu seinem Jahresgewinn (meinte: den er aus dem Betrieb erwirtschaftet). Wenn jemand 73.000 Euro Direktzahlungen bekommt, dann bewirtschaftet er mind. 220 ha LN und ein Gewinn von 37.000 Euro aus seinem Betrieb ist sicherlich nicht zu hoch gegriffen (wenn von einem Gewinn gesprochen wird, dann ist es normalerweise ein Zahl mit dem Vorzeichen "Plus"). Wir reden hier von einem Durchschnittsbetrieb, nur um mal eine Diskussionsgrundlage zu haben. Mir ging es in erster Linie darum, aufzuzeigen, welch krasse Unterschiede bei der Förderung der einzelnen Betriebe herrschen. Ich lasse mich aber gerne belehren, wenn du genaue Zahlen preisgibst. Die Prozentsätze habe ich dem gemeinsamen Papier von 27 bedeutenden Verbänden "Für eine grundlegende Reform der Agrarpolitik" vom April 2010" entnommen.
Mir hat mal ein Metzger erzählt: Wenn du wissen willst, wie die Lage in zehn Jahren aussieht, dann mußt zu zu einer Landmaschinen-Messe fahren, denn die Industrie schätzt die Entwicklung ziemlich gut ein.
Unser Staat zwingt die Bürger normalerweise nicht dazu etwas Bestimmtes zu machen. Er gibt gezielt Zuschüsse als finanzielle Anreize, in das und das zu investieren. In der Regel werden in zehn Jahren diejenigen landw.Betriebe übrig bleiben, die die höchsten Agrarsubventionen bekommen, denn das ist ein gewaltiger Wettbewerbsvorteil. Ich habe weder so noch so persönlich etwa davon. Mir würde aber eine Landwirtsfamilie Leid tun, die in der Hoffnung auf die Politik jetzt noch kräftig investiert, obwohl ihr Betrieb objektiv gesehen keine Chance hat, zu überleben. Die Landwirtschaft ist inzwischen eine so kleine Berufsgruppe, dass sich ihr Verhalten auf eine Wahlentscheidung kaum mehr auswirkt.

Tonkneter23.01.12 @ karlo #
karlo schrieb:

da liefere mir doch mal die Quelle !

Im Vorfeld, bevor du meinen Fehler belegst,
ich meinte mit "Veredlungsanteil" den prozentualen Anteil der ha-Aufwüchse, welche verfüttert werden an der Gesamtfläche
nicht Anteil des Umsatzes oder dergleichen
... um Mißverständnisse zu vermeiden



Was man von anderen fordert, sollte man selbst zunächst bringen. Wo sind die Quellen für
deine Aussage? Ca. 38% der der mit lebensmittelfähigen Kulturen bestellten Ackerflächen,
werden im Konvi-Anbau für die Gewinnung von Viehfutter verwendet. Im Öko-Anbau sind das
nur 23%. Und dieser immer noch zu hohe Anteil, resultiert u.a. auch aus den "Qualitätsanfor-
derungen" der Verarbeiter (z.B. Backweizen).

senkrecht bleiben!
Schaumburger23.01.12 @ frankyboy #
(Beitrag vom Autor bearbeitet am 23.01.12 um 20:18 Uhr.)
frankyboy schrieb:

Hallo Schaumburger,
wegen der Zahlen habe ich lange im web recherchiert und wenig Brauchbares gefunden. Bei der Vorstellung des Agrarberichtes 2010 hieß es: Gut zwei Drittel des Gewinnes kamen aus staatlichen Beihilfen (s.Tagespresse: "Höfesterben leicht gebremst" vom 14.10.2011). So habe ich geschrieben: Direktzahlungen zusätzlich zu seinem Jahresgewinn (meinte: den er aus dem Betrieb erwirtschaftet). Wenn jemand 73.000 Euro Direktzahlungen bekommt, dann bewirtschaftet er mind. 220 ha LN und ein Gewinn von 37.000 Euro aus seinem Betrieb ist sicherlich nicht zu hoch gegriffen (wenn von einem Gewinn gesprochen wird, dann ist es normalerweise ein Zahl mit dem Vorzeichen "Plus"). Wir reden hier von einem Durchschnittsbetrieb, nur um mal eine Diskussionsgrundlage zu haben. Mir ging es in erster Linie darum, aufzuzeigen, welch krasse Unterschiede bei der Förderung der einzelnen Betriebe herrschen. Ich lasse mich aber gerne belehren, wenn du genaue Zahlen preisgibst. Die Prozentsätze habe ich dem gemeinsamen Papier von 27 bedeutenden Verbänden "Für eine grundlegende Reform der Agrarpolitik" vom April 2010" entnommen.
Mir hat mal ein Metzger erzählt: Wenn du wissen willst, wie die Lage in zehn Jahren aussieht, dann mußt zu zu einer Landmaschinen-Messe fahren, denn die Industrie schätzt die Entwicklung ziemlich gut ein.
Unser Staat zwingt die Bürger normalerweise nicht dazu etwas Bestimmtes zu machen. Er gibt gezielt Zuschüsse als finanzielle Anreize, in das und das zu investieren. In der Regel werden in zehn Jahren diejenigen landw.Betriebe übrig bleiben, die die höchsten Agrarsubventionen bekommen, denn das ist ein gewaltiger Wettbewerbsvorteil. Ich habe weder so noch so persönlich etwa davon. Mir würde aber eine Landwirtsfamilie Leid tun, die in der Hoffnung auf die Politik jetzt noch kräftig investiert, obwohl ihr Betrieb objektiv gesehen keine Chance hat, zu überleben. Die Landwirtschaft ist inzwischen eine so kleine Berufsgruppe, dass sich ihr Verhalten auf eine Wahlentscheidung kaum mehr auswirkt.


Irgendwie mußt du schon zugeben das deine Rechnung grober Unfung war. Da hilft auch keine noch so lange Ausrede. Ich verstehe auch dein Problem nicht, pro Hektar bleibt die Förderung doch gleich. Und den Strujkturwandel hat bisher KEINE Partei aufgehalten. Als Resümee kann man sogar Künast ( Rot/Grüne Regierung) als Strukturbeschleunigerin ansehen. Man muß halt irgendwann Realitäten anerkennen. Das mußte schließlich Künast auch. Der grüne Traum vom kleinbäuerlichen Hof ist selbst ihr vergangen. Alsio ich bleibe in der Realität und sehe den Strukturwandel in den nächsten Jahren eher beschleunigt. Warum??? Weil vielen Landwirten schlicht und einfach ein Nachfolger fehlt. So böse ist die Realität!